Willkommen!

Dies ist ein klassischer "Hallo Welt"-Blog, in dem es um alles geht, das mich interessiert. Da wären zum Beispiel: Musik, Filme, Bücher, vegetarisches Essen (selbst gekocht und in und um Frankfurt) und, wir sind schließlich im Internet, Katzen.


Heute stammt der Sendeschluss von Honig, dessen "Lemon Law" ich an Ostern in Gießen bereits live hören konnte. Nun gibt es eine Single und auch ein Video, und am 22. erscheint dann auch das zugehörige Album "It's Not A Hummingbird, It's Your Father's Ghost".

One Shot Videos gefallen mir grundsätzlich immer gut, wobei ich es auch nie vermeiden kann, mit beim Ansehen Gedanken darüber zu machen, wie hinter der Kamera gerade alle hektisch umherrennen, um dann zum genau richtigen Zeitpunkt wieder im Bild zu sein. Im Video bemerkt man natürlich nichts davon.


Es tut sich was in Italien. Während es früher nahezu unmöglich war, dort "normal" vegetarisch zu essen (natürlich sind viele bekannte Pastagerichte fleischlos, aber die Speisefolge im Restaurant sieht immer einen Fleisch- oder Fischgang vor), sah ich dieses Jahr beim Italienurlaub in Restaurants mehrfach vegetarische Menüvorschläge, und manche Eisdielen warben mit veganem Eis. Im Gegensatz zu früheren Reisen fanden sich im Supermarkt dann auch zumindest ein paar Fleischersatzprodukte für den Grill - wobei die Auswahl im Verhältnis zur Supermarktgröße sehr gering war: Es gab drei verschiedene "Ersatzprodukte", dazu zwei Sorten Tofu, das war's dann auch. Wir kauften für einen Grillabend im Ferienhaus eine Packung Burger und zwei Portionen Würstchen, wobei die Produkte zwischen 3,50 und 4,50 Euro kosteten.


Als erstes wanderten die Burger zu den Schnitzeln unserer Mitreisenden auf den Grill und waren auch schnell fertig. Wir aßen sie ohne Brötchenumhüllung zu Salat und Brot, lediglich Ketchup diente als Sauce. Das ermöglichte es, den Burger an sich besonders gut schmecken zu können, was leider kein Vorteil war. Irgendwie schmeckte er muffig und leicht brot-artig, und er war nur mit viel Ketchup zu ertragen. Es blieb die Hoffnung auf die Würstchen, denn zahlreiche Tests auf diesem Blog haben ja gezeigt, dass viele unterschiedliche Sorten gut schmecken.


Die Würstchen waren jedoch möglicherweise nicht fürs Grillen gedacht, denn über dem Feuer entwickelten sie unschöne Beulen. Ich aß meines relativ kalt, was zwar nicht sonderlich lecker war (wiederum half Ketchup), aber immer noch die bessere Option. Das komplett erhitzte Würstchen, das mein Freund auf den Teller bekam, hatte durch das fortgesetzte Grillen noch mehr Beulen und eine komisch ledrige Außenhülle bekommen, während das Innere viel zu weich war, über den Geschmack schweige ich lieber, aber wässrige Knete klang im Vergleich dazu attraktiv.


Wir hatten ursprünglich nur einen unsere beiden Dreierpacks Würstchen geöffnet, und nachdem sich nicht einmal ein Esser für das dritte Würstchen finden ließ, blieb die zweite Packung bis zu unserer Abreise verschlossen und zog dann in den Mülleimer um.

Ich habe keine Ahnung, ob sich in anderen Supermärkten etwas Besseres hätte finden lassen, von dieser Marke würde ich sicherlich nichts mehr kaufen. Aber wer weiß, vielleicht ist im nächsten Urlaub ja wieder alles anders.



Dasselbe Team, das Konzertbesucher nun bereits seit vier Jahren mit dem an Pferdemetaphern reichen Maifeld Derby versorgt, hat diesen Sommer zu einer anderen reichhaltigen Bildsprache gegriffen, um ein kleines, sommerliches Eintagesfestival in einem Mannheimer Park zu präsentieren: Die Seebühnenregatta. Lange zögerten wir, ob uns das Event die doch recht langwierige Anreise wert sein würde, denn mit Spaceman Spiff, Enno Bunger und We Invented Paris spielten gleich drei absolut sehenswerte Acts, die ich aber entweder dieses Jahr bereits gesehen hatte oder 2013 gleich zweimal (gut, für meinen Begleiter war das keinerlei Hinderungsgrund).

Letzten Endes entschlossen wir uns dann am Tag selbst doch noch für die Reise nach Mannheim, das allerdings bereits in dem Wissen, dass der Open Air-Charakter des Festivals leiden würde, denn es war Regen gemeldet und die Hauptacts würden in einer Halle spielen.


Bei unserem Eintreffen waren die Welt und das Wetter aber noch in Ordnung. Der Veranstaltungsort Luisenpark entpuppte sich als weitläufiges Gelände, auf dem man nicht nur den Park und dessen Pflanzenwelt genießen und sich auf großen Wiesen ausruhen kann, es gibt auch Käfige und Volieren mit Eulen, Schildkröten, Pinguinen, Flamingos, einem Nasenbär und vielem mehr. Über allem thronen nicht weniger als drei Storchennester, aktuell allesamt mit Pärchen dieser Vogelart besetzt, zusätzlich gibt es noch ein paar Single-Störche.

Die Seebühne, nach der die Regatta benannt wurde, und die ursprünglich für die Bundesgartenschau 1975 erbaut wurde, entpuppte sich ebenfalls als wunderbar malerisch, zwischen Zuschauern und Bühne befindet sich etwas Wasser, während man hinter den Künstlern einen großen See samt vorbei ziehenden Gondolettas sehen kann. Bei unserer Ankunft spielten bereits L'Aupaire, aber viel von ihrem Set haben wir sicher nicht verpasst. Die drei jungen Männer boten Folk-Pop irgendwo zwischen Bob Dylan und Mumford & Sons ohne Banjo.


Obwohl mich die Musik nicht wirklich fesseln konnte - Folk ist einfach nicht mein Ding - war das Ambiente der Freiluftbühne ganz wunderbar, allerdings zeigte ein bald einsetzender, zunächst sehr leichter Regen, dass die Entscheidung, spätere Musiker drinnen auftreten zu lassen, richtig gewesen war.

Nach L'Aupaire trat, quasi als "Pausenunterhaltung" eine junge Mannheimer Sängerin namens Inah auf. Nach drei ihrer getragenen Gitarrensongs - sie hatte angekündigt, viele unterschiedliche Lieder zu spielen, was sich zumindest im von uns verfolgten Teil nicht bestätigte - mussten wir aber, dachten wir zumindest, in Richtung der Baumhain-Halle, in der bald das Set von Spaceman Spiff beginnen sollte. Allerdings hatte sich der Zeitplan ein wenig verschoben, so dass zunächst Warten angesagt war.


Übrigens hatte am Einlass der Seebühne niemand unsere am Parkeingang erworbenen Festivalbändchen kontrolliert, weshalb man im Publikum neben den üblichen Musikfreunden auch einige Zaungäste in sehr fortgeschrittenem Alter hatte sehen können - sicherlich Senioren mit Dauerkarten für den Park, die einfach der Musik gefolgt waren und nun zufrieden zuhörten. Und auch in die Halle folgte uns ein älterer Herr ohne Bändchen - ich weiß nicht, ob er später vielleicht noch aussortiert wurde. Insgesamt gefiel mir diese ungeplante Vereinigung der Generationen aber sehr gut.

Spaceman Spiff trat dieses Mal nicht allein mit seiner Gitarre auf, sondern hatte neben seinem "Personal" Jonny König (den Besucher des Maifeld Derbys zumindest als vom Sänger angesprochenes Publikumsmitglied kannten) sondern auch eine Cellistin dabei. Den Tischtennisschläger-Talisman, der sich doch bereits beim Maifeld Derby als komplett nutzlos erwiesen hatte, klebt er immer noch an seinen Mikrophonständer.


Was den Konzertgenuss zumindest am Anfang doch recht stark trübte, war die Halle, die nicht nur vom Ambiente her sehr altbacken Mehrzweckhallen-mäßig wirkte und uns die schöne Seebühne schmerzlich vermissen ließ, auch der Sound klang merkwürdig flach - und das fiel selbst mir auf, die so gut wie nie die Beschallungskritiken anderer nachvollziehen kann. Mit der Zeit muss der Ton aber besser geworden sein, oder aber, ich hatte mich dran gewöhnt. Nicht gewöhnen konnte ich mich dagegen an die "Lichtshow", die es darauf anzulegen schien, die Zuschauer zum Erblinden zu bringen - stellenweise konnte ich gar nicht zur Bühne schauen!

Nur fünf der dargebotenen zehn Lieder hatte ich bereits beim Maifeld-Konzert gehört, der Rest war mir neu. Hinzu kam die neue Instrumentierung, denn der Schlagzeuger griff bei zwei Liedern ("Ab heute immer jetzt" und "Hamburg") zum Akkordeon bzw. Glockenspiel, während die Cellistin, sowieso eine Neuheit und anscheinend bei ihrem allerersten größeren Bühnenauftritt, bei "Teesatz" auch mitsang.


Wie bei meiner ersten Begegnung fand ich auch dieses Mal die Authentizität des Künstlers geradezu auffällig, wie auch seine scheinbare Überraschtheit, wenn jemand (oder gar einem ganzen Publikum) gefällt, was er macht. Wegen der stark veränderten Setliste und der neuen Instrumentierung hat sich in diesem Fall ein zweiter Konzertbesuch definitiv gelohnt.

Setliste:

Vorwärts ist keine Richtung
Ab heute immer jetzt
Milchglas
Photonenkanonen
Egal
Hamburg
Schnee
Teesatz
Mind the gap
Straßen (wo wir hingehen brauchen wir keine Straßen)

Aber es sollte noch weiter gehen, denn als später das Set von Enno Bunger vorbei war, hörte man im Anschluss draußen im Foyer etwas, das wiederum stark an Spaceman Spiff erinnerte ... und auch Spaceman Spiff war. Nun wieder mit der Gitarren-Minimalausstattung ließ es sich der Sänger, während mittlerweile das angekündigte Gewitter aufs nicht völlig wasserdichte Glasdach prasselte, nicht nehmen, noch ein paar weitere Lieder zu singen. Dass er dieses Mal die etwas lieblose "Bühne" im Hallenfoyer mit einem Mülleimer teilte, irritierte ihn kurzzeitig, aber er schien sich besser zu fühlen, nachdem er erfolgreich aus dem Publikum etwas zum Wegwerfen eingefordert hatte.


Zum Foyer an sich könnte man neben der mangelnden Wasserdichtheit auch sonst noch einiges Kritisches sagen, denn es war ein Durchgangsbereich und generell sehr laut, dennoch traten hier auch weitere "Pausenkünstler" auf, nachdem der Regen draußen eingesetzt hatte. Sicherlich gab es einfach keine weitere Alternative, die nun schon einmal gebuchten Künstler - Spaceman Spiff ersetzte hier wohl spontan eine Band, die offenbar doch nicht kommen konnte - spielen zu lassen.

Setliste:

Yellow brick road
Hier und der Wahnsinn
Wände
Der Tag an dem ich nicht verrückt wurde
100 000 Kilometer

Aber kommen wir zu Enno Bunger. Damals beim heute schon mehrfach erwähnten Maifeld-Auftritt hatte ich mich durch Spaceman Spiff sehr an Enno Bunger erinnert gefühlt, obwohl der eine zur Gitarre und der andere zum Klavier singt. Als ich gelesen hatte, dass beide Sänger hintereinander spielen würden, war ich gespannt gewesen und hatte mich - nicht ganz ernsthaft - gefragt, ob die beiden sich wohl kennen oder ob sie bei ihrer Erstbegegnung begeistert voneinander sein würden. Oder aber, ob es eine Schlägerei geben würde, bei der sich beide als Nachahmer beschimpfen.


Meine Neugier wurde gestillt, denn als bereits alles für den Enno Bunger-Auftritt aufgebaut war, sprang mit einem Mal Spaceman Spiff nochmals auf die Bühne und kündigte begeistert Enno Bunger an - und der umarmte ihn zum Dank und beteuerte im Gegenzug seine Begeisterung von Spaceman Spiff. Schön, dann wäre das ja geklärt!

Kurz vorher hatte ich bereits einen "alten Bekannten" gesehen, denn am Aufbau für Enno Bunger waren erstaunlich viele Menschen beteiligt gewesen, darunter auch Onno, den ich als Bungers Begleitmusiker in der Offenbacher Weinstube kannte. Als das Konzert schließlich begann und Bunger gemeinsam mit einer ganzen Band die Bühne bestieg und "Am Ende des Tunnels", eines von drei neuen Liedern, vortrug, war von Onno aber zunächst nichts zu sehen.


Und während uns Enno noch mit der Aussage begrüßt hatte, dass er Wut möge, sie sei das Viagra für den ausgestreckten Mittelfinger, kam es für Song Nummer drei zu einer überraschenden Stiländerung: Onno erschien auf der Bühne und übernahm das Keyboard, hinter dem Enno Bunger nun mit dem Mikrophon hervortrat und einen neuen Song vortrug, der laut Bungers Aussage noch nicht einmal einen Titel hat. Die neue Rolle als gut gelaunter Entertainer am Bühnenrand war ihm sichtlich ungewohnt und mein Freund meinte "Man merkt, dass er sich immer wieder umsieht und fragt, was die Leute darüber denken, dass er plötzlich Coldplay ist!" Nach dem Song erklärte Enno Bunger, er habe einmal ein Lied über gute Laune schreiben wollen. "Aber dafür seid ihr ja nicht hier!"


Also ging es weiter mit den Trennungsliedern der aktuellen Platte "Wir sind vorbei". Die in der Baumhain-Halle dargebotenen Songversionen waren insgesamt häufig länger als gewohnt ("Roter Faden", "Herzschlag") und hatten ausgedehnte Instrumentalteile. Sonst wurde auch wenig gesagt, denn, das erfuhren wir nach "Herzschlag", die Begleitband sei zu gut und auch zu teuer, um sie nicht ausgiebig zu nutzen. Als zusätzliche Musikerin war die Keyboarderin der Band Joco dabei, deren Sängerin jubelnd im Publikum saß beziehungsweise beim dritten Song mitsang.

Was mich allerdings überraschte, war die Aussage, "Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung" sei auf dem Album ein Duett mit Festival-Headliner Alin Coen, diese sei aber gerade zu müde, um ihren Part zu singen. Da muss ich noch einmal nachhören. Nach "Blockaden" und einem weiteren neuen Song folgte zuletzt "Regen", mit dem Enno möglicherweise das nun draußen beginnende Unwetter herbei gesungen hat.


Ach ja, und nachdem ich mich schon fast damit abgefunden hatte, dass das Konzert ganz ohne Kalauer ablief, kam doch noch einer: "Ich bin dann anschließend am Merchandise, da gibt's auch Jutebeutel, falls das in Euer BEUTELschema passt." Ging doch, Enno!

Setliste:

Am Ende des Tunnels
Die Flucht
(Neu)
Leeres Boot
Roter Faden
Herzschlag
Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung
Blockaden
Scheitern
Regen


Selbige Beutel, also die seiner eigenen Band, pries der We Invented Paris-Sänger Flavian beim anschließenden Auftritt ebenfalls an, allerdings sprach er als Schweizer von "Hipstertäschli". Auch sehr schön.

Die Gruppe hatten wir erst im April in Wiesbaden gesehen, weshalb auch sofort auffiel, dass dieses Mal ein anderer Gitarrist mit von der Partie war, Bruce Klöti war heute nicht zu sehen, stattdessen war Matthias Rückert dabei. Soweit ich Wikipedia verstehe, hat die Band, die in Wirklichkeit ein Künstlerkollektiv ist, aber ohnehin ein wechselndes Lineup, also war das wahrscheinlich völlig normal.


Begrüßt wurden wir zunächst auf Schweizerdeutsch, in verständlicherer Aussprache teilte uns Flavian dann mit, es handele sich zwar um ein bestuhltes Konzert, es seit aber durchaus auch erlaubt, von den Stühlen aufzustehen und zu tanzen. Das erfolgte von Anfang an, wenn auch zunächst eher vereinzelt. Ausgerechnet vor dem in meinen Augen gar nicht sonderlich tanzgeeigneten "Philosopher" folgte dann nochmals die Aufforderung, zu diesem Lied aber nun wirklich zu tanzen, was dann auch von allen umgesetzt wurde.


Viele "Konzertabschnitte" kannte ich bereits aus Wiesbaden, etwa den Konzertauftakt, bei dem Gitarrist und Bassist auf Holzkisten trommelten, Flavians Geschichte über die früheren Wohnzimmerkonzerte, Luftballons (die diesmal allerdings, passend zur Seebühnenregatta, Wasserbälle waren), die das Publikum während "Bubbletrees" in der Luft halten sollte (was sich ein weiteres Mal als ziemlich stressig erwies und den Spaß am Lied ein wenig nahm) sowie das von Flavian allein im Publikum und zum Akkordeon vorgetragene "Requiem".

Trotz der Wiederholungen ein schönes Konzert mit einer offenbar sehr motivierten Band, und als Matthias beim Schluss-Song "More" plötzlich hinter der Bühne eine riesiges Behältnis holte, um darauf herum zu hüpfen und wie wild an diversen Effektgeräten zu drehen, hatte ich auch etwas mir Neues von We Invented Paris gesehen.


Setliste:

Sleeptalker
Auguste Piccard
A View That Almost Kills
Philosopher
Polar bears
Bubbletrees
Bohème
Requiem Mitte
Mont Blanc
Everyone knows
Farmer
Iceberg
Nothing to say
More


Alin Coen & Band mussten wir angesichts einer bevorstehenden langen Rückfahrt ausfallen lassen, nach einem kurzen Besuch bei den Pinguinen verließen wir den Park und kurz darauf auch Mannheim - nicht, ohne anhand zahlreicher in der Zwischenzeit sturmbedingt herabgefallener Äste die Entscheidung, nur zwei Künstler draußen spielen zu lassen, gut zu heißen. Auch ohne den Headliner gesehen zu haben, konnten wir hinsichtlich der ersten Seebühnenregatta ein positives Fazit ziehen: Ein wirklich sehr angenehmer Festivalort, dem zusätzlich zum guten Lineup und dem angenehmen Preis-Leistungs-Verhältnis (ein Ticket kostete an der Tageskasse 25 Euro) im kommenden Jahr auch besseres Wetter zu wünschen wäre!



Traurig aber wahr: Nach zwei Wochen Urlaub muss ich morgen wieder ins Büro - und, noch schlimmer, um 6:30 aufstehen, um überhaupt dorthin zu gelangen!

Ich hoffe, mein Wiedereinstieg in den Berufsalltag fällt weniger aufregend aus als der im Video gezeigte Arbeitstag von Dirk Darmstädter in einer Papierfabrik, wo die Angestellten ständig ihre Computer oder einander vermöbeln.

Herr Darmstädter selbst kennt das Büroleben ansonsten sicher nur vom Hörensagen, denn er macht ja schon seit geraumer Zeit mit verschiedenen Bands (The Jeremy Days, Me and Cassity, als Duo mit Bernd Begemann bzw. solo) Musik, und die Arbeit bei einem Plattenlabel sieht hoffentlich ebenfalls anders aus.

Die Single ist die erste vom im September erscheinenden Soloalbum "Before We Leave".

Heute ist Weltkatzentag! Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob es auch einen Welthundetag gibt, oder wem genau dieser Feiertag nützen soll. Für Elmo und Kami stand er jedenfalls heute im Zeichen der Katzengesundheit, weshalb sie heute Morgen gewaltsam in ihre Transportkörbe gestopft und zum Tierarzt gefahren wurden, wo man sie respektlos durchknetete und ihnen (Impf-)Spritzen gab. So hatten die beiden sich ihren Ehrentag sicherlich nicht vorgestellt!

Für meine beiden gekränkten Katzen und Katzenfans überall poste ich dafür meine liebsten Katzen-Plattencover - in diesem Fall solche, bei denen in der ursprünglichen Version keine Katzen im Spiel waren! Den kompletten Satz gibt es hier.


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1.

Hier hatte ich schon einmal Fotos gezeigt, die mit dem Miniaturmodus meiner Kamera gemacht worden waren. Heute folgt eine Fortsetzung, dieses Mal mit Bildern vom leider bereits beendeten Italienurlaub. Zu sehen sind vor allem die beiden Orte Torri del Benaco und Garda am - richtig geraten - Gardasee.

Miniaturfotos klappen nur, wenn man von oben fotografiert. In diesem Fall versorgten uns die Hanglage des Ferienhauses sowie eine schweißtreibende Wanderung auf den über Garda liegenden Berg mit der nötigen erhöhten Aussicht.








Am 19. September gibt es ein neues Alt-J-Album, das "This is all yours" heißen wird. Vorab gibt es schon einmal ein Video, in dem ein fliehender junger Mann von mehr Pfeilen durchbohrt wird - ohne tot umzufallen - als mir realistisch erscheint. Allerdings geht es in den Video anscheinend um die Schmerzen, die man hat, wenn man jemand vermisst, also sind die Pfeile wohl eher metaphorisch zu verstehen.


Offenbar hat mein Freund ein weniger gutes Gedächtnis für meine Rezensionen vegetarischer Ersatzprodukte als ich - dabei probiert er ja in 99 % der Fälle ebenfalls und ist meistens auch die Person, die überhaupt einkaufen war. Als er kürzlich mit neuen Sachen "zum Testen" nach Hause kam, hielt sich meine Begeisterung jedenfalls in Grenzen, denn die Marke "Lord of Tofu" hatte ich, anders als er, bereits aus einem früheren Test (hier) in nicht gerade positiver Erinnerung.


Immerhin die konkreten mitgebrachten Produkte kannte ich nicht, also bestand die Hoffnung, die geschmacksneutralen Würstchen des früheren Tests könnten ein Negativausreißer im Sortiment gewesen sein. Bei den zu probierenden Produkten handelte es sich um "Poseidon Curry Würstchen" und "Drachen Tofu - veganes Schnitzel mit Drachenkopf-Melisse". Die vollmundigen Namen machten schon einmal Hoffnung, dass die Produkte recht würzig sein würden.

Würstchen und Tofusteak waren ähnlich und eigentlich recht ansprechend verpackt, die Außenkartonage erklärte blumig die Entstehung von Tofu ("Wunderbohne" Soja mit "Zauberpilz" Kombucha) und versicherte außerdem, dass die Produkte Bioland-Qualität hätten, in Deutschland hergestellt und zudem glutenfrei seien - und natürlich rein pflanzlich.


Auch Serviervorschläge hatte Lord of Tofu mitgeliefert, die Würstchen sollte man anbraten und mit Spargel, Schwarzwurzeln oder Sauerkraut essen, zum Drachen Tofu empfahl man Tomatensauce und Rosmarinkartoffeln.

Bei uns gab es nichts dergleichen dazu, lediglich Salat und Brot. Nachdem sich aber leider das frühere Geschmackserlebnis wiederholte - das heißt, es gab im Grunde keinen Geschmack - wäre ein bisschen scharfe Tomatensauce dazu mehr als willkommen gewesen. So mümmelten wir uns widerwillig durch den geformten und gefärbten Tofu, der beinahe genauso schmeckte, als hätte man jeden beliebigen, ungewürzten Tofu einfach direkt aus der Packung kommend angebraten. Ich muss gestehen, dass wir nicht aufgegessen haben.


Es bleibt also dabei: Die Lord of Tofu Produkte sind nur für Menschen zu empfehlen, die Freunde des echten, reinen Tofugeschmacks sind. Zu diesen gehöre ich aber leider nicht und hatte mir angesichts blumig umschriebener Zutaten wie "Drachenkopf Melisse" auch etwas anderes erhofft.

Ich habe glaube ich schon einmal erwähnt, dass mein Freund Urlaube nur dann richtig mag, wenn sie  mit Konzertbesuchen verbunden sind. Entsprechend gering war seine Begeisterungsfähigkeit bezüglich einer Reise zum Gardasee. Im italienischen Lehrerparadies, wo fast alles auf Deutsch beschriftet ist, rechnete er kaum damit, für ihn interessante musikalische Unterhaltung anzutreffen. Um so begeisterter reagierte er, als die Band Get Well Soon nur wenige Tage, nachdem wir unser Ferienhaus am Ostufer fest gebucht hatten, ein Konzert in Rovereto ankündigten. Das Städtchen liegt zwar nicht am See, ist aber per Autobahn von dort gut zu erreichen. Der Urlaub musste lediglich um einen Tag vorverlegt werden, und im Ergebnis sah mein Freund der Reise nun viel positiver entgegen.



Rovereto ist ein hübscher kleiner Ort, der im Ersten Weltkrieg Schauplatz heftiger Kämpfe war, und wo in einem Gebeinhaus die Überreste von nicht weniger als 20.000 Soldaten italienischer und österreichischer Soldaten aufbewahrt werden. Nachdem der Kriegsbeginn aktuell genau 100 Jahre zurückliegt, veranstaltete der italienische Fernseh- und Radiosender RAI passenderweise hier ein Friedensfestival, in dessen Rahmen an mehreren Abenden verschiedene Künstler auftraten - unter anderem auch Echo & the Bunnymen. Das Ganze wurde live im italienischen Radio übertragen.


Im Vorfeld war es nicht ganz einfach gewesen, Informationen zu der Veranstaltung und insbesondere Tickets zu bekommen. Irgendwann bekam ich heraus, dass der Eintritt umsonst war, man musste sich aber telefonisch anmelden, was letztlich eine Italienisch sprechende Kollegin für mich übernommen hatte. Nach dem Abholen der Tickets und einem leider öffnungszeitenbedingt recht kurzen Besuch im sehenswerten Museum für moderne Kunst MART, in dessen Räumlichkeiten sich auch der Konzertsaal befand, ging es noch schnell in die nahe gelegene Pizzeria, wo wir prompt feststellten, dass auch Get Well Soon eingetroffen waren und hier ihr Abendessen einnahmen.



Zurück am Konzertsaal stellte sich für uns die Frage, in welcher Konstellation der Konzertabend ablaufen würde. Neben Get Well Soon stand im Programmheft nämlich auch der Name Raphael Gualazzi. Wer würde wohl Vor- und wer Hauptband sein, oder würde die Band mit dem uns unbekannten Italiener gemeinsam musizieren? Nach dem Einlass in den für die kleine Stadt erstaunlich großen Konzertsaal mit ansteigenden Sitzreihen zeigte sich, dass bereits alles für eine größere Band aufgebaut zu sein schien, es hing unter anderem auch eine Geige bereit, die sicherlich auf Verena Gropper wartete - Get Well Soon würden also beginnen.



So kam es dann auch, nach einer für uns leider kaum verständlichen Ankündigung durch einen Conférencier (immerhin bekam ich mit, dass er etwas über das Friedensfest im Kontext der aktuellen Konflikte in Gaza sagte) betrat die Band die Bühne, stellte sich im Vergleich zu früheren Konzerten spiegelverkehrt auf und trug die ersten beiden Songs - "I Sold My Hands For Food So Please Feed Me" und "The Last Days Of Rome" ohne große Worte vor. Erst anschließend sagte Konstantin Gropper Hallo und entschuldigte sich auf Englisch dafür, dass sein Italienisch nicht gut genug sei, es vor einem italienischen Publikum zu verwenden. Mit sich selbst spreche er die Sprache aber gerne.



Es folgte ein leider nur recht kurzes Set mit insgesamt acht Songs, die von der Band wie gewohnt opulent und mitreißend dargeboten wurden. Inwieweit die Lieder dem Großteil des Publikums bekannt waren, konnte man nicht genau wissen, applaudiert wurde jedoch ausgiebig. Vor "Angry Young Men" erklärte Gropper, es gebe wohl kaum einen besseren Anlass für ein Musikfestival als den Frieden, wobei es im nun folgenden Lied eher um Aggression ginge. Nachdem die Band am Ende von "A Burial at Sea" kurz regungslos verharrt war (das ist übrigens auf dem nächsten Foto festgehalten, nur sind Fotos ja außerhalb der Harry Potter-Welt immer regungslos), kündigte Gropper das nächste Lied "You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)" an, indem er sagt, der folgende Song sei nicht dafür gedacht, im Sitzen gehört zu werden. Das Publikum traute sich zwar nicht so recht, von den Sitzen zu springen und zu tanzen, aber zumindest wurde mitgeklatscht. Verena Gropper war übrigens seit dem Maifeld Derby beim Friseur gewesen und hat nun einen recht kurzen Bob, der gut zum asymmetrischen Kleid passte.


Der Song schloss den Auftritt dann auch schon ab, das auf der Setliste als Zugabe vermerkte "Red Nose Day" wurde trotz begeistertem und anhaltendem Applaus nicht mehr gespielt. Stattdessen kam es zu einigen Comedy-artigen Szenen, weil sowohl Konstantin und Verena Gropper als auch Timo Kumpf beim Abbau kurz die Bühne betraten, um bei irgendetwas zu helfen, und das Publikum bei ihrer Sichtung jedes Mal wieder in Applaus ausbrach - was jeweils zu geschmeichelt-peinlich berührten Blicken der Künstler führte, die dann stets schnell wieder abgingen.



Nach einer weiteren Ankündigung durch den Moderator folgte nun der Auftritt von Raphael Gualazzi, von dem ich mittlerweile weiß, dass er 2011 für Italien am Eurovision Song Kontext teilnahm und zweiter wurde (hinter dem Duo aus Aserbaidschan). In Italien ist der Künstler sicherlich viel bekannter als Get Well Soon, dennoch rief seine Swingmusik, bei der er am Klavier sitzend sang, während ihn, auf Podesten stehend, sowohl eine Bläsergruppe als auch ein bemüht synchron tanzendes Sängerinnen-Trio begleitete, bei uns hauptsächlich Befremden hervor. Nach dem ersten seiner Songs verließen wir den Ort des Geschehens, so schnell wir konnten.



Draußen vor dem Auditorium bestand im Innenhof des Museums die Möglichkeit, die Konzerte auf einer Videoleinwand zu sehen, was an dem warmen Sommerabend auch ausgiebig genutzt wurde.

Schade, dass der Auftritt von Get Well Soon so kurz war und dass die Zugabe trotz der offensichtlichen Begeisterung des Publikums nicht gespielt wurde - das hatte sicherlich Zeitgründe, vielleicht wegen der Radioübertragung. Dennoch ein schönes Konzert in einem angenehmen Konzertsaal und zu einem wichtigen Anlass.



Setliste:
I Sold My Hands For Food So Please Feed Me
The Last Days Of Rome
A Voice In The Louvre
Roland, I Feel You
Werner Herzog Gets Shot
Angry Young Man
A Burial At Sea
You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)

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