Gelegentlich kommt in diesem Blog zur Sprache, dass ich die Serie Buffy The Vampire Slayer mehr als nur ein bisschen gut fand. In den sp...

Neulich als ich Promis bei Instagram folgte (1)


Gelegentlich kommt in diesem Blog zur Sprache, dass ich die Serie Buffy The Vampire Slayer mehr als nur ein bisschen gut fand. In den späteren Staffeln, und später auch einmalig im Spin-Off Angel, war Tom Lenk in der Rolle des Andrew dabei. Zunächst war er ein verhinderter Bösewicht, wurde dann aber recht schnell zum nützlichen Sidekick umgeschult.


Lenk erlitt das Schicksal vieler der begabten Schauspieler aus der Serie: Hinterher kam nicht mehr viel. Beziehungsweise, eigentlich bin ich nicht in einer Position, beurteilen zu können, wie erfolgreich der Schauspieler heutzutage ist. Zumindest sieht man ihn aber nicht mehr in bekannten Serien.


Auf Instagram dagegen ist Lenk aktuell auf dem Höhepunkt seines Ruhms: Irgendwann begann er, Celebrityfotos mit einfachsten Mitteln nachzustylen. Das meiste, das er in seinen Promi-Look-Kopien trägt, ist nicht einmal aus Stoff: Er arbeitet mit Papier, Folie, Kartons, Tischdecken und Partybedarf.


Hauptsächlich sind die Lenk-Kopien natürlich als Persiflage zu sehen, als Parodie von völlig übertriebenen und noch dazu absurd teuren Designerklamotten, die schon im Original lächerlich aussehen. Dennoch schwingt manchmal durchaus auch Ehrerbietung mit, und manche der Papp- und Plastikkopien sehen am Ende selbst ganz schön stylish aus. Na ja, nicht alle.


Das erklärt wohl die Tatsache, dass das schwedische Designerlabel ACNE Lenk kürzlich in Kopien seiner aktuellen Herbstkollektion über den Laufsteg schickte und aktuell weltweit seine Schaufenster mit Tom Lenk-Pappaufstellern ausstattet - und sich damit einerseits selbst auf die Schippe nimmt, andererseits aber eben auch zeigt, dass die eigenen Entwürfe selbst im Nachbau aus Haushaltsmaterialien immer noch etwas hermachen.


Lenks Buffy-Vergangenheit kommt beim #LenkLewkForLess übrigens auch gelegentlich zu Tage (tatsächlich wurde ich auf seinen Feed nur aufmerksam, weil Sarah Michelle Gellar empfehlend auf ihn verlinkte).

Außerhalb des Buffyversums ist er aber nicht der einzige, der sich mit Instagram-Parodien selbst zur Celebrity mache - in den nächsten Tagen zeige ich noch zwei Beispiele.

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Wir kommen zum heutigen Sendeschluss. Das letzte Wochenende war ein trauriges: Neben dem 1. Advent wäre nämlich auch ein Wohnzimmerkonz...

Sendeschluss: And The Golden Choir - How To Conquer A Land


Wir kommen zum heutigen Sendeschluss. Das letzte Wochenende war ein trauriges: Neben dem 1. Advent wäre nämlich auch ein Wohnzimmerkonzert bei mir Zuhause angesetzt gewesen, das dann aber abgesagt wurde. Falls jemand einen Haufen winziger runder Pumpernickel brauchen kann (die in Finger Food verwandelt worden wären), bitte melden...

Im Gespräch für ein Wohnzimmerkonzert war auch schon diese "Band" hier, And The Golden Choir mit dem einzigen festen Mitglied Tobias Siebert. Auch wenn es bislang noch nicht geklappt hat, stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt - vielleicht wird 2018 ja das Jahr, in dem wir ein Wohnzimmerkonzert veranstalten, bei dem der Künstler einen Plattenspieler und ein halbes Wohnzimmer dabei hat? So war das nämlich in der Vergangenheit bei And The Golden Choir-Konzerten - die Zeiten, in denen live dann doch eine echte Band dabei war, sind offenbar erst einmal Vergangenheit.

Das 2. Album "Breaking With Habits" erscheint am 2. Februar.





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In meinem Haushalt gilt für mich die Regel, dass ich ab November bis Weihnachten nichts mehr für mich kaufen soll, um nicht eventuellen W...

Gekauft: November 2017


In meinem Haushalt gilt für mich die Regel, dass ich ab November bis Weihnachten nichts mehr für mich kaufen soll, um nicht eventuellen Weihnachtsgeschenken in die Quere zu kommen. Umgekehrt wurde nie eine derartige Regel aufgestellt, weshalb sich das diesjährige Black Friday-Shopping quasi komplett auf meinen Freund konzentrierte. Der Onlineshop der Bekleidungsmarke Pretty Green (dem Label von ex-Oasis Liam Gallagher) macht seine ehrlich gesagt reichlich überteuerten Waren nämlich alljährlich am Thanksgiving-Wochenende um 30 Prozent billiger.


Ehrlich gesagt könnte ich mich in den Hintern beißen, weil ich nicht von selbst dort geschaut hätte, denn damit wären sämtliche Weihnachtsgeschenksorgen in Bezug auf meinen Freund bereits vom Tisch. So entdeckten wir aber gemeinsam, dass Pretty Green aktuell eine Beatles-Kollektion am Start hat, was für einen Gallagher- und Beatles-Fan natürlich mehr als interessant ist. Gut, die Gehröcke, der Sgt. Pepper Blazer, die Paisley-Krawatte und die Streifenhosen erfordern einen gewissen modischen Mut. Wer es ganz diskret mag, entscheidet sich für quasi einfarbige Hemden, die lediglich einen sehr diskreten Beatles-Schriftzug aufweisen, sowie Notenschrift auf der Innenseite der Manschette... Oder für eine Jeans, die einfach eine normale Jeans ist...


Die von meinem Freund gewählten Stücke liegen hinsichtlich der Extravaganz etwa im Mittelfed, es handelt sich erstens um einen Parka, der diverse Beatles-Elemente aufweist, und zweitens um ein ausgesprochen blumiges Hemd, das zwischen seinen Blüten auch Songzeilen sowie den Bandnamen verbirgt. Außerdem suchte er sich aus der regulären (Nicht-Beatles)-Kollektion noch eine Regenjacke aus.


Die Kleidungsstücke wurden mittlerweile schon geliefert und anprobiert, aber noch ist nicht final entschieden, ob auch alles behalten wird. Auch mit 30 Prozent Rabatt sind Liams Klamottenpreise nämlich ganz schön heftig.


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Im November sah ich einmal mehr einen Marvel-Film, nämlich Thor - Tag der Entscheidung , der schon einmal in jedem Fall den Jahressieg fü...

Gesehen: November 2017


Im November sah ich einmal mehr einen Marvel-Film, nämlich Thor - Tag der Entscheidung, der schon einmal in jedem Fall den Jahressieg für die dämlichste Titelübersetzung errungen hat. Man kann sicherlich fast jedem Film den Untertitel "Tag der Entscheidung" geben, irgendetwas wird schon entschieden werden. Im Original lautet der Untertitel Ragnarok, warum konnte man das für Deutschland nicht einfach beibehalten?

In dem Film hat Thor wenig zu lachen: Zunächst versucht er, durch den Kampf mit einem Feuerdämon seine Heimat Asgard zu retten, dann erfährt er, was die Zuschauer bereits seit dem Ende des letzten Teils wussten: Sein Bruder Loki lebt noch und regiert den Heimatplaneten, indem er so tut, als sei er Odin.

Odin dagegen lebt unerkannt auf der Erde, wird dort von seinen Söhnen aufgespürt und enthüllt, dass er vor ihnen auch eine Tochter hatte, mit der gemeinsam er ein riesiges Reich eroberte - die er aber wegen ihrer Brutalität verbannte. Mit Odins unmittelbar bevorstehenden Tod kommt Hela, die Göttin des Todes, wieder frei und wird versuchen, Asgard zurück zu erobern. Das geschieht dann auch quasi sofort, wobei Thor und Loki ihrer Schwester im ersten Kampf völlig unterlegen sind.

Der Rest des Films dreht sich dann um die Vorbereitung der nächsten Schlacht gegen Hela und den Versuch, Asgard und dessen Einwohner zu schützen - und natürlich die Begegnung selbst. Mit dabei ist auch der Hulk, den Thor in einer Art Gladiatorenarena wieder trifft, und der sich seit Jahren nicht mehr zurück in Bruce Banner verwandelt hat (dass der Hulk mittlerweile sprechen kann, ist unter Fans anscheinend eine umstrittene Entwicklung).

Der dritte Thor-Film versucht dabei, lustiger als seine Vorgänger an seine Handlung heranzugehen, und tatsächlich musste ich - obwohl Thor selbst wie erwähnt eigentlich wenig Grund zur Heiterkeit hat - mehrmals lachen. Insgesamt gutes Popcorn-Kino, dessen Stil sichtlich vom Erfolg der ebenfalls humorvollen Guardians of the Galaxy-Filme beeinflusst wurde.

Im Kino wurden wir übrigens auf geradezu skandalöse Weise belogen, denn der Film hat, wie es bei Marvel nicht ganz selten ist, sowohl eine Mid-Credit-Scene als auch eine Post-Credit-Scene. Nach erstgenannter hatten bereits alle Zuschauer außer uns den Saal verlassen, während wir noch geduldig auf das Ende des wirklich endlosen Nachspanns warteten. Die junge Mitarbeiterin, die am Ausgang die 3-D-Brillen einsammelte, sagte uns dann, es gebe keine weitere Szene, was, wie ich direkt im Anschluss ergooglete, nicht der Wahrheit entsprach. Man kann einfach niemand mehr vertrauen heutzutage.

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Im November hörte ich das neue Buch von Paula Hawkins, Into The Water.  Die Autorin schaffte es, mit ihrem Debütroman Girl On The Train ...

Gelesen: November 2017


Im November hörte ich das neue Buch von Paula Hawkins, Into The Water. Die Autorin schaffte es, mit ihrem Debütroman Girl On The Train einen Bestseller zu landen, wobei "Debütroman" nur halb richtig ist - unter dem Pseudonym Amy Silver hatte die Britin bereits fünf Romane veröffentlicht.

Wenn man bereits mit dem ersten Roman (zumindest im Thriller-Genre ist er tatsächlich der erste) so großen Erfolg hatte, ist es sicherlich schwer, etwas nachfolgen zu lassen: Man will nicht alles völlig anders machen, aber auch keine Kopfe veröffentlichen.

Dass Into The Water eine Kopie ist, wird niemand dem Buch vorwerfen können. Von Girl On The Train wurde nur übernommen, dass es sowohl unterschiedliche Erzählperspektiven (im Hörbuch von verschiedenen Personen gelesen) als auch mehrere zeitliche Ebenen gibt, wobei letztere, abgesehen von der Gegenwart, keine große Rolle spielen - es ist ohnehin nicht alles, was dem Leser erzählt wird, auch wahr.

Worum es geht: In einem kleinen englischen Städtchen namens Beckford gibt es eine Flussbiegung namens "Drowning Pool", in der im Mittelalter mindestens eine "Hexe" ertränkt wurde, in der Neuzeit stürzen sich hier unglückliche Menschen - ausschließlich Frauen - ins Wasser, um Selbstmord zu begehen. Eine Ortsansässige, die Geschichten um diesen Ort sammelte und als Buch veröffentlichen wollte, ist hier ebenfalls ins Wasser gegangen - oder wurde sie gestoßen?

Kurz vor diesem Todesfall gab es einen weiteren, nicht weniger rätselhaften, bei dem sich ein fünfzehnjähriges Mädchen scheinbar grundlos und ohne Abschiedsbrief das Leben nahm - stehen beide Fälle in Verbindung zueinander? Der ermittelnde Polizist ist selbst Sohn einer Mutter, die einst am selben Ort in den Tod sprang, und seine ihm zur Seite gestellte Kollegin wurde aus London strafversetzt, tritt in diverse Fettnäpfchen und wird von der Dorfbevölkerung mit Argwohn betrachtet.

Into The Water ist definitiv verwirrend: Gerade am Anfang werden massenhaft Figuren eingeführt, und mit fiel es lange Zeit schwer, mir zu merken, wer nun mit wem verwandt war und was ich bereits über diese Figur wusste. Irgendwann schaffte es die Geschichte dann doch, mich zu fesseln, und ich war durchaus neugierig darauf, zu erfahren, wie die diversen Todesfälle stattgefunden hatten.

Insgesamt ist der Roman weniger gut als Girl on the Train, anders als die FAZ würde ich ihn aber durchaus als guten Durchschnitt betrachten.

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Morrisseys Interview mit dem Spiegel in der vorletzten Woche hat hohe Wellen geschlagen, nachdem er darin eine bislang unerreichte Dicht...

Sendeschluss: Morrissey - Jacky's Only Happy When She's Up on the Stage


Morrisseys Interview mit dem Spiegel in der vorletzten Woche hat hohe Wellen geschlagen, nachdem er darin eine bislang unerreichte Dichte von Quatsch-Äußerungen erreichte. Berlin ist übrigens die "Hauptstadt der Vergewaltigungen", wegen der Flüchtlinge (hinterher äußerte Moz auf einer Bühne, er sei mal wieder völlig falsch zitiert worden, aber einmal ehrlich, wer hat zitatetechnisch so viel Pech wie Morrissey?!).

Konzentrieren wir uns also schnell ausschließlich auf Musik und Video. Vor Morrisseys Livekonzerten läuft stets eine Auswahl kurioser Videos, eines davon war lange Zeit Vince Taylors "Whole Lotta Twistin' Goin' On",  von dem Morrisseys neues Video gewissermaßen die Renterversion darstellt. Der Sänger selbst verzichtet dabei auf ein Hemd, während seine Bandmitglieder in hellblauen Anzügen, über die es, wenn ich ihre Gesichtsausdrücke richtig deute, sicherlich Diskussionen gab, Schrittchen nach links und nach rechts machen. Morrisseys langjähriger Gitarrist und Weggefährte Boz Boorer hat dabei größere Schwierigkeiten mit den gelegentlichen Drehungen...

Immerhin mal wieder ein Video, das ich verstehe, und dank Interview kann ich auch definitiv ausschließen, dass die "Exit! Exit"-Rufe am Endes des Songs irgendetwas mit dem Brexit zu tun haben. Tun sie nicht.

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Wer klug verhandelt, stellt erst einmal eine Maximalforderung, bei der absehbar ist, dass sie nicht durchgesetzt werden kann. Mit dem näc...

Neulich bei der Alternative: Andrea Schroeder im Offenbacher Hafen 2


Wer klug verhandelt, stellt erst einmal eine Maximalforderung, bei der absehbar ist, dass sie nicht durchgesetzt werden kann. Mit dem nächsten, etwas vernünftigeren Vorschlag kommt man dann beim Verhandlungspartner, der ja auch nicht alles abblocken kann, schon besser voran. So ähnlich lief das gestern bei mir Zuhause, denn obwohl die Meinungen zur Musik der deutschen Sängerin Balbina in meinem Haushalt gelinde gesagt geteilt sind (Ich: Furchtbar, mein Freund: Gut), hörte mein Freund einfach nicht damit auf, vorzuschlagen, gemeinsam zum Konzert in der Frankfurter Brotfabrik zu fahren.

Die Alternative, die er in petto hatte: Andrea Schroeder in Offenbach. Die Musik der deutschen Sängerin erinnert teilweise frappierend an Nick Cave und klingt somit recht gut, also nahm ich diesen Vorschlag letztlich an - nicht ohne eine gewisse Sorge auf der Autobahn, vielleicht doch noch zu Balbina entführt zu werden. Aber wir fuhren ohne Zwischenfälle durch bis Offenbach, wo wir die Zeit bis zum Einlass noch im recht schönen Café des Hafen 2 verbrachten.


Im Saal zeigte sich dann, was wir anhand der Facebook-Zusagen (11) bereits befürchtet hatten: Das interessierte Publikum hielt sich in Grenzen, insgesamt waren um die 50 Leute gekommen, vielfach im fortgeschrittenen Alter - wir konnten uns daran erfreuen, eher zu den jüngeren Besuchern zu zählen. Um die Gäste etwas zu verteilen, waren Stühle und Sitzwürfel verteilt worden. Im Laufe des Konzertes zeigte sich zudem, dass die meisten Besucher offensichtlich gezielt erschienen waren, denn ihre Begeisterung und Andächtigkeit beim Zuhören waren durchaus groß.


Auf Frau Schroeders Facebookseite kann man die Mitglieder ihren Band nachlesen. Sollte dieses Lineup noch aktuell sein, waren in Offenbach zwei Musiker nicht dabei. Ihre Band bestand aus Jesper Lehmkuhl und Jakob Kolkur an der Gitarre, Dave Allen am Bass und Maurizio Vitale am Schlagzeug, auch ein Soundmann namens Jan wurde vorgestellt. Andrea Schroeder selbst spielte bei allen Liedern ein indisches Harmonium, das sie einmal (bei "Ghost Ship") gegen dessen kleinere Version, die Shrutibox, eintauschte (erkannt hätte ich diese Instrumente nicht, sie wurden glücklicherweise erläutert). Anscheinend wurden beide Instrumente auch von Nico gespielt, einer weiteren Musikerin, die einem bei Schroeders tiefer Singstimme in den Sinn kam.


Schroeders neuestes Album Void ist 2016 erschienen, ihr letzter Besuch in Offenbach war 2014. Die Song-Zusammenstellung setzte sich aus diesem (sieben Lieder) und den Vorgängern Where The Wild Oceans End (auch sieben) und Blackbird (vier) zusammen. Nur das als erste Zugabe gespielte "Schatten" ist auf keiner dieser Veröffentlichungen zu finden.

Die deutschsprachigen Lieder - neben "Schatten" gab es auch "Helden", eine Coverversion von David Bowies "Heroes", sowie "Kälte" zu hören - gefielen uns auch am besten, zudem fiel uns hierzu eine weitere Referenz ein: Frau Schroeder hätte auch ganz gut das Titellied "Zu Asche, zu Staub" der Fernsehserie Babylon Berlin darbieten können, an Stelle der Schauspielerin Severija Janušauskaitė.


Neben den deutschen waren es auch die etwas krachigeren Lieder, die unseren besonderen Gefallen fanden, etwa "Burden", "Void", "The Spider" und "Drive Me Home". Die vielen ruhigen Songs dazwischen waren alles andere als schlecht, aber einander vielleicht einen Tick zu ähnlich. Beim Publikum kam sicherlich - neben "Helden" - "Ghosts of Berlin" am besten an.


Etwas schade war, dass sehr wenig gesprochen wurde. Beispielsweise ist das Lied "Was Poe Afraid" die Vertonung eines Gedichtes von Charles Plymell - so viel verriet uns die Sängerin. Aber es wäre auch spannend gewesen, zu erfahren, was sie dazu bewegt hat, ausgerechnet dieses Gedicht zu einem Lied zu machen, oder auch ein paar Erklärungen oder Einleitungen zu anderen Liedern zu bekommen. 

Das Offenbacher Publikum bekam noch drei Zugaben, wobei Schroeder für "Schatten" zunächst allein auf die Bühne zurückkehrte. Zuletzt hörten wir "als Gute Nacht-Lied aus Tradition" "Walk Into The Silence".


Wie es mir bei Balbina gefallen hätte, werde ich hoffentlich nie erfahren. Andrea Schroeder bereitete ihrem Publikum einen schönen musikalischen Abend, der nur an manchen Stellen allzu ruhig ausfiel.

Setliste:

Dead Man's Eyes
Black Sky
Until the End
Was Poe Afraid 
Burden
Void
Don't Wake Me 
Endless Sea 
Wild Oceans End 
Kälte
Ghost Ship 
Ghosts of Berlin 
Wrap Me in Your Arms
Blackbird
The Spider 
Drive Me Home 

Schatten  
Helden 
Walk Into the Silence  

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Da habe ich ja wieder Glück gehabt: in derselben Woche, in der mich die guten Erdmöbel durch eine Weihnachts-Kooperation mit der mir we...

Sendeschluss: OK Go - Obsession


Da habe ich ja wieder Glück gehabt: in derselben Woche, in der mich die guten Erdmöbel durch eine Weihnachts-Kooperation mit der mir weit weniger angenehmen Judith Holofernes in Gewissenskonflikte hinsichtlich Blog-Verwertung stürzten, hauten OK Go, bei denen man nach jeder Video-Granate annimmt, dass ihnen JETZT doch wirklich einmal wirklich die Ideen ausgehen müssten, wieder einen Kracher raus. Die Nutzung von Druckern zur Videogestaltung klingt erst einmal so mittelspannend, aber seht selbst...





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Noch eine Neuentdeckung im Supermarkt: Vivera. Die niederländische Firma existiert schon seit 25 Jahren und hat auf ihrer deutschen Homep...

Fleischeslust: Schnitzel von Vivera


Noch eine Neuentdeckung im Supermarkt: Vivera. Die niederländische Firma existiert schon seit 25 Jahren und hat auf ihrer deutschen Homepage ein riesiges Sortiment vegetarischer Ersatzprodukte, die teils auch niederländische Verpackungsfotos haben - der Markteintritt in Deutschland ist anscheinend noch nicht so lange her. Die Produkte basieren teils auf Soja- und Weizeneiweiß, teils auch auf Lupineneiweiß.

Zum Testen kauften wir uns das vegetarische Schnitzel mit 57 % Lupinenprotein, das wegen seines Hühnereiweißgehalts vegetarisch, aber nicht vegan ist. Außerdem wanderte das "Krosse Schnitzel - nach Hähnchenart" in den Einkaufswagen. Dieses enthält 57 % Soja und Weizenprotein und keine tierischen Zutaten.


Auch als Freundin vegetarischer Fleischersatzprodukte finde ich es grundsätzlich immer etwas albern, wenn versucht wird, bestimmte Fleischarten nachzuahmen. Meiner Erfahrung nach wird ein vegetarisches Hähnchenschnitzel doch sehr ähnlich zu einem vegetarischen Schweineschnitzel schmecken, was ja auch nicht verwundert, wenn weder Hähnchen noch Pute enthalten ist.

Diese Meinung konnte ich gleich auf den Prüfstand stellen, indem wir beide Produkte - vom Lupinenschwein und vom Sojahuhn - parallel testeten.


Das "Hähnchenschnitzel" war etwas kleiner als sein Lupinen-Konkurrent und somit dicker, denn jedes Schnitzel wog identische 100 Gramm. Auf dem Teller schmeckten dann beide... gut! Wie erwartet ließen sich konkrete Tierarten nicht feststellen (was ja ehrlich gesagt auch ein bisschen beunruhigend wäre), die beiden Produkte schmeckten aber auch nicht identisch. Mein Freund bevorzugte das größere, flachere Lupinenschnitzel, ich fand beide gleich gut.

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Langsam werde ich ja der Tatsache müde, hier ständig wie eine Idiotin zu den geposteten Sendeschluss-Videos zu wiederholen, dass ich sie ...

Sendeschluss: alt-J - Pleader


Langsam werde ich ja der Tatsache müde, hier ständig wie eine Idiotin zu den geposteten Sendeschluss-Videos zu wiederholen, dass ich sie nicht verstanden habe. Leider ist aber auch die neue alt-J-Single so ein Fall.

Dabei denke ich, dass ich die Handlung des sehr gut gemachten Kurzfilms durchaus begriffen habe. Eine zurückgezogene Gemeinschaft von Bergarbeitern in Wales (sehr schöne Landschaftsaufnahmen!) lebt so vor sich hin. Man beschließt, der Grund wird nicht klar, dass ein Kind geboren werden muss, und eine Frau, die grundsätzlich mit jemand anderem verheiratet ist, schläft daraufhin unter Kenntnis aller Dorfbewohner mit einem der Bergarbeiter, wird auch prompt schwanger und zieht den Sohn, dessen Geburt ausführlich gezeigt wird,  mit ihrem Mann groß. Wenige Jahre später wird das Dorf von einer Lawine zerstört, alle Einwohner bis auf den Jungen kommen ums Leben. Der Waise kommt in ein Heim, wo es ihm nicht sonderlich gut ergeht, und singt dort im Chor. Ende.

Angeblich war die Arbeitsanweisung für das Video
"A Welsh mining love story; A tidal wave of earth.” What Isaiah came back with was an epic short-film inspired both by the song’s source material and Tarkovsky’s The Sacrifice. A family must pit their desire to have a child against the knowledge that this would destroy their community"
Der Verweis auf den Film The Sacrifice hilft verständnistechnisch übrigens auch nur bedingt weiter, denn dessen Handlung ist laut Wikipedia nicht unbedingt leicht nacherzählbar. Letztlich ist der Protagonist des Films bereit, alles aufzugeben, um die Zeit um einen Tag zurückdrehen zu können, was wohl auch gelingt. Also geht es im Video wohl auch um "alles aufgeben", was die Lawinenkatastrophe auslöst. Aber wer hat das beschlossen, und aus welchem Grund?

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Seit fünf Jahren lebe ich in einem Haus, das damals neu gebaut war und folglich über ein zeitgemäßes Bad verfügt. Das bringt einem bei de...

Neulich im Wes Anderson Film: Bäder im Westerwald


Seit fünf Jahren lebe ich in einem Haus, das damals neu gebaut war und folglich über ein zeitgemäßes Bad verfügt. Das bringt einem bei der Suche nach einem eventuellen Kauf-Haus häufig in Konflikte, denn auch relativ neue Häuser stellen häufig keine Verbesserung der Wohnsituation dar. Ganz kurios wird es aber, wenn man sich Häuser und insbesondere Bäder aus den 60er und 70er Jahren bei Immoscout ansieht und sich dabei gleich in einen Wes Anderson-Film versetzt fühlt: Im Grunde sind manche dieser Räume richtig cool! Hier meine Top 5 der kürzlichen Recherchen:

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So weit alles ganz normal... Vor etwa sieben Jahren zog ich durchaus gelegentlich im Alltag hohe Schuhe an. Mit der Zeit gewöhnte ich m...

Neulich als ich wieder hohe Absätze trug

So weit alles ganz normal...

Vor etwa sieben Jahren zog ich durchaus gelegentlich im Alltag hohe Schuhe an. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an Absatzhöhen um die sieben Zentimeter, darüber wurde es schon schwieriger. Dennoch kaufte ich immer wieder Absatzschuhe, weil ich sie einfach schön fand.

Kürzlich fiel mir allerdings auf, dass mein prall gefüllter Schuhschrank im Widerspruch zu der Tatsache steht, dass ich mittlerweile immer dieselben wenigen Paare trage - meistens handelt es sich um Sneakers. Seit ich jeden Wochentag zum Bahnhof laufe, lege ich größeren Wert auf bequemes Schuhwerk, das auch ein gewisses Tempo zulässt - ein verpasster Zug ist nun einmal schlimmer als eine verpasste U-Bahn, bei der fünf Minuten später die nächste kommt. Und wenn man erst aus dem Training ist, machen High Heels ohnehin wenig Spaß.

Diverse Male nahm ich mir vor, zumindest diejenigen vernachlässigten Schuhe, die keine hohen Absätze hatten, es aber dennoch irgendwie nie in die reguläre Auswahl schafften, öfter anzuziehen. Stets erwies sich aber bei der Umsetzung, dass meine Nichtbeachtung durchaus begründet gewesen war - auch flache Schuhe können extrem unbequem sein. Letzte Konsequenz: In den letzten Wochen habe ich acht Paar Schuhe bei eBay eingestellt.

Nachdem der Schuhschrank nun wieder mehr Platz aufweist, erinnerte ich mich plötzlich an eine Werbung der deutschen Schuhmarke Tamaris, die ich Monate zuvor im Netz gesehen hatte: Unter dem Label "Heart & Sole" behauptet man, den bequemen Absatzschuh erfunden zu haben. Da ich mein Leben nun doch nicht komplett in Sneakers verbringen möchte, sah ich mir die diversen Modelle an und bestellte mir schließlich aus Neugier eines.

... aber mit ungewöhnlich dicker, herausnehmbarer Innensohle

Den Bewertungen im Online-Shop hatte ich bereits entnommen, dass die patentierte Innensohle, die zum gesteigerten Tragekomfort führen soll, viel Platz benötigt, was wiederum dazu führt, dass die Schuhe recht klein ausfallen. Deshalb bestellte ich mir gleich zwei Größen, was aber nicht wirklich half: In meiner normalen Schuhgröße sitzen die Pumps durchaus stramm, eine Nummer größer ist der Schuh aber zu lang, was bei High Heels das Gehen mehr oder wenig unmöglich macht - man kann nicht stöckeln und gleichzeitig hinten aus seinem Schuh herausschlappen.

Die wichtigere Frage ist aber natürlich die nach der Bequemlichkeit. Tatsächlich führt die Innensohle dazu, dass sich der Fuß gut gepolstert anfühlt. Ich würde sagen, dass diese Absatzschuhe durchaus bequemer sind als ähnlich hohe reguläre Modelle - Wunder sollte man aber, wer hätte es gedacht, natürlich nicht erwarten.

Für mich sind die Schuhe hoffentlich ein Anreiz, es doch wieder häufiger mit den in meinem Schrank noch vorhandenen höheren Schuhen zu versuchen, quasi als Trainingsmodell. Den Weg zum Bahnhof werde ich aber wohl nie in Pumps zurücklegen.

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Vor eineinhalb Jahren fragten wir bei der Band Hundreds an, ob sie nicht ihr akustisches Set in unserem Wohnzimmer vortragen könnten. Der...

Sendeschluss: Hundreds - Flume


Vor eineinhalb Jahren fragten wir bei der Band Hundreds an, ob sie nicht ihr akustisches Set in unserem Wohnzimmer vortragen könnten. Der Booker antwortete, Hundreds hätten zu viel Equipment, um in dieser Umgebung aufzutreten, er hätte aber Missincat im Angebot. Wir hörten uns die Musik der in Berlin lebenden Italienerin an, waren überzeugt und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Generell wusste ich also, dass sich beide Acts vermutlich kennen, dennoch war ich überrascht, als Missincat vorgestern in meinem Instagram-Feed auftauchte - weil sie gemeinsam mit Wallis Bird Hundreds bei einer Akustikversion von "Flume" (im Original von Bon Iver) unterstützt hat.

Das Lied erscheint demnächst auf der "Wilderness Akustik Edition" gemeinsam mit "Un-unify", "Spotless", "Black Sea" und "Lily - ausschließlich auf Vinyl und in meinem Haushalt selbstverständlich bereits vorbestellt.





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Letzte Woche gab es, wie jeden November, eine neue Designerkollektion bei H&M. Dieses Mal kooperierte man mit der Luxusmarke Erdem, u...

Gekauft: Oktober 2017


Letzte Woche gab es, wie jeden November, eine neue Designerkollektion bei H&M. Dieses Mal kooperierte man mit der Luxusmarke Erdem, und die im Rahmen der Zusammenarbeit entstandenen, meist blumenverzierten Röcke, Kleider, Schuhe und Taschen gefielen mir durchaus sehr gut - aber bei weitem nicht gut genug, um mir den Tag frei zu nehmen und mich nachts vor einer H&M-Filiale anzustellen. In der Vergangenheit war es noch gelegentlich möglich, auch ein paar Tage nach dem Launch noch das eine oder andere Stück zu ergattern, so erinnere ich mich, dass ich bei Stella McCartney (2005) und Viktor & Rolf (2006) sogar mehrfach in Filialen war, weil nach mehreren Tagen noch Artikel übrig waren. Mittlerweile müsste man schon sehr viel Zeit (oder später bei eBay viel Geld) investieren, um einen Wunschartikel zu ergattern.


Dafür bekam ich im Oktober zum Geburtstag aber Artikel aus einer anderen Designer-Kollaboration zum Geburtstag geschenkt: J.W. Anderson, der Modeblog-Leserinnen durchaus ein Begriff ist, kooperierte mit der japanischen Version von H&M, Uniqlo. Diese Kollektion hat auch ein Motto, sie versucht nämlich, traditionelle britische Kleidungsstücke für das moderne Leben anzupassen. Und so findet man unter den Kleidungsstücken Dufflecoats, gestreifte Schals, Trenchcoats und Cricket-Pullover - allesamt in modernisierten, alltagsgeeigneten Versionen.


Und somit habe ich trotz der Unerreichbarkeit der H&M-Kollektion nun doch ein paar neue "Designerartikel" im Schrank, Juhu!


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Als Sky-Kundin werde ich bereits seit vielen Wochen mit Werbung für die neue Eigenproduktion Babylon Berlin beschossen. Tom Tykwer! Diver...

Gesehen: Oktober 2017


Als Sky-Kundin werde ich bereits seit vielen Wochen mit Werbung für die neue Eigenproduktion Babylon Berlin beschossen. Tom Tykwer! Diverse bekannte Schauspieler! 5000 Komparsen! Jede Folge kostet 2,5 Millionen Euro! Drogen! Nazis! Kommunisten! Wilde Partys!

Am 13. Oktober lief die auf zwei Staffeln ausgelegte Serie dann an, und ich kenne mittlerweile sieben Folgen (die erste Staffel hat acht). Einerseits war ich gespannt gewesen auf die aufwändige Produktion und auch die gegen Ende der Weimarer Republik spielende Handlung, andererseits aber auch skeptisch: Gut umgesetzte historische Geschichten kennt man eben eher aus anderen Ländern, in Deutschland konnte ich mir das nur schwer vorstellen.

Tatsächlich wird Babylon Berlin aber den von Sky selbst verliehenen Vorschusslorbeeren gerecht: Die Handlung ist einerseits spannend (auch wenn die riesige Anzahl agierender Figuren anfangs verwirrt), andererseits wird der historische Zusammenhang interessant, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger dargestellt. Tatsächlich denkt man als Zuschauer des öfteren "Krass, das alles ist extrem kurz vor der Nazizeit", aber es wird auch nicht oberlehrerhaft erzählt, wie das (zumindest laut meinen Phantasiefreunden vom "Kleinen Fernsehballett") offenbar bei der ebenfalls historischen Serie Charité der Fall war, wo jeder historische Zusammenhang quasi mit dem Hammer in den Zuschauer eingeklopft wurde, auf dass dieser auch ja nichts übersah. Und, auch das sollte man erwähnen, die teure Produktion versetzt den Zuschauer überzeugend ins Berlin der späten 20er Jahre.



Soll ich noch etwas zur Handlung erzählen? Gideon Rath ist Polizist und kommt in geheimer Mission nach Berlin, eigentlich soll er nämlich einen Sexfilm, mit dem der Kölner Bürgermeister erpresst wird, finden und verschwinden lassen. Vor Ort wird der junge Mann, der wegen eines Kriegstraumas heimlich Drogen nimmt, aber mit einer anderen mysteriösen Geschichte konfrontiert, die sich um einen Güterzug aus Russland und einen verschwundenen Kommunisten dreht. Zu seiner Helferin wird dabei Charlotte Ritter, die im Polizeipräsidium eigentlich nur Gelegenheitsarbeiten verrichtet, sich aber zur Kriminalistin berufen fühlt.

Nebenbei lernt man diverse Personen kennen, die allesamt Interesse an dem geheimnisvollen Güterzug haben, wobei der Übergang zwischen den "Guten" und den "Bösen" bislang erfreulich unscharf bleibt.

Nicht-Sky-Abonnenten reagierten zum Teil enttäuscht darauf, dass die Serie erst mit erheblicher Verspätung in der ARD laufen wird - dabei hatte diese mit finanziert. Das ist aber auch nicht anders als bei von öffentlichen Sendern mitfinanzierten Kinofilmen - auch diese kann man auch als Gebührenzahler zunächst für Geld im Kino sehen und erst später dann im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

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Aktuell läuft im Kino eine Verfilmung von Jo Nesbøs Krimi Schneemann . Das nahm ich zum Anlass, endlich einmal das Hörbuch zu höre...

Gelesen: Oktober 2017


Aktuell läuft im Kino eine Verfilmung von Jo Nesbøs Krimi Schneemann. Das nahm ich zum Anlass, endlich einmal das Hörbuch zu hören, das ich schon seit Jahren besitze. Damals kaufte ich meine Zuglektüre gerne aus zweiter Hand und auf CD. Mittlerweile bin ich schon lange zu Audible gewechselt, weil es kaum mehr kostet und die Auswahl an englischsprachigen Titeln unschlagbar ist. Noch ein Vorteil von Audible (Nein, die bezahlen mich nicht): Es gibt von den meisten Romanen ungekürzte Versionen.

Meine von CD eingelesene Hörbuchversion von Schneemann dauert gute sieben Stunden. Die ungekürzte Version, die Audible auf Lager hätte, kommt auf 15! Und so verwundert es wenig, dass ich der arg zusammengestutzten Handlung meiner CDs manchmal nicht folgen konnte. Auch das klassische Krimi-Problem, nämlich dass man bei ungewöhnlich häufig erwähnte Nebenfiguren sofort den Verdacht bekommt, dass sie noch wichtig sein könnten, verstärkt sich noch, wenn man davon ausgehen kann, dass jeder weglassbare Satz ausgelassen wurde.

Dann habe ich noch ein Problem mit Jo Nesbø, an dem ich allein selbst schuld bin: Ich kenne mittlerweile die meisten seiner Krimis über den alkoholkranken Polizisten Harry Hole, nur habe ich sie in der völlig falschen Reihenfolge konsumiert. So kannte ich vor Schnemann bereits das Nachfolgebuch Leopard, und auch Koma habe ich bereits angehört. Allzu dramatisch ist das nicht, führt aber dazu, dass ich es zum einen nicht schaffe, mit den diversen Nebenfiguren um Harry, speziell seinen Kollegen bei der Polizei, Schritt zu halten, und zum anderen manche Ergebnisse bereits kannte, wenn ich mich doch einmal erinnern konnte.

Kurz zur Handlung: Eine Ehefrau und Mutter verschwindet spurlos, was über Umwege Harry Hole zu der Erkenntnis führt, dass seit vielen Jahren immer wieder Frauen verschwinden - die es, da nie Leichen gefunden wurden, niemals in die Mordkartei geschafft haben. Alle Verschwundenen haben Ehemänner und Kinder. Die Entführungen ereigneten sich stets, wenn in Oslo der erste Schnee fiel, und es ist bislang niemand aufgefallen, dass im Umfeld der Orte des Verschwindens auch immer ein Schneemann vorhanden war. Dass Harry all diese Dinge bemerkt, hat allerdings auch viel damit zu tun, dass er einen mysteriösen Brief erhalten hat, der ihn erst darauf brachte, die Vermisstenfälle zu untersuchen.



Trotz der genannten Einschränkungen ist Schneemann von der Atmosphäre her sicher eines der besten Jo Nesbo Bücher, und die Auflösung hätte mich in der ungekürzten Version sicherlich mehr überrascht... Es wundert mich also nicht, dass dieser siebte Teil der Buchreihe der erste ist, der verfilmt wurde.

Was nun den Film angeht, wollte ich mir diesen ursprünglich ansehen, sowohl der Regisseur (Tomas Alfredson machte Let The Right One In und Tinker Tailor Soldier Spy) als auch die Schauspieler versprachen ein tolles Kinoerlebnis, und der Trailer sah auch sehr gut aus. Leider sind die Kritiken aber absolut vernichtend, weshalb ich nun locker warten kann, bis der Film im Fernsehen kommt.


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Manchmal denke, ich, mein Freund erfindet Dinge, um nicht vorhandene Wissenslücken bei mir zu produzieren, damit ich mit ihm zu Konzerten...

Neulich als ich Bildungslücken schloss: Starsailor im Frankfurter Zoom


Manchmal denke, ich, mein Freund erfindet Dinge, um nicht vorhandene Wissenslücken bei mir zu produzieren, damit ich mit ihm zu Konzerten gehe, um diese zu schließen. Oder habt ihr schon einmal etwas vom „New Acoustic Movement“ oder „Quiet is the new loud“ gehört? Außerdem denkt er sich zu diesen Musikrichtungen Bands, wie Turin Brakes, I Am Kloot oder Starsailor aus, um seine Behauptungen glaubhafter wirken zu lassen. Obwohl diese Bands nicht zu den zwei CDs* gehörten, die ich 2001 gekauft habe, gibt es sie tatsächlich und die beiden oben genannten Genre-Einteilungen wurden wirklich von der englischen bzw. deutschen Presse erfunden, um unterschiedliche Künstler mit einem Label versehen und eine Bewegung konstruieren zu können.

Mit Starsailor hat eine dieser Gruppen nach längerer Stille wieder ein neues Album aufgenommen und ist aktuell auf Europatournee. Da mein Freund das Debütalbum sehr schätzt und aus diesem viele Lieder gespielt werden sollten, machten wir uns Samstag Abend auf den Weg ins Frankfurter Zoom.


Der Abend stand unter dem Zeichen der schnellen Übergänge: Nachdem beim Italiener nahe des Zoom unser Essen so schnell gebracht worden war, dass mein Freund irritiert fragte, ob ich unsere Bestellung mit der Reservierung durchgegeben hätte, erreichten wir den Club mühelos schon kurz vor 8 - dennoch stand die Vorband Kensington Road bereits auf der Bühne und hatte sicherlich schon einen Großteil ihres Auftritts absolviert.

Sehr traurig machte uns das nicht, musikalisch beeindruckte uns der Indierock (oder doch Kirmesrock?) der deutschen Band nur wenig. Bemerkenswert waren zum einen die Ansagen, die das Publikum immer wieder aufforderten, auszuflippen, einen Moshpit zu bilden etc. (von diesen Dingen war man um diese Zeit im gut gefüllten Zoom weit entfernt), zum anderen der unfassbar gut bestückte Merchandise-Stand. Von Kensington Road gibt es so ziemlich alles - um so erstaunlicher, weil Starsailor als Hauptact im Gegenzug überhaupt keinen Merch anboten.


20:25 - Kensington Road verließen die Bühne. 20:37 - Starsailor begannen mit ihrem Auftritt. Der Clubname „Zoom“ gefiel dem Quartett augenscheinlich gut, sie begrüßten uns schmunzelnd in dem „sweaty little club“. Man freute sich augenscheinlich, wieder einmal in Deutschland zu sein, der letzte Auftritt hier ist auch über zwei Jahre her, in Frankfurt war man zuletzt vor 10 Jahren - als Vorband der Rolling Stones im Stadion.


Gespielt wurde an diesem Abend eine Mischung aus Songs des aktuellen Albums „All This Life“ mit früheren Titeln, wobei das laut meinem Freund beste Album, das Debüt „Love Is Here“ mit sieben Liedern die meisten beitrug. Von „All This Life“ waren es, da die Setliste im Vergleich zu vorherigen Auftritten etwas kürzer ausfiel, immerhin fünf. Das Publikum war zum Großteil gesetzteren Alters, durchaus begeisterungsfähig, aber vermutlich hauptsächlich an den älteren Songs interessiert - insofern hatte die Band mit der Setliste alles richtig gemacht.

Im Publikum entdeckten wir zudem diverse Briten, einer trat in Dialog mit der Band, indem er nach oben schrie, er sei aus Motherwell. Sänger James Walsh entgegnete, seine Mutter sei auch aus Schottland, er fände Schottland super. Darauf rief der Schreihals „I love your mom“ und Walsh entgegnete gespielt entsetzt „Oh! Does my dad know?“


Zum Thema „New Acoustic Movement“ lieferte das Konzert nur einen Beitrag, eine Coverversion von Tom Pettys „American Girl“, die Walsh alleine darbot, und die sicherlich seit Pettys kürzlichem Tod im Liveprogramm ist. „Way To Fall“ wurde angekündigt, indem Walsh zunächst anmerkte, dass er einige im Publikum schon bei vorherigen Konzerten gesehen hätte und dann erklärte, dass dieser Song zuletzt nicht auf der Setliste gewesen sei. Schön, wenn auch an die Mehrfachkonzertbesucher gedacht und ein wenig variiert wird (Gell, Noel Gallagher?).

Mitsingmäßig traute man dem Publikum nicht allzu viel zu, im Wesentlichen wurden wir angehalten, gelegentlich "Ohoho" zu machen, was dann immerhin auch gut gelang. Erst gegen Ende des Hauptteils, verließen Starsailor die „All This Life“- und „Love Is Here“-Spur und spielten 3 Singles aus anderen Alben. An „Tell Me It's Not Over“, das einige Songzeilen aus MGMTs „Kids“ enthielt, schlossen sich „Four To The Floor“ und „Silence Is Easy“ an. Mit „Four To The Floor“ wurde tatsächlich ein Song gespielt, den ich bereits vorher kannte!


Im Zugabenteil spielen Starsailor aktuell immer „FIA (Fuck It All)“, bei dessen Falsett-Teil James Walsh erstmals stimmlich schwächelte, und eine 8-minütige Fassung von „Good Souls“, die Bezug auf Fatboy Slims „Praise You“ nahm, nicht nur hinsichtlich der Tanzmoves des Bassisten. Eine seltsame Entscheidung, die eigenen Hits mit denen bekannterer Acts zu garnieren!

Nach dem Konzert, das gegen 22 Uhr endete, waren Starsailor und Publikum sichtlich zufrieden, vom Band kam ein weiterer Tom Petty-Song, mein Freund freute sich über die sieben Songs aus „Love Is Here“ und ich kenne jetzt einen nicht mehr ganz so jungen Vertreter des „New Acoustic Movements“.


Setliste:

Listen to Your Heart
Alcoholic
Poor Misguided Fool
Lullaby
Blood
Fever
American Girl (Tom Petty and the Heartbreakers cover)
Sunday Best
Way To Fall
Tie Up My Hands
Best of Me
Tell Me It's Not Over 
Four to the Floor 
Silence Is Easy

FIA (Fuck It All)
Good Souls


*Placebo und möglicherweise Ladytron.

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Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich dieses Video verstehe, spannend anzusehen ist es allemal. Laut dem Regisseur Loïc Andrieu geh...

Sendeschluss: KCPK - The End


Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich dieses Video verstehe, spannend anzusehen ist es allemal. Laut dem Regisseur Loïc Andrieu geht es darum, das Erwachsenwerden darzustellen, als eine Zeit, in der man einerseits erkennt, dass es in der Welt mehr gibt als das bislang Erfahrene, andererseits aber längst nicht alles versteht. Insofern gibt es vermutlich also nicht allzu viel zu begreifen.

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Gestern feierte ich den Feiertag Sankt Brück, für den ich hauptsächlich ausgedehntes Couchsitzen vorgesehen hatte. Mein Freund dagegen wa...

Neulich am Brückentag: Ride im Brüsseler L’Orangerie du Botanique


Gestern feierte ich den Feiertag Sankt Brück, für den ich hauptsächlich ausgedehntes Couchsitzen vorgesehen hatte. Mein Freund dagegen war so wild darauf die Band Ride bei ihrer aktuellen Tour zu sehen, dass er sich auf nach Brüssel machte. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück... hier berichtet er, was dazwischen passierte.


Wie oft hast du Ride jetzt schon live gesehen?

Gestern Abend zum vierten Mal. Jedoch nur einmal vor der Auflösung, und zwar 1994 beim Creation Records Festival in der Royal Albert Hall. Leider - wie alle Auftritte damals - ein sehr kurzes Vergnügen - aber „I Don’t Know Where It Comes From“ mit großem Kinderchor.
Und dann vor zwei Jahren mit dir beim Best Kept Secret Festival und A Summer’s Tale Festival.


Gab es denn kein Konzert, dass es mit weniger Fahrzeit erreichen ließ?

Leider nein. Tatsächlich sind für uns Konzerte in Luxemburg, Belgien und den Niederlanden schneller zu erreichen als die einzigen Deutschlandauftritte von Ride in Berlin und beim Rolling Stone Weekender in der Nähe von Fehmarn. Insgesamt hat die Europatournee auch nur 6 Stationen. Außerdem konnte ich durch diesen Ausflug mit Christoph einen neuen Ground machen, denn zuvor war ich in Brüssel nur bei Noel Gallagher im Ancienne Belgique  gewesen.


Wer war denn die Vorband?

Die Vorband war eine schöne Überraschung, denn bei Platten vor Gericht hatte ich letztes Jahr schon über die französische Shoegaze-Band Dead Horse One berichtet und mich über deren Album „Season Of Mist“ gefreut, das in meiner Jahresendauswertung auf Platz 27 meiner liebsten Platten kam.

Das Quintett spielte leider nur ca. 25 Minuten und insgesamt 6 Lieder aus seinen beiden Alben. Ihr Debüt wurde übrigens von Mark Gardener produziert - so sind Dead Horse One sicherlich zu ihrer Rolle als Support auf der Europatournee gekommen. Ich hätte mich über 25 weitere Minuten auch nicht beschwert.

Setliste:

He Goes Down
Hopper
I Love My Man
Mesmerise Me
Season Of Mist
By My Side


Gibt es eigentlich auch junge Ride Fans oder sind die jetzt alle in den 40ern?

Also zumindest einen jungen Fan gab es in der ersten Reihe, der zum Beispiel bei „Leave Them All Behind“ kräftig im Takt auf der Bühne trommelte. Andy Bell klatschte ihn auch begeistert vorm Zugabenblock ab und später gab es auch noch ein Plektrum als Geschenk. Ansonsten waren die Zuschauer im recht kleinen Konzertraum eher mit der Band gealtert.

Aber wenn wir schon über kleine Ride Fans sprechen, dann muss ich auch noch von einem großen, vielleicht dem größten, berichten: Mit uns stand Heike in der ersten Reihe, die wir bereits beim Konzert von Lush in London und beim A Summer’s Tale Festival, natürlich dem mit Ride, getroffen hatten. Ihre Antwort „Alle, bis auf eins“ auf Christophs Frage, wie viele Konzerte sie auf Rides Europatournee sehen würde, war nur die Spitze des Eisberges. Denn neben zahlreichen Konzerten in England hatte sie zuvor auch bereits die USA besucht, um dort Konzerte der Shoegazer zu sehen. Und weil die Ostküste im Juli und die Westküste im September anstanden, gleich zweifach. Im Februar geht es übrigens für zwei Konzerte nach Japan und bei dem Hinweise „More upcoming shows“ auf der Webseite von Ride hofft sie vermutlich auf sich anschließende Auftritte in Australien.

Und hier wird man schon mit ungläubigen Blicken bedacht, wenn man 3 Stunden für Ride fährt oder nur 3 Auftritte von Noel Gallagher im kommenden Frühjahr sehen möchte!


Und wie war das Verhältnis zwischen alten und neueren Liedern?

Im Verlauf der seit März laufenden Tournee wurden mehr und mehr Lieder von „Weather Diaries“ in die Setliste aufgenommen. Anfangs waren es zunächst vier, gestern Abend spielten Ride acht neue Lieder, bis auf „Home Is A feeling“ und „Rocket Silver Symphony“ wurde das komplette Album gespielt, das kurze und instrumentale „Integration Tape“ lief als Intro zum Konzertbeginn. „Impermanence“ feierte in der L’Orangerie du Botanique sogar seine Live-Premiere, weshalb Mark Gardener auch den Liedtext vor sich liegen hatte.


Gab es wesentliche Unterschiede zum Auftritt beim A Summer’s Tale Festival, den ich zuletzt gesehen habe?

Eigentlich wenig. Da kommen immer noch vier ältere Männer auf die Bühne und spielen ohne großen Firlefanz und lange Reden tollen Shoegaze. Bezüglich der Songauswahl hat sich aber insgesamt einiges getan: Die neu aufgenommenen Lieder haben glücklicherweise keine alten Songs ersetzt, denn die Setliste wächst und wächst. Auf den Festivals haben Ride vor zwei Jahren 11 bzw. 12 Lieder gespielt, gestern Abend waren es insgesamt 20.

Klassiker wie „Leave Them All Behind“, „Twisterella“ oder „Vapour Trail“ sind natürlich immer noch im Programm und wurden mit großer Begeisterung aufgenommen. Bei „Drive Blind“ gab es am Ende wieder die gewohnte und immer noch tolle Lärmorgie. Ansonsten zeigten sich  Ride variabel bei der Auswahl der früheren Songs und spielten zum Beispiel „Chelsea Girl“ und „Unfamiliar“ von frühen EPs oder „From Time To Time“ aus dem bisher ignorierten Album „Carnival Of Light“.

Der größte Unterschied war, dass ich von den kürzeren Festivalauftritten deutlich begeisterter war. Denn nur wenige der neuen Lieder, etwa „Lannoy Point“, „Cali“ oder „All I Want“, können mit den früheren Sachen mithalten, so dass sich doch die ein oder andere Länge einschlich.


Damals beim den beiden Festival-Auftritten vor zwei Jahren deckte Mark Gardener seine schwindende Haarpracht mit einem Hut ab. Ist das jetzt Standard?

Vielleicht tun wir ihm mit dieser Unterstellung Unrecht und es war einfach ein Sommerhut, denn aktuell verzichtet er auf diesen.


Hatte Andy Bell wieder seine Beady Eye Kisten dabei?

Gut, dass du fragst! Denn schau einmal was mittlerweile mit Klebeband aus dem BE auf den Kisten gemacht wurde:


Wurde auch geredet?

Wenig. Und das Wenige war leider an unserem Standort auch kaum zu verstehen. Gelegentlich wurden Lieder angesagt oder sich auf französisch bedankt.


Wie lange hat der Spaß denn gedauert? Und gab es Zugaben?

Anfangs hatten wir etwas Angst, dass wir nur 16 Songs zu hören bekommen würden, denn bei Mark Gardener und dem Bassisten Steve Queralt lagen zunächst, was wir sehr gut sehen konnten, da wir in der ersten Reihe standen, unterschiedliche Setlisten. Einmal mit und einmal ohne Zugaben. Und dann wurde die längere Liste bei Mark auch noch gegen die kürzere ausgetauscht! Letztendlich bekamen wir aber nach dem Hauptteil noch vier weitere Songs zu hören, so dass der Auftritt rund 110 Minuten dauerte. Ein Ride-Konzert ohne „Leave Them All Behind“ wäre auch nur schwer vorstellbar gewesen, oder?


Hast du mir etwas mitgebracht?

Also nichts vom Merchandise-Stand, aber nur, weil ich vorher mein ganzes Geld in belgische Schokolade für dich investiert habe.


Hast du außer den schönen Fotos auch an die Setliste gedacht?

Klar.

Setliste:

Lannoy Point
Charm Assault
Weather Diaries
Taste
Unfamiliar
From Time To Time
Dreams Burn Down
Cali
Twisterella
Impermanence
Lateral Alice
All I Want
OX4
Vapour Trail
Drive Blind

White Sands
Like A Daydream
Leave Them All Behind
Chelsea Girl



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