Portugal? Portugal! So langsam dürfte ich alle europäischen Länder besucht haben - nur aus Schokoladensicht versteht sich.
Zum Produkt
Die Macher von Glad Chocolate verfolgen einen ausgesprochen puristischen Ansatz: Die meisten ihrer Tafeln enthalten 70% Kakao (eine auch 85), auf der Website kann man "only 3 ingredients" lesen - womit sicherlich Kakaobohnen, Kakaobutter und Zucker gemeint sind. Im Sortiment befinden sich nämlich durchaus Schokoladen "mit Geschmack" und entsprechend auch weiteren Zutaten - nach Standardzusätzen wie Emulgatoren, Aromen oder Fremdfetten sucht man aber tatsächlich vergeblich, ebenso auch nach Milchschokoladen. Vorne auf den Tafeln ist jeweils groß angegeben, aus welchem Land der verwendete Kakao stammt. Mit neun verschiedenen Sorten, davon vier mit Geschmackszutaten, ist das Sortiment relativ schmal.
Neben Schokoladentafeln umfasst das Sortiment von Glad auch "schokoladige" Produkte wie ein Müsli und Aufstriche sowie Trinkschokolade mit Kakao aus unterschiedlichen Ländern.
Über die Hersteller - also die Personen - verrät die Website übrigens nichts.
Originalität
Die Tafeln von Glad sind auf eine nüchterne Art edel gestaltet, die Vorderseite verrät jeweils in großer Schrift sowohl die Sorte als auch bereits die Zutatenliste - und, dass die Schokolade sorgfältig in Porto hergestellt wird. Ein ähnlicher Text ist zusätzlich in die eigentliche Tafel geprägt.
Zumindest das letzte finde ich ungewöhnlich, das Sortiment - das in dieser Kategorie ebenfalls bewertet wird - ist allerdings eher klein und umfasst auch keine ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen. 6/10
Nachhaltigkeit
Die Betonung der jeweils benutzten Kakaosorten weist bereits darauf hin: Nachhaltigkeit spielt für die Glad-Macher eine wichtige Rolle. Auf der Website kann man sich über die Plantagen in Ecuador, der Dominikanischen Republik, Madagascar, Nicaragua, Honduras und Tanzania informieren und erfährt jeweils, wo sie sich befinden, wem sie gehören und wie viele Personen dort arbeiten. Zumeist handelt es sich um sozial orientierte Kleinunternehmen. 5/5
Zutatenqualität
Wie bereits erwähnt, stehen die Schokoladen unter dem Leitsatz, nur drei Zutaten zu benötigen, entsprechend übersichtlich lesen sich die Zutatenlisten - zu Kakao, Kakaobutter und Zucker gesellen sich jeweils nur die für die jeweilige Geschmacksrichtung erforderlichen Zutaten also etwa Mandeln oder Meersalz. Die Geschmackszutaten stammen zumeist aus Portugal. Soweit ich es sehen kann, sind alle Sorten vegan. 10/10
Preis / Leistung
Die Schokoladentafeln kosten jeweils 8,50 Euro für 60 Gramm, was einen 100-Gramm-Preis von etwas über 14 Euro ergibt. Kein Schnäppchen also, aber eben auch eine nachhaltige Schokolade mit hohem Kakaoanteil aus nachhaltigem Anbau. 3/5
Geschmack
Meine Test-Sorten waren zwei Tafeln mit Extrazutaten, nämlich eine mit gefriergetrockneten Himbeeren und eine mit Kaffeebohnen, Hafer und Kakaonibs.
Die Sorte "Coffee, Oats & Nibs" schmeckte mir viel besser als ich erwartet hatte, da die Haferflocken ihr eine Milchnote verleihen - in der Beschreibung steht, es handele sich um einen Oat Latte in Schokoladenform, und das stimmt aus meiner Sicht. Die Nibs machen zudem die Textur interessanter. 12/15
Die "Raspberry" kann im Vergleich nicht ganz mithalten, denn dunkle Schokoladen mit Himbeere kannte ich bereits, und diese schmeckte nicht wirklich anders - dennoch eine solide und leckere Schokolade. 10/15
Gesamturteil
24 von 30 Punkten erreicht Glad auf der neutralen Bewertungsskala - Punkte musste ich eigentlich nur bei der Originalität streichen, aber so sind die Regeln nun einmal. Inklusive Geschmack erreicht die "Raspberry" somit 34 und die "Coffee, Oats & Nibs" 36 von maximal 45 Punkten.
Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking!
Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.





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