Gekauft: September 2026



Zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass Oasis ihre Wiedervereinigung bekannt gegeben haben. Im August 2024 versuchte mein Haushalt, wie sehr viele andere, Karten für die damals angekündigten Konzerte in England zu bekommen. Vergeblich. Das blöde Warten am Computer, das einen im besten Fall in eine endlose Warteschlange beim Zugriff auf Ticketmaster führte - und im schlechtesten auf eine Website, die einen beschuldigte, ein Bot zu sein - steckt mir jetzt noch in den Knochen.

Letztes Jahr haben Oasis dann etliche Konzerte gegeben, dabei aber überraschenderweise das europäische Festland komplett ausgelassen. Nächstes Jahr kommt die Gelddruckmaschine der Gallaghers aber nun endlich nach Europa. Im September wurden, nachdem einige rätselhafte Filme in den sozialen Netzwerken zu Vermutungen führten, eine Reihe von Konzertterminen angekündigt, unter anderem in München, Amsterdam und Rom. 

Für den Vorverkauf, an dem es damals viel Kritik gegeben hatte (die ohnehin nicht günstigen Tickets waren nämlich währenddessen dank der großen Nachfrage noch teurer geworden): Man konnte sich vorab anmelden und drei bevorzugte Konzertorte nennen. Unter den Teilnehmern wurde dann gelost, und die Gewinner bekamen Codes zugeschickt, mit denen man sich dann im Vorverkauf Tickets sichern konnte. Wer keinen Code erhalten hatte, konnte sich den Vorverkauf also komplett sparen, was ein Zusammenbrechen der Ticketportale unter dem Ansturm verhindern sollte - eine Reaktion auf den Unmut beim letzten Vorverkauf. Auch vom "Dynamic Pricing" nahm man seitens Ticketmaster dieses Mal Abstand.




Mein Freund und ich nahmen an dem Verfahren teil. Selbst mein Freund musste zugeben, dass es unwahrscheinlich war, dass wir gleich für mehrer Orte zum Zug kommen würden. Unsere Idee war es deshalb, dass wir einen Urlaub um "unser" Konzert herum planen könnten, und so wählten wir Rom, Barcelona und zuletzt München.

Danach schauten aber vergangenes Wochenende - als die letzte Welle von Codes verschickt wurde - traurig in unsere Mailpostfächer: Wir waren nicht zum Zuge gekommen. Wobei, traurig: Ich gönne meinem Freund durchaus, dass er seine Lieblingsband noch einmal live sehen kann, was lange unmöglich erschien. Für mich allein würde ich so viel Geld sicher nicht in die Hand nehmen, nur, um die alten Hits nochmals auf der Bühne zu hören. Meine Gefühle angesichts des Misserfolgs waren also gemischt.

Die Geschichte hat aber eine Wendung. Am Samstagabend meldete sich eine Kollegin meines Freundes: Er sei doch so ein großer Oasis-Fan. Sie selbst habe nun einen der begehrten Codes für München erhalten, sei aber bereits mit Tickets versorgt, die ihr jemand anderes mitgekauft hatte. Ob er denn Interesse hätte, ihren Code zu nutzen...?

Er hatte natürlich, am Sonntagvormittag warteten wir gespannt auf die "Öffnung" des Vorverkaufs. Für München waren mittlerweile drei Konzerttermine bekannt gegeben worden, und wir "durften" uns bei allen nach Tickets umsehen und maximal vier erwerben.

Das Umsehen erwies sich dann allerdings auch als nötig: Nach zwei vorausgegangenen Vorverkaufsrunden gab es von Anfang an nicht mehr furchtbar viele Karten zur Auswahl, zudem waren wir auch dieses Mal in einer virtuellen Warteschlange gelandet: Bei Eröffnung des Vorverkaufs an diesem Tag erreichten wir für den Freitagstermin in München Platz 10.028, für den Samstagstermin Platz 11.208 und für den später bekanntgegebenen Zusatztermin am Dienstag Platz 5.898. Es hieß also erst einmal wieder warten, bis wir schließlich an der Reihe waren.

Wenn wir uns schon auf die Reise nach München machten, wollten wir die Band natürlich idealerweise auch von Nahem sehen. Für den Stehplatzbereich ließen sich aber zu keinem Termin noch Tickets in den Warenkorb legen. Im Grunde waren für Freitag und Samstag bereits so gut wie alle Tickets verkauft oder befanden sich in Warenkörben. Was außerdem frustrierend war: Ganze Sitzreihen der Allianz-Arena und auch Teile des Front of Stage-Bereichs wurden zwar zunächst als noch verfügbar angezeigt - bei näherem Hinsehen konnte man diese Tickets aber nur im Rahmen eines VIP-Pakets buchen, sie waren also noch wesentlich teurer zu haben als die anderen - und somit hatte Ticketmaster einen anderen Weg gefunden, die Fans noch mehr zu melken als erwartet.



Letztlich waren wir dann doch irgendwie erfolgreich und sicherten uns zwei Karten für das "Zusatzkonzert" unter der Woche, das im Vergleich zu dem Wochenendterminen etwas weniger beliebt zu sein schien. Wir werden weit weg von den Gallaghers sitzen, aber es gibt auch noch reichlich Sitzreihen hinter uns!

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