Es gab schon schlechtere Filmjahre bei mir, allerdings definitiv auch bessere. Immerhin hatte ich für die Jahrescharts Auswahl aus mindestens 16 Filmen, vermutlich ein paar mehr - manche habe ich sicherlich nicht notiert.
Allerdings gibt es gleich mehrere Filme, bei denen mein Haushalt sich bislang nicht aufraffen konnte, sie nach einer Unterbrechung weiter- und fertig anzusehen, darunter Wicked und auch Nosferatu.
Hier nun also fünf Filme, die ich komplett angesehen habe und gut fand!
5. A Real Pain
Ich war hin- und hergerissen, ob ich auf Platz 5 nun diesen Film nehmen soll oder doch One Battle After Another. Beide fand ich eher ok, beide sind irgendwie lustig, aber dann auch wieder nicht.
In A Real Pain machen sich zwei Cousins (gespielt von Jesse Eisenberg, der auch Regie geführt hat, und Kieran Culkin) auf eine Gruppenreise nach Polen, um dort ihre jüdischen Wurzeln und insbesondere die ihrer Großmutter zu erforschen - wobei schnell klar wird, dass vor allem Benji (Culkin) größere psychische Probleme hat.
Die Erlebnisse der beiden schwanken dauerhaft zwischen Komödie und Tragödie, und man kann auch nicht wirklich sagen, dass es den Protagonisten nach der Reise besser geht als vorher - aber es ist ja auch ganz schön, wenn nicht immer alle etwas aus allem lernen. Culkin bekam für diese Rolle einen Oscar.
4. Mickey 17
Regisseur Bong Joon Ho wurde mit Parasite weltberühmt, in Mickey 17 greift er ähnliche Motive auf, allerdings in völlig anderem Kontext. Robert Pattison spielt Mickey, der von einem Kredithai gejagt wird und sich deshalb einer Mission anschließt, die einen fremden Planeten besiedeln soll. Um mitgenommen zu werden, meldet er sich als "Expendable" freiwillig, das bedeutet, dass er an Bord und in der späteren Kolonie die besonders lebensgefährlichen Aufgaben übernehmen muss - wenn er dabei stirbt, wird er inklusive Erinnerungen einfach neu ausgedruckt.
Ähnlich wie in Parasite wird dargestellt, dass Mickey ganz unten in einer Hackordnung von Arbeitern steht, während an deren Spitze ein inkompetentes und egoistisches Paar (gespielt von Mark Ruffalo und Toni Collette) in Saus und Braus lebt und idiotische Entscheidungen auf Kosten der anderen fällt. Parallelen zu aktuellen Regierungshäuptern sind sicherlich beabsichtigt.
Als Mickey eines Tages nur für tot gehalten und verfrüht neu ausgedruckt wird, gibt es ihn plötzlich doppelt, was streng verboten ist. Der Versuch, zu überleben, führt letztlich zu einer Revolution.
Originell und teilweise unterhaltsam ist die Geschichte allemal, allerdings fand ich den Film mindestens 20 Minuten zu lang.
3. A House of Dynamite
Ein wirklich ungewöhnlicher Film von Kathryn Bigelow: In mehreren Akten wird sehr detailliert erzählt, wie verschiedene zuständige Abteilungen der USA damit umgehen, dass sich eine Atomwaffe auf Chicago zubewegt. Es geht in der Handlung nicht um den Konflikt, der zu einer solchen Situation geführt haben könnte, sondern nur um die Gefühle und Reaktionen der Individuen, die mit diesem nicht adäquat lösbaren Ereignis konfrontiert werden - bis hin zum Präsidenten.
2. Life of Chuck
Ein Film, dessen Handlung sehr schwer wiederzugeben ist: Grundsätzlich geht es in dem auf einer Kurzgeschichte von Stephen King basierenden Werk um den titelgebenden Chuck (gespielt von Tom Hiddleston) und wegweisende Stationen seines Lebens bis zu seinem Tod. Dabei wird in drei Akten und nicht chronologisch erzählt, und es erschließt sich dem Publikum erst mit der Zeit, was das eigentliche Thema ist. Grundsätzlich geht es aber einfach um das Leben und den Wunsch, jeden Moment auszukosten.
1. The Ballad of Wallis Island
Noch eine Tragikomödie: Herb McGwyer, ein ehemals erfolgreicher Folk-Musiker, wird für eine hohe Gage engagiert, um auf einer abgelegenen walisischen Insel ein privates Konzert zu geben. Der Gastgeber ist Charles, ein exzentrischer zweifacher Lottogewinner und obsessiver Superfan, der sehr zurückgezogen lebt.
Herb stellt bald fest, dass er nicht der einzige Gast ist: Charles hat heimlich auch seine ehemalige musikalische und romantische Partnerin Nell engagiert, um eine Wiedervereinigung des Duos McGwyer Mortimer zu erzwingen. Herb und Nell werden gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, während Charles versucht, mit Hilfe der Musik seinen eigenen persönlichen Verlust zu bewältigen.
Der Film findet eine sehr schöne Balance zwischen absurden, lustigen Situationen und der Darstellung eher schmerzhafter Inhalte - und zeigt zusätzlich noch, wie es sein kann, wenn ein Musiker seinem Superfan begegnet.







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