My Year In Lists (4)


Miniserien

Gerade wollte mich mit der Aussage einleiten, dass man sich selten so gut dabei fühlen konnte, ständig irgendwelche Serien zu schauen, wie 2021, aber es sieht aus, als hätte ich genau dasselbe schon vor einem Jahr behauptet. Tja, es bleibt dabei: Wer auf dem Sofa hockt und Serien schaut, bekommt keine ansteckende Krankheit, gibt diese auch nicht weiter und muss sich auch weder Gedanken über die Spaltung der Gesellschaft noch die globale Erwärmung machen. Na ja, es kommt natürlich ein bisschen auf die Serie an (ich denke zum Beispiel an Schlafschafe im ZDF). Meine Top 5 sind allerdings, wenn zum Teil auch durchaus deprimierend, Corona-frei.


5. Faking Hitler


Geständnis: Ich habe Schtonk! damals im Kino gesehen und fand den Film hauptsächlich albern. Das mag zum Teil auch an meinen mangelnden Detailkenntnissen der echten Ereignisse rund um die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher 1983 gelegen haben. Ich nahm nämlich die neue Miniserie mit Moritz Bleibtreu und Lars Eidinger zum Anlass, bei diversen Handlungselementen nachzuschlagen, ob das wirklich so gewesen sein kann. Meistens war es so: Hier braucht man keine Satire, es ist so schon alles absurd genug.


4. The Investigation


Eine weitere Fiktionalisierung einer realen Geschichte, in diesem Fall geht es um die Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall - ein Fall, der internationale Aufmerksamkeit erhielt, weil der Mord erstens in einem U-Boot stattfand und zweitens der Täter im Grunde bekannt war - nur, dass es sehr schwer war, ihm die Tat nachzuweisen. Hier schrieb ich bereits über die dänische HBO-Produktion.


3. The Stand


Gerade musste ich die Einleitung oben abändern: Meine Top 5 sind keineswegs Pandemie-frei, nur Corona-frei! The Stand ist der längste Roman von Stephen King (fast 1200 Seiten), er wurde 1978 veröffentlicht und beginnt mit einer Pandemie, die in kürzester Zeit den Großteil der Weltbevölkerung auslöscht. Während das Buch als eines von Kings besten gilt, bekam der neueste Versuch einer Umsetzung ins Bewegtbild eher mittelmäßige Kritiken. Vielleicht liegt es daran, dass ich den Roman nicht kenne - in jedem Fall konnte mich die Miniserie, in der Alexander Skarsgård einmal mehr den Bösewicht spielen darf, durchaus überzeugen.


2. WandaVision


Die (Kino-) Geschichte rund um Marvels Avengers ist 2019 - natürlich nur vorläufig - zu Ende gegangen. Die erste Fernsehserie des Marvel Cinematic Universe dreht sich nun darum, wie es im Anschluss an die Ereignisse der Filme mit "Scarlet Witch" Wanda Maximoff weiter geht. Diese lebt nun mit ihrem Ehemann, dem Androiden und ebenfalls Avengers-Mitglied Vision, in einer amerikanischen Vorstadt der 1950er Jahre. Das erstaunt doch erheblich, da Avengers: Endgame erstens in der Gegenwart spielt und zweitens Vision bereits in Avengers: Infinity War unter traumatischen Umständen ums Leben kam.

Den Zuschauern bleibt mehrere Folgen lang verborgen, wie die Serie zur vorausgegangenen Geschichte passt. Bis dahin durchläuft sie verschiedene Fernseh-Epochen und persifliert diese durchaus unterhaltsam, während sowohl dem Publikum als auch den Figuren dann langsam klar wird, was das alles eigentlich soll. Eine sehr originelle Serie, die in dieser Form sicher ein Einzelstück bleiben wird.


1. Mare of Easttown


Eine schöne Serie ist Mare of Easttown sicher nicht, aber eine gute. Kate Winslet spielt eine desillusionierte Polizistin in Philadelphia, für die es weder beruflich noch privat gut läuft und in deren Nachbarschaft eine junge Mutter ermordet wird. Die Serie beleuchtet diverse traurige Lebensgeschichten von Personen am Rand der Gesellschaft, ohne dabei sentimental zu sein.  Hier schrieb ich bereits über die Miniserie, bei der mich nur das Ende nicht überzeugen konnte.

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