Bücherfragebogen (14): Ein Buch aus deiner Kindheit

U.
Mit dem Glücklichen Löwen habe ich ja bereits ein Buch aus ganz frühen Kindheitstagen vorgestellt, deshalb wähle ich nun mein liebstes Jugendbuch: Stundenplan von Christine Nöstlinger.

Nöstlingers Bücher habe ich im Alter zwischen zwölf und sechzehn regelrecht verschlungen, die Auswahl ist ja nun auch wirklich groß genug. Obwohl in den Achtziger Jahren auch noch Romane erschienen, die mir zeitlich näher lagen (etwa die Gretchen-Trilogie), traf der auch in meiner Jugend bereits etwas ältliche Stundenplan von 1975 meinen Nerv ganz besonders.

Letztlich ist die Handlung nicht außergewöhnlich: Die Protagonistin Anika hat ganz normale Probleme mit ihren Eltern und in der Schule, ist unglücklich verliebt und muss letztendlich erkennen, dass ihr schon lange angebeteter Schwarm bei Tageslicht betrachtet gar nicht so toll ist - und dafür jemand anderes um einiges netter. Besonders macht das Buch die absolute Wiedererkennbarkeit der Figuren und Situationen - Nöstlinger kennt sich als Erwachsene einfach unglaublich gut mit den Dingen aus, die Jugendliche beschäftigen, die ihnen Sorgen machen und die für Eltern häufig keinen Sinn ergeben.

Und an einen meiner Meinung nach sehr wahren Satz aus diesem Roman muss ich bis heute in manchen Situationen denken:
(...) ziemlich genau auf das, was jetzt geschehen könnte, hat Anika gewartet. Wenn einer so lange auf etwas wartet, dann kann er meistens schlecht entscheiden, ob er überhaupt noch will, dann muss er das einfach tun.
Nicht gerade Shakespeare, aber sehr richtig beobachtet.

1 Kommentare:

  1. man, ist die produktiv! das austauschkind war eine der wenigen lektüren, die ich ganz gelesen habe - und das immer wieder.

    sehr schön, der satz. und so wahr.

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