Es ist an der Zeit, zu berichten, wie mein bereits angekündigtes Experiment mit hellofresh verlaufen ist. Am Dienstagabend war es so weit, ...

Neulich als ich kochte: Das Paket kommt an


Es ist an der Zeit, zu berichten, wie mein bereits angekündigtes Experiment mit hellofresh verlaufen ist. Am Dienstagabend war es so weit, ich verließ das Büro besonders früh, um meine Lebensmittellieferung im jedem Fall selbst entgegennehmen zu können. Laut Internet wird das Paket, falls niemand angetroffen wird und sich auch kein Nachbar findet, vor der Haustür abgestellt, aber diese Variante wollte ich in Frankfurt lieber nicht ausprobieren.


Die Lieferung klappte dann auch reibungslos, gegen 19 Uhr brachte mir eine Spedition einen großen Karton. Darin befand sich eine Menge Essen, ein Rezeptheft und - überraschenderweise - eine Tafel Bio-Schokolade. Ich packte alles aus und verglich vorsorglich mit dem Rezeptheft, ob ich auch alle darin genannten Zutaten erhalten hatte. Und tatsächlich: Von den für ein Rezept erforderlichen 40 Gramm Parmesan war nichts zu sehen. Den Rest räumte ich schnell weg, etliche Rezeptzutaten mussten ja in den Kühlschrank.

Danach ging es an den Computer: Nachdem ich hellofresh über den fehlenden Parmesankäse informiert hatte (und daraufhin eine Gutschrift erhielt), wollte ich nachforschen, wie viel mich die soeben erhaltenen Lebensmittel im Supermarkt gekostet hätten. Die Recherche erwies sich als nicht ganz einfach, denn einer der Vorteile des Lieferservices ist ja, dass man die Zutaten eben nicht in handelsüblichen Mengen erhält, sondern nur so viel, wie man braucht. So enthielt mein Paket unter anderem eine einzelne Stange Sellerie, drei Zwiebeln, 50 Gramm rote Linsen...


Ich suchte mir auf der Website von Rewe zunächst die Lebensmittel so zusammen, wie sie eben verkauft werden, also eine normale Packung Linsen, ein ganzer Staudensellerie und so weiter. Mit diesem Konzept hätte mich der Einkauf im Supermarkt 32 Euro gekostet, also nur 7 Euro weniger als bei hellofresh. Aber richtig fair war dieser Vergleich nicht, denn natürlich hätte ich viele der größeren Einkaufsmengen ein andermal aufgebraucht, zumindest bei den haltbaren Lebensmitteln. Bei anderen, wie etwa Schnittlauch oder Petersilie, wäre mir für die Reste aber wahrscheinlich keine sinnvolle Verwendung eingefallen. Wie soll man also die Preise vergleichen? Wenn man den Preis für die Zutaten, bei denen der Rest haltbar und somit noch anderweitig verwendbar wäre, anteilig berechnet, kommt man nur auf einen Supermarktpreis von etwa 21,50 Euro. So betrachtet erscheint hellofresh mit seinem regulären Wochenpreis von 39 Euro dann doch ganz schön teuer.

Wie sah es aber nun mit dem Bio-Anteil aus, der auf der Website mit zwei Dritteln angepriesen wurde? Tatsächlich schien keines der Gemüse 'bio' zu sein, immerhin der Kräuter- und der Ziegenfrischkäse entpuppten sich bei näherer Untersuchung als Bio-Lebensmittel. Die Milch war dagegen reguläre Supermarktware, und bei den Aufbackbaguettes hatte man sich mit der Marke "Harry" sogar für ein regelrechtes Billigprodukt entschieden.

In einem Kommentar zu meinem früheren Post hatte ich erwähnt, dass es bereits etliche Firmen gibt, die einem Kochzutaten nach Hause liefern, wobei sich Preise und Leistungsumfang sehr ähneln. Zu hellofresh lässt sich abschließend sagen, dass die Firma einerseits bei einem kürzlichen Test der ARD am besten abschnitt, andererseits aber auch, dass es sich um ein Unternehmen von Rocket Internet handelt, also ein neues Projekt der nicht gerade sympathischen Samwer-Brüder. Das Unternehmen ist dafür bekannt, dass es bereits vorhandene Geschäftsideen aufgreift und dann die Konkurrenz mit viel Geld aus dem Markt drängt.

Über das Gelingen meiner drei Mahlzeiten berichte ich in den nächsten Tagen.

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