Neulich im Museum (6): das Van Gogh-Museum in Amsterdam

by - März 31, 2024


Ich bin mir nicht zu hundert Prozent sicher, aber möglicherweise liegt Amsterdam mittlerweile gleichauf mit London, was die von meinem Freund und mir am häufigsten besuchten Städte betrifft. Mindestens viermal waren wir schon gemeinsam dort.

Vor diversen Jahren hatten wir bei einem Besuch auch schon einmal das Van Gogh-Museum aufgesucht, vor einem Jahr klappte das dann leider nicht: Man kann die Eintrittskarten mittlerweile nur noch online kaufen und tut gut daran, sich frühzeitig darum zu kümmern. Spontane Besuche sind somit nicht mehr möglich.




Dieses Mal waren wir aber besser vorbereitet und hatten uns bereits Wochen vor der Reise um Eintrittskarten gekümmert. Ich hatte keine allzu klaren Erinnerungen an meinen ersten Besuch im Museum und wusste nur noch, dass ich durch ihn erstmalig einen Einblick in das Leben des Künstlers bekommen hatte. Besonders im Gedächtnis war mir auch geblieben, dass es zu dem bekannten Bild von van Goghs Schlafzimmer in Arles ein analog eingerichtetes echtes Zimmer gab.

Grundlage der Sammlung ist das Erbe des Künstlers selbst, der ja bekannt dafür ist, zu Lebzeiten so gut wie keine Bilder verkauft zu haben. So gingen nach seinem Tod etwa 900 Gemälde und 1.100 Zeichnungen zunächst in den Besitz seines Bruders, dann an dessen Witwe und schließlich deren Sohn, Vincent Willem van Gogh, über. Einiges wurde zwischenzeitlich verkauft, aber das heutige Van Gogh-Museum besitzt über 200 Gemälde und 500 Zeichnungen des Malers - und somit sicherlich immer noch die weltweit größte Sammlung von Werken des Künstlers.




Die Dauerausstellung erzählt dabei mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten vom Leben des Künstlers - so zum Beispiel mit besonderem Blick auf die Selbstportraits im Wandel der Zeit, van Goghs Blick aufs Landleben, Einflüsse anderer Künstler (von denen das Museum ebenfalls Bilder besitzt)  und sein enges Verhältnis zu seinem Bruder, das auch mit Briefen untermalt wird.




Wenn man an van Gogh denkt, fallen einem sicherlich gleich einige bekannte Bilder ein Viele von ihnen befinden sich in diesem Museum, etwa eine Version der berühmten "Sonnenblumen", aber auch "Der Mandelbaum in Blüte", "Weizenfeld mit Krähen" und "Die Kartoffelesser". Für die "Sternenreiche Nacht" müsste man allerdings nach New York fahren.




Bedingt dadurch, dass die Eintrittskarten quasi immer ausverkauft sind, ist der Besucherandrang natürlich beachtlich. Überall im Museum schwärmt es, wobei es dennoch möglich ist, einzelne Bilder in Ruhe zu betrachten - gelegentlich mit ein wenig Wartezeit. Uns erstaunte insbesondere eine gar nicht einmal so junge Frau, die offenbar anstrebte, mit jedem einzelnen Gemälde - und auch mit den großen Beschreibungstexten, die neue Abteilungen eröffneten - ein Selfie zu machen. 




Speziell für Kinder gibt es ebenfalls Angebote, nämlich zum einen ein Suchspiel, das durchs ganze Museum führt, und zum anderen diverse Stationen, an denen van Goghs Leben und Kunst kindgerecht aufgearbeitet werden - etwa die Darstellung von Tieren auf den Gemälden. Verpasst hatten wir leider eine van Gogh / Pokémon-Ausstellung (natürlich auch eher an Kinder gerichtet), die es letztes Jahr noch gab. Außerdem gibt es auch ein Angebot für Sehbehinderte und haptisch oder olfaktorisch Interessierte, man kann nämlich eine Gemäldekopie betasten und zusätzlich an der Farbe riechen.




Das nachgebaute Zimmer, an das ich mich so gut erinnern konnte, gibt es aktuell übrigens nicht mehr, wobei das dazu gehörige Bild ohnehin aktuell in eine Sonderausstellung gewandert ist (zu dieser schreibe ich noch separat).

Zu erwähnen wäre noch, dass das Museum über mehrere riesige Museumsshops verfügt, in denen man wirklich alles kaufen kann, das in irgendeiner Weise mit van Gogh zu tun hat - seien es Kunstdrucke, Ölfarben, Buntstifte, Malbücher, Seidenschals, Lesebrillen, Playmobil, Fächer, Armbanduhren... wenn man davon ausgeht, dass die Shops einiges an Umsatz machen dürften und zusätzlich in Betracht zieht, dass der Besuch der Ausstellung 22 Euro kostet, dürfte das Überleben der Stiftung über die nächsten paar Generationen gesichert sein.




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