Der große Schokoladentest (120): Venchi


Wir blicken mal wieder nach Italien: Die Schokoladen des Traditionsunternehmens Venchi sind in Deutschland in Fach- und auch Feinkostgeschäften relativ häufig anzutreffen. Nach eigenen Angaben ist Venchi in über 70 Ländern präsent. Der traditionelle Schokoladenhersteller betreibt beispielsweise ein Geschäft in München. Letztes Jahr im Sommerurlaub in Florenz besuchte ich eine von mehreren Venchi-Eisdielen (mit großem Schokoladensortiment) vor Ort. Die große Auswahl von Schokoladen und Pralinen sah selbst bei 35 Grad Außentemperatur sehr verführerisch aus - und das Eis war dann auch super.  


Zum Produkt

Venchi hat ein fast schon unübersichtlich großes Sortiment mit diversen Linien - laut Website gibt es allein die Tafeln aktuell in 51 Geschmacksrichtungen, hinzu kommt diverses Konfekt, Brotaufstriche, heiße Schokolade und auch opulente Ostereier. Die in Italien weit verbreiteten dreieckigen Gianduiotto-Pralinen sowie selbst die erfundenen Nougatine-Pralinen mit Krokant machen in diversen Sorten ebenfalls einen großen Teil des Angebotes aus. Im Schokoladensortiment findet man auch zuckerfreie Sorten (ohne Süßstoff und somit vermutlich auch wenig süß). Es wird auch die eine oder andere Schokolade mit sortenreinem Kakao angeboten (etwa "Venezuela 85%"). 




Originalität

Es fällt mir schwer, die Originalität einer Traditionsmarke zu beurteilen. Hinzu kommt noch das Problem, dass italienische Produkte aus deutscher Perspektive viel ungewöhnlicher wirken als in ihrer Heimat. Wirklich originell aus jeder Perspektive sind in jedem Fall die großen Schokoladenostereier mit ihren diversen Füllungen. Verrückte Geschmackskombinationen bietet Venchi nicht an, dafür sehr viele Variationen von Nuss- und Nougatschokoladen - beispielsweise allein drei verschiedene mit Pistazien. 6/10


Nachhaltigkeit

Als internationales Großunternehmen mit einem Umsatz über 200 Millionen Euro spielt Venchi in einer anderen Liga als viele der kleineren, hier sonst vorgestellten Schokoladenhersteller. Es gibt auf der Firmenwebsite viele Angaben zur Nachhaltigkeit, beispielsweise nutzt man Kakao, der von der Rainforest Alliance zertifiziert ist. Die verwendete Vanille stammt ebenfalls aus nachhaltigen Quellen, darüber hinaus arbeitet man auch am eigenen Energieverbrauch, versucht den Einsatz von Kunststoff in den Verpackungen zu reduzieren und den CO2-Ausstoß in der gesamten Wertschöpfungskette zu minimieren. 4/5


Zutatenqualität

Insgesamt legt Venchi sehr viel Wert auf hochwertige Zutaten: Die verwendeten Haselnüsse stammen aus dem Piemont, die Pistazien hauptsächlich aus Bronte und die Mandeln zumindest aus dem Mittelmeerraum. In den Zutatenlisten der von mir gekauften Produkte finde ich neben den erwartbaren Zutaten auch Vanillearoma und als Emulgator Sojalezitin - nicht dramatisch. 10/10


Preis / Leistung

Die beiden Tafeln aus einem Schokoladengeschäft in Köln haben mich bei jeweils 100 Gramm Gewicht 8 und 10 Euro gekostet.  1/5



Geschmack

Wie so oft habe ich mir zwei Sorten zum Probieren ausgesucht:

Die Schokolade "Nougatine" mit karamellisierten Haselnüssen ist eine Version der 1905 vom Unternehmen erfundenen Konfektsorte als Tafel. Der Kakaoanteil liegt bei 56%, der Fokus liegt klar auf den knusprigen Nüssen. Sehr lecker, wobei der Schokoladenteil hier beinahe egal ist. 11/15

Die Schokolade "Pistacchio Gourmet" ist eine weiße Schokolade mit 30% gerösteten Pistazien (die mit diesem Anteil als erstes in der Zutatenliste stehen). Die Schokolade an sich ist grün, hinzu kommen noch Pistazienstücke. Das ist ganz klar die beste Schokolade dieser Art, die ich bislang probieren durfte. Starker, angenehmer Pistaziengeschmack und nicht zu süß. Ganz toll! 15/15


Gesamturteil

21 von 30 Punkten erreicht Venchi in den allgemeinen Kategorien. Bezieht man den Geschmack mit ein, landet man somit bei 32 Punkten für die Sorte Nougatine und bei 36 Punkten für die Sorte Pistacchio Gourmet - jeweils von maximal 45 Punkten.

Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking!     


Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.


Kommentar veröffentlichen

0 Kommentare