Willkommen!

Dies ist ein klassischer "Hallo Welt"-Blog, in dem es um alles geht, das mich interessiert. Da wären zum Beispiel: Musik, Filme, Bücher, vegetarisches Essen (selbst gekocht und in und um Frankfurt) und, wir sind schließlich im Internet, Katzen.


Offenbar hat mein Freund ein weniger gutes Gedächtnis für meine Rezensionen vegetarischer Ersatzprodukte als ich - dabei probiert er ja in 99 % der Fälle ebenfalls und ist meistens auch die Person, die überhaupt einkaufen war. Als er kürzlich mit neuen Sachen "zum Testen" nach Hause kam, hielt sich meine Begeisterung jedenfalls in Grenzen, denn die Marke "Lord of Tofu" hatte ich, anders als er, bereits aus einem früheren Test (hier) in nicht gerade positiver Erinnerung.


Immerhin die konkreten mitgebrachten Produkte kannte ich nicht, also bestand die Hoffnung, die geschmacksneutralen Würstchen des früheren Tests könnten ein Negativausreißer im Sortiment gewesen sein. Bei den zu probierenden Produkten handelte es sich um "Poseidon Curry Würstchen" und "Drachen Tofu - veganes Schnitzel mit Drachenkopf-Melisse". Die vollmundigen Namen machten schon einmal Hoffnung, dass die Produkte recht würzig sein würden.

Würstchen und Tofusteak waren ähnlich und eigentlich recht ansprechend verpackt, die Außenkartonage erklärte blumig die Entstehung von Tofu ("Wunderbohne" Soja mit "Zauberpilz" Kombucha) und versicherte außerdem, dass die Produkte Bioland-Qualität hätten, in Deutschland hergestellt und zudem glutenfrei seien - und natürlich rein pflanzlich.


Auch Serviervorschläge hatte Lord of Tofu mitgeliefert, die Würstchen sollte man anbraten und mit Spargel, Schwarzwurzeln oder Sauerkraut essen, zum Drachen Tofu empfahl man Tomatensauce und Rosmarinkartoffeln.

Bei uns gab es nichts dergleichen dazu, lediglich Salat und Brot. Nachdem sich aber leider das frühere Geschmackserlebnis wiederholte - das heißt, es gab im Grunde keinen Geschmack - wäre ein bisschen scharfe Tomatensauce dazu mehr als willkommen gewesen. So mümmelten wir uns widerwillig durch den geformten und gefärbten Tofu, der beinahe genauso schmeckte, als hätte man jeden beliebigen, ungewürzten Tofu einfach direkt aus der Packung kommend angebraten. Ich muss gestehen, dass wir nicht aufgegessen haben.


Es bleibt also dabei: Die Lord of Tofu Produkte sind nur für Menschen zu empfehlen, die Freunde des echten, reinen Tofugeschmacks sind. Zu diesen gehöre ich aber leider nicht und hatte mir angesichts blumig umschriebener Zutaten wie "Drachenkopf Melisse" auch etwas anderes erhofft.

Ich habe glaube ich schon einmal erwähnt, dass mein Freund Urlaube nur dann richtig mag, wenn sie  mit Konzertbesuchen verbunden sind. Entsprechend gering war seine Begeisterungsfähigkeit bezüglich einer Reise zum Gardasee. Im italienischen Lehrerparadies, wo fast alles auf Deutsch beschriftet ist, rechnete er kaum damit, für ihn interessante musikalische Unterhaltung anzutreffen. Um so begeisterter reagierte er, als die Band Get Well Soon nur wenige Tage, nachdem wir unser Ferienhaus am Ostufer fest gebucht hatten, ein Konzert in Rovereto ankündigten. Das Städtchen liegt zwar nicht am See, ist aber per Autobahn von dort gut zu erreichen. Der Urlaub musste lediglich um einen Tag vorverlegt werden, und im Ergebnis sah mein Freund der Reise nun viel positiver entgegen.



Rovereto ist ein hübscher kleiner Ort, der im Ersten Weltkrieg Schauplatz heftiger Kämpfe war, und wo in einem Gebeinhaus die Überreste von nicht weniger als 20.000 Soldaten italienischer und österreichischer Soldaten aufbewahrt werden. Nachdem der Kriegsbeginn aktuell genau 100 Jahre zurückliegt, veranstaltete der italienische Fernseh- und Radiosender RAI passenderweise hier ein Friedensfestival, in dessen Rahmen an mehreren Abenden verschiedene Künstler auftraten - unter anderem auch Echo & the Bunnymen. Das Ganze wurde live im italienischen Radio übertragen.


Im Vorfeld war es nicht ganz einfach gewesen, Informationen zu der Veranstaltung und insbesondere Tickets zu bekommen. Irgendwann bekam ich heraus, dass der Eintritt umsonst war, man musste sich aber telefonisch anmelden, was letztlich eine Italienisch sprechende Kollegin für mich übernommen hatte. Nach dem Abholen der Tickets und einem leider öffnungszeitenbedingt recht kurzen Besuch im sehenswerten Museum für moderne Kunst MART, in dessen Räumlichkeiten sich auch der Konzertsaal befand, ging es noch schnell in die nahe gelegene Pizzeria, wo wir prompt feststellten, dass auch Get Well Soon eingetroffen waren und hier ihr Abendessen einnahmen.



Zurück am Konzertsaal stellte sich für uns die Frage, in welcher Konstellation der Konzertabend ablaufen würde. Neben Get Well Soon stand im Programmheft nämlich auch der Name Raphael Gualazzi. Wer würde wohl Vor- und wer Hauptband sein, oder würde die Band mit dem uns unbekannten Italiener gemeinsam musizieren? Nach dem Einlass in den für die kleine Stadt erstaunlich großen Konzertsaal mit ansteigenden Sitzreihen zeigte sich, dass bereits alles für eine größere Band aufgebaut zu sein schien, es hing unter anderem auch eine Geige bereit, die sicherlich auf Verena Gropper wartete - Get Well Soon würden also beginnen.



So kam es dann auch, nach einer für uns leider kaum verständlichen Ankündigung durch einen Conférencier (immerhin bekam ich mit, dass er etwas über das Friedensfest im Kontext der aktuellen Konflikte in Gaza sagte) betrat die Band die Bühne, stellte sich im Vergleich zu früheren Konzerten spiegelverkehrt auf und trug die ersten beiden Songs - "I Sold My Hands For Food So Please Feed Me" und "The Last Days Of Rome" ohne große Worte vor. Erst anschließend sagte Konstantin Gropper Hallo und entschuldigte sich auf Englisch dafür, dass sein Italienisch nicht gut genug sei, es vor einem italienischen Publikum zu verwenden. Mit sich selbst spreche er die Sprache aber gerne.



Es folgte ein leider nur recht kurzes Set mit insgesamt acht Songs, die von der Band wie gewohnt opulent und mitreißend dargeboten wurden. Inwieweit die Lieder dem Großteil des Publikums bekannt waren, konnte man nicht genau wissen, applaudiert wurde jedoch ausgiebig. Vor "Angry Young Men" erklärte Gropper, es gebe wohl kaum einen besseren Anlass für ein Musikfestival als den Frieden, wobei es im nun folgenden Lied eher um Aggression ginge. Nachdem die Band am Ende von "A Burial at Sea" kurz regungslos verharrt war (das ist übrigens auf dem nächsten Foto festgehalten, nur sind Fotos ja außerhalb der Harry Potter-Welt immer regungslos), kündigte Gropper das nächste Lied "You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)" an, indem er sagt, der folgende Song sei nicht dafür gedacht, im Sitzen gehört zu werden. Das Publikum traute sich zwar nicht so recht, von den Sitzen zu springen und zu tanzen, aber zumindest wurde mitgeklatscht. Verena Gropper war übrigens seit dem Maifeld Derby beim Friseur gewesen und hat nun einen recht kurzen Bob, der gut zum asymmetrischen Kleid passte.


Der Song schloss den Auftritt dann auch schon ab, das auf der Setliste als Zugabe vermerkte "Red Nose Day" wurde trotz begeistertem und anhaltendem Applaus nicht mehr gespielt. Stattdessen kam es zu einigen Comedy-artigen Szenen, weil sowohl Konstantin und Verena Gropper als auch Timo Kumpf beim Abbau kurz die Bühne betraten, um bei irgendetwas zu helfen, und das Publikum bei ihrer Sichtung jedes Mal wieder in Applaus ausbrach - was jeweils zu geschmeichelt-peinlich berührten Blicken der Künstler führte, die dann stets schnell wieder abgingen.



Nach einer weiteren Ankündigung durch den Moderator folgte nun der Auftritt von Raphael Gualazzi, von dem ich mittlerweile weiß, dass er 2011 für Italien am Eurovision Song Kontext teilnahm und zweiter wurde (hinter dem Duo aus Aserbaidschan). In Italien ist der Künstler sicherlich viel bekannter als Get Well Soon, dennoch rief seine Swingmusik, bei der er am Klavier sitzend sang, während ihn, auf Podesten stehend, sowohl eine Bläsergruppe als auch ein bemüht synchron tanzendes Sängerinnen-Trio begleitete, bei uns hauptsächlich Befremden hervor. Nach dem ersten seiner Songs verließen wir den Ort des Geschehens, so schnell wir konnten.



Draußen vor dem Auditorium bestand im Innenhof des Museums die Möglichkeit, die Konzerte auf einer Videoleinwand zu sehen, was an dem warmen Sommerabend auch ausgiebig genutzt wurde.

Schade, dass der Auftritt von Get Well Soon so kurz war und dass die Zugabe trotz der offensichtlichen Begeisterung des Publikums nicht gespielt wurde - das hatte sicherlich Zeitgründe, vielleicht wegen der Radioübertragung. Dennoch ein schönes Konzert in einem angenehmen Konzertsaal und zu einem wichtigen Anlass.



Setliste:
I Sold My Hands For Food So Please Feed Me
The Last Days Of Rome
A Voice In The Louvre
Roland, I Feel You
Werner Herzog Gets Shot
Angry Young Man
A Burial At Sea
You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)

Interpol bringen im September ein neues Album namens "El Pintor" heraus. Vorab gibt es schon einmal die aktuelle Single, deren Video geradezu klassisch wirkt, mit einer den Song spielenden Band in schwarzweiß und einem dazwischen geschnittenen Surfer. Das Lied klingt vielversprechend, hoffentlich ist es typisch für das Album.


Gyros, beziehungsweise Döner, ist in einer vegetarischen Version offenbar leicht herzustellen und bei Käufern beliebt, anders lässt sich die große Vielfalt von Produkten kaum erklären. Auch hier im Blog wurden bereits einige Varianten vorgestellt, nämlich hier und hier.

Kürzlich sah ich im Supermarkt eine weitere neue Version und nahm sie mit, auch Vegetaria hat nun nämlich Gyros im Sortiment. Nachdem ich (abgesehen von der scheußlichen Lasagne) eigentlich nur gute Erfahrungen mit dieser Marke gemacht habe, musste natürlich auch dieses Gyros getestet werden.


Die Zubereitung erfolgte wie gewohnt: Produkt aus der Verpackung quetschen und sich dabei über das wenig appetitliche Äußere mokieren, trotzdem in heißem Öl anbraten, in ein vorbereitetes Fladenbrot geben und mit Tomate, Gurke, Salat und Tsatsiki verfeinern. Aufessen.

Ein Unterschied zwischen diesem und anderen, ähnlichen Fertiggerichten liegt in der Packungsgröße. Die Konkurrenz verkauft ihr Gyros im allgemeinen in 200-Gramm-Einheiten, bei Vegetaria sind es gleich 300, die bei Real 3,79 Euro kosteten. Für zwei Personen erwies sich diese größere Verkaufseinheit als ideal, denn normalerweise braten wir gleich zwei Packungen der kleineren Versionen an, was sich immer als ein wenig viel erweist, eine einzelne 200-Gramm-Packung wäre für zwei Portionen aber deutlich zu wenig.


Geschmacklich machte diese neue Gyros-Variante auf mich einen ausgesprochen guten Eindruck. Sie erwies sich als milder im Geschmack als die häufiger gekauften Versionen von Wheaty und Veggie Life, was insbesondere auf einem Gyrosteller sicherlich einen guten Eindruck machen würde.

Eine Weile lang war Woodkid ja allgegenwärtig. Ich las sogar irgendwo den Witz, dass "Woodkid" die kleinste bekannte Zeiteinheit die zwischen dem Beginn einer beliebigen Fernsehsendung und dem Einspielen von "Run Boy Run" sei.

Das hat nun deutlich nachgelassen, also vielleicht höchste Zeit für ein neues Video, das gewohnt bombastisch und rätselhaft daherkommt, aber dabei absolut sehenswert ist.


Langsam aber sicher entwickelt sich Montabaur noch zur Musik-Location. Ich spreche natürlich nicht vom Mair1-Festival, das hier vor kurzem stattfand, sondern von unserem dritten Wohnzimmerkonzert. Dieses Mal hatten sich The Indelicates angesagt Wie bereits bei Pelle Carlberg erfuhren wir durch andere, bereits geplante Hauskonzerte im Konzerttagebuch-Kreis von der Tournee, den Rest machte dann Christoph für uns klar.

Wegen der bereits geplanten Tournee der Band war das Konzert terminlich festgelegt, weshalb es nur einen knappen Monat nach unserem Abend mit Jonah Matranga stattfand. Das bereitete mir (natürlich) Sorgen, denn es war schwer abzuschätzen, ob unsere Stammgäste sich schon so bald wieder bei uns einfinden werden würden. Hinzu kam noch die Fußball-WM, denn für den Abend war das Spiel um den dritten Platz angesetzt, in dem wir Deutschland als Teilnehmer vermuteten. Deshalb luden wir vorsichtshalber gleich auch zum Fußballschauen ein. Julia hatte diesem Arrangement zugestimmt und behauptet, sie freue sich darauf, Özil zu sehen, aber wir hofften im Geheimen, dass dieser am Spiel um den dritten Platz nicht beteiligt sein würde - erfolgreich, wie sich herausstellte.


Der nach zwei Konzerten schon quasi zur Routine gewordene Ablauf mit Abendessen für die Künstler und quasi parallel stattfindendem Aufbau wurde dieses Mal abgeändert: Die Indelicates wollten vor dem Konzert nichts essen und hatten ihre überschaubare Ausrüstung, bestehend aus Keyboard, Hocker und Gitarre, aber ohne Verstärker, selbst dabei. Aufzubauen gab es also auch nicht viel, dafür dann umso mehr Zeit, sich Sorgen zu machen, dass keiner kommen würde. Zwischendurch hatten wir auch noch Gelegenheit, hinter der "Bühne" ein eigens für den Konzertabend angefertigtes Lego-"Tourposter" aufzuhängen, bei dem es sich um das abgewandelte Plattencover ihres Albums "Songs for Swinging Lovers" handelte, und die Indelicates bauten auf unserem Couchtisch einen erstaunlich reichhaltigern Merchandisestand mit CDs, Vinylplatten, Postern und selbst gestalteten Kinderbüchern auf.


Einmal mehr hatte ich mir umsonst Sorgen gemacht, denn auch an diesem Abend erschienen erfreulich viele Gäste, um unsere Stühle und auch die Künstlerkasse zu füllen. Das Set des Duos begann, wobei sich die beiden Musiker erstaunlicherweise so aufgeteilt hatten, dass Simon etwa 90 % des Redens übernahm, wobei er zwar durchaus brauchbar Deutsch konnte, aber anscheinend wesentlich schlechter als Julia. Diese half lediglich bei der Übersetzung einzelner Begriffe aus dem Englischen, und nachdem die Ansagen ohnehin sprachlich nicht sonderlich komplex waren, ergab sich eine leicht absurde Situation, in der alle im Publikum mithalfen, deutsche Begriffe für etwas zu finden, das im Zweifel sowieso schon jeder verstanden hatte.


Zusätzlich zu den bereits erwähnten Instrumenten - Julia spielte Keyboard und sang gelegentlich, Simon spielte Gitarre und sang viel - gab es noch ein etwas seltsames Teil, mit dem Simon, wenn er in einen Schlauch blies, jaulende E-Gitarrentöne imitieren konnte. Wobei er zwar behauptete, das Ding sei peinlich und ein Weihnachtsgeschenk gewesen, er mochte es aber offenkundig sehr und brachte es bereits beim Soundcheck zum Einsatz - wir vermuten deshalb, dass sich das Teil auf seinem Wunschzettel befunden hatte. Mit und ohne Jaulen zeigte sich in jedem Fall, dass die Indelicates keine Mikros brauchen, um einen Raum mit Musik und Gesang zu füllen, der Sound war klar, gut und relativ laut. Bei "Flesh" erklärte Simon, der darin verwendete Gitarrenakkord komme in jedem zweiten Popsong vor und demonstrierte das zum Ende des Songs, indem er zahlreiche andere Lieder einbaute, beispielsweise "Let it be" und sogar Lenas "Satellite".


Simon hatte vor dem Set erzählt, dass man dem Duo, da es selbst Indie Rock mache, immer unterstellen würde, diesen auch zu mögen. Er mache aber Indiemusik, weil er alle anderen Interpreten dieses Genres doof fände und es besser machen wolle, und er höre Niki Minaj viel lieber als die Strokes. Was ihm aber offenbar sehr gefällt, sind Musicals: Die Indelicates haben ein komplettes Musical über die Waco-Tragödie vorrätig, und anscheinend arbeitet Simon aktuell an etwas, das "Paradise Rocks" heißen soll und Miltons berühmtes Versepos "Paradise Lost" nach Hawaii versetzt, mit Elvis als Satan. Aus diesem noch nicht vollendeten Werk hörten wir zwei Songs, die Simon jeweils stilecht mit Elvisstimme vortrug.


Mit "Dovakiin", in dem es um Skyrim spielende Schotten geht, und "Something goin' down in Waco" aus dem besagten vollendeten Musical, das mit quer gehaltener Gitarre und vielen verstellten Stimmen vorgetragen wurde, endete die erste Hälfte des Sets, es folgte eine kurze Ess-, Trink- und Klopause, während der die Band auch bereits mit einigen Fragen aus dem Publikum konfrontiert wurde.

In der zweiten Hälfte hörten wir unter anderem das sehr stimmungsvolle "Not alone", sowie den Quasi-Hit des Duos "Waiting for Pete Doherty to die", bei letzterem erklärte Simon, dass sie nie gedacht hätten, diesen zehn Jahre nach seinem Entstehen noch spielen zu können. "Be afraid of your parents" trug er anschließend ohne Gitarre  und mit vielen theatralischen Gesten vor, dann war es Zeit für die Zugaben.


Nach dem sehr traurigen, wegen der besseren Verdaulichkeit von einer Handpuppe "gesungenen" "Everything is just disgusting" bekamen wir auch kurz Julia als Puppenversion zu sehen, allerdings nur kurz. Beide Marionetten kamen auch in dem zugehörigen Video zum Einsatz. Nun begann ein Wunschkonzert. Einer der ersten Wünsche war "Last Significant Statement To Be Made In Rock'n'Roll", von dem Simon erklärte, sie könnten es nicht spielen, stattdessen gab es dann "New art for the people" und "America". 

Anschließend kamen wir, nicht zuletzt, da die Band die "Bühne" kaum verlassen konnte, noch eine zweite Zugabe, die mit "We hate the kids" endete - bei dem Simon jedoch arge Textprobleme hatte, weshalb er das Booklet der bereits zum Verkauf bereit liegenden CD studieren musste. Außerdem hatte er nun auch genug von seinem eigenen Indierock und forderte Wünsche nach anderen Musikstilen. Das dann postwendend "Marsch" gefordert wurde, überraschte ihn dann sichtlich, aber er gab sein bestes, während er beim nächsten Wunsch "Death Metal" schnell aufgab, um seine Stimme nicht für den folgenden Abend zu ruinieren. Mit Stil Nummer drei "Irish Folk" gab er sich dann wieder redliche Mühe und machte das Lied zu einer Art Pogues-Song. Mit der letzten Textzeile "No more music, thank you, goodnight." hatten wir dann das echte Ende des Konzertabends erreicht.


Nachdem das Interesse am Fußballspiel dann doch nicht riesig war, stiegen wir erst zur zweiten Halbzeit ein, die Band blieb auch noch ein bisschen, bevor sie Richtung Hotel aufbrach. Wiederum ein völlig anderes Konzerterlebnis als bei den ersten beiden Musikern, aber ein weiteres Mal mitreißend und intensiv.

Setliste:

Europe
I am Koresh
Flesh
Le godemiché royal
Lake of fire
All you need is love
Dovakiin
Something goin' down in Waco

We love you, Tania
Savages
Dirty Diana
Not alone
Our daughters will never be free
Waiting for Pete Doherty to die
Be afraid of your parents

Everything is just disgusting
New art for the people
America

Palekaiko Luau
We hate the kids 





Von meinen ersten Erfahrungen mit der Crowfundingwelt hatte ich diese Woche ja bereits berichtet. Von ihrem so finanzierten gemeinsamen Album "Broken Heart Surgery" haben Pete Fij & Terry Bickers mittlerweile einige Singles veröffentlicht, "Out of Time" wurde zur BBC6music Roundtable Single of the Week gewählt, beim Video hat Pete selbst Regie geführt.







Ob es nun um Filme, Musik oder Startkapital für die eigene Firma geht, Crowdfunding ist längst im Mainstream angekommen, allerdings nicht so recht in meinem Leben. Zumindest bis vor kurzem, denn mittlerweile habe ich gleich zwei Projekte unterstützt.

Zunächst waren da Pete Fij & Terry Bickers. Die beiden hatte ich vor mittlerweile mehr als zwei Jahren in Regensburg live gesehen und wartete seitdem gespannt auf das damals angekündigte Album. Diese ließ zunächst auf sich warten, dann kam im Herbst 2013 der Aufruf, sich an einer Kickstarter-Kampagne zu beteiligen, die die Finanzierung der Album-Aufnahmen ermöglichen sollte.


Die Auswahl an Gegenleistungen für unterschiedlich hohe finanzielle Beteiligung war dabei beträchtlich: Natürlich konnte man das noch aufzunehmende Album erwerben, mit oder ohne Unterschriften der Musiker, mp3-Download und eine bereits aufgenommene Vorgängerversion von Pete allein. Die anderen Angebot rangierten von günstig (ein Button für 2 Pfund) über mittel (mit Pete online oder in dessen Heimatort eine Runde Scrabble oder Schach spielen für 15 Pfund) bis recht teuer (ein von Pete nach Vorabgespräch über den Spender oder eine Person seiner Wahl geschriebener Song für 300 Pfund).

Die beiden hatten als Ziel der Kampagne 1000 Pfund angegeben, im Dankesschreiben nach erfolgreichem Abschluss gaben sie aber zu, eigentlich auf 3000 spekuliert zu haben - was egal war, denn letztlich hatten sie über 6000 eingenommen. Sieht man sich im Nachhinein die Angebote nochmals durch, zeigt sich, dass erstaunlicherweise kein Spender sich für einen Button oder Fotoautomatenbilder von Pete und Terry entscheiden konnte, dafür gab es (natürlich) reges Interesse an den Tonträgern. Immerhin drei Crowdfunder bekommen einen Song geschrieben, einer entschied sich für eine Gitarrenstunde mit Terry, und Pete hat auch je eine Runde Schach und Scrabble verkauft. Dagegen wollten siebzehn Personen eine handschriftliche Version eines Songtextes von Pete Fij besitzen.


Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts wurde es recht still. Der ursprünglich als Veröffentlichungstermin des Albums anvisierte Valentinstag erwies sich als nicht haltbar. Immerhin hielt einen Pete aber mit regelmäßigen Updates auf dem Laufenden, zwischenzeitlich gab es als Trost für die Wartenden einen exklusiven mp3-Download eines auf dem Album nicht enthaltenen Songs. Am 17. Mai schließlich bekamen wir die Nachricht, dass nun alle erworbenen Artikel zu uns unterwegs seien, und tatsächlich kam einige Tage später Post.

Und was hatten wir nun gekauft? Das Doppelpaket mit beiden Alben (der Urversion von Pete allein und der neuen mit Terry Bickers) sowie eine Abschrift des Textes von Adorables "Homeboy". Das Album gefällt mir sehr gut, und ich bin sehr froh, dessen Aufnahme mit-ermöglicht zu haben. Wenn wir Pete und Terry nun nur noch zu einem Wohnzimmerkonzert überreden könnten!


Crowfunding-Beteiligung Nummer zwei waren die Krautreporter, ein Zusammenschluss einer Gruppe Journalisten, die als Alternativmodell zu den Onlineangeboten der Tageszeitungen eine eigene Seite gestalten wollen. Die Idee ist dabei, durch ein vorab sicher gestelltes Grundgehalt weitgehend unabhängig von Werbung und Klickzahlen zu sein, was einen neutraleren und intelligenteren Journalismus ermöglichen soll. Ich finde diese Ideen überzeugend, außerdem sind mit Stefan Niggemeier und Peer Schrader zwei Autoren beteiligt, die ich sehr gerne lese.

Die Kampagne von Krautreporter war ebenfalls erfolgreich, hier muss sich das Ergebnis aber erst zeigen, denn zu lesen gibt es bislang noch nichts, die Aktion ist ja auch erst wenige Wochen her. Ich bin gespannt.

Ich sehe gerade die zweite Staffel der Serie Homeland, was mich nun nicht gerade zu einem "early adopter" macht. Wie viele Staffeln gibt es mittlerweile, vier? Wahrscheinlich jagt Carrie Mathison aber auch in späteren Folgen Sergeant Brody hinterher, den sie einerseits unbedingt zur Strecke bringen will, andererseits aber auch ziemlich toll findet. Arme Carrie.

Ein happy End zu diesem Dilemma findet sie zumindest im Video zu "Song for Carrie Mathison" von der spanischen Band When Nalda Became Punk.

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