Gesehen: August 2022


Im August sah ich, ich bin geneigt, "selbstverständlich" zu schreiben, die Serie The Sandman auf Netflix. Ich bin mit dem Werk von Neil Gaiman nicht so vertraut, wie ich es gerne wäre, habe aber einige seiner Bücher gelesen und kenne auch zwei Serien, die darauf basieren: Good Omens und American Gods (außerdem Neverwhere, aber das ist 26 Jahre her).

The Sandman ist vermutlich eines der bekanntesten Werke Gaimans, da es sich im Original aber um Comics handelt, wusste ich nie so recht, wo man hätte anfangen können... es gibt diverse Geschichten, Spin-offs und so weiter (wie das bei Comics ja auch üblich ist). Da bin ich doch froh, wenn die Serienversion eine Art Basis-Einstieg ermöglicht.

Der Titelgebende "Sandmann" ist Lord Morpheus, einer von sieben "Endless" - einer Art Götter, die die Welt  am  Laufen halten. Zu Beginn der Serie wird er von einem britischen Okkultisten gefangen, seiner Machtinsignien beraubt und mehr als hundert Jahre lang gefangen gehalten. In diesem Zeitraum kann er seiner Aufgabe, die Menschen mit Träumen zu versorgen, nicht nachkommen, was bei manchen Personen zu Dauerschlaf geführt hat. 

Als der Sandman schließlich wieder frei kommt, muss er zunächst seine Insignien zurückerobern, anschließend sein Traumreich wieder aufbauen und zwischenzeitlich entflohene Albträume wieder einfangen, die in der Menschenwelt ihr Unwesen treiben. Außerdem muss er die Gefahr eines sogenannten Traumwirbels (Vortex) in Form einer jungen Frau abwenden - diese kann in die Träume anderer eindringen und die Grenzen zwischen Realität und Traum aufheben.

Man merkt der Handlung insofern ihren Comic-Ursprung an, als sie recht episodenhaft erscheint - vielfach wird von Folge zu Folge etwas weitgehend Neues erzählt. Dabei fand ich viele der Geschichten ausgesprochen düster - etwa die fünfte Folge "24/7", in der jemand die Angestellten und Gäste eines Restaurants angeblich zur Ehrlichkeit zwingt, aber letztlich in Mord und Selbstmord treibt. Auch das Schicksal eines Pflegekindes ging mir ganz schön an die Nieren.

Insgesamt gefiel mir die Serie dennoch sehr gut, da ich die geschilderte Phantasiewelt interessant fand und die Haupthandlung um den Traumwirbel auch recht spannend war. Mein heimlicher Favorit unter den Figuren war der Rabe Matthew, und ich freute mich über ein überraschendes Wiedersehen mit Stephen Fry.


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