Der große Schokoladentest (73): Vivani

by - März 01, 2022


Heute stelle ich hier einmal einen absoluten Nicht-Geheimtipp vor: Vivani-Schokolade bekommt man in jedem deutschen Bio-Supermarkt, dort sind die Tafeln aus Herford (laut Wikipedia) auch die Marktführer ihres Segments. Im Buch Der Schokoladentester kommt Vivanis "Weiße Vanille" zudem in der Rubrik "Weiße Schokoladen, pur" in der Gesamtwertung mal eben auf Platz 1 von allen getesteten Produkten - vor Branchengrößen wie Zotter, Amadei oder Bonnat. Insgesamt erreichen die Schokoladen im Buch eine Wertung von vier von sechs Bohnen, was ziemlich überragend ist - und all das bei einer Schokolade, die nicht einmal besonders teuer ist. Höchste Zeit also, sie selbst zu probieren!


Zum Produkt

Vivani-Schokolade kann man seit der Jahrtausendwende kaufen, ihr Hersteller EcoFinia GmbH produziert außerdem Schokolade unter den Markennamen Björnsted, lacoa und - oh Schreck - iChoc. Anscheinend ist das Mutterunternehmen Weinrich auch Auftragsproduzent für einige GEPA-Schokoladen, hier könnte es also Produkt- oder zumindest Qualitätsparallelen geben.


Originalität

Vivani-Schokolade wird aktuell in 36 Sorten angeboten, diese fallen in zwei Kategorien, nämlich die "Edizione Grande" (etwas größere, dünnere 80-Gramm-Tafeln) und die "Edizione Classica" mit traditionellen 100-Gramm-Tafeln. Hinzu kommen noch Trinkschokoladen, Schokoriegel und ein Aufstrich.
Die Verpackungen aller Vivani-Produkte werden von Künstlern gestaltet - früher ausschließlich von Annette Wessel, neuerdings auch von Aziz El Khiar. Sieh mal an, die Idee, Schokolade und Kunst zu verbinden, stammt also gar nicht von den Machern der Jokolade.

Hinsichtlich Sortenvielfalt bietet Vivani zwar viel Auswahl, die meisten Geschmacksrichtungen sind aber eher klassisch - viele Tafeln verfügen über einen hohen Kakaoanteil und enthalten Geschmackszutaten wie Meersalz oder Karamell. Zu den verrückteren Sorten gehören "Weiße Hanf Karamell" oder "Feine Bitter Pfefferminz". 6/10



Nachhaltigkeit

Vivani-Schokoladen tragen das Biosiegel. Auf der Website kann man sich sehr ausführlich über die diversen Initiativen des Herstellers im Bereich Nachhaltigkeit informieren: Man kann die Zertifizierung sämtlicher verwendeter Kakaosorten nachschlagen und sich über die Anbau- und Handelsmethoden der "Rainforest Alliance" informieren. Abgesehen von engen Beziehungen zu Kakaobauern und deren finanzieller Unterstützung beteiligt sich Vivani auch an einem Programm namens "Kids for Kids", das Kinder vor Ausbeutung schützen soll. Und zu guter Letzt macht man sich auch über die Verpackung der Produkte Gedanken: Die "Plastikhülle", die die Schokoladentafeln vor Feuchtigkeit schützt, ist kompostierbar. 5/5


Zutatenqualität

Hinsichtlich Biozutaten ist Vivani vorbildlich, allerdings enthält eine der beiden von mir probierten Tafeln Butterreinfett - einen billigen Ersatzstoff für Kakaobutter, der in hochwertigen Schokoladen eigentlich nichts zu suchen hat. Interessanterweise fand ich zu diesem Thema im Schokoladenblog chclt.net einen ganzen Artikel, der sich dieser Schokolade - es handelt sich nämlich ausgerechnet um die von Georg Bernardini so hoch bewertete "Weiße Vanille", deren Rezeptur 2018 verändert wurde. Quintessenz des Artikels, dessen Autor Kontakt zu Vivani aufgenommen hatte: Das Butterreinfett kommt dem Geschmack tatsächlich zugute.

Das kann ich hier nicht beurteilen, gehe aber davon aus, dass die Weiße Vanille dann wohl tatsächlich die einzige Vivani-Schokolade mit Butterreinfett ist. 9/10

 

Preis / Leistung

Für Vivani-Schokoladen muss man nicht allzu tief in die Tasche greifen. Meine beiden Tafeln haben - bei unterschiedlichem Gewicht - je 2,29 Euro gekostet. Das ergibt einen 100-Gramm-Preis zwischen eben 2,29 und 2,86 Euro - und das für ein umweltfreundliches Bio-Fairtrade-Bean-to-Bar-Produkt! 5/5



Geschmack

Natürlich wollte auch ich die "berühmte" "Weiße Vanille" probieren. Wie diese in ihrer Ursprungsrezeptur ohne Butterreinfett geschmeckt hat, werde ich nie erfahren. Das heutige Produkt ist jedoch durchaus lecker: sehr schmelzig, nicht allzu süß, klarer Milch- und Vanillegeschmack. Nicht die spannendste Schokolade der Welt, aber doch, wenn man weiße Schokolade mag, definitiv empfehlenswert. 11/15

Zusätzlich hatte ich mich für eine Tafel "Dunkle Nougat" entschieden. Diese enthält neben 36% Kakao nur Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und Haselnussmark sowie Vanilleextrakt. Im Ergebnis eine kräftige Nougatschokolade, die mir persönlich etwas zu süß war, aber ansonsten gab es auch hier nichts zu meckern. 9/15


Gesamturteil

In den Standardkategorien erreicht Vivani bei mir ordentliche 25 von 30 Punkten, bezieht man den Geschmack mit ein, erreicht die Weiße Vanille 36 und die Dunkle Nougat 34 von maximal 45 Punkten.

Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking!     


Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.

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