My Year In Lists (12)


 

Serien

Die Kategorie "Miniserien" habe ich ja bereits vor ein paar Tagen präsentiert. Dass es beide Listen gibt, ist der Erfahrung geschuldet, dass es in vergangenen Jahren häufig sehr viele in meinen Augen großartige Serien zu erwähnen gab. Das hat aber - ebenfalls rein aus meiner Perspektive betrachtet - mittlerweile nachgelassen. Natürlich habe ich auch 2021 gute Serien gesehen, aber parallel auch viel Mittelmaß, und zusätzlich gar nicht mal so wenige, bei denen das Ansehen nach nur wenigen Folgen abgebrochen wurde. Im Gegenzug habe ich letztes Jahr häufiger zum einen "Serienklassiker" angesehen, die ich noch nicht kannte (zum Beispiel mir noch unbekannte, aber ältere Staffeln von Fargo oder Better Call Saul) und zum anderen Serien ein zweites Mal angesehen, beispielsweise die erste Staffel The Witcher (was sich für Staffel Nummer 2 dann durchaus als hilfreich erwies).

5. Only Murders in the Building 


Bis Dezember hätte ich die Frage, was Steve Martin eigentlich so macht (und ob er überhaupt noch lebt), nicht beantworten können. Jetzt weiß ich es! Die Serie Only Murders in the Building stammt von ihm, und er spielt - gemeinsam mit Martin Short und Selena Gomez - auch gleich die Hauptrolle. Die drei von ihnen verkörperten Figuren wohnen alle in einem gut betuchten New Yorker Appartmentblock und sind süchtig nach demselben True Crime-Podcast. Als in ihrem Gebäude ein Mord passiert, den die Polizei allzu schnell als Selbstmord abtut, starten die drei ihre eigenen Ermittlungen - und natürlich einen dazu passenden Podcast.

Die Serie versucht gar nicht erst, sonderlich realistisch zu sein. Dafür sind die Figuren liebevoll ironisch gezeichnet, die Dialoge lustig und die bösartig-witzigen Anspielungen auf echte Podcasts - und deren Fans - treffend. 


4. The Mandalorian (Staffeln 1 und 2)


Ich bin ja nun alles andere als ein Star Wars-Fan - vielleicht deshalb habe ich es erst im zweiten Versuch geschafft, die hoch gelobte Serie anzusehen, dann aber auch gleich beide bislang veröffentlichte Staffeln. The Mandalorian spielt nach den Ereignissen der ersten sechs Star Wars-Filme; während das böse Imperium also offiziell besiegt ist, kommen die neuen politischen Strukturen nicht so recht in Gang. Die Hauptfigur, der namenlose Mandalorianer, ist ein Kopfgeldjäger, der einer religiösen Gemeinschaft angehört, die sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass ihre Anhänger niemals ihr Gesicht zeigen - ob das dem Hauptdarsteller Pedro Pascal wohl bekannt war, bevor der den Vertrag unterschrieb? Je einmal pro Staffel hat man ihn bislang zu Gesicht bekommen, sonst bleibt der Helm auf...

Die episodenhaften Geschichten drehen sich meist um das Hin- und Hergerissensein des Kopfgeldjägers zwischen der Erfüllung seiner Aufträge und moralisch richtigem Handeln - gleich zu Beginn von Staffel 1 nimmt er ein eigentlich von ihm zu ermordendes Alienkind lieber zu sich, das ihn fortan begleitet: den unter Fans sehr beliebten "Baby Yoda". 

Was es nun genau mit diesem Kind auf sich hat, wird in der Rahmenhandlung erforscht, und die Aufklärung wird sicherlich noch einige weitere Staffeln in Anspruch nehmen.


3. The Nevers 



Endlich eine neue Serie von Joss Whedon? Endlich eine neue Serie von Joss Whedon! The Nevers spielt im viktorianischen England. Oder besser gesagt, in einer Version des viktorianischen Englands, in der viele Frauen unter mysteriösen Umständen Superkräfte erhalten haben. Das macht sie zu von der Gesellschaft mit Argwohn betrachteten Außenseiterinnen, die häufig unter den Fittichen der Hauptfigur Amalia True landen - die ihrerseits eine äußerst mysteriöse Figur ist.

Die sechste (und bislang letzte) Folge der ersten Staffel stellt die Handlung ziemlich auf den Kopf, und ich wüsste sehr gerne, wie es weiter geht - die zweite Hälfte der Staffel bekomme ich dann hoffentlich 2022 zu sehen. Hier habe ich die Serie schon einmal vorgestellt.


2. His Dark Materials (Staffeln 1 und 2)



Die gleichnamige, der Serie zugrunde liegende Romantrilogie von Philipp Pullman habe ich vor Jahren gelesen und kenne auch die Kino-Verfilmung von Teil 1 - erstere fand ich sehr spannend, aber auch sehr komplex, während der Film ein solcher Fehlschlag war, dass die Macher sich die eigentlich geplanten Fortsetzungen komplett sparten.

Nun versucht man also, dem Stoff per Fernsehserie Herr zu werden, was sicherlich ein besserer Ansatz ist. Während mich die ersten Folgen gerade wegen ihre Werktreue wenig begeistern konnten (ich hatte das Gefühl, alles schon zu kennen), wurde ich dann doch schnell in die Handlung der sehr aufwendig produzierten Serie hinein gezogen. 

Worum es geht? Schon wieder um eine andere Version unserer Realität, dieses Mal eine, in der eine kirchliche Institution die Welt regiert und in der alle Menschen einen sogenannten "Daemon" haben, der eine Tiergestalt und gleichzeitig eine Manifestation ihrer Seele ist. Die Hauptfigur Lyra wächst als Waisenkind an der Universität Oxford auf und wird, als ihr bester Freund entführt wird, in die Konflikte zwischen Ordnungsbewahrern und Forschern hineingezogen.


1. Detectorists (Staffeln 1 bis 3)




Nach all den Phantastereien mutet mein Platz 1 ganz schön langweilig an: Zwei Typen im ländlichen England verbringen ihre Freizeit damit, mit ihren Metalldetektoren nach Schätzen zu suchen, meist vergeblich. Hier habe ich bereits versucht, zu erklären, was die Serie (die 2014-2017 in England lief, es aber erst Ende 2020 in die deutschen Mediatheken schaffte) so besonders macht. Statt mich zu wiederholen, schließe ich mich einfach dem Kritiker des Guardian an:

"Detectorists has become one of those programs I find myself endlessly, overzealously recommending. It’s good-natured and charming, and there’s really something admirable about a series so singularly dedicated to making you feel good. And after the year we’ve just had, don’t we all deserve that?"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen