Mein Haushalt hat das Maifeld Derby in Mannheim von seinen Anfängen bis zum Ende im vergangenen Jahr begleitet - noch kein einziges Mal hatten wir dagegen das Golden Leaves Festival im für uns sogar etwas näher gelegenen Darmstadt besucht, dabei besteht es auch schon seit 2012. Die Veranstalter hatten dieses Jahr ein rein weibliches (in Bezug auf die "Frontperson") Lineup zusammengestellt und diesen Umstand zwar nicht verheimlicht, aber auch nicht zum Gegenstand einer großen Werbekampagne gemacht - - ganz nach dem Motto "es ist ein weibliches Lineup, aber im Wesentlichen sind es gute Acts".
Bei der Vorbereitung auf unsere Anreise nach Darmstadt wurden wir von manchem Umständen und Regelungen überrascht - so fand das Festival ganz im Osten der Stadt statt, die Hotels, die wir finden konnten, lagen aber allesamt weit entfernt im Westen. Zum Thema "Anreise" stand auf der Homepage nur, es werde stark empfohlen, mit dem Linienbus zu fahren, dessen Fahrplan auch entsprechend aufgestockt würde. Von der Anreise mit dem Auto wurde explizit abgeraten.
Nun ist das der - verständliche - Tenor bei so gut wie jeden Festival: Auch in Lokeren vor ein paar Wochen hatte es beispielsweise geheißen, dass man am liebsten mit dem Zug oder dem Fahrrad kommen solle - dennoch hatte es einen Park & Ride-Parkplatz gegeben. Zum Golden Leaves konnten wir aber nichts dergleichen finden - nur den Hinweis, man solle bitte nicht auf Waldwegen parken. Es sah also stark danach aus, als sei eine Anreise mit dem Auto (abgesehen von einigen Ausnahmen für Gehbehinderte) schlicht nicht möglich.
Eine weitere Überraschung was das explizite Beharren auf den angebotenen Catering-Optionen: In den letzten Jahren ist es bei Festivals beinahe üblich geworden, dass man zumindest mit einer leeren Wasserflasche aufs Gelände darf, und dass für alle umsonst Leitungswasser angeboten wird. Beim Golden Leaves war das nicht vorgesehen, und es wurde ausdrücklich darauf verwiesen, dass der Veranstalter finanziell auf den Verkauf von Essen und Getränken angewiesen sei (und man entsprechend nichts mitbringen durfte) - man werde sich aber bemühen, die Kosten in einem fairen Rahmen zu halten.
Wir brachen also am Samstagmorgen nach Darmstadt auf, ließen unser Auto in der Tiefgarage des Hotels stehen (und die Trinkflasche daheim) und gingen zu Fuß zum Darmstädter Hauptbahnhof - von dem aus der Linienbus Richtung Oberwald abfuhr. Der Bus kam pünktlich und füllte sich von Haltestelle zu Haltestelle mit immer mehr Festivalbesuchern, mit denen gemeinsam wir am Ziel ausstiegen. In der Tat, hier gab es keinen Parkplatz zu sehen, nur ein paar von Ordnern streng kontrollierte Parkbuchten.
An einem Teich und einem Minigolfplatz entlang gingen wir zu Fuß zum Gelände, bekamen unsere Bändchen und waren in Handumdrehen drinnen. Eine weitere Besonderheit des Golden Leaves Festivals ist, dass vorab das Lineup und die Aufteilung auf die beiden Veranstaltungstage, nicht aber der konkrete Zeitplan veröffentlicht wird - wer wann und auf welcher Bühne spielt, erfährt man erst vor Ort. Hierfür war extra ein großes, beleuchtetes Poster aufgestellt worden. Ein weiteres Merkmal des demokratischen Ansatzes beim Lineup: Die Slots wurden im Tagesverlauf nicht wesentlich länger und schwankten zwischen 40 und 55 Minuten.
Mein Freund war wie immer viel besser als ich vorbereitet und wollte als erstes gerne Tuvaband um 14 Uhr sehen. Zwei fĂĽr den Samstag gebuchte Acts, Pale Waves und Swim School, hatten abgesagt, obwohl er sich audf beide gefreut hatte.
Bis zu Tuvabands Auftritt blieb uns noch etwas Zeit, wir sahen uns also erst einmal um. Es gab insgesamt drei Bühnen: Die Hauptbühne, genannt DLF Nova Stage, befand sich in der Mitte, rechts davon die immer noch ganz beachtliche Merck Stage - und am linken Ende des Geländes die deutlich kleiner und intimer angelegte Lagefeuer-Bühne. Hier waren für die Zuschauer Liegestühle und Bierbänke aufgebaut, die allerdings quasi sofort von Festivalgästen umarrangiert wurden. Dem Zeitplan konnten wir entnehmen, dass auf den beiden kleineren Bühnen jeweils parallel Auftritte stattfanden, im Wechsel mit den Konzerten auf der Hauptbühne.
Direkt bei unserem Eintreffen hatten wir eine Gruppe Helfer gesehen, die offenbar Yoga machte. Ähnlich zum schmerzlich vermissten Summer's Tale bietet auch das Golden Leaves Festival Workshops an, das Angebot beschränkte sich allerdings auf Töpfern, Siebdruck, Schmuck basteln, Cyanotopie, Postkarten gestalten und Festival-Zine. Man konnte also hauptsächlich basteln.
Wirklich sehenswert war überraschenderweise der Toilettenbereich: Statt Dixiklos oder Toilettenwagen hatte man hier reihenweise kleine Holzkabinen aufgestellt. Vor dem Besuch musste man sich zunächst entscheiden, denn es gab die Auswahl zwischen Herren-Pissoir, Damen-Hockpissoir (in bestimmten Holzkabinen) und regulären Plumpsklos. Für die Nutzung der letzgenannten standen Holszpäne zur Verfügung, die man zur Abdeckung des großen Geschäfts in einem Becher mitnehmen konnte. Bei meinem Besuch spielten einige der vielen anwesenden Kinder begeistert mit den Holzspänen - hier gab es also wohl etwas Schwund.
Nach einem schnellen ersten Blick auf die Essensstände, die sich alle am rechten Ende des Geländes versammelt hatten, war es Zeit für unser erstes Konzert - und leider auch für einen Regenguss! Unsere Besichtigung des Areals hatte noch im schönsten Sonnenschein stattgefunden, nun schüttete es plötzlich ordentlich. Wie viele Besucher hielten wir es nicht lange vor der Bühne aus, sondern stellten uns ein Stück weit weg unter ein paar Bäume, die zumindest ein wenig Schutz boten.
Tuvaband ist eine norwegische Sängerin, die bereits fünf Alben veröffentlicht hat. Ihr Musikstil geht in Richtung Shoegaze oder Triphop. Sie hatte zwei Mitmusiker dabei und erklärte nach einigen Songs, dass sie das erste Mal in dieser Konstellation auftrete und deshalb sehr aufgeregt gewesen sei. Das freundliche Publikum habe aber geholfen, sie zu beruhigen. Die begleitenden Musiker spielten zwischendurch Geige und Querflöte.
Langsam ließ der Regen wieder nach, und nach etwa der Hälfte des Sets wagte ich mich doch näher an die Bühne - mein Freund war schon früher nach vorne gegangen, um seinen Foto-Verpflichtungen nachzukommen.
Tuva - denn das ist der Vorname der Künstlerin - kündigte ihr letztes Lied an als "This is the start of the end of the show, and the end of the start of the festival", was wir sehr schön formuliert fanden.
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Wir wechselten zur Hauptbühne, wo nun Heidi Curtis dort das Programm des Tages eröffnete. Ihren Namen konnte man vor dem Auftritt bereits auf dem Schlagzeug lesen. Weitere Bühnendekorationen oder Animationen scheinen beim Golden Leaves-Festival unüblich zu sein und erleichtern natürlich den Auf- und Abbau.
Curtis orientiert sich optisch wie musikalisch am Rock der 1970er und 80er Jahre, insbesondere an die Frauen aus Fleetwood Mac musste ich öfter gerade optisch denken: Die Sängerin trug ein sehr kurzes schwarzes Spitzenkleid, das nach hinten eine lange Schleppe hatte, und wirkte so amerikanisch, dass ich erst durch das Programmheft erfuhr, dass sie aus Newcastle in Nordengland stammt.
Die Musikerin, die noch kein Album veröffentlicht hat, gehörte zu den "Nachrückkandidatinnen", die für die ausgefallenen Act eingesprungen waren. Weder diese Tatsache noch der Zeitslot am frühen Nachmittag trübten das Selbstbewusstsein der Künstlerin - sie begrüßte uns mit einem gebrüllten "Golden Leaves", als wären wir 20.000 Zuschauer und sie der lang erwartete Hauptact.
Die Songs irgendwo zwischen Sam Fender und The Darkness konnten mich nicht allzu sehr begeistern, die selbstbewusste Haltung gefiel mir dafür sehr gut. Die Musikerin wiederum war sehr angetan vom Festival "im Wald" und ihrer Aussicht auf die hohen Bäume hinter dem Publikum. Sie fand, dass insbesondere ihr Song "Behind the Door" sehr gut zum Ambiente passte und behauptete außerdem, das Lied "Summon" würde überall, wo sie es spielte, für ein Unwetter sorgen, sie sei also eventuell für den Sturzregen von vorhin verantwortlich.
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Wir kehrten zurück zur kleinen Lagerfeuer-Bühne, wo als nächstes Ellur auftreten sollte. Wie bei vielen Konzerten des Festivals befand sich die Musikerin bei unserem Eintreffen bereits auf der Bühne - der Auftritt hatte aber noch nicht begonnen, sondern es handelte sich erst um den Soundcheck.
Ellur heiĂźt eigentlich Ella Megan McNamara und ist die Tochter von Richard McNamara, dem Gitarristen der Band Embrace. Mein Freund hatte ein bisschen gehofft, dass der berĂĽhmte Vater seine Tochter live unterstĂĽtzen wĂĽrde (was er wohl manchmal tut), das war heute jedoch nicht der Fall, stattdessen hatte sie eine Keyboarderin namens Nicole dabei.
Vor Beginn des eigentlichen Auftritts verließen die beiden nochmals kurz die Bühne, allerdings wechselte Ellur dabei zu meinem Erstaunen nicht ihre Schuhe - sie trug nämlich Barfuß-Ballerinas aus Plastik, bei denen die einzelnen Zehen ausgeformt waren, zu einem ansonsten durchaus schönen Outfit. Aber es wäre auch nicht das erste Mal, dass ich anerkennen müsste, dass ich zum Thema Mode nicht mehr wirklich kompetent bin.
Dafür gefiel mir aber Ellurs Musik (stilistisch wohl im Bereich Indie-Pop / Singer-Songwriter anzusiedeln) ziemlich gut. Zu vielen ihrer wohl meist autobiographischen Lieder bekamen wir etwas erzählt - so etwa dreht sich "Dream of Mine" darum, wie es ist, aus Yorkshire zu stammen und einen großen Traum zu haben. "Your Dog" handelt von einem Exfreund der Künstlerin, der sie schlecht behandelte - einzelne "Buhs" aus dem Publikum zu dieser Aussage ermutigte sie ausdrücklich.
Direkt darauf folgte das neue Lied "Lonelier in Heaven", zu dem Ellur erzählte, der Freund aus dem vorherigen Song habe sie so geschädigt, dass sie ihre folgende Beziehung selbst an die Wand gefahren hätte - glücklicherweise hatte der betroffene neue Freund aber ein starkes Durchhaltevermögen, und jetzt seien sie verlobt, wir bekamen den Ring gezeigt.
Zu "False Start", das eigentlich ein Duett mit Cai Alty von The Guest List ist, meinte Ellur noch, bei ihrem nächsten Besuch in Deutschland würde sie ihre ganze Band mitbringen, wenn denn genug Geld da sei. Für den Titel und Refrain von "Love me, fuck you" entschuldigte sie sich bei den Eltern der anwesenden Kleinkinder. Die rächten sich in gewisser Weise im Anschluss, denn zum letzten Lied "God help me now" erklomm ein kleines Mädchen die Monitorboxen direkt vor der kleinen Bühne, stellte sich darauf und blieb für den Rest des Songs einfach mit dem Rücken zum Publikum so stehen. Es muss schwer gewesen sein, dabei keinen Lachanfall zu bekommen!
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Wir machten nun eine Kuchenpause - es gab nämlich einen Stand einer Bäckerei, der unter anderem Zimtschnecken verkaufte. Mit 5 Euro pro Stück wurden allerdings durchaus Festivalpreise aufgerufen, was - trotz angekündigter Bemühungen um faire Preise - für alle Fressstände galt. Letztlich hatten die Veranstalter ja auch sicherlich keinen Einfluss darauf. Auch die Getränke wurden keineswegs besonders billig angeboten - nur einen halben Liter Mineralwasser für 2,50 Euro konnte man zumindest günstiger als sonstige Getränke erwerben. Die Getränke wurden übrigens in Glasflaschen ausgegeben (mit Pfand), man rechnete also offenbar mit verantwortungsvollen Besuchern, die keine Scherben verursachen würden.
Nach der kurzen Pause kehrten wir zurück zur Lagerfeuer-Bühne, wo es für den Auftritt von Lena & Linus ganz schön voll geworden war. Das Duo hatte eine Lightbox mit seinem Namen darauf dabei und war ansonsten allein auf der Bühne - Linus spielte meist zu den gemeinsam gesungenen, deutschsprachigen Liedern Gitarre, während Lena manchmal an ein Keyboard trat.
Das Publikum vor der Bühne war zu einem Großteil sehr jung - wohl noch im Schulalter - und sehr textsicher. Offenbar ist die Band in dieser Altersgruppe überaus beliebt. Bei den Ansagen dachte ich auch teilweise, dass sie sich an ein kindliches Publikum richteten ("Lena hat Gitarre spielen gelernt! Wollt ihr beim nächsten Lied sehen, wie sie Gitarre spielt?"). Allerdings geht es in den Texten der beiden um das Leben junger Erwachsener, es wird beispielsweise viel geraucht, und die darin erzählten Geschichten sind mehrheitlich melancholisch.
Mir gingen diese aus meiner Sicht etwas penetranten Versuche, sympathisch und nahbar zu wirken, etwas auf die Nerven. Allerdings spielten die beiden als vorletztes Lied "Komisch", bei dem es sich hoffentlich um einen besonders beliebten Song handelt, zumindest reagierte das Publikum sehr enthusiastisch auf ihn. Und auch ich musste zugeben, dass ich den Text, in dem der Erzähler über eine Trennung sinniert, und darüber, dass er in der aktuellen WhatsApp-Story der Mutter der Verflossenen sei, wo diese ihn dann sicher sehen würde, ziemlich clever und ungewöhnlich fand.
Ein weiteres Mal ging es für uns zurück zur Hauptbühne, hier war es nun Zeit für Luvcat. Auf deren Auftritt hatte mein Freund sich an diesem vergleichsweise an Höhepunkten armen Tag mit am meisten gefreut. Ich wusste gar nicht, womit ich rechnen sollte, und wurde überrascht, als eine Frau im engen 50er Jahre-Kleid und mit Amy Winehouse-Bienenkorb-Gedächtnisfrisur - allerdings in blond, mit schwarzer Strähne - auf der Bühne stand. Zum Einzug der Band - sie hatte zwei Männer dabei - lief The Cures "Lullaby" (und nicht etwa "The Lovecats").
Wie Winehouse ist Luvcat ein Retro-Musikact, allerdings geht es bei ihr musikalisch eher in Richtung Nick Cave und The Cure - gleich das erste Lied handelte dann auch von einem Vampir und wurde allen anwesenden Vampiren gewidmet.
Während Luvcat - echter Name Sophie Morgan Howarth - sang, spielte einer ihrer Begleiter einen sehr kleinen Flügel, der andere, der einen Schottenrock trug, Bass.
Bei manchen Geschichten, die die Britin erzählte, war nicht ganz klar, wie ernst diese gemeint waren - beispielsweise war die Band angeblich aus Litauen angereist, wo man zwei Mitglieder verloren habe. "No more Misbehaving" wurde uns als neues Liebeslied angekündigt, das die Band heute erst zum zweiten Mal spielen würde.
Bei den erzählenden und finsteren Songtexten musste ich ein wenig an Nick Caves "Murder Ballads" denken, und tatsächlich nutzte Luvcat diesen Begriff auch bei einer ihrer Ankündigungen. Mein Freund meinte nach dem Auftritt zu mir, dieser sei bislang sein Lieblingsauftritt des Tages gewesen.
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Nun hatten wir wieder ein wenig Pause; wie leider so gut wie alle anderen Festivalbesucher wollten wir diese nutzen, um uns etwas zu Essen zu besorgen. An den diversen Imbissständen hatten sich so lange Schlangen gebildet, dass bei einigen gar nicht so recht klar war, wo sie hinführten. Wir ließen die komplett eskalierte Pizza-Schlange beiseite und stellten uns für Falafel sowie eine asiatische Bowl an, was mit etwas Wartezeit auch ganz gut funktionierte.
Anschließend ging es zu einer Künstlerin, die ich bereits kannte: Mine hatten wir vor sieben Jahren beim A Summer's Tale gesehen. Die Musikerin hat sich seitdem optisch stark verändert und zwei Alben veröffentlicht. Ein weiteres, ihr siebtes, soll im September erscheinen und heißt "Killer".
Damals in LuhmĂĽhlen hatten wir Mine als Newcomerin auf der WaldbĂĽhne gesehen, heute gibt sie sich ganz als Popstar und war fĂĽr die HauptbĂĽhne gebucht. Sie hatte insgesamt fĂĽnf Bandmitglieder dabei und sprach im Laufe des Auftritts recht viel mit dem Publikum. So freute sie sich ĂĽber den Auftritt in Darmstadt, da sie lange in der Gegend gelebt habe (sie hat sowohl an der Mainzer Musikhochschule als auch der Popakademie in Mannheim studiert). Auch ĂĽber das Festival und dessen Entscheidung fĂĽr ein All Female Lineup hatte sie nur Lob, und ebenso fĂĽr die gebuchten Acts, insbesondere Austra.
Später hielt sie noch eine längere Ansprache über Chancengleichheit und ihr Bewusstsein, dass sie es in der Musikbranche leichter gehabt habe als andere, und dass Repräsentation von Minderheiten wichtig sei.
Auch einige der Lieder boten Anlass zu Geschichten - so gibt es für "Copycat", ein Lied, dass sich um Ideenklau dreht, offenbar einen konkreten Anlass aus Mines Erfahrung, und zu "Audiot" (in dem es um einen Fan schlechter Musik geht) beklagte sie sich, dass es nur noch so wenig Möglichkeiten gäbe, im Radio Nicht-Mainstream-Musik zu hören.
Der Auftritt war sehr gut besucht und kam auch gut an.
Anschließend folgten wie Mines Rat und suchten zum ersten Mal die Merck-Stage auf (was wir ohnehin vorgehabt hatten), hier traten die Kanadier Austra auf. Sängerin und Songwriterin Katie Stelmanis ist das einzige permanente Mitglied und hatte eine Bassistin sowie einen Schlagzeuger dabei. Sie selbst stand entweder singend vorne auf der Bühne oder wechselte gelegentlich zu einem weiter rechts stehenden Keyboard.
Der Auftritt fand mit viel Nebel und wenig Licht statt, was gut zu den elektronischen Klängen und der ätherischen Stimme der Sängerin passte. Gesagt wurde allerdings wenig. Austra spielte ein aus allen bisherigen musikalischen Veröffentlichungen zusammengestelltes Set, im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern des Tages wurde kein neues Material vorgestellt.
Mein Freund hatte sich insbesondere auf sein Lieblingslied "I Love You More Than You Love Yourself" (von 2017) und war etwas enttäuscht darüber, dass es in einer entschleunigten und gekürzten Version gespielt wurde. Darüber hinaus war er aber zufrieden.
Setliste:
Im Anschluss schauten wir noch sehr kurz bei der israelischen Popsängerin Noga Erez vorbei, für die sich ein riesiges Publikum vor der Hauptbühne versammelt hatte, wir waren nach dem langen Tag allerdings mittlerweile ordentlich müde, wir ließen sie und auch die nachfolgenden HVOB sausen. Wir gingen zurück zur Bushaltestelle und ließen uns von dort aus zum Hotel fahren.
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