Der große Schokoladentest (125): Moser-Roth


Die Tafelschokoladen von Moser-Roth gibt es schon seit 2007 bei Aldi zu kaufen. Es handelt sich eigentlich um eine traditionelle deutsche Schokoladenmarke, die aber nur noch dem Namen nach existiert - die heutigen Schokoladen werden von der Firma Storck hergestellt, die ja eigentlich eher für Massenware (Dickmanns, Toffifee, Merci Schokolade) als für hochwertige Edel-Süßigkeiten bekannt ist. Bei Aldi wird die Schokolade als günstige Alternative zu Lindt positioniert, mit teils ziemlich exakten Produktkopien (etwa der Lindor-Kugeln). 


Zum Produkt

Die regulären Moser-Roth-Schokoladen in der Vollmilch- und Zartbittervariante kenne ich schon lange und finde sie ehrlich gesagt ganz lecker, allerdings habe ich sie auch schon seit vielen Jahren nicht mehr gekauft. Es gibt aber immer wieder "Sonderkollektionen", und vor einer Weile lachte mich bei Aldi eine Auflage der Schokoladen an, die als "bio" ausgezeichnet waren und das Fairtrade-Siegel trugen. Das fand ich interessant, also soll es heute um diese Schokoladen gehen.


Originalität

Wie erwähnt, ich verstehe die Marke als günstige Alternative zu Lindt (und Konkurrenz der "J.D. Gross"-Schokoladen von Lidl), da gehört Originalität sicherlich nicht zum Markenkonzept. Die Taktung von limitierten "Sonderprodukten" dürfte, zumindest gemessen am viel kleineren Basissortiment, allerdings deutlich dichter sein als beim Vorbild. Aktuell befindet sich beispielsweise eine dunkle Schokolade mit der Geschmacksrichtung Ingwer-Limette im Sortiment. 3/10


Nachhaltigkeit

Die reguläre Schokolade der Marke dürfte hier eher schlecht abschneiden - die Website von Storck gibt allerdings zumindest an, dass der Kakao, der aus Westafrika bezogen wird, nach Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert oder verifiziert sei und man anstrebe, das für 100 Prozent des eingekauften Kakaos sicher zu stellen. 

Die Bio-Tafeln weisen neben dem Biosiegel auch das Fairtrade-Logo auf. Außerdem scheinen sie auch gar nicht von Storck produziert worden zu sein, als Hersteller ist auf der Packung Libeert SA aus Comines in Belgien aufgeführt. Auch hier handelt es sich um ein Unternehmen, dessen Nachhaltigkeitsbemühungen ich als "so mittel" einschätze - aber die Siegel muss ich für meine Wertung akzeptieren. 5/5


Zutatenqualität

Bei den Zutaten merkt man durchaus einen Unterschied zu den Qualitätsherstellern, die ich normalerweise vorstelle. Hier die Zutatenliste der Sorte "Himbeere": 

Kakaomasse, Zucker, Kakaobutter, mageres Kakaopulver, 1% gefriergetrocknete Himbeerstücke, Emulgator: Lecithine (Soja), natürliches Himbeeraroma. Bitterschokolade: Kakao: 60% mindestens. Kann Spuren von Weizen, Gerste, Roggen, Milch, Eiern, Mandeln, Haselnüssen, Pekannüssen, Macadamianüssen und Pistazien enthalten.

Für eine so dunkle Schokolade erscheint mir ein Kakaoanteil von 60% eher niedrig, stutzig macht mich außerdem das "magere Kakaopulver" und natürlich das Himbeeraroma. Und warum können derart viele "Fremdzutaten" enthalten sein, machen die Hersteller denn ihre Maschinen niemals sauber? 8/10


Preis / Leistung

Peinlich aber wahr: Ich weiß nicht mehr, was die Schokoladen gekostet haben (und aktuell gibt es sie nicht zu kaufen)! Die "normalen" Schokoladen der Marke kosten etwa 2 Euro, für die Bioversion veranschlage ich daher 3. Das ist im Rahmen meiner Reihe natürlich ein Spottpreis. 4/5





Geschmack

Ich hatte wie immer zwei Tafeln zum Testen: eine dunkle Schokolade mit getrockneten Himbeeren und eine Milchschokolade (37% Kakaoanteil) mit Haselnüssen. Die Himbeerschokolade empfinde ich als zu penetrant himbeerig, da wäre weniger mehr gewesen. 8/15

Die Nussschokolade schmeckt wie eine völlig normale Schokolade dieser Geschmacksrichtung, also tendenziell gut, aber nicht sonderlich spannend. Die enthaltenen Nuss-Stückchen sind sehr klein. Auch wenn ich es grundsätzlich zu schätzen weiß, wenn die "Extrazutaten" gut verteilt sind, mag ich doch gerade Haselnüsse am liebsten ganz. 9/15


Gesamturteil

Die Bio-Schokoladen vom Moser-Roth erreichen in den Grundkategorien 20 von maximal 30 Punkten, inklusive Geschmacksurteil ergibt das für die Sorte Himbeere 28 und die Sorte Haselnuss 29 von maximal 45 Punkten.

Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking!     


Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.


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