Neulich in der Riesenschlange zum Tigerchen

U.
Frankfurt verfügt zurzeit über eine extrem schnellebige Sensation: Ein putziges Sumatra-Tigerbaby. Die kleine Daseep hat nicht nur wie Knut und alle anderen Tierkinder eine sehr viel unputzigere Zukunft vor sich, sie wird im Zoo Frankfurt auch nur wenige Tage lang überhaupt gezeigt: Nach Mittwoch macht sich die Kleine auf den Weg nach Wuppertal, wo es mit Tschuna ebenfalls einen Minitiger (allerdings einen sibirischen) gibt. Und wenn die jeweiligen Mütter ihre Kätzchen schon nicht leiden konnten, machen die beiden Töchter eben zusammen eine Art betreute Jugend-WG auf.

Daseep heißt übrigens nach einem Kalauerwitz: Die von Menschen unbemerkte Schwangerschaft ihrer Mutter fand in einem Gehege statt, das mit "Malea, Iban und das EEP" beschriftet war, also heißt der Nachwuchs nun eben so. "Das EEP" konnte in den vergangenen Wochen jeweils nachmittags für eine Stunde besichtigt werden, und nachdem Tiger meine Lieblingstiere sind, reihte ich mich gestern in die endlose Schlange ein ...

Schlange I
Schlange II (ganz hinten das "bitte nicht mehr anstellen"-Schild)
Tatsächlich hatten wir große Zweifel, ob die kurze Besuchszeit des Tigerchens ausreichen würde, die gesamte Schlange "abzufertigen". Endgültig nervös wurde ich, als ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks eine vielleicht 5 Personen hinter uns stehende und wartende Frau ansprach und fragte, ob sie sich denn noch Chancen ausrechne, den Tiger zu sehen. Wie reagiert man bitte auf so eine Frage? "Nein, ich rechne mir keine Chancen aus, ich stehe nur einfach gerne in Schlangen"?? Gut, dass ich nicht gefragt wurde, sonst hätte es am Ende Ernst-August-mäßige Szenen gegeben.

Die Eltern


Tatsächlich hatte das Fernsehteam nur die Panik schüren wollen, jeder in der Schlange Wartende kam irgendwann an die Reihe und durfte langsam an dem Container vorbei gehen, in dem das Tigermädchen hinter Glas mit seiner allgenenwärtigen Pflegerin spielte. Und es war ein wirklich herzallerliebster, wenn auch sehr kurzer Moment. Hach.

Etwas ernster möchte ich noch hinzufügen, dass ich Tiger nicht nur im Zoo anschmachte, sondern auch seit vielen Jahren mit separaten Spendenprogrammen sowohl den sibirischen als auch den Sumatratiger unterstütze. Hätte das Personal des Frankfurter Zoos darüber Bescheid gewusst, hätte ich sicher länger zu dem Tigerchen gedurft und es auch streicheln dürfen ...

Minitiger (ohnmächtig)

1 Kommentare:

  1. Über die Wuppertaler Minitigerin Tschuna gibt es übrigens einen recht süßlichen Blog, der die Welt aus ihrer Sicht (naja) schildert: Link

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