Vor unserer Prag-Reise im Herbst 2024 hatten mein Freund und ich ein wenig Schokoladenrecherche betrieben. In Bezug auf den lokalen Hersteller Steiner & Kovarik erwies sich diese als unnötig: Die erste Filiale begrüßte uns direkt am Flughafen, weitere befinden sich an touristischen Hotspots. Als Schokoladeninteressent hat man also vor Ort kaum eine Chance, dieses Unternehmen zu verpassen.
Zum Produkt
Steiner & Kovarik besteht seit 2011 und wurde von Silvie Steinerova und Petr Kovarik gegründet. Steinerova hatte vorher bereits die Marke "Nachfolger" betrieben und unter dem Namen vor allem Souvenir-Schokolade für den Prager Flughafen hergestellt. Eigene Bean-to-Bar-Schokolade gibt es seit 2018.
Originalität
In Bezug aufs Sortiment gibt es bei Steiner & Kovarik weiterhin vieles, das sich gut als Mitbringsel eignet, unter anderem eine Vielzahl dragierter Nüsse und Pralinen in Dosen mit Prag-Motiven. Auch viele der Schokoladentafeln wirken mit ihren Tafeln im Klarsichtschuber und aufgestreuten Trockenfrüchten eher touristisch. Das hat das Unternehmen aber nicht daran gehindert, für Tafeln aus der "Aluna"-Reihe internationale Preise zu erhalten.
Diese ist höchst ungewöhnlich gestaltet: Neben klassischen Bean To Bar-Schokoladen mit und ohne Milch und Milchersatzprodukte gibt es auch Tafeln mit CBD-Öl, Reis und vor allem auch zugesetztem Kollagen! Die allerverrückteste Sorte: weiße Schokolade mit Austernpilzen.
Auch bei der Gestaltung wird natürlich an Touristen gedacht: Die Schokoladen werden in sehr hübsch bedrückten Pappschubern angeboten. Als wiederkehrendes Motiv dient ein Kolibri, der zwischen Kakaopflanzen und den Geschmackszutaten herumfliegt. 10/10
Nachhaltigkeit
Die Steiner & Kovarik-Website hält sich in Bezug auf Nachhaltigkeit etwas bedeckt. Es gibt einen langen Text darüber, dass verschiedene Umweltprojekte unterstützt werden, aber nicht, in welchem Umfang - und die Links zu den Projekten selbst laufen aktuell ins Leere.
Allerdings ist hier die deutsche Website wohl einfach nicht aktuell, denn meine gekauften Tafeln haben "Beipackzettel", auf denen die Herkunft der Kakaobohnen genau angegeben wird, mit dem Hinweis, dass in den Plantagen nur natürlichen Dünger verwenden und die Arbeiter gut behandelt werden. Sonderlich konkret ist das auch nicht, aber Direkthandel klingt in jedem Fall gut. Die Tafeln tragen das Biosiegel. 5/5
Zutatenqualität
Hier kann Steiner & Kovarik glänzen: Die Milchschokolade etwa enthält Kokoszucker, Kakaobohnen, Kakaobutter, Trockenmilch, Sonnenblumenlecitin und natürliche Vanille. 10/10
Preis / Leistung
Eine 70-Gramm-Tafel kostet je nach Sorte zwischen 5,50 und 10 Euro. Bei den von mir probierten Sorten errechne ich einen Durchschnittspreis von 6,50 Euro - was einen 100-Gramm-Preis von 10,70 Euro ergibt. 2/5
Geschmack
Beim Einkauf war ich abenteuerlustig: Die Vollmilchschokolade mit 44% Kakaoanteil war so mit Hinweisen auf internationale Preise übersät, dass ich sie quasi kaufen musste. Aber als zweite Variante wählte ich die verrückte Pilzschokolade!
Die Aluna Milchschokolade 44% lässt sich den verwendeten Kokosblütenzucker stark anmerken - was zu einer deutlichen Malznote führt. Den internationalen Testern gefiel das, mir ebenfalls. 13/15
Die ALUNA 40% weiße Schokolade mit Austernpilz erforderte beim Probieren dann etwas Mut. Auch diese Tafel ist mit Kokosblütenzucker gesüßt. Neben 6% Austernpilzen enthält sie als weitere Geschmackskomponente Orangenöl.
Blind hätte ich den Pilz sicher nicht erschmeckt, er führt zu einer ganz angenehmen Umami-Note der weißen Schokolade. Das Orangenöl ist wahrnehmbar, aber dezent. Insgesamt deutlich besser als befürchtet. 10/15
Gesamturteil
Fazit: Die Schokolade von Steiner & Kovarik erreicht in meinen allgemeinen Kategorien 27 von 30 Punkten. Für die Milchschokolade ergibt das inklusive Geschmack 40 und für die "Pilzschokolade" 37 von maximal 45 Punkten - ein sehr ordentliches Ergebnis.
Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking!
Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.




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