Schon 2013 berichtete ich in diesem Blog über die römische Eisdiele Grom , deren leckeres Eis mich schwer beeindrucken konnte. Spätestens...

Besuch aus Italien: Grom in unserer Tiefkühltruhe


Schon 2013 berichtete ich in diesem Blog über die römische Eisdiele Grom, deren leckeres Eis mich schwer beeindrucken konnte. Spätestens, als ich im Folgejahr auch eine Grom-Filiale in Mailand erspähte, wurde mir klar, dass es sich um ein größeres Unternehmen handelt: Grom ist aktuell in 31 italienischen Städten mit 65 Filialen vertreten, außerdem beispielsweise in London, Los Angeles und Paris.

Nicht aber in Deutschland, leider. Um so überraschter waren mein Einkaufsbegeleiter und ich, als wir beim letzten Wocheneinkauf im lokalen Provinzsupermarkt plötzlich einen neuen, separat aufgestellten Tiefkühlschrank entdeckten - von Grom! Angeboten wurden fünf Sorten: Zitrone und Himbeere als Sorbet, Pistazie, Crema di Grom und Schokolade als Eiscreme. Der Becher mit 460 Millilitern sollte stolze 7,99 Euro kosten.


Zum Vergleich: Die bislang teuersten Eismarken im Supermarkt waren Ben & Jerry's (ca. 5,99 Euro für 470 Milliliter) und Häagen Dazs (ebenfalls ca. 5,99 Euro für 500 Milliliter). Damit kostet Grom noch 36 % mehr als Ben & Jerry's und sogar 45 % mehr als Häagen Dazs. Vom Kauf hielt uns allerdings nicht nur diese Rechnung ab, sondern auch ein Supermarktangestellter, der uns, als er sah, dass wir über das Eis sprachen, erzählte, er wisse auch nicht, wer ein derart teures Eis kaufen sollte. Da wäre es ein bisschen peinlich gewesen, "Wir!" zu antworten und mit dem Becher zur Kasse zu gehen...


In den folgenden Wochen mussten wir aber natürlich immer wieder an den hochinteressanten Grom-Kühlschrank denken, also lösten wir letzten Samstag kurzerhand unsere Bausparverträge auf, fuhren zu Rewe und nahmen die Sorte Pistazie mit nach Hause.

Dort versuchte ich, via Google herauszubekommen, was es mit dem italienischen Eisdieleneis im deutschen Rewe auf sich hatte, fand aber ausschließlich Artikel über den Markteintritt nach Österreich (etwa hier). Diesen kann man entnehmen, dass  Grom seit 2015 dem Weltkonzern Unilever gehört (wie übrigens auch Ben & Jerry's) - da erscheint die Idee einer Version des Eises für den Privathaushalt gleich viel wahrscheinlicher.


Federico Grom behauptet im oben verlinkten Interview, die Rezepte für die Supermarkteissorten seien fast identisch zu denen in den Eisdielen. Das weckte große Erwartungen, und tatsächlich schmeckt die Sorte Pistazie um ein Vielfaches besser als alles, was ich an Pistazieneis sowohl in deutschen Supermärkten als auch in hiesigen Eisdielen probiert habe. Ich war auch ein bisschen auf die Konsistenz des Eises gespannt gewesen: Extrem weich wie die meisten Eissorten aus dem Supermarkt, oder steinhart und dicht wie Ben & Jerry's? Die Wahrheit liegt in der Mitte: Das Eis erfordert eine kleine Auftau-Wartezeit, ist aber nach ca. fünf Minuten außerhalb des Gefrierfachs einsatz- und genussbereit.

Wenn es jetzt nur nicht so teuer wäre...

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 Laut meinem Blog sah ich die Villagers beim Haldern Festival 2010 zum ersten und letzten Mal. Der melancholische Sound passte perfekt i...

Sendeschluss: Villagers - A Trick of the Light


 Laut meinem Blog sah ich die Villagers beim Haldern Festival 2010 zum ersten und letzten Mal. Der melancholische Sound passte perfekt ins Spiegelzelt, Band und Publikum waren begeistert. Ich habe mich aber nie näher mit der Band beschäftigt, dabei war damals gerade das Debütalbum erschienen, mittlerweile gibt es insgesamt vier und im September erscheint Nummer 5, von der auch dieses Lied stammt.

Selbiges gefällt mir ausgesprochen gut, ebenso das melancholisch-optimistisch-melancholische Video, in dem Sänger Conan O'Brien überraschenderweise die weibliche Hauptrolle übernimmt.




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Seit meinem ersten Besuch bei der britischen Kette Wagamama bin ich Ramen-Fan. In Frankfurt gibt es seit Jahren neben dem Wagamama-Klon ...

Frankfurt Vegetarisch (23): Takumi


Seit meinem ersten Besuch bei der britischen Kette Wagamama bin ich Ramen-Fan. In Frankfurt gibt es seit Jahren neben dem Wagamama-Klon Moschmosch einige "echte", also japanische Ramen-Restaurants. Diese haben aber leider meist wenig für Vegetarier zu bieten. Traditioneller Ramen hat als wichtigste Zutat nämlich die Brühe, in der die Nudeln serviert werden, und diese wird häufig tagelang gekocht, auf der Basis von Schweine-, Hühner- oder Rinderknochen.

In der Nähe meines Arbeitsplatzes hat sich vor einer Weile Ramen Jun niedergelassen, ein Ramen-Lokal, das stets voll ist und auch ein bis zwei vegetarische Suppen zu bieten hat. Offenbar hat der Standort in unmittelbarer Nähe des japanischen Konsulats aber genug Ramen-Hungrige zu bieten, um ein weiteres Lokal zu füllen, denn letztes Jahr eröffnete wenige Meter entfernt Takumi - eine Filiale eines bestehenden Restaurants aus der deutschen Japaner-Hochburg Düsseldorf.


Takumi habe ich mittlerweile schon öfter besucht, was viel damit zu tun hat, dass man dort, anders als bei der benachbarten Konkurrenz, meistens sofort einen Tisch ergattern kann. Man bekommt im Lokal den Eindruck, es definitiv mit echten Japanern zu tun zu haben, was sich auch darin äußert, dass die Bedienungen (diese sind meistens sehr jung und, so vermute ich es zumindest, temporär angestellte Japaner auf Europareise) manchmal Kommunikationsschwierigkeiten haben. Auch die Speisekarte, die viele andere Gerichte außer Ramen enthält, ist im Ganzen nicht ganz leicht zu verstehen, aber die "vegetarische Seite" stellt sich völlig klar dar: Es gibt im Grunde zwei vegetarische Suppen, eine scharf und mit Erdnüssen, die andere eher mild auf Misobasis. Beide gibt es noch als Luxusvariante mit Tempuragemüse als Topping, was insgesamt eine Liste von vier Suppen ergibt. Die Preise liegen zwischen 13 und 15 Euro.

Ich habe mittlerweile beide Suppen probiert und mag beide sehr. Die Erdnusssuppe ist wirklich scharf, bei den ersten paar Löffeln denke ich jedes Mal, dass ich eine Fehlentscheidung getroffen habe, aber dann wird das Essen leichter - zumal neben der Schärfe auch jede Menge guter Geschmack vorhanden ist. Die Preise liegen viel höher als bei Moschmosch, so dass ich mir nur hin und wieder einen Besuch zur Mittagspause gönne - diesen dann aber mit großem Genuss.

Wer hier isst, bekommt übrigens eine Sammelkarte, auf der man für jeden Besuch einen Stempel erhält, Montags und Donnerstags sogar zwei. Nach zehn Stempeln bekommt man dann eine Portion Gyoza umsonst, nach weiteren zehn ein Ramengericht. Als ich meine zehn Stempel voll hatte, erfuhr ich allerdings zu meiner Enttäuschung, dass es die Gyoza nur mit Fleisch gebe, und ein Ersatzgericht könne man mir auch nicht anbieten. Mittlerweile werden allerdings auch vegetarische Gyoza serviert, so dass ich mein Glück wohl demnächst nochmals versuchen werde.

Takumi ist in der Mendelssohnstraße 44.




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Das Stop Motion Video mit Pappfiguren kann man mit dem Satz "Wie unterschiedlich derselbe Tag verlaufen kann" umschreiben. Näml...

Sendeschluss: tEitUR - I Want To Be Kind


Das Stop Motion Video mit Pappfiguren kann man mit dem Satz "Wie unterschiedlich derselbe Tag verlaufen kann" umschreiben. Nämlich sehr unterschiedlich, je nachdem, ob man von Anfang an ein schlecht gelauntes Rauchwölkchen über dem Kopf hatte oder eben nicht. Ich kann mich insbesondere mit dem Moment bei 1:34 identifizieren, als die Bahn nach Hause plötzlich 45 Minuten Verspätung hat...




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Letzten Monat veröffentlichte ich an dieser Stelle eine Jammertirade zum Thema "eigentlich nicht so viel konsumieren wollen, dann aber ...

Gekauft: Mai 2018

Letzten Monat veröffentlichte ich an dieser Stelle eine Jammertirade zum Thema "eigentlich nicht so viel konsumieren wollen, dann aber doch in Versuchung geraten", und hier kann ich im Grunde nahtlos anschließen: Während ich es im Bereich Kleidung mittlerweile nämlich durchaus häufig (Nein, nicht immer) schaffe, mich vor einem Impulskauf zu fragen, ob ich das entsprechende Stück eigentlich brauche, ob ich zufällig etwas besitze, das ihm recht ähnlich sieht, zu was ich es überhaupt tragen würde und wie oft und so weiter... übertrage ich mein grundsätzliches Kaufbedürfnis nämlich nun recht häufig einfach auf einen anderen Bereich, den der Kosmetik.


Bei pflegenden Produkten wie Cremes oder Reinigungsöl bin ich hier völlig schmerzfrei: Wenn es beispielsweise eine vernünftige Nachtcreme sowohl von DM Balea als auch von Estée Lauder gibt, sehe ich nicht den geringsten Anlass, das teurere Produkt zu erwerben. Ganz anders sieht das aber bei dekorativer Kosmetik aus: Auch wenn ich nicht im Geringsten daran zweifele, dass ein Manhattan-Nagellack dasselbe leistet wie einer von Chanel oder ein Lidschatten der Billigmarke Catrice genauso viel kann wie einer zum fünffachen Preis von Laura Mercier: Hier bin ich dann doch Verpackungs- und Markenopfer, und das schicke Parfümerieprodukt bereitet mir, trotz besseren Wissens, mehr Freude.

Und so habe ich im Mai den wirklich sehr hübschen "Expert Dual Powder" der Marke By Terry erworben - diese heißt nach der Gründerin Terry de Gunzburg, die, bevor sie ihr eigenes Label gründete, die Kosmetika von Yves Saint Laurant entwickelte - was man den eigenen Produkten hinsichtlich Optik und Preis durchaus anmerkt. Der Puder ist in zwei "Abteilungen" aufgeteilt, die je nach Farbwahl als Puder, Highlighter, Bronzer oder Blush verwendet werden können. Bei meiner Variante "Apricot Glow" fungiert der Puder am Rand als regulärer mattierender Puder, der Punkt in der Mitte funktioniert als sehr blasses, eben aprikosenhaftes und schimmerndes Rouge. Und mal ehrlich, sieht das Ganze mit seiner Prägung und Anordnung nicht wunderschön aus?

Und ja, natürlich könnte man als Nicht-Verpackungsopfer vermutlich gleichwertige Produkte viel, viel billiger erwerben. Ich bin aber schon zufrieden, wenn ich mich noch eine Weile davon abhalten kann, zusätzlich eine zweite Farbe zu kaufen...

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Während in meinem Haushalt noch Unentschlossenheit vorherrscht, was die Zukunft unseres Sky-Abonnements betrifft (Sky hat soeben eine neue S...

Gesehen: Mai 2018

Während in meinem Haushalt noch Unentschlossenheit vorherrscht, was die Zukunft unseres Sky-Abonnements betrifft (Sky hat soeben eine neue Software veröffentlicht, die es unter anderem ermöglicht, Serienfolgen direkt hintereinander abzuspielen - bei Amazon Prime und Netflix eine absolute Selbstverständlichkeit - und möchte dafür nun gerne monatlich 10 Euro mehr bekommen), habe ich Netflix nun erst einmal behalten.

Dort sah ich im Mai dann Star Trek: Discovery - die erste neue Serie dieses Universums seit 2005 (und Star Trek: Enterprise, die Serie davor, habe ich nie gesehen).

Da ich in meiner Studienzeit viel Prokrastinationszeit damit verbracht hatte, sowohl Star Trek: The Next Generation als auch Star Trek: Deep Space Nine anzusehen und außerdem etwa die Hälfte der existierenden Kinofilme kenne, dachte ich, mich leidlich gut in diesem Universum auszukennen. Discovery spielt allerdings zehn Jahre vor der Ur-Serie Star Trek (also der mit Kirk und Spock), und auch wenn ich diese als Kind natürlich gesehen habe, sind meine Erinnerungen daran mittlerweile recht blass. Anderes aus späteren Filmen und Serien habe ich wohl schlicht vergessen.


Anders als in anderen Serien des Universums ist Michael Burnham, die weibliche Hauptfigur von Discovery, kein Kapitän. Als wir sie kennenlernen, ist sie Erster Offizier des Raumschiffs Shenzhou und erlebt dort den Ausbruch des Kriegs der Föderation gegen die Klingonen - manche denken auch, dass sie ihn ausgelöst hat. Wegen ihres Verhaltens auf der Shenzou landet Michael zunächst als Meuterin im Gefängnis, um nur wenig später durch einen Zufall bei einem Gefangenentransport auf der USS Discovery zu landen - wo deren unkonventioneller Kapitän Lorca sie kurzerhand wieder ins  Sternenflotten-Personal aufnimmt.

Während es an diesem Punkt für kurze Zeit so scheint, als würde Discovery sehr bekannte Handlungsmuster verfolgen - einige Folgen lang erlebt die Besatzung jede Woche ein neues Abenteuer, wie das eben auch Kirk, Spock, Scottie und Uhura taten - entfaltet sich schnell ein größerer Handlungsbogen, der auch diverse Ereignisse aus den ersten Folgen wieder aufgreift. Ich persönlich wurde immerhin zweimal sehr von plötzlichen Wendungen in der Handlung überrascht.

Vieles hätte man als Zuschauer aber sicherlich erschließen und vorhersagen können, wenn man sich besser als ich mit dem Star Trek Universum ausgekannt hätte - so war für mich ein Sprung des Raumschiffs in ein Paralleluniversum, in dem die Menschheit alle anderen Völker ihrer Galaxie unterworfen hat, völlig unerwartet - tatsächlich kommt das "Imperium" aber recht häufig in diversen Star Trek Serien vor und war mir schlicht nicht im Gedächtnis geblieben.


"Macher" der Serie ist übrigens Bryan Fuller, den ich sowohl von Hannibal als auch von Pushing Daisies kenne und schätze - glücklicherweise sind die Dialoge in Discovery jedoch etwas zielführender als die gegen Ende der Hannibal-Serie...

Ein "Problem", für das ich allerdings keine Lösung vorschlagen kann, ist natürlich, dass man Discovery in jeder Szene ansieht, dass die technischen Möglichkeiten um ein Vielfaches besser sind als bei der zehn Jahre später spielenden Enterprise... die Uniformen, die Ungeheuer, die technische Ausrüstung, die Klingonen... die Figuren wären sicher überrascht, zu erfahren, wie ramschig das alles in zehn Jahren aussehen wird!

Mich hat Discovery sehr gut unterhalten, und ich freue mich, dass es eine zweite Staffel geben wird.

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Im Mai tauchte ich wieder einmal in Jugendbuchgefilde ein, denn ich las den mittlerweile vierten Teil von Magisterium , einem Versuch der am...

Gelesen: Mai 2018

Im Mai tauchte ich wieder einmal in Jugendbuchgefilde ein, denn ich las den mittlerweile vierten Teil von Magisterium, einem Versuch der amerikanischen Erfolgsautorinnen Holly Black und Cassandra Clare, auf der Harry Potter-Welle mitzuschwimmen.

Wie immer ließ mich das Buch gespalten zurück: Einerseits ist es schon ein bisschen frech, in welchem Ausmaß in der Buchserie, die grundsätzlich an einer Magierschule in den USA spielt ("grundsätzlich", weil die Hauptfiguren in Teil 4 diese Schule nicht von innen zu sehen bekommen) Motive aus den Harry Potter-Büchern aufgegriffen werden. Andererseits ist es dann doch immer faszinierend, wie mit quasi identischen Zutaten dann doch eine andere Geschichte erzählt wird.


Die Hauptfigur der Serie, Callum Hunt, weiß bereits seit Band 1, dass er in Wirklichkeit gar nicht er selbst ist. Ein böser Magier, gegen den in der Vergangenheit die Mehrheit der Zauberergemeinschaft einen Krieg führte (Ja, genau, Voldemort, der hier aber Constantine Madden heißt) hat es nämlich geschafft, seine Seele in das Baby Callum zu übertragen, bevor sein eigenen Körper starb. Callum ist somit Constantine - oder auch nicht, denn schließlich hat er bislang sein eigenes Leben gelebt, eine andere Erziehung genossen und andere Entscheidungen getroffen.

Dieser Aspekt - dass Callum weiß, dass er irgendwie "böse" sein muss, dazu aber im Grunde keine Lust hat - macht die Buchreihe dann doch interessant. In Band vier, der auf Deutsch Die silberne Maske heißt (ich lese die Buchreihe auf Deutsch, weil ich mit Band 1 so angefangen hatte, außerdem sehen die Bücher so hübsch aus, wenn sie nebeneinander stehen) hat auch Callums Umwelt erfahren, dass er Constantines Seele in sich trägt und ist je nach moralischem Kompass entsetzt oder begeistert. Nachdem er zunächst ins Gefängnis verbannt wurde, befreit ihn recht schnell eine Gruppe von Constantine Madden-Anhängern, mit denen Callum eigentlich gar nicht kooperieren möchte - andererseits hat er selbst Interesse daran, wie diese "den Tod zu besiegen", denn sein bester Freund ist verstorben, und Callum soll ihn als Beweis seiner Fähgkeiten wieder zum Leben erwecken.

Wie immer war die Geschichte an sich spannend erzählt, und die enthaltene Liebesgeschichte funktioniert sogar ein bisschen besser als bei JK Rowling (ich persönlich fand die Liebesgeschichten im Potterverse immer eher aufgesetzt). Ich bin ganz froh, dass die Serie mit dem nächsten Band ihr Ende finden wird, andererseits werde ich diesen definitiv lesen wollen - wie gesagt, ich bin hin- und hergerissen...

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Letzten Dienstag besuchten mein Freund und ich das We Are Scientists-Konzert in Wiesbaden. Wohl bestärkt durch die Tatsache, dass unser ...

Frankfurt Vegetarisch auf Reisen: fair.liebt in Wiesbaden


Letzten Dienstag besuchten mein Freund und ich das We Are Scientists-Konzert in Wiesbaden. Wohl bestärkt durch die Tatsache, dass unser Besuch bei Signor Verde in Köln für ihn erfolgreich verlaufen war (in dem Sinne, dass er etwas für ihn Schmackhaftes auf der Karte gefunden hatte), schlug mein Freund als Treffpunkt fürs Abendessen wiederum ein veganes Lokal vor: fair.liebt.

Immer, wenn ich Wiesbaden besuche, begeistere ich mich für die prächtigen Altbauten, die sich hier aufreihen, so weit das Auge reicht. Mit den Autos der Bewohner sah es leider ganz ähnlich aus, so dass wir zunächst lange nach einem Parkplatz suchten.


fair.liebt ist ein "Kellerlokal", in das man von der Straße aus bergab geht, früher hieß es anscheinend "Chiantikeller". Während es draußen eine Handvoll Freisitze gibt, ist der Innenraum geradezu großzügig, mit einem Haupt- und einem Nebenzimmer. Ein Großteil der Einrichtung ist absichtlich Second Hand und sieht aus, als stamme er aus einem Seniorenhaushalt: Es gibt Samtsofas und -stühle sowie Tische, unter deren Glasplatten Spitzendeckchen liegen. Das Ganze macht einen durchaus gemütlichen Eindruck.

Ähnlich wie Signor Verde hat fair.liebt eine durchaus bodenständige Speisekarte mit diversen Pizzen, Flammkuchen, Burgern und Pastagerichten (und vielem mehr). Die Preise erschienen mir moderat. Die aufmerksame und schnelle Bedienung, die uns die Karte brachte, wies uns außerdem auf eine Auswahl von Tagesgerichten hin (aktuell gab es eine glutenfreie Woche), doch wir entschieden uns für "Chili sin Carne" (8,90 Euro) und "Spaghetti Carbonara" (9,90 Euro).


Spaghetti Carbonara ist ein Gericht, das in seiner Originalversion kaum weniger vegan sein könnte: Zu Spaghetti kommen nichtvegane Eier, Sahne, Speck und Parmesan. Ich war gespannt, was ich bekommen würde.

Das Nudelgericht, das ich erhielt, war geschmacklich eine recht gute Imitation: Die Nudeln lagen in einer (vermutlichen) Sojasahnesauce, als Speckersatz diente Räuchertofu und statt Parmesan hatte man gemahlene Nüsse darüber gestreut. Die sehr großzügig bemessene Portion schmeckte angenehm rauchig und würzig - nur die Optik konnte weniger überzeugen: Auch im Original ist Carbonara kein Hingucker, die vegane Version war statt einheitlich gelblich aber auch noch eher gräulich und ganz ohne Farbakzente. Ein Salatblatt mit einem Viertel Tomate hätte sicherlich geholfen.


Das Chili meines Freundes wurde mit einem noch warmen Brötchen serviert. Es war sowohl schärfer als auch wässriger als die Chilis, die wir Zuhause kochen - vieleicht arbeitet man im fair.liebt mit frischen Tomaten und nicht, wie wir, mit Tomatenstücken aus der Dose? Auch beim Chili war ein "Milchprodukt" im Spiel, nämlich Soja-Joghurt. Für meinen Freund wäre diese Zugabe nicht notwendig gewesen, ich fand die Kombination durchaus gelungen.

Das Lokal an sich ist mit sichtlicher Mühe gestaltet worden, könnte aber noch die eine oder andere Renovierung vertragen (beispielsweise wäre es gemütlicher, wenn der Fliesenboden des Vormieters durch Laminat ersetzt würde, und die Toiletten sind noch Originale aus den Siebzigern). Die Betreiber bieten diverse Veranstaltungen an, etwa Spieleabende und Konzerte, was mich ebenfalls denken lässt, dass hier viel Herzblut im Spiel ist.

Ich war von unserem Besuch im fair.liebt durchaus angetan und ein wenig traurig, nach der riesigen Pastaportion keinen Magenplatz mehr für einen Nachtisch zu haben. Vielleicht ein andermal...


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Gut, dass mein Jugendidol Dave Gahan hier nicht mitliest (falls doch: Hi Dave!). Denn wenn er das täte, wäre für ihn die Erkenntnis, dass...

Sendeschluss: Dschinghis Khan - Moskau


Gut, dass mein Jugendidol Dave Gahan hier nicht mitliest (falls doch: Hi Dave!). Denn wenn er das täte, wäre für ihn die Erkenntnis, dass er diese Woche mit seiner Goldfrapp-Kollaboration für den Sendeschluss eingeplant war, dann aber durch Dschinghis Khan(!!) verdrängt wurde, sicherlich schmerzlich. Keine Sorge, Dave, nächste Woche geht es hier normal und geschmackssicherer weiter!

Von der Dschinghis Khan-Sache erfuhr ich durch meine Phantasiefreundin Anja Rützel, die letzte Woche entsetzt twitterte:


Dschinghis Khan als Neuauflage mit Jay Khan (bekannt als ehemaliger Boyband-Sänger und aus dem Dschungelcamp, wobei ich ihn deshalb gerne mit Mark Terenzi verwechsele) als Frontmann. Das kam dann doch überraschend. Natürlich musste ich gleich googlen, was es denn damit auf sich hatte - eine Band, die stilistisch doch sehr fest in die 70er Jahre gehört, wiederzubeleben, weil ein B-Promi namentlich zufällig dazu passt, erschien doch etwas... beliebig.

Wenn man ein wenig nachforscht, ergibt sich, dass die neue "Moskau"-Version - natürlich - ein Song zur bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft ist. Als Sänger fungiert hierbei nicht nur Jay Khan, er ist für die deutsch- und die englischsprachige Variante zuständig. Es gibt aber zusätzlich noch eine russische Version mit Alexander Malinin und dessen Tochter Ustinya sowie eine spanische mit dem mexikanischen Tenor Jorge Jiménez und Marifer Medrano. Und für die, die sich nicht entscheiden können, wird auch noch ein viersprachiges Medley angeboten.


Das Ganze klingt zunächst durchaus aufwändig, doch schaut man die Videos dann tatsächlich an, wird schnell klar, das hier wirklich an allem gespart wurde: Den Text hat offensichtlich jemand Unispiriertes in fünf Minuten umgedichtet (Was reimt sich denn nur auf Kasatschok? Ach, nimm "round the clock", das passt!). Dazu Computeranimationen, die vermutlich mit dem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm als Beispiele ausgeliefert wurden (und das 2005) und einige seltsame Bilder der Nationalmannschaft, denen man anmerkt, dass man sonst eben keine hatte. Neben Jay Khan und den beiden verbleibenden Originalmitgliedern von Dschinghis Khan, Edina Pop und Henriette Strobl (die recht verloren wirken), sieht man auch Tänzer in zusammengeschusterten Outfits, die offensichtlich aus der Kostümkiste vom Speicher stammen, und kickende Kinder... letztere waren halt einfach zu besorgen.


Man kann sich sicherlich streiten, ob Dschinghis Khan und auch Ralph Siegel ein schützenswertes Vermächtnis haben, das man zerstören kann - wenn man "Ja" dazu sagt, ist diese Billig-Resterampenversion, um einen schnellen Euro zu verdienen, sicherlich extrem ärgerlich. Frau Rützel hat ihre Wut bereits in einen tollen Artikel auf Spiegel Online umgesetzt, ich selbst bin hier emotional weniger involviert (obwohl auch ich das orange Dschinghis Khan-Album als Kind auswendig konnte). Aber auch für sich genommen ist diese geldgierige Ramsch-Lieblosigkeit, nun, erschütternd.

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Es gab da diese Zeit Anfang bis Mitte der 2000er, als im Kielwasser von Franz Ferdinand täglich gefühlt ein Gigabyte tolle Musik veröffen...

Wiesbaden ist gut: We Are Scientists im Kesselhaus


Es gab da diese Zeit Anfang bis Mitte der 2000er, als im Kielwasser von Franz Ferdinand täglich gefühlt ein Gigabyte tolle Musik veröffentlicht wurde. Mit dabei waren auch We Are Scientists, die ich zum ersten Mal live als Vorband der Kaiser Chiefs in Neu Isenburg sah - das war 2006. Später im selben Jahr hatten sie dann noch ein Einzelkonzert in der Batschkapp. Das war, bis zum Dienstag, mein letzter Liveauftritt der Band, die kontinuierlich weiter Alben veröffentlicht hat, zuletzt das sechste, "Megaplex". Nur die Auftrittshallen sind etwas kleiner geworden - 2006 hätte es kartenverkaufstechnisch vielleicht auch für den "richtigen" Schlachthof gereicht, 2018 wurde es eben dessen kleinere Halle, das Kesselhaus.

Diese war immerhin bis zum Bersten gefüllt - das war zumindest unser Eindruck beim Eintreffen, als wir das Set der Vorband Some Sprouts aus Regensburg quasi schon verpasst hatten - soeben wurde deren letzter Song angekündigt. Dieser war nicht nur sehr laut, sondern erinnerte mich auch an ein langsameres Lied der Red Hot Chili Peppers, was mir seitens meines Freundes nur Kopfschütteln einbrachte. Die Band selbst sagt, sie macht Slacker Rock, also lassen wir es wohl besser einfach dabei.


Das Kesselhaus war am Abend eines schwülen Tages alles andere als kühl, weshalb die meisten Zuschauer nach dem Set der Vorband erst einmal nach draußen gingen, um Luft zu schnappen - wir konnten problemlos nach vorne zur Bühne, uns positionieren und bald schon einmal die Setliste studieren. Nach kurzer Wartezeit, in der Fast-Bandmitglied Keith Carne (seit 2013 live am Schlagzeug) den Soundcheck übernahm, füllte sich der Raum wieder und es ging weiter.

Streng genommen besteht We Are Scientists nur aus Keith Murray und Chris Cain, die seit 18 Jahren gemeinsam musizieren und Quatsch machen. Tatsächlich lernten sich die beiden wohl wegen ihres gemeinsamen Interesses an Stand up-Comedy kennen, was man ihnen durchaus anmerkt - denn  der Auftritt hatte - auch, wenn natürlich hauptsächlich Musik gemacht wurde -  seine komödiantischen Seiten.

So behauptete Keith gegen Beginn des Sets, dass ja kaum jemand wüsste, dass sowohl er als auch Chris in Wiesbaden wohnen. Er habe den Anfang gemacht und dann Chris mit den  (deutschen) Worten "Wiesbaden ist gut!" überzeugt, sich ebenfalls hier niederzulassen. Chris fragte dann Keith Carne, wie lange er dann schon da sein, so etwa drei Monate und fünf Tage? Worauf der Schlagzeuger toternst antwortete, es seien sogar bereits drei Monate und SECHS Tage, oder "as I like to say it, one more day until my three months and one week anniversary!"


Wie erwähnt war es sehr heiß in dem Raum, was Chris irgendwann veranlasste, zu fragen, ob man vielleicht die Lüftung einschalten solle - diese würde bislang nicht laufen, weil man im Namen des Schlachthofs Geld sparen wolle, dann würde man eher nochmals gebucht werden. Die Band habe auch eben noch hinter der Bühne geprobt, und zwar im Dunkeln, denn Licht verbraucht schließlich teuren Strom und liefe nicht mit "children's wishes". Es entsponn sich dann noch ein längerer Austausch zum Thema, dass man vielleicht Kerzen nutzen könnte, diese würden aber ja auch Geld kosten, vielleicht könnten Kinder selbige Kerzen anfertigen, diese könnten aber dann keinen anderen Beruf ausüben... sichtlich routiniert und genussvoll führten sie die Diskussion in immer absurdere Bereiche.

Ein sehr schöner Austausch ergab sich auch am Ende von "This Scene is Dead", als zunächst Chris, vermutlich sogar leidlich ernsthaft, erklärte, dieser Song sei einer von zwei, bei denen er am Ende mit seinem Bass einen kleinen "flourish" (bestehend aus zwei Tönen) mache, erkundigte sich, ob wir das auch bemerkt hätten und forderte uns auf, auf den nächsten zu achten.


Keith behauptete unverzüglich, auch er habe am Ende des gerade beendeten Lied einen unbemerkten "florish" gemacht und spielte daraufhin ein längeres Gitarrensolo mit vielen Rockerposen und exaltiertem Gesang, das wir angeblich nicht bemerkt hatten. Chris tat begeistert, erklärte aber, Keiths Mikrophon sei bei dieser Darbietung wohl ausgeschaltet gewesen, denn leider habe man gar nichts davon hören können.

Abgesehen von diesen Abschnitten wurde nicht wahnsinnig viel gesprochen, und mehrere Lied-"Blöcke" waren auf der Setliste als ineinander übergehend markiert, so dass es auch weniger Pausen für Applaus gab, als man sonst erwarten würde. "Megaplex" und das Debütalbum "With Love and Squalor" waren die Quelle der Mehrheit der Songs, aber auch andere Alben wurden bedacht.


Das Publikum war mit viel Freude dabei. Beim letzten Song des Zugabenteils, "Textbook", legte Keith zum ersten Mal die Gitarre beiseite, umd dann ganz im Stil von The Nationals Matt Berninger mit dem Mikrophon durchs Publikum zu wandeln. Hierbei wurde ihm so respektvoll Platz gemacht, dass ich mich ein bisschen fragte, ob das für den Sänger nicht ziemlich unspannend war. Immerhin direkt vor unseren Nasen positionierte sich aber zeitweise die einzige wilde Pogotänzerin des Publikums.

Obwohl ich längst nicht jedes Lied kannte (das erste Album hörte ich halt doch mit Abstand am häufigsten), machte das Konzert Spaß und zeigte, dass die Band zurecht noch besteht und auftritt.

Setliste:

Your Light Has Changed
The Great Escape
Buckle
I Don't Bite
Now Or Never
Return the Favor
It's A Hit
Too Late
This Scene Is Dead           
Coats In A Pile 
Make It Easy
One In, One Out
After Hours
No Wait At Five Leaves
Dinosaurs 
Nobody Move, Nobody Get Hurt

Rules Don't Stop Me
Nice Guys
Textbook

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Ich bekomme ja nicht sehr häufig Kommentare hier und freue mich eigentlich immer darüber - zumindest, wenn mir nicht mangelnde Dankbarkei...

Frankfurt Vegetarisch (22): Frankfurter Pause


Ich bekomme ja nicht sehr häufig Kommentare hier und freue mich eigentlich immer darüber - zumindest, wenn mir nicht mangelnde Dankbarkeit gegenüber Volkswagen vorgeworfen wird. Letzte Woche kommentierte aber jemand, dass das auf diesem Blog einst vorgestellte vegetarische "Pulled Pork" ja nichts mit dem Original zu tun hätte, das ich gefälligst schleunigst probieren sollte. Ich nehme an, dass der Kommentarschreiber einfach wahllos das Internet nach Pulled Pork Beiträgen durchsucht, um möglichst häufig seinen Einkaufslink zu posten, denn wer hier auch nur fünf Minuten mitliest, wird wohl zu der Erkenntnis kommen, dass bei mir Nahrungsmittel aus echtem Schwein eher nicht vorgestellt werden.


Dafür aber nun wieder vermehrt Lokale, in denen vegetarisch lebende Menschen glücklich werden können, vor allem in meinem Hauptwirkungskreis Frankfurt. Da ich seit Kurzem gerne Mietfahrräder ausleihe, hat sich der Radius meiner Mittagspausen vergrößert, und manchmal, wenn mir danach ist, radele ich bis zur Hauptwache. In deren unmittelbarer Nähe befindet sich ein Lokal, das so klein ist, dass man es leicht übersieht. Im Grunde ist es von außen eher ein Loch in der Wand, und schwupps ist man auch schon vorbei gelaufen. Biegt man aber rechtzeitig ein, stellt man fest, dass der Laden an seiner schmalen Theke alles bietet, was das zeitgenössische Großstädterherz begehrt: Geworben wird vor allem für die große Auswahl an frischen Hefeschnecken, die, wie auch die belegten Brote, von der beliebten Bäckereikette Zeit für Brot stammen. Selbige Stullen sind sehr originell gestaltet, beispielsweise gibt es eine (leckere) Variante mit hartgekochtem Ei und Erbsen, auch vegane Brote sind erhältlich.


Darüber hinaus werden täglich frische Suppen angeboten, außerdem gibt es noch Kühlschränke, aus denen man sich beispielsweise Salate oder auch Müslis nehmen kann. Eine weitere, wirklich winzige, Theke versorgt die Gäste mit Kaffeespezialitäten. Wer sein Gekauftes im Lokal konsumieren möchte, muss Glück haben, denn das Angebot an Sitzgelegenheiten ist mangels Platz äußerst begrenzt. Das gilt aber nicht für Schönwettertage, denn das Minilokal hat einen ansehnlichen Außenbereich, in dem sich meistens ein freier Platz finden lässt.


Peinlicherweise habe ich lange nicht den Namen des Lokals verstanden. Über der Tür hängt ein Schild mit zwei kleinen Strichen, das in seiner Schmalheit gut zum Etablissement passt. Aber was sollen diese heißen? ii? Selbst als ich via Google Maps herausbekam, dass der richtige Name "Frankfurter Pause" lautet, fiel der Groschen erschreckend lange nicht, bis eine Frau, die hinter mir anstand, zu ihrer Begleitung sagte "Ich finde es so putzig hier, auch mit dem Pausenzeichen auf dem Schild!". Äh, ja, natürlich. Die zwei kleinen Striche sind die Pausetaste des Kassettenrekorders (oder heute wohl eher die von Youtube, Netflix und Spotify).


Bisher war alles, das ich hier konsumiert habe, sehr gut - auch, wenn ich den Hype um die Hefeschnecken von Zeit für Brot persönlich nicht ganz nachvollziehen kann. Ehrlich gesagt finde ich meine selbst gebackenen besser. Die Stullen und Salate sind jedoch ausgezeichnet, und ich würde auch gerne demnächst einmal den Milchreis probieren.

Auf meinen Fotos kann man manche der Preise entziffern, und so viel ist klar: Ganz günstig speist man bei der Frankfurter Pause nicht. Jedoch finde ich die Kosten angesichts der Qualität und auch Originalität des Gebotenen akzeptabel.


Einziger Kritikpunkt von meiner Seite: Wenn man sich einen Salat zum sofortigen Verzehr kauft, bekommt man diesen in den Mitnehm-Plastikbehältern auf einen Teller gestellt - schöner wäre es natürlich, wenn man der Behälter auf einen Teller geleert würde, oder, noch besser, wenn es hinter der Theke Vorräte ohne die Plastikverpackung gäbe, die beim Sofortverzehr ja prima eingespart werden könnte. Ich nehme aber an, ein solches Vorgehen würde zu viel Zeit kosten, denn die Schlangen im Miniladen sind meistens eher lang.

Die Frankfurter Pause ist am Roßmarkt 10.


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Laura Marling und Mike Lindsay (Tunng) haben ein gemeinsames Musikprojekt namens LUMP, das in den zugehörigen Videos auftauchende haarige...

Sendeschluss: LUMP - Late To The Flight


Laura Marling und Mike Lindsay (Tunng) haben ein gemeinsames Musikprojekt namens LUMP, das in den zugehörigen Videos auftauchende haarige Monster (ein Yeti) passt zu diesem Bandnamen.

Mich erinnert der haarige Tänzer an meine eigenen flauschigen Haustiere und die Menge an Flausch, die selbige tagtäglich überall in der Wohnung verlieren. Folglich finde ich es völlig nachvollziehbar, dass der Yeti mit einem Mop tanzt: Er muss damit sicher Yetihaare aufkehren.

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Ich bin sicher nicht die einzige, die bei Routinetätigkeiten nicht immer voll bei der Sache ist. Irgendwann las ich, dass Autofahrer, die tä...

Neulich als ich nicht bei der Sache war

Ich bin sicher nicht die einzige, die bei Routinetätigkeiten nicht immer voll bei der Sache ist. Irgendwann las ich, dass Autofahrer, die täglich dieselbe Strecke fahren, sich hinterher an so gut wie nichts erinnern können. Ähnlich geht es mir natürlich beim Zugfahren: Täglich steige ich in den ICE und wieder aus, in den wenigsten Fällen könnte ich hinterher zur Fahrt irgendetwas erzählen.

Insofern war ich anlässlich einer kürzlichen Reise auch durchaus problembewusst. Ich fuhr morgens mit Koffer ins Büro und wollte Abends mit Gepäck nach Berlin fahren. Es galt also, sich beim Aussteigen daran zu erinnern, dass ich einen Koffer dabei hatte, und außerdem am Abend nicht den gewohnten Zug zu nehmen sondern einen anderen. Sollte zu schaffen sein, ich bin ja schon groß.

Morgens im Zug surfte ich mit dem für die Reise eingepackten iPad, stieg in Frankfurt wie gewohnt aus und dachte mir, "mit dem Koffer nehme ich lieber die Straßenbahn ins Büro", direkt anschließend wurde mir klar, dass ich tatsächlich den befüchteten Fehler gemacht hatte: "Oh, irgendwie habe ich gar keinen Koffer mehr!"


Ich befand mich, als es mir auffiel, glücklicherweise noch im Bahnhof und rannte sofort zurück zum mittlerweile bereits leeren Zug (er endet in Frankfurt), wo bereits eine Bahn-Mitarbeiterin den Koffer hatte - ich weiß nicht, ob er zu den Fundsachen gebracht  oder gleich als verdächtiges Gepäckstück gesprengt.werden sollte. Ich nahm ihr den Koffer schnell unter aufgeregten Danksagungen ab und ging nun, erleichtert und über meine eigene Schusseligkeit den Kopf schüttelnd, wirklich zur Straßenbahn.

In die Straßenbahn eingestiegen, war ich angesichts der überwundenen Krise immer noch gut gelaunt, merkte dann aber schnell, dass mein iPhone nicht mehr in meiner Handtasche war. Im Zug hatte ich es noch benutzt, daheim hatte ich es also nicht vergessen. Ich stieg wieder aus der Straßenbahn (die noch nicht losgefahren war) aus und prüfte sorgfältig sämtliche Taschen. Kein iPhone. Ich musste es im Zug verloren haben, als ich das iPad zurück in die Tasche gesteckt hatte.

Ich rannte also wieder zurück in den Bahnhof und ein weiteres Mal zu meinem Zug. Dieser endet wie gesagt in Frankfurt, steht dort etwa eine halbe Stunde und fährt dann nach Amsterdam. Er war also (zum Glück!) noch da, aber mittlerweile alle Türen verschlossen. Ich konnte nicht einsteigen und suchen.

Drinnen sah ich plötzlich eine Bewegung, klopfte (na gut, ich hämmerte wohl eher) an die Tür und wurde eingelassen. Innen waren zwei Putzmänner bei der Arbeit und meinten, ich solle eben schauen, ob ich das Telefon finde.

Auf dem Weg in die zweite Klasse (ich wusste gar nicht mehr genau, in welchem Wagen ich gesessen hatte) traf ich einen weiteren Putzmann und fragte, ob er zufällig ein Handy gefunden hätte. Er fragte "Wie sah das denn aus?" Ich: "Ein iPhone in einer grünen Filzhülle." So eines zog er dann prompt aus der Tasche und gab es mir.

Ein weiteres Mal bedankte ich mich überschwänglich und machte mich, dieses Mal endgültig, auf den Weg aus dem Bahnhof. Unterwegs versuchte ich unauffällig, nachzusehen, ob ich vielleicht noch meinen Schlafanzug trug...

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Während mir der Film The Goonies selbstverständlich ein Begriff ist (na ja, "selbstverständlich" von einer Person, die erst v...

Sendeschluss: Radical Face - Goonies R Good Enough



Während mir der Film The Goonies selbstverständlich ein Begriff ist (na ja, "selbstverständlich" von einer Person, die erst vor ein paar Jahren E.T. gesehen hat und bei den klassischen Kinohits der 80er Jahre auch sonst so manche Lücke aufweist), muss ich gestehen, dass mir das Titelsong von Cyndi Lauper bislang entgangen war - da kann man dann auch gleich mit einer charmanten Coverversion einsteige, inklusive Kostümierung von Ben Cooper als Cyndi...

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Letzten Monat besuchten mein Freund und ich bekanntlich das Cologne Popfest im Kölner Blue Shell. Dankenswerterweise hatten die Veransta...

Frankfurt vegetarisch auf Reisen: Signor Verde in Köln


Letzten Monat besuchten mein Freund und ich bekanntlich das Cologne Popfest im Kölner Blue Shell. Dankenswerterweise hatten die Veranstalter im Zeitplan eine Abendessenspause einkalkuliert, und noch dankenswerterweise hatten sie via Facebook Vorschläge veröffentlicht, wo man in der Nähe etwas zu Essen bekommen könnte. Hauptsächlich aus Gründen der Nähe fiel meine Wahl auf Signor Verde - die Website des veganen Lokals ließ erhoffen, dass sowohl mein Freund als auch ich etwas auf der Speisekarte finden würden.

Nach kurzem Fußweg mussten wir zwar feststellen, dass so gut wie alle Tische des schlauchartigen Lokals reserviert waren, es ließ sich aber dennoch ein Platz für uns beide finden. Die Tageskarte bot diverse Spargelgerichte an, ich, die eigentlich gar nicht so hungrig war, entschied mich aber für einen Salat mit gebratenen Champignons, während mein Freund sich einen "Classic" Burger mit Potato Wedges bestellte. Beides stammte aus der regulären Karte.


Erfreulich schnell erhielten wir von der ausgesprochen freundlichen Bedienung unser Essen, wobei mein Freund seine Potato Wedges-Portion für 3,50 Euro als etwas zu hochpreisig empfand - im Gegenzug erschien der Preis von 4,90 Euro für den Burger selbst günstig. Dazu bekam er noch einen Ketchup-See. Im Geschmack (ich durfte probieren) überzeugte der Burger auf der ganzen Linie. Da wir gemeinsam öfter Veggie-Burger aus dem Kühlregal essen, war ich etwas in Sorge gewesen, einen allzu vertrauten Geschmack zu empfinden, aber die selbstgemachten Burgerpatties des Lokals schmecken, wie auch die Saucen, sehr gut und "anders".

Mit meiner Salat-Entscheidung hatte ich entschieden, ein Gericht zu bekommen, das vermutlich in jedem Lokal vegan wäre und auch wenig Zubereitungsoptionen zulässt. Dennoch war ich auch mit meinem Salat sehr zufrieden, was insbesondere am Dressing und den dazu arrangierten Brotscheiben lag - beides war sehr schmackhaft, die gebratenen Pilze an sich dagegen ein bisschen langweilig.


Insgesamt war ich sehr zufrieden mit unserem Besuch bei Signor Verde und würde gerne wieder dort einkehren. Allerdings steht dort wohl eine größere Änderung bevor, denn die Betreiber suchen jemand, der das komplette Lokal übernimmt und weiter führt.

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Schon wieder ein Video, das zwar hohe Wellen schlägt, das ich aber nicht wirklich verstehe - ABER wegen der hohen Wellen existieren auch ...

Sendeschluss: Childish Gambino - This is America


Schon wieder ein Video, das zwar hohe Wellen schlägt, das ich aber nicht wirklich verstehe - ABER wegen der hohen Wellen existieren auch Erklär-Videos! Was hat man nur früher gemacht, als man die Dinge noch allein verstehen musste... heute freue ich mich (unironisch), dass mir auf Youtube die erste Staffel Westworld kompetent erläutert wurde, und nun verstehe ich in diesem Video beispielsweise auch, was es mit den roten Tüchern auf sich hat (oder haben könnte), in die der Sänger seine Waffen abgibt.

Ich fühle mich nun auf jeden Fall besser informiert, und wer es ganz genau wissen will, liest am besten noch die 13.466 Kommentare zur Erklärung (oder die 310.884 zum Originalvideo?)...





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Vor etwas mehr als einem Jahr spielten The Lake Poets in unserem Wohnzimmer . Aktuell ist Martin wieder auf Deutschlandtournee, dieses Ma...

Alte Bekannte: Hello Piedpiper und The Lake Poets im Frankfurter 25 Hours Hotel The Goldman


Vor etwas mehr als einem Jahr spielten The Lake Poets in unserem Wohnzimmer. Aktuell ist Martin wieder auf Deutschlandtournee, dieses Mal ohne Wohnzimmerstops und in Begleitung von Hello Piedpiper - diesen wiederum hatte ich vor etwas mehr als vier Jahren bei einer Doppeltournee mit Honig in Gießen gesehen.

Das 25 Hours Hotel an der Hanauer Landstraße verfügt über eine Hotelbar, die Oost Bar, in der unter dem Motto "Live im 25" ganz gerne Livemusik dargeboten wird - ohne, dass Eintritt verlangt werden würde.

Der Beginn des Barkonzerts war für 20 Uhr angesetzt, als ich bereits gegen 20 vor eintraf, war die Bar noch komplett leer - immerhin konnte man aber das Equipment der Künstler sehen. Die kleine Bar füllte sich nach und nach ziemlich, die Hotelangestellten trugen immer mehr Stühle herbei, bis der Raum dann doch recht voll war - mehr als zwanzig Zuschauer waren aber wohl nicht da.


Nicht nur wegen der Kapazität kann ich die Bar des an und für sich schönen Hotels als Konzert-Location auch nicht empfehlen: Die Bar ist seitlich der "Bühne" und somit während des Konzerts zu jedem Zeitpunkt zugänglich - verständlich, man will ja durstige Hotelgäste nicht vergraulen. Aber die ständige Geräuschkulisse von Bestellungen, Getränkezubereitungen, Spülmaschine ausräumen und Unterhaltungen störte angesichts der eher leisen Töne der Bands des Abends ganz schön.

Etwas irritierend war auch eine gewisse Ungelenkheit der Veranstalter: Die Barkonzerte finden laut Facebook schon seit zwei Jahren statt, dennoch wirkte das Holen zusätzlicher Stühle so, als hätte man sich vorher gar nicht überlegt, ob die Gäste nun stehen oder sitzen sollten. Und während es draußen und damit auch im Raum und auf der Bühne immer dunkler wurde, bekam ich an der Bar mit, wie jemand vom Hotel sagte, man besitze zwar Scheinwerfer für die Bühne, habe aber vergessen, sie aufzustellen. Nicht so schlimm, aber der Qualität unserer Fotos natürlich nicht zuträglich.


Leicht verspätet, gegen 20 nach 8, ging zunächst Hello Piedpiper "auf die Bühne", sprich nach vorne. Der Musiker, der privat Fabio Bacchet heißt, hat letztes Jahr ein neues Album veröffentlicht. Er erklärte, dass ihm die Tour gemeinsam mit den Lake Poets sehr gefalle - und da er das auf Deutsch tat, war es sicher nicht nur Höflichkeit. Gemäß meinen Erinnerungen an das Konzert mit Honig in Gießen rechnete ich eigentlich an diesem Abend mit einem ähnlichen Arrangement, das heißt, dass alle Künstler ständig auf der Bühne wären und sich gegenseitig bei ihren Auftritten die Band ersetzen würden. Tatsächlich blieb Hello Piedpiper für den größten Teil seines Sets aber allein.

Gespielt wurden ausschließlich Lieder vom aktuellen Album, an seine handgeschriebene Setliste hielt er sich dabei nur zum Teil. Generell begleitete er sich selbst an der Gitarre, gelegentlich loopte er seine Stimme, seine Gitarre oder Percussion. Für "Shadows" wechselte er überraschend ans Keyboard und erklärte, er habe so gerne einen Pianosong schreiben wollen, aber dafür erst spielen lernen müssen. Für "Light Wood" kamen dann The Lake Poets - mittlerweile zu dritt unterwegs - mit nach vorne und sangen bei den "Uhuhu"-Teilen des Songs sehr harmonisch mit. Das Publikum wäre auch zum Mitsingen eingeladen gewesen, traute sich aber nicht so recht.

Setliste:

The Raucous Tide
Ask For Them
The Fear
Lampedusa
Shadows
An All Time Low of Sounds to Keep
Light Wood


Nach einer kurzen Pause ging es nun weiter mit The Lake Poets. Neuzugang Jordan saß dabei am Keyboard, während James, den wir bei bisherigen Auftritten hatten trommeln sehen, ausgesprochen wenig zu tun hatte. Hinterher erfuhren wir, dass es der Band nicht gelungen sei, sich eine Bassdrum zu leihen. Bei einigen Auftritten der aktuellen Tour hat Hello Piedpiper auch seine Band (inklusive Schlagzeug) dabei, und nur bei diesen kann dann auch James trommeln.

Viele der gespielten Lieder kannten wir, inklusive der sie einleitenden Geschichten, noch von den letzten Jahren, aber nachdem eine neue Albumveröffentlichung bevorsteht, gab es auch einen für uns neuen Song zu hören, nämlich "Belong to you" (Martin merkte hinterher kritisch an, er habe beim Songschreiben möglicherweise zu viel Adele gehört). Das uns bereits bekannte "Black and Blue" bot Martin allein an der Gitarre dar. Die im Hintergrund der Band sichtbare riesige Weltkarte nutze er, um uns seine Heimat Nordengland zu zeigen - praktisch, wenn der Veranstalter solche Unterrichtsmaterialien bereit stellt (Martin und Jordan sind im Alltag nämlich Lehrer)!

Für Lacher im Publikum, vor allem aber seitens der Band, sorgte eine Spinne, die beim Aufbau in der Nähe des Keyboards entdeckt worden war und die nun zurückkehrte. Besonders Jordan schien ihre Anwesenheit sehr zu beunruhigen, Martin versuchte aber, ihn zu trösten, indem er zunächst behauptete, Jordan könne durch einen potenziellen Spinnenbiss ja immerhin Spiderman werden, um später zu sagen, Bisse von deutschen Spinnen würden nur dazu führen, dass man mehr Bier trinken wolle. Ausgerechnet das Liebeslied "Your Face" verlor ein wenig seiner Emotionalität dadurch, dass die Bandmitglieder so viel lachen mussten, aber lustig anzusehen war es allemal.


Nach dem Konzert sprachen wir noch kurz mit der Band. Während wir vor dem Auftritt nicht sicher gewesen waren, ob James James war (er und Martin hatten letztes Jahr während der Tour gewachsene Bärte getragen) - glücklicherweise erkannte er uns aber ohne Probleme. Im Gespräch erfuhren wir,  dass dieses Mal auch Martins Frau mitreiste und dass anscheinend alle seit ihrem Besuch in unserem Haus süchtig nach Spekulatius-Brotaufstrich geworden sind. Gerne hätten wir gewusst, wie es wohl für seine Frau sein mag, jeden Abend all diese Lieder zu hören, die über sie geschrieben wurden - aber danach zu fragen trauten wir uns nicht.

Der Doppelauftritt war vielleicht ein bisschen kurz und litt ein wenig unter der vorhandenen Geräuschkulisse - er zeigte aber wieder einmal, dass beide "Bands" sehr schöne und emotionale Musik machen, von der man nicht so schnell genug bekommt.

Setliste:

Windowsill
Edinburgh
Friends
Belong to you
Lonely in the city
Black and blue
Runaway
See you tonight
Your Face 

How do you love me

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Limebikes warten auf ihren Einsatz Es gibt dieses Phänomen, dass man bestimmte Alltagsdinge, sobald man sich kurz mit ihnen beschäftigt...

Neulich als ich das Radfahren wiederentdeckte

Limebikes warten auf ihren Einsatz

Es gibt dieses Phänomen, dass man bestimmte Alltagsdinge, sobald man sich kurz mit ihnen beschäftigt hat, plötzlich überall sieht, während sie vorher komplett unter dem persönlichen Radar geflogen sind - beispielsweise ist eine Freundin schwanger, und plötzlich sieht man überall Schwangere. Als ich mich erstmalig mit den Finanzsektor auseinandersetzte, sah ich mit einem Mal an jeder Ecke Versicherungsbüros, die für mich vorher schlicht unsichtbar gewesen waren.

Und so kam es, dass ich, als eine Freundin vor kurzer Zeit zu unserer Mittagsverabredung auf einem "Limebike" vorfuhr, ich erstmalig verinnerlichte, dass sich etwas auf dem Frankfurter Markt für Mietfahrräder getan hatte. Seit Ewigkeiten gab es hier das "Call a Bike"-Angebot der Deutschen Bahn sowie die quasi identisch organisierten Räder von "Nextbike". Beide Anbieter stellen ihre Räder an festen Stationen zur Verfügung, wo man sie nach Anmeldung gegen eine Gebühr ausleihen kann. Die Rückgabe erfolgt an einer anderen Station. Stellt man das Rad einfach woanders ab, kostet das eine Strafgebühr.

Hier die komplette Frankfurter Mietrad-Landschaft: Vorne BYKES, dahinter Limebikes, im Hintergrund die Station für Call A Bike und Nextbike, an der sich auch ein oBike versteckt hat

Ich hatte an keinem der beiden Anbieter bislang sonderliches Interesse entwickelt. Als ich noch in Frankfurt wohnte, hätte ich theoretisch mit meinem eigenen Rad überallhin fahren können. Mittlerweile ist das zwar nicht mehr möglich, dafür bezahle ich aber ohnehin für die Nutzung von Bus und Bahn - warum also nicht einfach diese auch benutzen?

Der Knackpunkt waren für mich hier aber immer die festen Stationen: Eine kürzere Strecke mit einem Mietrad zurückzulegen, erschien mir grundsätzlich ganz interessant - aber nicht, wenn ich mir am Ziel dann erst wieder eine Abgabestation suchen müsste, um dann das letzte Stück doch wieder zu Fuß zurück zu legen.

Es besteht offensichtlich kein Zwang, die Bahn-Räder innerhalb der Station auch ordentlich abzustellen.

Seit dem letzten Jahr gibt es in Frankfurt aber gleich drei Anbieter der sogenannten "Chinabikes" - benannt nach dem Umstand, dass die Räder selbst im allgemeinen aus Fernost stammen und dort auch bereits sehr etabliert, wenn auch nicht unumstritten sind - in Shenzen beispielsweise werden die unkontrollierten Fluten von Leihrädern schon einmal am Straßenrand aufgehäuft, weil sonst kein Durchkommen mehr möglich ist. Wenn die Anbieter massenweise Räder aufstellen, sich aber nicht um deren Wartung kümmern oder einschreiten, wenn diese an komplett unpassenden Orten abgestellt werden, entsteht eben auch gerne Chaos.

Tatsächlich wurde diese Erfahrung in München gemacht: Der Anbieter oBike, mittlerweile auch in Frankfurt aktiv, stellte dort Anfang 2017 in kurzer Zeit 6800 Fahrräder auf, die bei den Münchenern nicht auf Begeisterung stießen: Die Räder wurden in großem Stil Opfer von Vandalismus und boten als herumstehende Ruinen keinen schönen Anblick. Der Anbieter aus Singapur zog daraus die Konsequenzen und baute diesen Monat 5800 Räder wieder ab.

Misshandeltes oBike

Grundsätzlich macht der Umstand, dass man die Räder überall mieten kann, wo man eines sieht, und dann auch an einem beliebigen Ort im Stadtgebiet wieder abstellen kann, die Chinaräder für mich aber um einiges attraktiver als die etablierte Konkurrenz. Natürlich verlässt sich dieses System auf die Vernunft seiner Nutzer, was - siehe München - selten eine gute Idee ist. Man muss ein Rad ja nicht erst mieten, um es auf einen Baum hängen oder in den Main werfen zu können, und darüber, was genau ein vernünftiger Abstellort ist, lässt sich auch diskutieren.

Tatsächlich habe ich aber den Eindruck, dass die in Frankfurt aktiven Anbieter durchaus auf ihre Flotten schauen: An der U-Bahnstation meiner Arbeitsstelle sehe ich nämlich beinahe jeden Morgen ordentlich aufgestellte Reihen von Chinabikes, was den Schluss nahe legt, dass jemand nachts durch die Gegend fährt, Räder einsammelt und an wahrscheinlichen Startorten wieder aufstellt. Auch habe ich noch keine krass unpassend abgestellten Räder gesehen. Das einzige offensichtlich kaputte Rad, dass mir bislang begegnet ist, war auch ein oBike - irgendwie machen diese wohl aggressiv. Ansonsten scheinen sich die Frankfurter Mietradnutzer recht manierlich zu verhalten.

Der eine oder andere Frankfurter hat auch noch ein eigenes Rad

Benutzt habe ich bereits die beiden Konkurrenten von oBike, BYKE und Limebike. Die Nutzung beider Angebote erfolgt quasi identisch: Man lädt eine App auf sein Smartphone, diese nutzt man sowohl, um per GPS Fahrräder zu finden als auch diese (indem man die Kamera auf einen QR-Code am Rad hält) aufzuschließen. Bezahlen kann man entweder mit einem vorab eingezahlten Guthaben oder per Kreditkarte. Das Mietverhältnis endet, wenn man das Rad manuell wieder abschließt.

Auch hinsichtlich der Qualität sehe ich keine großen Unterschiede: Beide Räder haben Vollgummireifen, was bedeutet, dass diese nicht kaputt gehen können. Beleuchtung und Fahrradkorb sind vorhanden, die Sitzhöhe kann man leicht individuell einstellen. Es gibt auch eine Gangschaltung, allerdings umfasst diese nur drei Gänge. Eine Klingel ist nicht vorhanden, aber generelle Verkehrssicherheit ist gewährleistet. Während bei Limebike, wie bei so ziemlich jedem Anbieter, eine halbe Stunde Fahrradnutzung einen Euro kostet, fallen bei BYKE bislang nur 50 Cent an - deshalb ist BYKE auch mein Lieblingsverleih.

BYKES

Die Möglichkeit, mal eben schnell mit dem Fahrrad zu fahren, hat sich für meinen Frankfurter Alltag durchaus als Bereicherung erwiesen. Normalerweise ist beispielsweise die Fahrt zu meinem Zahnarzt eine recht komplizierte Angelegenheit, dabei ist er von meinem Arbeitsort gar nicht so weit entfernt. Seit neuestem nehme ich nicht mehr zwei verschiedene Bahnen und laufe anschließend ein ganzes Stück, ich radele stattdessen in einer Viertelstunde durchs schöne Westend und genieße die Fahrt als Freizeit.

Einen Vergleich aller aktuell in Frankfurt nutzbaren Bikesharing-Angebote gibt es hier. Ich bin gespannt, wie sich die Dinge weiter entwickeln - kämen noch weitere Anbieter nach Frankfurt, würde das nämlich höchstwahrscheinlich doch recht schnell zu chaotischeren Zuständen führen.

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Das heutige Sendeschluss-Video schaffte es hauptsächlich wegen der Interpretin in die Auswahl, denn Florence singt halt einfach sehr gut ...

Sendeschluss: Florence + The Machine - Hunger


Das heutige Sendeschluss-Video schaffte es hauptsächlich wegen der Interpretin in die Auswahl, denn Florence singt halt einfach sehr gut und mitreißend - immer noch denke ich gerne an ihren Auftritt beim Hurricane 2012 zurück. Inhaltlich geht es offenbar sowohl um physischen Hunger als auch, mehr, um das Bekämpfen innerer Leere mit allem möglichen (im Video hauptsächlich Skulpturen).

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Anders als mein Freund hatte ich in meiner Jugend kein Interesse an M. Walking on the Water, deshalb hatte ich nach einem Konzertbesuch 2...

Neulich bei den Wackellampen: M. Walking on the Water im Wiesbadener Kesselhaus


Anders als mein Freund hatte ich in meiner Jugend kein Interesse an M. Walking on the Water, deshalb hatte ich nach einem Konzertbesuch 2011, der durchaus unterhaltsam war, auch keinen direkten Bedarf nach einem Wiedersehen - anders als er, der am Donnerstag die Gelegenheit nutzte, seine Jugendhelden im Kesselhaus des Wiesbadener Schlachthofs zu besuchen. Hier meine Fragen an ihn.

2011 besuchten wir zusammen ein Konzert von M. Walking on the Water, Du nochmals allein 2015. Höchste Zeit, sie noch einmal zu sehen. Gibt es neues Material, oder sind das Reunion-Konzerte?

Nach ihrem Album "File" gab es wohl einen Systemfehler und M. Walking On The Water wurden irgendwie gelöscht. Für 10 Jahre war es still um die Band, 2007 kam es wieder zu ersten Auftritten. Als wir sie 2011 in Weinheim sahen, hatten sie gerade mit "Flowers For The Departed" ihr erstes neues Album seit 1997 veröffentlicht. Der Begriff "Reunion" wäre hier wohl eher angebracht als aktuell. Danach traten sie weiterhin sporadisch auf, so dass ich auch unbedingt ihr Konzert in Wiesbaden 2015 sehen wollte. Zwischen den beiden Auftritten im Wiesbadener Kesselhaus lagen insgesamt nur 15 weitere Konzerte.

Neues Material gibt es nicht, aber eine neue Platte. Auf dieser befinden sich sechs akustische Neuinterpretationen ihrer Klassiker sowie zwei Coverversionen, die sie auch beim Konzert spielten. Das Album trägt den Titel "Dogma 13" und ist auf 300 Schallplatten limitiert.


... Coverversionen?

Eigentlich waren es sogar drei Coverversionen, die gespielt wurden. Neben "Fade To Grey" von Visage, das auch 2015 an gleicher Stelle bereits dargeboten wurde, feierte "Enjoy The Silence" von deiner Lieblingsband Depeche Mode am Donnerstag seine Live Premiere. Am Vorabend in Köln hatte die Band nach der Probe noch entschieden, dass sie es wohl doch noch nicht ins Programm aufnehmen können. Neben diesen beiden Liedern, die sich auch auf "Dogma 13" befinden, hörten wir "Heaven", das Markus Maria Jansen als Song seines Projektes CollieElectric vorstellte. Nachdem ich das Lied dann gehört hatte, wusste ich aber, dass er es bereits 2001, also 6 Jahre zuvor, mit deutschem Text, entschleunigt und Dank Streicher auf über 8 Minuten gestreckt, unter dem Titel "Himmel" als Jansen auf seinem zweiten Soloalbum veröffentlicht hatte.


Sind M. Walking on the Water eigentlich Berufsmusiker, oder was machen die sonst so?

Also von ihren Plattenverkäufen und Konzerteinnahmen können sie sicherlich nicht leben. Von "Dogma 13" können sie nur 300 Exemplare verkaufen, das Album davor liegt bereits 7 Jahre zurück und die aktuelle Tournee hat 9 Stationen. Ich habe gelesen, dass Markus Maria Jansen (Gesang, Gitarre) neben seinen musikalischen Projekten auch Filmmusik komponiert und Mike Pelzer (Gesang, Gitarre, Akkordeon, Keyboard) als Schiffszimmermann arbeitet. Die drei anderen Bandmitglieder, Konrad Mathieu (Bass), Axel Ruland (Geige) und Martell Beigang (Schlagzeug), die seit 1990 zu M. Walking on the Water gehören, arbeiten in den Bereichen Internet, Promotion und sind als Studiomusiker aktiver. Den Schlagzeuger kennt man vielleicht von Dick Brave & The Backbeats oder als Autor ("Zu Gast im eigenen Leben", "Unverarschbar").


Wie voll haben sie den Schlachthof bekommen?

Anfangs dachte ich, einerseits bestürzt, andererseits hoffnungsvoll, dass wir bei einem Wohnzimmerkonzert mit M. Walking on the Water mehr Zuschauer zu bieten hätten. Aber dann hat sich das Kesselhaus doch noch recht ansehnlich mit ca. 100 Zuschauern gefüllt.


Gab es eine Vorband?

Es gab keine Vorband, aber wir wurden vor und nach dem Konzert mit den Beatles beschallt, was ja nicht unbedingt die schlechtere Alternative ist.


Hatten sie die Wackellampen dabei?

Ach, die Wackellampen. Wie soll denn ein M. Walking on the Water Konzert ohne die seit den Frühtagen der Band bestehenden Eigenkreationen authentisch sein? Meinetwegen könnten sie auch ruhig noch einmal die Balkenköpfe ausmotten, die ich irgendwann in den 90ern bei einem Konzert in Köln erlebt hatte. Damals gingen sie mit diesen seltsamen Kopfkonstruktionen, die man auf dem Plattencover ihres Debütalbums sehen kann, vor dem Konzert durchs Publikum. Aber zurück zu den Wackellampen, zu denen ich dir 3 neue Erkenntnisse liefern kann: 1. Die Band nennt die Lampen selbst auch Wackellampen. 2. Durch das Hin- und Herpendeln lösen sich die Glühbirnen langsam aus ihren Fassungen, so dass sie im Verlauf des Konzertes nach und nach ausgingen. 3. Die vier Wackellampen wurden vom Bassisten per Fuß und über eine Steckdosenleiste mit Schalter bedient. Sensationell, oder?


Gab es auch einen Dresscode?

Den gab es tatsächlich, denn das Quintett trug Hemden mit bunten Blumen- oder Paisleymustern. Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann wäre ich mir in meinem Karohemd nicht so "wrong dressed" vorgekommen.


Was wurde so gespielt?

Zu den drei Coverversionen habe ich dir bereits etwas erzählt. Bei deinem einzigen Konzert der Krefelder Band stand damals deren aktuelles Album "Flowers For The Departed" mit 10 Liedern im Mittelpunkt der Setliste. Dieses Mal wurde es nur noch mit "Sing Sally", "Bury Me Upright" und "Love Is On Your Side" bedacht. Insgesamt war es ein guter Querschnitt durch die Bandgeschichte, wobei man besonders die ersten beiden Alben berücksichtigte, die es zusammen auf 9 Lieder brachten.

Im Vergleich zum Auftritt 2011 in Weinheim war die Setliste um 3 Songs kürzer, insgesamt wurden aber 21 Lieder gespielt. Aber Band und Publikum, das bei einigen Liedern laut mitsang ("Day To Day", "Holy Night Of Rosemary") und bei noch mehr heftig mittanzte ("Linda Lee", "Soldier Of Love"), werden auch nicht jünger. Nach "Party In The Cemetry" sagte Jansen auch: "Ist das anstrengend! Jetzt erst einmal etwas Ruhiges."

Besonders gefallen haben mir an diesem Abend "Magical Forest" und "Pink Pinks" sowie die Darbietung meines Lieblingsliedes "Pluto" im Zugabenteil. Leider wurde kein Walzer aus dem Themenalbum "The Waltz" gespielt und auch das abschließende Lied inmitten des Publikums, Platz wäre noch gewesen, fehlte leider.


Was wurde so gesagt?

Ganz witzig war, als Jansen uns fragte, wer denn ursprünglich zu Monster Magnet im benachbarten Schlachthof gehen wollte, dass sich einzig Schlagzeuger Martell Beigang meldete. Oder dass er, als festgestellt wurde, dass die Wackellampen ihren Geist aufgaben, laut nach einem Roadie rief, um dann gespielt ernüchtert zu ergänzen, dass sie keine mehr haben. Der Ruf nach dem Hausmeister aus dem Publikum wurde dann auch belustigt von der Band aufgegriffen.


Möchtest du in drei bis vier Jahren wieder ein Konzert sehen?

Warum denn erst in drei oder vier Jahren? Ich hoffe auf ein richtiges neues Album mit einer längeren Tour und eigentlich wären M. Walking on the Water doch zum Beispiel auch für das A Summer's Tale Festival gut geeignet, oder? Und nachdem wir jetzt mit Loch Lomond bereits eine Band mit vier Musikern in unserem Wohnzimmer hatten...


Hast du mir etwas mitgebracht?

Zählt die Langspielplatte, die ich am Merch gekauft habe? Eigentlich hättest du ein T-Shirt bekommen sollen, denn die Band versprach jedem in der ersten Reihe eins und warf tatsächlich alte Shirts ins Publikum. Leider nicht in meine Richtung. Offensichtlich hat man im Haus M. entrümpelt, denn es gab noch Vinyl-Restbestände von "Pluto" aus dem Jahr 1989 zu kaufen und die T-Shirts stammten noch aus "Split"-Zeiten und waren in Übergröße. Jansen erklärte dazu, dass sie daher nur als Nachthemden geeignet seien und dass man, obwohl sie aus Baumwolle seien, morgens einen viereckigen Schweißfleck unter dem Aufdruck habe.


Hast du außer den schönen Fotos auch an die Setliste gedacht?

Klar:

Melitaah
Adventures And Narrations
Bury Me Upright
Party In The Cemetery
Sing Sally
Fade To Grey (Visage Cover)
Magical Forest
Flowers Of The Gone
Enjoy The Silence (Depeche Mode Cover)
Love Is On Your Side
Day To Day
Heaven (CollieElectric Song)
Holy Night Of Rosemary
Wooden Lady
Pink Pinks
Linda Lee
Anymore
Soldier Of Love

Pluto
Poison

Misery

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