Zum Jahreswechsel las ich auf der Spiegel-Website einen Artikel, der sich um interessante Serienstarts im neuen Jahr drehte. Dabei fiel mir The Danish Woman ins Auge, eine neue Serie auf Arte. In der Beschreibung hieß es, dass es um eine ehemalige Geheimagentin geht, die sich in ReykjavÃk zur Ruhe setzt und dann doch mit neuen Aufgaben konfrontiert wird. Das klang spannend, und nach unserem letztjährigen Islandurlaub freute ich mich auch auf ein Wiedersehen mit der Insel.
Die Serie erwies sich letztlich als ganz anders als ich sie mir vorgestellt hatte: Gerechnet hatte ich mit einer eher klassischen Krimi- oder Thrillerhandlung, The Danish Woman ist aber eher eine Mischung aus Satire und Tragödie um eine Frau, die in ihrer Karriere beim Geheimdienst Schreckliches erlebt und Extremes geleistet hat - und mit ihren im Berufsleben entwickelten Talenten nun versucht, eine Hausgemeinschaft zielsicher und erbarmungslos zum eigenen Glück zu zwingen.
Als noch eher harmloseres Beispiel sei genannt, dass die Hauptfigur Ditte bei einer alleinerziehenden Mutter im Mehrparteienhaus durchaus zurecht feststellt, dass alle Kinder ständig an Computer und Handy hängen (der älteste Sohn ist zudem süchtig nach Computerspielen). Als die Mutter sagt, dass sie die Geräte dennoch nicht einfach abschaffen kann und möchte, bricht Ditte nachts bei der Familie ein und zerstört heimlich und unbemerkt sämtliche Geräte in deren Badewanne.
Schon bald ist Ditte in diverse komplexe und teils mörderische Verwicklungen in ihrer Nachbarschaft verstrickt, an denen sie zum großen Teil selbst schuld ist. Hinzu kommt, dass der dänische Geheimdienst ebenfalls noch einen letzten Auftrag für sie hat.
Die Serie ist in ihrer Skurrilität und Originalität durchaus sehenswert, wobei man ReykjavÃk kaum zu Gesicht bekommt. Am besten gefiel mir allerdings eine Szene bei einem Staatsempfang: Alle Teilnehmenden steigen aus Limousinen aus und werden in ihrer feierlichen Kleidung auf dem kurzen Weg vom Auto zur Haustür von einem extrem starken Sturm fast von den Beinen gerissen. Da war es ja doch, das Island aus meiner Erinnerung!


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