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U.
Mein Verhältnis zum Sportmachen war immer einigermaßen gespalten: So richtig Freude an der Bewegung hatte ich noch nie, dabei aber andererseits aber auch stets das Gefühl, dass man Fitness-technisch eben irgendetwas machen MUSS. Das habe ich dann auch meist brav umgesetzt, allerdings häufig mit so großen Pausen und Abständen, dass wirkliche Fortschritte in Bezug auf Fitness oder Muskelaufbau nicht wirklich gegeben waren.

Mit dem Laufen habe ich es auch schon zweimal versucht, einmal als Kind und dann nochmal zu Studienexamenszeiten. Nun hat gerade, nach schlappen zehn Jahren Laufpause, Versuch Nummer drei begonnen. Und dieses Mal wird alles besser.

Am Anfang meiner Bemühungen stand der JP Morgan-Lauf, ein jährliches Lauf-Event für Frankfurter Angestellte. Ich hatte mich dieses Jahr spontan erstmalig angemeldet und mir auch gleich neue Laufschuhe gekauft, aber dann fiel der Lauf für die Teilnehmer aus meiner Firma ins Wasser. Ich hatte jedoch mein Training bereits begonnen, es lief besser als erwartet und ich beschloss, dass ich mich ohne das Event eben anders motivieren muss. Und das führte dann zu weiteren Ausgaben:

Zunächst musste ein iPod Nano ins Haus. Für den ernsthaften Musikgenuss unterwegs ist der Kleine mit seinen putzigen 8 Gigabyte viel zu klein, dafür muss er beim Laufen nicht mit einer ruckelnden Festplatte kämpfen - mein eigentlicher iPod Classic (80 GB) stürzte hier und da ab, wenn es ihm zu wackelig wurde, und viel Platz in den winzigen Taschen von Sporthosen benötigt er ebenfalls. Prima Vorwände für eine eigentlich unnötige Ausgabe, und so kam mein kleiner neuer lila Freund ins Haus. Diese Anschaffung hat sich übrigens bereits allein wegen der Erkenntnis gelohnt, dass der kleine lila iPod auch in der iTunes-Anzeige klein und lila ist. Sehr putzig ...

Der kleine lila Nano mit aufgestecktem Empfänger

Der Nano in iTunes (Screenshot) - niedlich, oder?

Für den iPod Nano sprach aber vor allem ein weiteres, mit ihm kombinierbares Produkt, nämlich das Nike + iPod Kit. Zu dem Set gehört ein Empfänger, der an den iPod gesteckt werden muss (was aber nur mit dem Nano oder dem iPod Touch klappt) sowie ein Sender, der in den linken Laufschuh soll: Im Rahmen der Produktkooperation mit Apple hat Nike neue Schuhe auf den Markt gebracht, die in der Innensohle eine dem Chip angepasste Aussparung haben. Hat man diese Schuhe nicht, steht eine weitere Ausgabe an, denn dann braucht man zusätzlich noch ein Täschchen oder Plastikteil, das den Chip irgendwie mit der Schuhschnürung verbindet. Ich habe den Chip Clip gewählt.

Laufschuh mit Sender

Und wozu braucht man das alles? Nun, der Chip misst die gelaufenen Schritte und übermittelt sie an den iPod, der daraus die gelaufene Entfernung, das Durchschnittstempo und die verbrauchten Kalorien errechnet. Gibt man vor dem Lauf ein Ziel ein, also zum Beispiel eine Streckenlänge oder aber eine Zeitspanne, hält eine Stimme aus dem Kopfhörer einen regelmäßig über die gemachten Fortschritte auf dem Laufenden. Wenn man dann nach dem Laufen den iPod synchronisiert, kann man die Laufdaten an eine spezielle Website schicken lassen, die dann weitere Statistiken anlegt und ihren Nutzern unter anderem auch ermöglicht, gegeneinander Wettbewerbe zu veranstalten - selbst, wenn sie in verschiedenen Ländern wohnen.

Alle bestellten Artikel trafen letzte Woche ein, und so stand das erste Ausprobieren an. Dreimal bin ich bislang mit dem Chip gelaufen, und meine Fortschritte kann der geneigte Leser ab sofort unten links auf dieser Seite betrachten - hoffentlich wächst der Kilometerzähler bald ins Unendliche!

Und meine Motivation? Haben sich die ganzen Ausgaben gelohnt?

Bis jetzt schon. Die schlappen 5,6 Kilometer, auf die ich mich ursprünglich vorbereiten wollte, schaffe ich längst problemlos, nächstes Etappenziel sind 8 Kilometer, und ich möchte in jedem Fall so weit kommen, dass ich 10 am Stück schaffe. Der Chip ermöglicht spontane Abweichungen von der Laufroute, ohne dass man hinterher mit Google Maps nachrechnen müsste, wie viel man denn nun eigentlich gelaufen ist. Und die Genauigkeit scheint nach meinem Empfinden auch zu stimmen.

Screenshot der Nikeplus-Seite

Nun denn, entweder ich stehe jetzt am Beginn einer langen, ach was, legendären Laufkarriere, oder aber ich habe für eine kurze fixe Idee herzlosen Weltkonzernen viel Geld geschenkt und damit immerhin ein paar Arbeitsplätze gesichert. Chinesische.

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