Die Serien-Kategorie bereitet mir bei meinen Jahresrückblicken meist keine Sorgen, Serien werden hier weiterhin reichlich angesehen. Was gute Serien betrifft, sieht es da schon etwas anders aus - gerade Fortsetzungen enttäuschten mich 2025 des öfteren. Die zweite Wednesday-Staffel beispielsweise schien in erster Linie mit dem Ziel produziert worden zu sein, weitere TikTok-Ausschnitte anzubieten (nachdem ein Tanz aus der ersten Staffel dort viral gegangen war). Squid Game taten der zweite und dritte Aufguss ebenfalls nicht gut. Und von der neuesten The Witcher-Staffel (mit ausgetauschtem Hauptdarsteller) möchte ich gar nicht erst anfangen! Die dritte Staffel von The White Lotus konnte mich ebenfalls nicht mehr wirklich packen, aber ich empfand sie zumindest nicht als schlecht.
Dabei müssen Fortsetzungen nicht immer schlecht sein, auch in meiner Bestenliste sind einige platziert. Das sind meine Lieblinge des Jahres:
5. Strike (Staffel 6) - BBC/Sky
Ich glaube nicht, dass es schon einmal eine Staffel der Strike-Romanverfilmungen in eine meiner Bestenlisten geschafft hat. Und handelt es sich bei einer Staffel von nur vier Folgen nicht eigentlich um eine Miniserie, auch wenn es sich bereits um die sechste Staffel handelt?
Die Verfilmung des Robert Galbraith-Romans The Ink Black Heart war nicht einfach, denn im Buch werden große Teile der Handlung durch Chats und Twitter-Posts präsentiert, außerdem spielt ein Computerspiel eine wichtige Rolle. Ich fand aber, dass die Umsetzung im Großen und Ganzen gut gelungen ist und mir manche Handlungselemente auch näher brachte als beim Lesen.
Allerdings kommt die Enthüllung des "Täters", genau wie auch in der Buchvorlage, allzu überraschend - ich hatte nicht den Eindruck, dass hier genug Hinweise geliefert worden waren, um diese Wendung schlüssig zu machen.
4. Paradise - Disney+
Eine umstrittene Serie in meinem Haushalt: Mein Freund hasste sie mehr oder weniger, ich fand sie ziemlich gut! Was anfängt wie eine recht normale Thriller-Serie - der US-Präsident wird ermordet, sein Leibwächter sucht den Mörder - enthüllt sich mit Ende der ersten Folge als eine dystopischen Zukunftsvision: Nach einem Weltuntergangsereignis leben die wenigen überlebenden US-Amerikaner in einem Stadt-großen Bunker unter der Erde, der mit künstlichem Tageslicht und komplexer Technik eine relativ normale Welt vortäuscht.
Im Laufe der Handlung und im Rahmen zahlreicher Rückblicke zeigt sich allerdings, dass unter der Oberfläche dieser im Vergleich heilen Welt diverse Konflikte brodeln und auch der Präsident selbst mit manchen Entscheidungen auf dem Weg zu dieser Gemeinschaft keineswegs einverstanden war. Außerdem erfahren die Zuschauer, wie es zur Katastrophe kam. Die Hauptfigur bleibt dabei der Leibwächter, der zwar selbst gerettet wurde, seine Frau jedoch nicht - was sein eigenes Verhältnis zum Präsidenten extrem belastete.
Wie häufig bei derartigen Überlebensszenarien (Silo wäre ein anderes) ergeben manche Details nicht viel Sinn: Es wird beispielsweise nicht erklärt, ob im Bunker Lebensmittel angebaut werden, und von wem. Dennoch, ich fand die Serie spannend und gut gemacht.
3. Dept. Q - Netflix
Von Jussi Adler-Olsen habe ich noch nie etwas gelesen und in diese Richtung auch keine Pläne. Die auf einem seiner Romane basierende (und handlungstechnisch nach Schottland verlegte) Serie Dept. Q, in der ein depressiver und unbeliebter Polizist eine Abteilung für "Cold Cases" gründet und dabei (natürlich) ein furchtbares Verbrechen aufklärt. Irgendwie hat man das alles schon einmal gesehen, gefiel mir in dieser Konstellation aber besonders gut. Hier schrieb ich bereits dazu.
2. The Diplomat (Staffel 3) - Netflix
Die ersten beiden Staffeln von The Diplomat endeten nach etlichen spannenden Wendungen mit extremen Cliffhangern, insofern waren meine Erwartungen an Staffel 3 groß - und wurden ein wenig enttäuscht. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Entwicklung der Handlung nicht so recht überzeugend fand: Hal, ehemals selbst wichtiger Diplomat, in den ersten beiden Staffeln aber "nur" der intrigante Ehemann der US-Botschafterin in London, Kate Wyler, wird zur Überraschung aller Vizepräsident. Kate kann sich mit einer Rolle "nur" als Second Lady nicht anfreunden und bleibt dennoch Botschafterin - muss aber feststellen, dass viele ihrer Kontakte sie nun als bequeme Zugangsmöglichkeit zu ihrem Ehemann nutzen möchten.
Spannend und überraschend war Staffel 3 allemal (und qualifiziert sich somit immer noch für einen hohen Platz im Ranking), konnte mich aber etwas weniger packen als die beiden Vorgänger.
1. Slow Horses (Staffel 5) - Apple TV+







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