Tja, so kann man sich irren: Eigentlich schien mir die Kandidatenliste für die Kategorie "Miniserie" gut gefüllt zu sein, aber als ich mir die Kandidaten ansah, wurde mir klar, dass es schwierig werden würde, fünf auszuwählen, die ich überhaupt gut fand! Ich suchte Rat in der Liste der Emmy-Preisträger und wurde sogar fündig: Wenn die Emmys The Penguin 2025 berücksichtigt haben, kann ich das ja auch tun - ursprünglich dachte ich, die Serie sei schon "zu alt".
5. The Beast In Me (Netflix)
Eine ziemlich normale Thrillerserie über eine preisgekrönte Autorin mit Schreibblockade, die unverhofft zur Nachbarin eines Immobilien-Moguls wird. Dieser steht unter Verdacht, seine erste Frau ermordet zu haben. Aus Antipathie auf den ersten Blick wird eine von Misstrauen geprägte Freundschaft, in der die Autorin ein Buch über den faszinierenden Millionär schreiben möchte - ihren Verdacht, dass dieser ein Mörder sein könnte, aber nicht ablegen kann.
Vieles an der Serie ist vorhersagbar, allerdings nimmt sie gegen Ende eine Wendung, die ich so nicht erwartrt hätte - und sowohl Claire Danes als auch Matthew Rhys spielen ihre Rollen ausgesprochen gut.
4. The Penguin (Sky)
So richtig kann ich nicht verstehen, warum man die Titelrolle Colin Farrell gegeben hat, der dafür beinahe komplett unkenntlich gemacht werden musste - es hätte doch sicher auch Schauspieler gegeben, die der Figur ähnlicher gesehen hätten? Selbstverständlich hat es aber auch einen Reiz, wenn man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen kann, dass irgendwo in diesem dicken, hinkenden Mann mit Halbglatze der viel besser aussehende Farrell versteckt ist.
Anfangs wollte ich die Serie überhaupt nicht sehen - Geschichten aus dem stets düsteren und ungerechten Gotham langweilen mich generell meist, und The Penguin hat zudem das Problem, dass es komplett an sympathischen Figuren mangelt. Am ehesten kommt hier noch der unfreiwillige Helferling Vic in Frage.
Dennoch haben mich die durch und durch bösen Figuren irgendwann in ihren Bann gezogen. Gerade Cristin Milloti als Sofia Falcone schafft es noch mehr als der Pinguin selbst, ihr Leiden und ihre daraus resultierende Bösartigkeit nachvollziehbar zu machen.
Black Mirror (Netflix)
Eigentlich hatte ich gar nicht mehr mit einer weiteren Black Mirror-Staffel gerechnet: Die vorherige von 2023 hatte mir zwar gut gefallen, hatte sich handlungstechnisch aber weit ins Thriller-Genre verlagert - offenbar hatte man zum ursprünglichen Thema "Technologie, moderne Medien und deren mögliche Auswirkungen" nicht mehr viel zu sagen gehabt. Das hatte ich mir zumindest so gedacht, die neueste Staffel kehrte aber an diese Wurzeln zurück und enthielt unter anderem eine Fortsetzung der beliebten Folge um die "USS Callister".
Am besten gefielen mir allerdings die traurigsten Geschichten, in "Common People" wird eine Frau mittels "Gehirn-Software" von einem sonst tödlichen Gehirntumor geheilt, allerdings muss sie für die Nutzung ihres Gehirns fortan Abonnement-Gebühren zahlen und sagt im Basistarif unkontrolliert Werbung auf. In "Eulogy" erfährt ein Mann vom Tod seiner Jugendliebe und erforscht für deren Nachruf mit einer künstlichen Intelligenz alte Bilder - wodurch er entdeckt, dass ihre Trennung anders verlief als er dachte.
Love on the Spectrum (Netflix)
2025 wurde eine dritte Staffel um die Suche autistischer Menschen nach der Liebe veröffentlicht - allerdings kannte ich die vorherigen Folgen gar nicht und habe deshalb alle erst dieses Jahr gesehen.
Die Staffeln drehen sich jeweils um einer Gruppe von Menschen, die alle in den USA leben, ansonsten aber sehr unterschiedlich sind - sowohl, was Alter und soziale Stellung betrifft, als auch, was die individuelle Ausprägung des Autismus angeht. Manche Teilnehmende tauchen in allen drei Staffeln auf, andere nur in einer - und nicht bei allen erfährt man, wie sich ihr Dating-Leben weiterentwickelt hat.
Es ist schwer, zu beschreiben, was die Serie so schön macht - vielleicht ist es die entwaffnende Ehrlichkeit der Teilnehmenden, die gar keinen Grund dafür sehen, irgendetwas zu verschleiern oder zu beschönigen.
Adolescence (Netflix)
Was für eine gleichzeitig großartige wie niederschmetternde Serie! Ich sah sie komplett unvorbereitet, was insbesondere in Bezug auf den Schockeffekt in der ersten Folge sicherlich sinnvoll ist, allerdings funktioniert sie zweifellos auch, wenn man bereits weiß, um was es geht - sehr kurz gesagt um einen Dreizehnjährigen, der festgenommen wird, weil er eine Mitschülerin erstochen haben soll.
Dass die vier Folgen alle in einer einzigen Kameraeinstellung aufgenommen wurden, ist zwar faszinierend, fiel mir zu Beginn aber nicht einmal auf, weil die Geschichte dafür einfach zu mitreißend ist. Nichts für einen schönen Fernsehabend zum Abschalten, aber definitiv großartige Serienkunst zu einem wichtigen Thema.







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