Applaus! Applaus! Applaus! - Der Film

U.
Man glaubt es kaum nach all der Vorbereitungsarbeit, aber gestern habe ich den aktuellen Muppets-Film tatsächlich gesehen!


Eigentlich ist es ja überraschend, dass es so ein Projekt überhaupt gibt. Der letzte, nicht sonderlich erfolgreiche Vorgängerfilm erschien nämlich 1999. Zu verdanken ist das wohl dem Engagement von -Jason "How I met your Mother" Segel, der nicht nur die menschliche Hauptrolle spielt, sondern auch das Drehbuch schrieb und das ganze Projekt durch Verhandlungen mit Disney überhaupt ermöglichte.

Dass die Muppets nicht wirklich ins Jahr 2012 passen, nimmt die Filmgeschichte dann auch praktischerweise gleich als Ausgangspunkt: Kermit, Fozzie, Piggy und Co. machen mittlerweile allesamt etwas anderes, und die Welt hat sie längst vergessen. Sie kommen erst wieder zusammen, um ihr altes Theater vor dem Abriss zu retten und planen überstürzt eine Comeback-Benefiz-Show.



Insbesondere Kermit lebt außerdem sichtlich nicht in der Gegenwart und besitzt einen Computer, der zwar Auto fahren kann, aber Achtziger-Jahre-Sprüche klopft und sich ohrenbetäubend per Modem ins Internet einwählt. Und als für die Show ein Gaststar benötigt wird, ruft der Frosch als erstes David Hasselhoff und Molly Ringwald an.

Sehr gut gefiel mir auch der Umgang des Films mit den Klischees, die solche Geschichten, in denen weit verstreute Figuren wieder eingesammelt werden müssen, immer mit sich bringen - so beschließt man zum Beispiel, nachdem Kermit Fozzie und Gonzo für sein Projekt gewinnen konnte, die anderen Figuren "im Rahmen einer Montage" einzusammeln und so Zeit zu sparen. Die lange Strecke zu Miss Piggy nach Paris lässt sich ebenso schnell "per Landkarte" zurücklegen.


Natürlich gibt es auch menschliche Gastauftritte, wobei einige Schauspieler nur extrem kurz zu sehen sind: Emily Blunts Wiederaufnahme ihrer Rolle aus Der Teufel trägt Prada dauert nur wenige Sekunden, Leslie Feist habe ich gleich komplett übersehen. Lustig war Dave Grohl, der in einer Muppet-Cover-Band die Rolle von Animal spielt, ebenso Jack Black als unfreiwilliger, gefesselter Moderator der Comeback-Show.

Als diese schließlich - in Form einer mehr oder weniger normale Folge der alten Muppet Show - stattfindet, enthält sie einige überraschende Coverversionen, etwa "Smells Like Teen Spirit" als Barbershop-Quartett oder Cee Loo Greens "Fuck You" als von Hühnern gegurrtes Instrumentalstück.


Das Ergebnis war in meinen Augen sehr gelungen, enthielt viele echte Lacher und auch rührende Szenen. Einige Muppets kamen zugunsten der "Hauptstars" ein wenig kurz, so hätte ich gerne mehr von Beaker oder Rowlf gesehen, auch der dänische Koch kam sehr wenig vor.

Sehr unterhaltsam war auch der Vorfilm, eine kleine Weitererzählung des letzten Toy Story-Teils, in der die Spielzeugbeileger von Fast Food-Ketten eine wichtige Rolle spielten.


Spielzeugbeileger gibt es natürlich auch von den Muppets, so hatte der neben mir im Kinosaal sitzende Junge auf dem Deckel seines Getränkebechers ein Wackel-Animal, bei anderen Kindern sah ich auch Fozzie und Piggy. Aber für solche Gimmicks bin ich dann wohl doch schon ein wenig zu alt.

4 Kommentare:

  1. Ich hatte wirklich teilweise Tränen in den Augen, war ganz begeistert und könnte gleich wieder reingehen. (Als Trost hab ich heute den Soundtrack rauf und runter gehört.)

    Ich hab hier drüber geschrieben: anneschuessler.com/2012/01/28/gesehen-die-muppets-2011/.

    AntwortenLöschen
  2. Gute Idee, hatte gar nicht bedacht, dass es nicht nur das "Green Album" gibt, sondern auch einen richtigen Soundtrack. Habe gleich mal Simfy angeschmissen ...

    AntwortenLöschen
  3. Der Soundtrack ist auch insofern schick, als dass zu jedem Lied ein ganz kurzer Soundausschnitt aus dem Film gehört. Man kriegt also den Film fast noch mal vorgespielt. Was bei mir aber vor allem das Bedürfnis herbeizaubert, gleich noch mal ins Kino zu laufen.

    AntwortenLöschen
  4. Siehe auch hier ;-)

    http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,812435,00.html

    AntwortenLöschen

Coprights @ 2016, Blogger Templates Designed By Templateism | Templatelib