Vielleicht ist es jemand aufgefallen: Im Juni gab es hier keinen Monatsrückblick. Vor einem Monat befand ich mich bereits auf unserer Namibiareise und hatte dort wenig Zeit zu bloggen - und auch zu lesen: Anders als bei der Islandreise 2025 habe ich aber immerhin überhaupt mal mein Buch zur Hand genommen. In Namibia wird es dank Äquatornähe nämlich früh dunkel, so dass abends in den Unterkünften mehr Zeit übrig blieb als in Island, wo es im Sommer quasi immer hell war und wir manchmal abends bis 22 Uhr auf Besichtigungstour waren. Dennoch: Ich habe nur ein paar Seiten gelesen.
Vor und nach der Reise las ich Stone & Sky von Ben Aaronovitch, den sage und schreibe 10. Roman der Reihe. Es ist nun definitiv an der Zeit, dass ich mit den "Rivers of London"-Büchern noch einmal von vorne anfange, was nicht nur an meinem schlechten Gedächtnis liegt, sondern auch daran, dass sich deren Veröffentlichung mittlerweile über 15 Jahre erstreckt - das ist einfach viel Text in ebenso viel Zeit, und hinzu kommen noch die Kurzgeschichten und Comics.
In Stone & Sky ist beispielsweise mehrfach von einem Drachen die Rede (genauer gesagt geht es um einen "Wyvern", für den es denke ich keine deutsche Übersetzung gibt - es handelt sich um einen Drachen mit zwei Beinen und zwei Flügeln - übrigens auch George R.R. Martins bevorzugte Drachenform) - und zwar so, als sei dieser bereits vorgekommen. Ich zermarterte mir das Hirn, weil ich mich partout nicht daran erinnern konnte und erkannte letztlich, dass der Wyvern aus einem Comic stammt, den ich noch gar nicht kenne. Auch sonst komme ich bei Figuren und deren Erwähnung aber immer wieder ins Straucheln - und das auch, wenn ich das besagte Buch bereits gelesen habe.
Die Handlung dieses neuesten Romans spielt in Aberdeen: Quasi alle aus vorausgegangenen Teilen bekannten Figuren reisen gemeinsam nach Schottland: Nightingale, Dr. Walid und Peter wollen einen mysteriösen Panther finden, Beverly und die Zwillinge mit Peter Urlaub machen, Abigail wird mitgenommen, um sie vom Tod ihres Bruders abzulenken, Peters Eltern kommen mit, weil sein Vater und dessen Band einige Auftritte in der Stadt haben.
Die Handlung der Geschichte ist stark zwischen den verschiedenen Figuren aufgeteilt und wird abwechselnd von Peter und Abigail erzählt - wobei nur der Leser dadurch die gesamte Geschichte erfährt. Es geht um - der deutsche Titel des Romans spoilert das gleich im Titel - Meerjungfrauen und auch andere menschenähnliche Meeresbewohner, einen geldgierigen Ölkonzern und einen bösen Magier.
Mir hat an der Geschichte gut gefallen, dass Abigail und den Füchsen (sie hat "ihre" Füchsin Indigo dabei und lernt vor Ort weitere kennen) viel Erzählraum eingeräumt wird - alles, was mit den Füchsen zu tun hat, bereitet mir immer große Freude. Ein Höhepunkt war für mich der recht unbedeutende Handlungsstrang, in dem die Füchse eine ihnen bekannte Tierärztin aufsuchten und dort stolz ihre gepflegten Zähne zeigten.
Ich habe den Eindruck, dass Aaronovitch nicht viel einfällt, das er zu Peters und Beverlys Kindern erzählen könnte (weshalb auch Peter zu ihnen recht distanziert zu sein scheint) - dafür bekommt Beverly selbst immerhin eine tragende Rolle in der Geschichte, was ich wiederum gut fand. Ein alles in allem unterhaltsamer Roman.


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