Gesehen: Januar 2020


Während ich bei der ersten Staffel von Sex Education auf Netflix bis März mit dem Ansehen wartete, gefiel mir diese letztlich so gut, dass ich Staffel 2 nicht nur sehen wollte, sonders das auch quasi sofort nach deren Start tat: Am 17. Januar wurde sie bei Netflix veröffentlicht, und kurz danach war sie auch schon wieder weg-gebinged.

Staffel 2 der Serie um "irgendwie-heute-aber irgendwie-auch-in-den-1980ern-lebende" Teenager aus dem fiktiven englischen Moordale (wo es unfassbar viel Wald und eine erstaunlich große Schule gibt) setzt die Handlung von Staffel 1 ohne große Unterbrechung fort. Eine Neuerung in Runde 2 ist, dass nun auch die Erwachsenen vielfach mehr Platz eingeräumt bekommen: So sieht man mehr von der Beziehung zwischen Otis' Mutter Jean und ihrem neuen Freund Jakob, ganz neu erhält auch Adams Mutter Maureen eine Sprechrolle und ihre eigenen Probleme - und auch die Lehrer haben eine etwas größere Bedeutung als bisher.

Weiterhin berät Otis seine Mitschüler und Mitschülerinnen gegen Bezahlung zu diversen sexuellen Problemen, allerdings erhält er dabei direkte Konkurrenz von seiner Mutter, die zwar eigentlich nur den Sexalkunde-Lehrplan der Schule überarbeiten soll, dadurch aber letztlich auch zur willigen Anlaufstelle diverser Themen wird.

Wie in der ersten Staffel schafft es die Serie dabei, schwierige Bereiche wie beispielsweise Selbstverletzung oder Trauma nach sexueller Belästigung auf sensible Weise aufzugreifen, ohne dabei den Humor zu verlieren. Das Thema Diversität wird ebenfalls weiterhin sehr groß geschrieben - so ist einer der neu hinzu stoßenden Charaktere der körperbehinderte Isaac, gespielt von einem ebenfalls querschnittgelähmtem Schauspieler.

Die Balance, die der Serie zwischen rührend und lustig gelingt, ist ein weiteres Mal bemerkenswert. Als lustigste Höhepunkte würde ich eine desaströse Party von Otis sowie das Schulmusical empfehlen - bei letzterem bedauere ich es ein wenig, dass DVD-Box-Sets aus der Mode gekommen sind, denn dann würde ich auf eine längere Version im Bonusmaterial hoffen. Besonders rührend fand ich dagegen eine ganze Folge um die weiblichen Figuren der Serie im Breakfast Club-Stil:  Die Gruppe soll beim Nachsitzen herausfinden, was sie gemeinsam hat, findet lange nichts und entdeckt schließlich: Jede von ihnen ist, in sehr unterschiedlichem Ausmaß, sexuell belästigt worden.

Die Staffel endet mit einem gewaltigen Cliffhanger. Folglich wäre ich nicht überrascht, wenn ich im nächsten Januar Staffel drei sehen kann - der Erfolg der Serie gibt es anscheinend her, und die Qualität sowieso.



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