Kommen wir nun in die Kategorie "etwas abgelegen", wobei das natürlich eine sehr subjektive Einschätzung ist. Lemongrass ...

Der große römische Eistest kehrt zurück: Lemongrass und Gelateria del Viale


Kommen wir nun in die Kategorie "etwas abgelegen", wobei das natürlich eine sehr subjektive Einschätzung ist.

Lemongrass


Die bei Tripadvisor sehr beliebte Eisdiele liegt in unmittelbarer Nähe der Metrostation Ottaviano. Bei einem Fußweg in der Nähe stellten wir fest, dass es zwei Filialen gibt - die von uns besuchte sowie noch eine in der Nähe, an der Via Ottaviano. Bei unserem Besuch am späteren Abend war ein bisschen Aufräumstimmung, obwohl durchaus noch geöffnet war.


Vor uns bestellte sich eine deutsche Schülergruppe ebenfalls Eistüten, so das wir ausführlich Zeit hatten, und unsere Eissorten mittels des Aushangs an der Wand zusammen zu stellen. Leider stellte sich dann bei der Bestellung heraus, dass in der Theke nur ein Bruchteil dieser Sorten überhaupt vorrätig war.


Wir entschieden uns dann anstelle der spannenden, nicht vorhandenen Sorten Strudel, Cookies und Sacher für Pistazie und Joghurt mit Honig und Nüssen (ich) und Pistazie, Bacio und Tiramisu (mein Freund). Unsere Begeisterung heitl sich in Grenzen: Das Pistazieneis war in Ordnung, aber auch keine Offenbarung. In meinem Joghurteis vermisste ich Honig und Nüsse, während mein Freund die Schokolade seines Bacio-Eises zu dunkel fand und das Tiramisu-Eis als "Vanilleeis mit Keksstückchen und Schokolade" beschrieb.



Das begeisterte Urteil anderer Gäste konnten wir also nicht bestätigen, auch, wenn die Eisdiele natürlich keineswegs schlecht ist.

Adresse: Via Barletta 1 und Via Ottaviano 29.

Gelateria del Viale


Bei diesem Rombesuch schafften wir auch einen abendlichen Ausflug nach Trastevere, was sich insgesamt als eher enttäuschende Erfahrung herausstellte: Natürlich ist das Viertel an sich mit seinen kleinen, dörflichen Gassen hübsch und sehenswert, aber es befindet sich auch fest in der Hand der Touristen und derer, die ihnen Dinge verkaufen möchten.

Das zumindest kann man von der Gelateria del Viale nicht behaupten, sie ist nämlich so klein, dass man sie beinahe übersieht, und macht einen gleichermaßen hübschen wie abgelegenen Eindruck. Natürlich wird auch dieses Lokal von Touristen frequentiert, es liegt aber nicht im Epizentrum des Rummels.


Wiederum waren wir abends unterwegs, und ich hatte direkt vor dem Pizzaessen keine Lust auf ein Eis - also testete mein Freund ausnahmsweise allein (immerhin probierte ich fleißig mit). Für 4 Euro bekam er drei Sorten in einem großen Becher: Pistazie, Biscotti, Zimt/Vanille.

Während das Ambiente des Miniladens sehr schön war und die Bedienung extrem freundlich, fiel das Eis gegenüber unseren Erwartungen zurück. Zimt-Vanille schmeckte zwar sehr zimtig, war aber irritierenderweise komplett weiß. Pistazie schmeckte wiederum solide, während das Kekseis ein wenig langweilig war und zu wenig Stückchen enthielt.


Auch hier konnte das Geschäft Tripadvisor also mehr begeistern als uns, und auch hier gilt: Hingehen kann man natürlich trotzdem.

Adresse: Piazza Giuseppe Gioachino Belli 9

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1. Es gibt etwas Neues von Kettcar 2. Es gibt auch wieder den Sendeschluss 3. Im Sommer '89 war ich sechzehn und zog von Köln nach...

Sendeschluss: Kettcar - Sommer '89



1. Es gibt etwas Neues von Kettcar
2. Es gibt auch wieder den Sendeschluss
3. Im Sommer '89 war ich sechzehn und zog von Köln nach Bayern, während DDR-Flüchtlinge in der westdeutschen Botschaft in Ungarn campierten
4. Dass man vor der Wiedervereinigung im Westen keine Ahnung hatte, wie Sächsisch klang, kann ich so bestätigen
5. Ein schönes Lied, Zeitgeschichte mit aktuellem Kontext, wie nicht zuletzt die unterirdischen Kommentare zum Video auf Youtube belegen.

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Im Juni schrieb ich noch, das Konzertkartenbudget sei nun bis 2018 aufgebraucht , aber es gibt nun doch noch einen kleinen Nachtrag - u...

Gekauft: Juli 2017


Im Juni schrieb ich noch, das Konzertkartenbudget sei nun bis 2018 aufgebraucht, aber es gibt nun doch noch einen kleinen Nachtrag - und quasi ein Schnäppchen.

Im Herbst kommt nämlich Tori Amos auf Tournee, und während sie in ganz Europa attraktive Spielorte aufsucht - ich weiß zwar nicht, wie das Brucknerhaus in Linz oder das Cork Opera House aussehen, aber man stellt sich hier durchaus Orte vor, die eigentlich der klassischen Musik gewidmet sind, außerdem kommt Frau Amos auch in die wunderschöne Royal Albert Hall in London - wurde ihr für Luxemburg das eher mittelschöne (und kleine!) Den Atelier gebucht.

Das hat als Nebeneffekt, dass die luxemburgische Veranstaltung viel günstigere Ticketpreise hat als beispielsweise das Tori Amos-Konzert in den Frankfurter Jahrhunderthalle: Hier ist man mit 47 Euro dabei, dort zahlt man je nach Platzkategorie mehr als doppelt so viel.

Also: Der zusätzliche Ticketkauf ist angesichts dieser Argumente absolut zu rechtfertigen, das ist ja wohl völlig klar.

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Im Rom-Urlaub bewohnten wir eine überaus luxuriöse Ferienwohnung, die sogar über einen Netflix-Anschluss verfügte. Natürlich hatten wir ...

Gesehen: Juli 2017



Im Rom-Urlaub bewohnten wir eine überaus luxuriöse Ferienwohnung, die sogar über einen Netflix-Anschluss verfügte. Natürlich hatten wir mit Besichtigungen und Konzerten eigentlich genug zu tun, dennoch schafften wir es, auch noch kurz eine Serie wegzugucken: GLOW.

GLOW steht für Gorgeous Ladies of Wrestling und ist die Fiktionalisierung einer wahren Geschichte: 1985 kamen tatsächlich erstmalig wrestelnde Frauen ins US-Fernsehen.

Die Hauptfigur Ruth versucht sich seit Ewigkeiten erfolglos als Schauspielerin, als sie zum Casting für die Wrestling-Sendung eingeladen wird - ohne so recht zu verstehen, worum es eigentlich geht. Der Regisseur hat eigentlich ebenfalls keine Ahnung vom Thema und auch kein großes Interesse daran - engagiert aber einen Haufen Frauen, die aus höchst unterschiedlichen Gründen mitmachen wollen.

Die zehn Folgen dauern je nur eine gute halbe Stunde, was sie für den Ferienkonsum ideal machte. Mir gefiel die Serie sehr gut - natürlich hat viel ihres Charmes damit zu tun, dass sie in den 80ern spielt, aber die Figuren sind einem nicht egal, und Wrestling irgendwann dann auch nicht mehr.

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Dank Reisen und Festivalberichten komme ich mit den Monatsrückblicken überhaupt nicht hinterher. Hilfe! Im Juli las, beziehungsweise hö...

Gelesen: Juli 2017


Dank Reisen und Festivalberichten komme ich mit den Monatsrückblicken überhaupt nicht hinterher. Hilfe!

Im Juli las, beziehungsweise hörte, ich aber sowieso nur ein Buch, nämlich Charlotte Street von Danny Wallace - der bereits im November 2016 mit Who is Tom Ditto? das Buch des Monats stellte. In den Rezensionen auf Goodreads las ich das eine oder andere Mal, Charlotte Street sei der bessere der Romane des Comedians, aber obwohl mir Charlotte Street ebenfalls gut gefiel, kann ich mich diesem Urteil nicht anschließen: Tom Ditto war einfach noch einen Tick abgedrehter im positiven Sinne.

Die Hauptfigur von Charlotte Street heißt Jason Priestley, ist in ihren Dreißigern und macht aktuell eine schwere Zeit durch: Ursprünglich war er ein eher mittel-engagierter Lehrer, doch gab er diesen Beruf auf, als ein Schüler seiner Schule einen Anschlag beging. Nun versucht er sich als Journalist, kommt mit seinen Rezensionen für ein Londoner Umsonst-Stadtmagazin aber eher schlecht als recht über die Runden. Auch seine Beziehung ist nach dem Anschlag in die Brüche gegangen, weshalb er nun ein Zimmer bei einem Studienfreund bewohnt.

Als Jason eines Tages einer Frau begegnet, die beim Einsteigen in ein Taxi diverse Dinge fallen lässt, hilft er ihr und bleibt anschließend versehentlich mit einer belichteten Einmalkamera zurück. Er entwickelt eine Besessenheit bezüglich der Frau und versucht, sie mit Hilfe der entwickelten Bilder zu finden - was zu diversen anderen Ereignissen führt.

Mackenzie Crook, bekannt als Gareth aus The Office, liest den Großteil der Geschichte in der Hörbuchversion, Wendy Wason verleiht der Unbekannten eine Stimme, die aber deutlich seltener zu Wort kommt. Charlotte Street ist eine durchaus lesenswerte, häufig lustige Geschichte über das Erwachsenwerden, Lebensentscheidungen und die Verarbeitung von Enttäuschungen.

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Dieses Jahr besuchten mein Freund und ich zum dritten Mal in Folge das A Summer's Tale Festival in der Lüneburger Heide. Auf dem Hin-...

Neulich auf Safari: Im Serengeti Park


Dieses Jahr besuchten mein Freund und ich zum dritten Mal in Folge das A Summer's Tale Festival in der Lüneburger Heide. Auf dem Hin- und Rückweg sahen wir jedes Mal Plakate, die sowohl für einen Vogelpark als auch den Serengeti Park warben - also beschlossen wir dieses Jahr kurzerhand, einen Tag früher gen Norden aufzubrechen und dem Serengeti Park in Hodenhagen einen Besuch abzustatten.


Der Park bietet diverse Übernachtungsmöglichkeiten an, sowohl in "Lodges" als auch in Wohnmobilen, die man vor Ort mieten kann und mit denen man dann im Safaripark selbst "zwischen den Tieren" schlafen kann. Für unseren Wunschtermin waren aber sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht, weshalb wir dann letztlich nach dem Besuch im Park einfach einen Tag früher in unser Festival-Hotel einzogen.

Ich war im Vorfeld nur in einem weiteren Safaripark gewesen, im Parco Natura Viva am Gardasee. Dieser Zoo hatte einen Bereich gehabt, den man mit dem eigenen Auto durchfuhr, und in dem man beispielsweise Giraffen und auch Geparden in "freier Wildbahn" beobachten konnte - die einzelnen Lebensbereiche waren durch Doppeltore getrennt, was die Giraffen sicherlich zu schätzen wussten. Tatsächlich machte sich aber ein "Wildnis-Gefühl" breit, wenn man die Tiere so außerhalb des Autos ohne weitere Grenzen herumstreifen sah. Der Parco Natura Viva umfasste zusätzlich noch einen riesigen regulären Zoo, in dem man dann letztlich den größten Teil des Tages verbrachte.


So in etwa hatte ich mir den Serengeti Park auch vorgestellt, obwohl ich auf der Website bereits gesehen hatte, dass der Park auch Fahrgeschäfte enthält, also kein reiner Zoo ist. Beim Vorab-Googlen entdeckte ich auch eine Freikarte, mit der einer von uns umsonst in den Park durfte - was gut war, denn der Eintritt kostet schlappe 32,50 Euro Eintritt.


Nachdem wir am selben Tag schon aus dem Westerwald nach Niedersachsen gefahren waren, entschieden wir, den Safaripark nicht, wie es auch in Hodenhagen üblich ist, mit dem eigenen Auto zu durchfahren. Stattdessen schlossen wir uns einer Bustour an, für die man weitere 5,50 Euro pro Person berappen musste.


Diese Entscheidung kann ich nur als Fehler bezeichnen: Vorgestellt hatte ich mir, dass man bei einer Bustour viele Dinge erklärt bekommen und vielleicht auch mehr sehen würde als auf eigene Faust. Tatsächlich sind die Besichtigungsbusse aber Doppeldecker im Stil eines Londoner Buses, was bedeutete, dass man durch die Fenster gar nicht sonderlich viel sehen konnte - schon gar nicht ohne Fensterplatz.


Viel schlimmer war aber die Bustour an sich, denn die Fahrer sind offensichtlich angewiesen, alles möglichst lustig zu gestalten. Und so erzählte der Busfahrer Kalauer um Kalauer, sicherlich keinen davon auch nur an diesem Tag zum ersten Mal (Beispiel gefällig? "Ich hab' das kleine Zebra da hinten gefragt, was es denn werden will, wenn es groß ist. Wisst ihr, was das gesagt hat? Zebrastreifen!"). Wenn man es schaffte, die unlustigen Witze auszufiltern, bekam man tatsächlich auch die eine oder andere Information, etwa, welche Tierart wie viel Nachwuchs hatte, aber letztlich wären wir im eigenen Auto wohl glücklicher geworden.


Eine Attraktion hatte der Bus allerdings: Der Fahrer hatte Ahornblätter dabei, die von den anwesenden Kindern begeistert an eine Giraffe verfüttert wurden - die zu diesem Zweck natürlich ihren Kopf in den Bus streckte. Viel davon sehen konnten wir allerdings nicht, weil wir im oberen Stockwerk saßen.

Der Safaripark an sich blieb auch gegenüber unseren Erwartungen zurück. Tatsächlich war alles ähnlich wie in Italien, aber die unterschiedlichen Bereiche, die auch hier durch Sicherheitstore voneinander getrennt sind, waren sehr dilettantisch im Stil ihrer "Region" dekoriert - mit Buddhas in Asien, Holzskulpturen in Afrika, Pharaos in Ägypten und so weiter - das sah ziemlich ramschig aus. An einer Stelle gab es einen "Streichelzoo" mit Ziegen und Eseln, für den wir kurz aus dem Bus aussteigen durften - trotz vorheriger Durchsage, dass man die Ziegen nur mit dem vor Ort käuflichen Futter füttern dürfe, sahen wir, wie ein Junge eine komplette Tüte Erdnussflips ausschüttete. Nachdem es vor Ort kein Parkpersonal gab - lediglich die Busfahrer sprachen die eine oder andere Ermahnung aus - hinderte ihn auch niemand daran.


Immerhin: Vom Bus aus sahen wir, teils mehr schlecht als recht, Leoparden, Tiger, Löwen, Nashörner mit Babys, Büffel, Strauße, Zebras mit Babys, Gnus, Lamas... angeblich gibt es in diesem Bereich über 1500 frei lebende Tiere. Schade, dass der Bus die über 10 Kilometer Strecke in einer Stunde abhandelte, von der wir auch noch zehn Minuten im Streichelzoo verbrachten. Für viele Tiere hätten wir uns gerne mehr Zeit genommen.


Als die Bustour überstanden war, machten wir uns auf, den restlichen Park zu erforschen. Zu Fuß kann man vor allen Dingen Affen sehen, etwa Kattas oder auch Kapuzineräffchen und Totenkopfäffchen - und hier darf man jeweils in die Gehege hinein gehen. Dieser Teil des Zoos machte mir tatsächlich Spaß. Vor den Gehegen hängen Warnschilder, denn viele der Affen klauen beispielsweise Brillen oder Gegenstände aus offenen Taschen.


Bei den Affen zu sein war also tendenziell schön, aber wie schon im Streichelzoo hatte ich den Eindruck, dass es an Aufsicht mangelte. Nur bei den Totenkopfäffchen saß eine Angestellte, in den restlichen Gehegen waren die Besucher allein - und fassten die Affen an, was nur teilsweise gestattet war, und lockten sie auch mit Futter an. Gut kann es für all die Affen nicht sein, wenn sie vermutlich jeden Tag mit irgendeinem Mist gefüttert werden.

Das Areal mit den Affen - nicht zu allen konnte man ins Gehege, Schimpansen und Mandrillaffen waren von Wassergräben umgeben - sahen wir uns vielleicht eine halbe Stunde lang an, dann ereichten wir eine weitere "Attraktion", die "Dschungel-Safari-Tour" (wir hatten vorher die "Serengeti Safari Tour" gemacht. Nein, ich kann mir das auch nicht merken). Deren kleinere, an den Seiten offenen Busse hatten wir von unserem geschlossenen Doppeldecker aus sehnsüchtig fahren sehen, und unser Busfahrer hatte erklärt, diese Bustour sei kostenlos.


So stellten wir uns eben an, denn die kleinen Busse waren schnell voll und viele wollten mit. Als wir an der Reihe waren, fuhr unser Kleinbus, dessen Fahrer ebenfalls Witze erzählen musste, dabei aber zum Glück schlechter zu verstehen war, etwa fünf Minuten lang durch den Safaripark, wieder sahen wir Zebras und Nashörner. Doch dann bogen wir in ein Waldstück ab, den komplett künstlichen "Dschungel", wo der Rest der Fahrt stattfand. Beispielsweise wurde unser Bus von ziemlich mottenzerfressenen Plastiklöwen "angegriffen", an einem weiteren Haltepunkt sah man, wie ein Plastikmensch von einem Plastikkrokodil gefressen wurde. Viele der "Attraktionen" hatten den Zweck, die Besucher nass zu spritzen, so etwa ein mit Stimme vom Band sprechender Strauß, eine Schlange, ein spuckender, auf dem Klo sitzender (allein das ist ja schon ein Schenkelkopfer!) Wärter... Es war wirklich kaum auszuhalten, und wir konnten kaum fassen, was wir uns mit dieser Fahrt angetan hatten.

Als die Reise durch das Showelement "drittklassiger Ferienpark für Kleinkinder" endlich vorbei war, wurden wir nahe des Startpunkts wieder abgesetzt, an dem man per Schild aufgefordert wurde, diese Fahrt bitte nur einmal zu machen, damit auch andere Gäste in ihren Genuss kommen könnten. Kein Problem, ich musste nur meinen Drang unterdrücken, die noch Anstehenden zu warnen.


Nach der Bustour stand für uns noch ein Programmpunkt aus: Teil des mit dem Auto befahrbaren Parcours sind auch die Elefantengehege, die Doppeldecker fahren dort aber nicht hin - also machten wir uns noch auf einen Fußweg dorthin. Während ich zu den Haltungsbedingungen der anderen Tiere im Autobereich wenig sagen kann, sie schienen zumindest mehr Platz zu haben, als das in regulären Zoos der Fall ist, sah es bei den Elefanten ziemlich traurig aus: Die Elefantenkühe standen in einem recht kleinen Gehege, das komplett abgefressen zu sein schien, der Bulle hatte etwas mehr Platz, aber auch nicht viel, und alle standen irgendwie gelangweilt herum. Nicht schön.


Im Grunde hätten wir nun noch viele andere Dinge unternehmen können, die allesamt in unser Eintrittsgeld mit inbegriffen waren: Als weitere "Erlebnistouren" standen noch eine Fahrt mit einem Quad, die Aqua Safari (auch mit Plastiktieren) oder die "Black Mamba", ein Jetboat, zur Verfügung. Bei allem war aber von vorne herein klar, dass es mit Tieren nichts zu tun hatte. Zusätzlich gab es noch viele, viele Fahrgeschäfte (es sind mehr als 40), Trampoline, einen Mini-Kletterwald, eine afrikanische Tanzshow... nur interessierte uns all das eben nicht besonders.

So zogen wir etwas bedröppelt wieder ab. Menschen, die den Park besuchen möchten, und die ähnlich wie ich nur Interesse am Zoo-Teil haben, würde ich empfehlen:

- In jedem Fall vorher im Netz nach einem Freiticket suchen,
- die Serengeti-Safari im eigenen Auto machen, sich dabei viel Zeit lassen,
- anschließend die Affengehege besuchen,
- dann abreisen.


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Und schon war der Samstag des A Summer's Tale gekommen, der letzte Tag, bei dem ich mir im Vorfeld dachte, dass man ihn aus meiner S...

Neulich beim Familienfestival: A Summer's Tale 2017, Tag 4


Und schon war der Samstag des A Summer's Tale gekommen, der letzte Tag, bei dem ich mir im Vorfeld dachte, dass man ihn aus meiner Sicht auch weglassen könnte - nicht, weil ich genug vom Festival hatte, sondern weil ich keine der Bands so richtig gerne sehen wollte. Dann wurde es aber doch ein Tag mit vielen schönen Momenten.

Obwohl das A Summer's Tale dieses Jahr erst zum dritten Mal stattfand, gab es schon die eine oder andere Änderung, beispielsweise gab es in Jahr 1 und 2 die Möglichkeit, ein voraus gebuchtes und fest geplantes Abendessen an Tischen mit Bedienungen einzunehmen - 2017 war das nicht mehr so. Anderes ist hinzu gekommen, am auffälligsten ein kleines neues Areal namens "Waldwinkel", in dem Diverses zum Thema "Naturerlebnis" angeboten wurde.

Als vielseitig interessierte Besucher machten wir uns am Samstagmittag auf, uns das einmal anzusehen. Vom Kern des Geländes aus musste man ein ganzes Stück entlang der Campingplätze entlang gehen, was vermutlich die Tatsache erklärt, dass der Waldwinkel einen nicht gerade überlaufenen Eindruck machte. Direkt vor Ort gab es sowohl einen "Barfußpfad", auf dem man jederzeit in einem kleinen Parcours testen konnte, wie sich diverse Materialien - Rinde, Holzspäne, Kieselsteine etc. - unter der nackten Fußsohle anfühlten.

Direkt nebenan gab es des Naturerlebnis-Parcours, auf dem es an Stationen diverse Aufgaben zu bewältigen gab, etwa Tierstimmen erkennen, Nahrung nach Geruch zuordnen oder Pflanzen bestimmen. Die Antworten wurden in ein kleines Heft eingetragen, das dann am Ende von einem Mitarbeiter "kontrolliert" wurde - unsere Gruppe schaffte es aber nicht, das "Heide-Ranger-Diplom", das es nur für ein fehlerfrei ausgefülltes Heft gab, zu erreichen. Immerhin bekamen wir einen Troststempel und wissen jetzt, was man am dringendsten bei einem Flugzeugabsturz in der Wildnis benötigt. Übrigens war der Waldwinkel auch der Startpunkt einiger anderer Aktivitäten, etwa der Barfußwanderung und des Workshops im Fährtenlesen.


Nach unserer Rückkehr aufs Festivalgelände hatte mein Freund Terminnöte, denn er wollte innerhalb von 30 Minuten Rocko Schamoni, den Hamburger Kneipenchor und die Band Blaudzun aufsuchen. Ich ließ mich derweil zumindest ein bisschen länger bei Herrn Schamoni an der Waldbühne nieder.

Der war eigentlich mit einer Lesung mit Musik angekündigt gewesen, erklärte aber, als er die Waldbühne betrat, er halte nicht viel von Lesungen bei Festivals: Das Publikum wolle im allgemeinen entweder abrocken oder schlafen, beim Lesen zuhören wollten jedenfalls die wenigsten. Er werde deshalb erst einmal Musik machen, und dann, eventuell, ganz am Ende noch etwas lesen.

Schamoni weiß, eine Menge zu unterhalten - so behauptete er, die vom Laptop eingespielte Begleitmusik sei in Wahrheit eine Skype-Liveschaltung zu seiner Band, die aktuell in einem öffentlichen Toilette in Lüneburg mitmusiziere - und sorgte auch sonst für einige Lacher. Zu "Die Raute" erfuhren wir, dass er es ursprünglich als Kritik an Angela Merkel geschrieben habe, diese aber wegen deren Flüchtlingspolitik teilweise revidieren müsse.


Eigentlich hätte ich dem lustigen und unterhaltsamen Set gerne noch zugehört, aber um meinen Sitzplatz herum herrschte ein ständiges Kommen und Gehen, weshalb es dann doch eine leichte Entscheidung war, einmal zur Zeltbühne zu gehen und meinen Freund zu suchen. Folglich werde ich wohl nie erfahren, on Rocko noch etwas vorgelesen hat.

Setliste:

Mauer
Ist das wieder so ne Phase (Lassie Singers Cover)
Was kostet die Welt
Die Raute
...


Mein Freund hatte in der Zwischenzeit auch noch den Hamburger Kneipenchor mitgenommen. Der Chor hatte, wie bereits im Vorjahr, zwei 15-Minuten-Auftritte an verschiedenen Tagen, jeweils in der Nähe der Fressstände. 15 Frauen, 10 Männer und ein Chorleiter mit Ukulele sangen inbrünstig Pophits, die im Allgemeinen als Wechselgesang zwischen den männlichen und den weiblichen Mitgliedern interpretiert wurden.

Das Ganze war wie schon im Vorjahr sehr unterhaltsam und sehenswert, wegen der "Plötzlichkeit" der kurzen Auftritte schien es ein bisschen, als würde man einem Flashmob beiwohnen.

"Setliste":

Bologna (Wanda)
Home (Edward Sharpe & The Magnetic Zeros)
Wrecking Ball (Miley Cyrus)
...


Weiter ging es nun für uns gemeinsam bei Blaudzun. Mein Freund hatte sich schon sehr auf die mir unbekannte niederländische Band (streng genommen handelt es sich wohl eher um einen Solokünstler mit Begleitmusikern) gefreut. Auch die Musiker schienen dem Auftritt entgegengefiebert zu haben, zumindest strahlten sie eine enorme Spielfreude bei den vielfach an Arcade Fire, einmal auch an Radiohead  erinnernden Songs aus. Einige Fans hatte man offensichtlich ebenfalls dabei, deren Begeisterung steckte schon bald den Rest des leider insgesamt nicht sehr vollen Zeltes an.


Vielfach gab es Mitsingchöre, so wiederholte das Publikum unaufgefordert den Refrain von "Solar" ("It hurts too much to stay but I won't let go") ad ultimo, zur großen Freude der Musiker. Der Trompeter kletterte am Ende des Auftritts noch kurz auf die Trommel - wieder eine Parallele zu Arcade Fire, wobei dort eher der Schlagzeuger solche Faxen macht..

Setliste:

To Be Lost In 87
Between A Kiss And A Sorry Goodbye
Flame On My Head
?
Press On (Monday's Child)
Halcyon
Alarmalarma
Echo Heartache
Solar
Elephants
Mud
Jupiter
Promises Of No Man's Land 
Blaudzun



Für uns stand nun ein weiterer Workshop auf dem Programm. Unter dem Titel "Welcher Wein soll's sein?" bot das Weinkontor Rindchen eine Art Mischung aus Informations- und Werbeveranstaltung mit Weinprobe an. Der Weinhändler ist ohnehin mit dem Festival verbunden, denn er liefert den jährlich neu von einer Jury ausgewählten Festivalwein - und auch noch manch anderen, den man an den Getränkeständen kaufen kann.

Der Workshop hatte als grobes Thema, das Harmonieren zwischen diversen Weinarten und Essen über Klischees wie "Rotwein zum Fleisch" hinaus zu untersuchen. Zu diesem Zweck durften die Teilnehmer insgesamt fünf verschiedene Weine (drei weiß, einer rot und ein Rosé) probieren, dazu wurden jeweils kleine Häppchen gereicht, die vielfach ebenfalls vom Festivalgelände stammten: Pizza vom Pizzastand, Falafel vom Libanesen, Schafskäse vom Biomarkt-Stand, außerdem Schokolade und Karamellwaffeln, die selbst mitgebracht waren.

Parallel bekamen wir einerseits Informationen zu den Weinen, andererseits wurden wir eingeladen, zu testen, wie diese mit und ohne die "Essensbeilage" schmeckten. Obwohl die Weinmengen natürlich eher klein bemessen waren, stieg der Alkohol den Teilnehmern schnell zu Kopf, was sich in einem steigenden Geräuschpegel äußerte... Ich war angesichts meiner eigenen schwindenden Konzentrationsfähigkeit ganz froh, dass man die vermittelten Informationen in Form einer Broschüre auch mitnehmen konnte. Meine Gruppe schmeckte übrigens der Dessertwein am besten.


Anschließend beschloss ich für mich selbst spontan eine Programmänderung. Mein Freund hatte als nächste Bands Bear's Den und Judith Holofernes eingeplant, doch ich hatte bemerkt, dass parallel auch die Möglichkeit bestand, an einer Waldwanderung teilzunehmen. Nachdem ich sowieso gerne auch einen der "Wanderungs"-Programmpunkte kennen lernen wollte und bei Judith Holofernes womöglich ohnehin den anderen Teilnehmern den Spaß verdorben hätte, seilte ich mich ab - zunächst galt es allerdings, den einzigen Regenguss des Festivals abzuwarten, der glücklicherweise pünktlich zum Wanderungsbeginn vorbei war.

Jan Brockmann, der hauptberuflich diverse Möglichkeiten anbietet, die Lüneburger Heide und Flora und Fauna kennen zu lernen, leitete diese Mischung aus Spaziergang und Vorlesung. Als kleine Gruppe durchwanderten wir ein Areal außerhalb des Festivalgeländes und bekamen an diversen Haltepunkten Sachverhalte erklärt, die mir als Stadtkind allesamt neu waren, etwa über Neophyten, über Erlenwälder, die Wasserleitfähigkeit der Birke, Vor- und Nachteile von Douglasien sowie die neuen Ernährungsgewohnheiten von Wildschweinen... der Ausflug war sehr interessant, und ich bereute nicht, daran teilgenommen zu haben.

Mein Freund hatte in der Zwischenzeit die Auftritte von Bear's Den und Judith Holofernes besucht und Folgendes erlebt:


Wie großartig, wenn man als Band bei einem Wolkenbruch die Hauptbühne eines Festivals bespielen muss und mit einem Song namens „Red Earth & Pouring Rain“ eröffnen kann. Als es beim zweiten Song „Emeralds“ weiter heftig regnete, wurde die kleine Fan-Schar vor der Bühne von Sänger Andrew Davie als „bravery“ geadelt. Neben ihm und Kevin Jones ergänzten vier weitere Musiker das Duo, und offensichtlich war dabei „Bart“ ein Einstellungskriterium: drei Vollbärte, zwei Fünftagesbärte und ein Schnauzer trotzen den Wetterbedingungen und erfreuten sich am nachlassenden Regen.


Bear’s Den boten jeweils sechs Songs aus ihren beiden Alben und Davie erklärte, nachdem er sich dafür entschuldigt hatte, das englische Wetter mitgebracht zu haben, dass er nicht viel reden werde, damit der Regen nicht wieder einsetze. Besonders viel Applaus erhielten die älteren Songs, die sich am Ende des Sets tummelten und, nicht nur wegen des Banjo-Einsatzes, an Mumford & Sons denken ließen, darunter auch „When You Break“, bei dem sich die Band um das Schlagzeug versammelte und ein wenig abrockte. Zum Abtrocknen fehlte uns die Zeit, denn im Zeltraum wartete bereits das nächste Konzert.


Setliste:

Red Earth & Pouring Rain
Emeralds
New Jerusalem
Elysium
Isaac
Magdalene
Greenwoods Bethlehem
When You Break
Auld Wives
Dew On The Vine
Above The Clouds Of Pompeii
Agape


Erkenntnisse aus dem Auftritt von Judith Holofernes beim A Summer’s Tale 2017:

1. Judith Holofernes musste wegen einer Art „Schleudertrauma, nur ohne Schleudern“ lange das Bett hüten und Konzerte ausfallen lassen, dieses nicht.

2. Der färöische Singer/Songwriter Teitur, mit dem Judith Holofernes die Songs für ihr zweites Soloalbum komponierte, stand nicht mit auf der Bühne, wurde aber mit einem deutschen Cover („Jonathan der Kellner“) bedacht.

3. Ihr Mann Pola Roy war ebenfalls nicht anwesend und musste vermutlich ihre beiden Kinder hüten. Der Schlagzeuger sah ihm aber schon ziemlich ähnlich.

4. Fotografen waren im Graben vor der Bühne verboten worden. Ob es an der Kleidungsauswahl gelegen hat?

5. Judith spielt Songs von Wir sind Helden! Aber nicht die, die wir hören wollen, sondern „The Geek (Shall Inherit)“ und „Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst“.

6. Wir bekommen in Erinnerung gerufen, dass ihr erstes Album („Ein leichtes Schwert“) deutlich schwächer ist als ihr zweites („Ich bin das Chaos“).

7. Wir bekommen vor Augen geführt, dass ihre Tiergedichte aus dem Buch "Du bellst vor dem falschen Baum“ noch schlimmer sind als das Debütalbum.

8. Den leicht kieksenden Gesang beim Refrain von „Der letzte Optimist“ bekommt sie live nicht hin.

9. "Analogpunk“ wird ohne Rap-Part gespielt. Der statt dessen aufgesagte Binärcode enthält tatsächlich eine Bedeutung, die hier aber nicht verraten wird.


Setliste:

Danke, ich hab' schon
Nichtsnutz
Analogpunk
Das Ende
The Geek (Shall Inherit) (Wir sind Helden Song)
Die Leiden der jungen Lisa
Platz da
Ein leichtes Schwert
Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst (Wir sind Helden Song)
Ich bin das Chaos
Der letzte Optimist
Jonathan der Kellner (Teitur Cover)


Als ich von meiner Waldwanderung zurückkehrte, lief ich quasi direkt in die ersten Töne von Element of Crime. Die Band um den "Herr Lehmann"-Autoren Sven Regener kenne ich gar nicht einmal so gut, dabei existiert sie seit schlappen 35 Jahren - was dem Publikum nicht zuletzt dadurch ins Gedächtnis gerufen wurde, dass sämtliche Herren auf der Bühne recht zerknittert aussahen und der Bassist David Young im Sitzen spielte. Mein Freund erinnerte sich zudem, Element of Crime im Jahr 1990 das erste Mal live gesehen zu haben, damals noch mit englischen Liedern.


Vor der Bühne war es nun regelrecht voll, offenbar gab es viele Festivalbesucher, die sich freuten, die Band (wieder) einmal zu sehen, und vielfach wurde mitgesungen. Regeners Stimme ist mit den Jahren deutlich knarziger geworden, was auf den neueren Alben etwas stört, live aber keine Rolle spielte. Seine Ansagen waren humorvoll, so erzählte er zum Beispiel, er habe in Lüneburg einst seinen Zivildienst abgeleistet, und manchmal, wenn die Landstraße nach Hamburg gesperrt war, sei er eine Umleitung über Salzhausen (und damit den jetzigen Festivalstandort) gefahren... um gleich anschließend zu sagen, die Geschichte sei komplett sinnlos, aber eben das, was man auf der Bühne so erzähle.

Insgesamt ein schöner, sympathischer Auftritt ohne Firlefanz, der sogar zu den wenigen beim A Summer's Tale zählte, bei denen wir eine Zugabe bekamen.

Setliste:

Stein, Schere, Papier
Rette mich (vor mir selbst)
Schwere See
Fallende Blätter
Immer da wo du bist bin ich nie
Wahr und gut und schön
Wenn es dunkel wird in Berlin
Mehr als sie erlaubt
Schwert, Schild und Fahrrad
Am Ende denke ich immer nur an dich
Lieblingsfarben und Tiere

Delmenhorst


Den Abschluss des Festivals bildete die kanadische Sängerin Feist, die ich ehrlich gesagt nur als Sängerin von "1234" kannte, ihrem Hit aus dem Jahr 2007. Offenbar hielten einige Festivalgäste ihren Auftritt für verzichtbar, denn mit einem Mal schienen vor allem viele Familien nicht mehr da zu sein - sie hatten wohl Element of Crime zu ihrem Finale erklärt und brachten nun die Kinder nach Hause und ins Bett. Wäre ich allein da gewesen, wäre ich vermutlich ebenfalls nun abgereist, nach vier Tagen Festival war ich einfach ermüdet - tatsächlich entpuppte sich das Konzert dann aber noch als durchaus sehenswert.

Leslie Feist hatte drei Musiker dabei, alle befanden sich auf einem Podest, dahinter war etwas aufgestellt, das zunächst wie ein gefalteter Paravent aussah, sich aber im Laufe des Auftritts als riesiger Fächer entpuppte, der immer wieder einmal aufging und sich wieder schloss. Die Sängerin selbst trug zunächst etwas, das ein bisschen nach japanischem Morgenmantel aussah - später legte sie ihn ab und trug darunter Rock und Oberteil (dieses Outfit kann man auch auf dem Cover ihrer neuen Platte "Pleasure" bewundern), sowie silberne Stiefeletten.


Eigentlich sofort nach Beginn wurde deutlich, dass Feist sehr charmant und sympathisch ist, so begrüßte sie uns beinahe richtig als "Luchmuhlen", um dann zu fragen: "How is it going out there, silent field of Germans?"

Sehr lustig wurde es, als Feist zunächst erzählte, dass eine Zuschauerin bei einem kürzlichen Konzert in London von der Bühne aus einen Heiratsantrag gemacht habe - die Sängerin hatte anschließend eigentlich einen eher deprimierenden Song, nämlich "Let it die", geplant gehabt, beschloss dann aber, etwas für die Situation passenderes zu spielen, was sie nun für uns auch tun werde. Zuerst sagte sie im Spaß, man solle also nun schnell Heiratsanträge machen, worauf prompt jemand Richtung Bühne "Will you marry me?" rief.


Feist reagierte cool, wägte ab, dass sie dann ja einen EU-Pass bekommen würde und sagte "Ja" - und widmete das nächste Lied, "Secret Heart", ihrem unbekannten zukünftigen Ehemann. Mit dem Lied lief dann aber nicht alles rund, sie hatte Textschwierigkeiten, und sagte irgendwann ironisch aber witzig zu jemand, der per Smartphone mitfilmte "I'm so happy you are filming this!"

Auch "1234" bekamen wir noch zu hören, und zwar als Zugabe. Feist erklärte, das Lied sei ein alter Freund, der erst kürzlich zu ihr zurückgekehrt sei. Das Lied klang dann auch zunächst sehr anders als gewohnt, dann kam die Band dazu und es näherte sich der gewohnten Melodie wieder an. Anschließend wollte das Publikum gerne noch mehr hören und sang immer weiter Teile von "1234". Feist, die bereits zehn Minuten überzogen hatte, kam nochmals heraus, verbeugte sich und ging wieder - wiederum sehr sympathisch.


Setliste:

Pleasure
I Wish I Didn't Miss You
Get Not High, Get Not Low
The Bad In Each Other
A Man Is Not His Song
Sealion
Any Party
? A Commotion (?)
Century
Mushroom
Secret Heart
Gatekeeper
My Moon My Man
I'm Not Running Away
I Feel It All
Let It Die

1234

Fazit der vier Tage Festival: Es ist schon bezeichnend, wenn man diverse Facebook-Kommentare zum Festival lesen kann und dabei so gut wie nichts Negatives zu lesen bekommt. Gut, die Ticketpreise sind hoch, zumindest, wenn man mit Familie kommt und zelten möchte - ohne Camping fällt selbst diese Beschwerdemöglichkeit im Grunde weg. Wieder ist den Veranstaltern ein Festival gelungen, das einfach viel breiter gefächert war, als man das anderswo hinbekommt. Sehr schön!


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Zwei Tage Festival hatten uns bereits so geschwächt, dass wir das Programm am Freitag ein wenig später begannen, als wir das ursprüng...

Neulich beim Familienfestival: A Summer's Tale 2017, Tag 3


Zwei Tage Festival hatten uns bereits so geschwächt, dass wir das Programm am Freitag ein wenig später begannen, als wir das ursprünglich geplant hatten: Sowohl die Lesung von Heinz Strunk als auch der "Sweet Honey" Workshop, für den wir eigentlich sogar angemeldet gewesen waren, wurden kurzerhand gestrichen. Auch so war der Freitag unser "beschäftigtster" Festivaltag, mein Freund hatte uns nämlich acht Bands ausgesucht, von denen wir uns letztlich sieben ansahen.


Um 15 Uhr fanden wir uns stattdessen gerade rechtzeitig für "Unter meinem Bett" ein, einem Programmpunkt für Familien. Nachdem meinem Freund vor zwei Jahren "Eule findet den Beat" und mir letztes Jahr "Deine Freunde" durchaus Freude bereitet hatten und bei diesem bereits zweiteiligen Kinderliedersampler ohnehin "Erwachsenenkünstler" wie Enno Bunger, Bela B. und Erdmöbel beteiligt sind, begaben wir uns auch ohne begleitende Kleinkinder in die Zeltbühne - offenbar rechneten die Veranstalter mit mehr Andrang als die eigentlich fürs Kinderprogramm genutzte Waldbühne hätte bewältigen können.


Stimmungstechnisch war das ein wenig schade, denn die entspannte Waldbühnenatmosphäre konnte das dunkle Zelt nicht bieten. Dennoch waren viele Familien (hinter uns erklärte eine Mutter ihrem Nachwuchs "Das ist die CD, die wir immer im Auto hören!") erschienen und sahen zu, wie sich Bernd Begemann in einem Showmaster-Anzug als Conferencier versuchte. Neben ihm waren auch Die höchste Eisenbahn, Locas in Love und Albrecht Schrader anwesend. Die Künstler spielten in der Regel zwei Lieder, unterstützen einander aber auch kräftig. Besonders viel musste Martha, die Tochter von Francesco Wilking arbeiten, denn sie vertrat nicht nur Bernd Begemanns abwesende Tochter, sondern übernahm sonst auch alle weiblichen Gesangsparts.


Aus Erwachsenensicht rechtfertigte vor allem das Miniset von Locas in Love unsere Anwesenheit. "Von hier oben" war ein Kinderlied, als Zugabe gab es dann einen regulären Song der Band namens "An den falschen Orten". Zuletzt versammelten sich alle Künstler auf der Bühne und sangen (mit Textblattunterstützung) das Titellied der Compilation.

Setliste:

Eine Cola soll es sein 
Der Tee von Eugenia 
Gib nich' so an
Ich und die anderen
Leben in der Großstadt 
Mein Powertier ist ein Gnu
Den ganzen Sommer lang
Fahrradfahren
Von hier oben
An den falschen Orten
Unter meinem Bett


Für uns ging es anschließend in die Sonne zur Konzertbühne, wo mit Get Well Soon die zweite Wiederholungsbuchung des Festivals auftreten sollte. Die Band um Konstantin Gropper hatte den gleichen Slot wie Cigarettes After Sex am Vortag erwischt und folglich nicht gerade viel Bühnenzeit. Gropper nutzte sie für eine Entschuldigung, denn der Get Well Soon-Auftritt beim A Summer's Tale 2015 sei einer der chaotischsten aller Zeiten gewesen. Komisch, ich kann mich nicht erinnern, dass das aus Publikumssicht ein Thema gewesen wäre.


Verena Gropper fehlte bei diesem Auftritt unentschuldigt, sie wurde, wie auch vor zwei Jahren, von Alex Meier ersetzt - an ihr kann das Chaos damals also schon einmal nicht gelegen haben. Das Set von Get Well Soon, die ich nun gefühlt 50 Mal live gesehen habe, fiel wie gewohnt schön aus, nur eben ein wenig kurz. Über das Ambiente des Festivals frotzelte Gropper, "zu seiner Zeit" seien Festivals ja noch anstrengend gewesen, aber dieses sei ja mit seinem Katalog von Angeboten quasi wie ein Club Med-Aufenthalt, nach dem man geradezu erholt nach Hause fahren können. Diesen Kommentar nutzte er auch gleich als Ankündigung für "It's a Catalogue".


Zu "You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)" erklärte Gropper, es sei für ihn ungewohnt, wie ein Dieter Thomas Heck nur mir Mikrophon dazustehen (sonst trägt er ja meist Gitarre), aus dem Publikum rief prompt jemand "Lass es!".

Am Ende des Sets wurden wir ins Zelt zu Dear Reader geschickt, mit der Get Well Soon eine Bandfreundschaft verbindet. Wir waren brav und machten uns auf den Weg.

Setliste:

It's Love
The Last Days Of Rome
It's A Catalogue 
Roland, I Feel You
You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)
Too Much Love 
Marienbad 
It's A Mess




Dear Reader hatten wir ebenfalls schon mehrfach, häufig eben im Dunstkreis von Get Well Soon, live gesehen, zuletzt aber einige Jahre nicht mehr. Aktuell wird Cherilyn MacNeil, die aus Südafrika stammt, aber schon länger in Berlin lebt, von drei Musikern begleitet: Die Keyboarderin stammte aus New York, der Bassist aus Sardinien und die Schlagzeugerin aus Russland. Man stellte sich aber auf deutsch als Berliner Band vor.

Alle Mitmusiker unterstützten MacNeil zusätzlich beim häufig mehrstimmigen Gesang, der bei „Victory" sogar a Capella war. Der Beifall nahm im Rahmen des musikalisch auch immer besser werdenden Sets stetig zu, was MacNeil mit "gut fürs Ego" kommentierte.



Leider wurden die beiden letzten Songs ihrer „regulären" Setliste, nämlich „Great White Bear" und „Dancing in the Dark", ein Cover vom Bruce Springsteen Song, ausgespart. Dennoch hatten Dear Reader 15 Minuten mehr Zeit als Get Well Soon, in deren Vorprogramm sie häufig aufgetreten sind. Schön, das Projekt einmal wieder live gesehen zu haben. Ob sie auch Wohnzimmerkonzerte spielen?

Setliste:

If Only Is 
Then, Not Now 
Mean Well 
So Pretty So Pathetic 
Down Under, Mining  
Tie Me to the Ground 
Placate Her 
I Know You Can Hear It 
Oh, the Sky! 
Victory 
Nothing Melodious 
Took Them Away 
Heavy



Ohne Pause ging es nun wieder nach draußen, wo nun Conor Oberst quasi bereits auf der Konzertbühne stand. Ich schwächelte allerdings und beschloss, mir das Ganze nicht im Stehen, sondern weiter von der Bühne entfernt im Sitzen anzusehen und -hören - was dazu führte, dass ich vom Bühnengeschehen wenig mitbekam, außer, dass alle Sonnenbrillen trugen - "alle" deshalb, weil Conor Oberst nämlich The Felice Brothers, seine Lieblingsband, als Begleitmusiker mit dabei hatte.



Die Sache mit der Brille war offenbar, obwohl sie vom Sonnenstand her eigentlich unnötig sein musste, sehr wichtig, Conor kann sich sogar mit einem Handtuch den Schweiß vom Gesicht wischen,  ohne sie abzunehmen. Nur einmal verrutschte sie kurz als er den Mundharmonikahalter abzog und einmal, als ein wenig gerockt wurde, flog sie quer über die Bühne.

Von den 11 gespielten Songs stammten 7 aus Conors Solo-Werken und 4 aus Bright Eyes-Zeiten, wobei das Album „I'm Wide Awake, It's Morning" gleich mit 3 Liedern berücksichtigt wurde. Fast jeder Song wurde dabei mit einer Ansage oder kurzen Einleitung versehen, "Get-Well-Cards" wurde etwa mit "The next song is about forgiveness if you still believe in that kind of thing" vorgestellt, "Train Under Water" als Lied über den öffentlichen Personennahverkehr, von dem es in Oberst Heimatstadt sehr wenig gebe.


Die Lieder hatten insgesamt einen starken Country-Touch, was vor allem am starken Einsatz von Fiddle und Akkordeon lag. Zwei Lieder begleitete Oberst auch am Klavier.

Setliste:

Barbary Coast (Later)
Four Winds (Bright Eyes Song)
Get-Well-Cards 
Too Late To Fixate 
Till St. Dymphna Kicks Us Out
Well Whiskey (Bright Eyes Song)
Train Under Water (Bright Eyes Song)
Artifact #1
Salutations
Poison Oak (Bright Eyes Song)
Napalm


Nach nun vier Konzerten ohne Unterbrechung verweigerte ich den Besuch von Nummer fünf (Von Brücken) und bestand stattdessen auf Nahrungsaufnahme. Halbwegs gestärkt mit Raclette und Fruchtquark ging es dann zurück. Mittlerweile hatte Birdy die Konzertbühne erklommen, wo die junge Sängerin am Keyboard sitzend sang und dabei von erstaunlich vielen weiteren Musikern begleitet wurde. In ihrem Trägerkleid war ihr vermutlich etwas kalt.

Birdy wurde vor einigen Jahren mit einem Coveralbum, auf dem sie Hits von beispielsweise The National und Bon Iver coverte, berühmt - was sicherlich auch damit zu tun hatte, dass sie die Lieder damit Radiohörern erschloss, die die Originale vorher gar nicht kannten. Nichtsdestotrotz gefielen auch mir ihre Versionen, allerdings konnte mich die Sängerin mit ihrer seitdem veröffentlichten eigenen Musik dann weniger packen - insofern gut, dass unter den 14 gespielten Titeln 6 Cover waren, aber für Kreativität spricht das natürlich nicht unbedingt.



Und so musste ich auch beim Festivalkonzert unwillkürlich an die letzte Dame denken, die ich mit an einem Tasteninstrument singend zentral auf dieser Bühne gesehen hatte, nämlich Tori Amos im letzten Jahr. Deren Set hatte eine Authentizität, bei der Birdy einfach nicht mithalten konnte - aber vielleicht ist der Vergleich auch etwas gemein, Birdy ist immerhin erst 21 - wer weiß, was sie in den nächsten 30 Jahren noch Tolles veröffentlicht.

Birdy sieht wohl "Skinny Love" als ihren größten Hit, diesen spielte sie allein am Klavier - beim Publikum kam "Running up that hill", das in ihr Lied "Silhouette" eingeflochten wurde, möglicherweise noch einen Tick besser an. Uns ließ der ganze Auftritt aber ziemlich kalt, mein Freund ging so weit, zu sagen, es sei ein Fehler gewesen, auf Von Brücken zu verzichten und hätte die Essenspause im Nachhinein lieber auf Birdys Slot gelegt.



Setliste:

Growing Pains
People Help The People (Cherry Ghost Cover) 
What You Want (The John Butler Trio Cover)
Young Blood (The Naked And Famous Cover)
Wild Horses
Silhouette / Running Up That Hill (Kate Bush Cover)
Not About Angels 
Words Are Weapons
Take My Heart
Skinny Love (Bon Iver Cover) 
Wings
Terrible Love (The National Cover)
Keeping Your Heads Up


Ohnehin waren wir schon ein wenig abgelenkt, denn als nächstes standen The Notwist auf dem Programm. Auch diese Band habe ich mittlerweile etliche Male live gesehen, insofern wäre ich unter normalen Umständen erfreut, aber sicherlich nicht nervös gewesen. In diesem Fall kam aber hinzu, dass mein Freund Gewinner einer Verlosung war, die ihm (und mir) ermöglichte, das Notwist-Konzert "von der Bühne aus" zu sehen. Die Formulierung hatte uns ein wenig Kopfzerbrechen bereitet: Man sieht ja durchaus öfter bei Konzerten, dass Menschen mit Backstage-Zugang am Rande der Bühne stehen und zusehen, aber auf der Bühne wollten wir natürlich auf keinen Fall stehen - am besten noch in Kostümen, als wären wir bei den Flaming Lips!



Natürlich sind The Notwist selbst nicht gerade eine extrovertierte Band, insofern beruhigten wir uns mit der Vermutung, dass wir sicher nur am Rand stehen würden - und genau so kam es dann auch, als die nette Marketingdame uns sowie ein anderes Gewinnerpaar zu unseren Beobachtungsplätzen führte. Vom linken Bühnenrand aus waren wir aus Publikumssicht beinahe verborgen und konnten selbst die Band gut von der Seite sehen.

Natürlich ist der Klang eines Konzertes darauf ausgerichtet, vor allem vor der Bühne gut zu klingen, folglich war die nächste Frage, nachdem The Notwist mittlerweile die Bühne betreten hatten, was wir wie hören können würden. Tatsächlich hörten wir von unserer Position aus das in unserer Nähe stehende Schlagzeug dominanter, auch die Glöckchen von Christoph „Coco“ Beck waren besser wahrzunehmen als sonst. Dennoch stand einem Hörgenuss von unserem Standort nichts im Weg.


Aus seitlicher Sicht wurde deutlich, wie sehr The Notwist sich beim Spielen aufeinander konzentrieren, dem Publikum dagegen wendet man sich eher selten zu. Dieses aufeinander Fokussiertsein führte auch dazu, dass sich das Set nicht so einfach beenden ließ, als die Spielzeit eigentlich vorbei war: Einer Person im Umfeld der Band fiel irgendwann auf, dass die Endzeit, die eigentlich zehn Minuten Übergangsfrist zum Hauptact Franz Ferdinand ermöglichen sollte, längst überschritten war, doch weder ließen sich The Notwist durch Gesten vom Bühnenrand beeindrucken, noch half es, als man schließlich Micha Acher etwas ins Ohr sagte: "Pilot" wurde genauso lange zu Ende gespielt (was ziemlich lang war), wie es gedacht war.


Markus Acher war gewohnt wortkang, sagte lediglich "Hallo" und "Danke", verwies am Ende aber noch auf die auf dem Gelänge erhältlichen The Notwist-Siebdrucke, die ihm offenbar gut gefielen. Die Setliste setzte sich gleichberechtigt aus den letzten drei Alben "The Neon Golden", The Devil, You + Me" und "Close To The Glass" zusammen, und wurde durch den älteren Song "One Dark Love Poem" sowie die Single "Come In" ergänzt.

Ein interessantes Konzerterlebnis, bei dem man sich eher als Beobachter denn als Publikumsmitglied fühlte, aber das machte als Abwechslung durchaus Spaß.


Setliste:

They Follow Me
Come In 
Kong 
Boneless 
Into Another Tune 
Pick Up The Phone 
One With The Freaks 
This Room 
One Dark Love Poem 
The Devil, You + Me
Good Lies
Run Run Run
Pilot


Nun wurden wir wieder aus dem Backstage-Bereich gebracht und bemühten uns sofort um zumindest erträglich gute Stehplätze bei Franz Ferdinand, was auch relativ gut gelang - allzu überlaufen war der Festival-Freitag nämlich offenbar auch nicht.

Wenn ich meinem eigenen Blog glauben kann, sah ich die Band zuletzt 2014. Seitdem hat Nick McCarthy die Band verlassen, die in Wiesbaden gespielte Liveversion von "Erdbeermund", einer abgedrehten, von Nick gesungenen B-Seite, würde uns heute also schon einmal nicht erwarten.


Nick musste offenbar gleich durch zwei neue Bandmitglieder ersetzt werden, nämlich Dino Bardot an der Gitarre und Julian Corrie an Keyboard und Synthesizer. Als weitere Veränderung wäre noch Alex Kapranos' Haarschnitt zu nennen: 2004 erwiesen sich Franz Ferdinand mit ihren damals ungewöhnlichen "klassischen Herrenhaarschnitten" (die sie angeblich nur trugen, weil sie einen möglichst billigen Friseur bevorzugten) als Trendsetter. Ob Kapranos denkt, das er mit seiner neuen, halblangen Matte in türkis nun ebenfalls Modegeschichte schreibt?


Festival-typisch servierten uns Franz Ferdinand an diesem Abend ein Best Of-Set, in das sie aber auch vier neue Lieder ("Huck & Jim", "Always Ascending", ""Lazy Boy" und "Paper Cages") eingebaut hatten, die (was für ihre Qualität, allerdings auch nicht für einen innovativen Stilwechsel spricht) nicht sonderlich auffielen. "Darts of Pleasure" hatte das Liveprogramm der Band allerdings an diesem Abend verlassen.

Alex Kapranos erwies sich ein weiteres Mal als extreme Rampensau: Er sprach uns permanent als "Summer's Tale" an, gestikulierte dramatisch, sprang herum, stellte Prediger-artig (der Mann hat Theologie studiert) die Bandkollegen vor... schwer zu sagen, ob der Herr seine Frontmannrolle ein wenig ironisiert, oder das alles doch ernst gemeint ist.


Fest steht: Franz Ferdinand sind eine tolle Live- und Festivalband. Selbst einige Soundcheckschnipsel, die wir nachmittags gehört hatten, hatten Lust auf das komplette Set gemacht.

Setliste:

The Dark Of The Matinée
No You Girls
Paper Cages
Do You Want To
Huck & Jim
Walk Away
Love Illumination
Jacqueline
Stand On The Horizon
Lazy Boy
Outsiders
The Fallen
Michael
Take Me Out
Ulysses

Always Ascending
This Fire 

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