Licht ins Dunkel

U.
PeterLicht ist in erster Linie für zwei Dinge bekannt: Dafür, dass nach Möglichkeit niemand sein Gesicht sehen soll, und für „Sonnendeck“, einen ohrwurmigen Indie-Sommerhit vor ein paar Jahren.

Sonnendeck ist mittlerweile drei Alben her, und in der Zwischenzeit hat Herr Licht längst gezeigt, dass er kein dauerhafter Lieferant leichtverdaulicher Sommerhits ist – sondern eher ein Lyriker, der seine Gedichte eben zum Großteil auch singt. Und auch mit ihnen auf Tournee geht, so wie gestern abend im Mousonturm.

Wie schon beim Vorgängerauftritt vor zwei Jahren wurde das Publikum per Poster gebeten, keine Fotos zu machen, was auch bereitwillig eingehalten wurde. Ganz anders als beim letzten Mal konnte man allerdings zu Beginn vermuten, dass PeterLicht es mit seiner Öffentlichkeitsscheu nun doch etwas zu weit treibt, denn die ersten paar Lieder – es gab keine Vorband - wurden in fast völliger Dunkelheit dargeboten. Dann jedoch wurde es immer heller auf der Bühne und man konnte nicht nur denselben Typ wie beim letzten Mal, sondern auch drei Bandmitglieder (Gitarre, Schlagzeug, Keyboards) identifizieren.

Bei knapp zwei Stunden Spieldauer musste der Sänger nicht groß zwischen seinen Alben wählen und spielte einfach so gut wie alles. Gedichte gab es nur zwei, wobei der zweite Text wohl eher eine Erzählung war. Durch die Instrumentalisierung fiel beim einen oder anderen Lied auf, dass die Melodien bisweilen recht ähnlich sind, aber das störte nicht wirklich, weil die Texte ja so schön sind. Und dass gelegentlich mal die eine oder andere Strophe durcheinander kam, tat dem auch keinen Abbruch. Das Lied "Benimmunterricht (Der Arbeitgeberpräsident)" wurde nach einem verhunzten Anfang gleich viermal mit wachsender Begeisterung dargeboten und hat mir so auch zum ersten Mal tatsächlich gefallen.

Insgesamt ein schöner Abend, bei dem das dieses Mal vergleichsweise alte Publikum des Mousonturms nicht recht zu wissen schien, ob es im extrem warmen Zuschauerraum nun still zuhören oder beschwingt mittanzen sollte. Spaß hatte es aber in jedem Fall.



1 Kommentare:

  1. schöner konzertbericht & toller titel!
    wir waren gestern bei peterlicht und ich kann deine erfahrung komplett teilen. keine lichtbilder von dem herren, dafür wunderschönes konzert. am anfang dachte ich ja der keyboarder sei er, der im halbdunkel wie christian ulmen aussah! da wähnte ich schon, dass das ganze sich als ein neues projekt a la "mein neuer freund" herausstellt ;-) aber es war ja alles im licht betrachtet ganz anders...

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