The Pains Of Being Very Late - The Pains Of Being Pure At Heart in Köln

U.
Verspätung I:

Zwischen 1976 und 1989 wuchs ich in Köln auf. Leider fiel diese Zeit bei mir noch nicht ins Ausgeh-Alter. Gelegentlich kam ich aber an Lokalen wie dem "Luxor" oder auch dem "Blue Shell" vorbei und stellte mir vor, wie toll es sicherlich wäre, abends dorthin zu gehen. Meine Zukunftsausgehvorstellungen waren dabei übrigens stark vom Film Susan... verzweifelt gesucht beeinflusst (wobei ich aber nicht unbedingt Zauberassistentin werden wollte).

All das ist lange her, netterweise gibt es das Luxor, das zwischenzeitlich Prime Club hieß, aber immer noch, und mit lediglich 22 Jahren Verspätung war ich dann gestern abend zum ersten Mal dort.



Verspätung II:

Das Konzert der New Yorker Band The Pains Of Being Pure At Heart war laut Eintrittskarten bereits für 19:30 angesetzt. Diesen ungewohnt frühen Termin hatten wir bei unserer Abreise aus Koblenz nur halbherzig berücksichtigt. Dass die Wahl des Losfahrzeitpunkts allzu optimistisch gewesen war, fiel uns dann ausgerechnet auf, als wir in einer Vollsperrung der A3 standen und unser geschätzter Ankunftszeitpunkt in immer ungewissere Zukunft rückte. Der auf der Höhe von Siegburg im Stau geführte Dialog "Jetzt ist es halb 8, jetzt ist Einlass." - "Nein, Einlass war vor einer Stunde!" brachte die Stimmung auf einen zusätzlichen Tiefpunkt.

Immerhin konnten wir von Christoph erfahren, dass die Vorband auch gegen 20 Uhr noch nicht begonnen hatte, und überraschenderweise kamen wir, nachdem wir die A3 nach einer Stunde Stau endlich verlassen konnten, auch wieder relativ zügig voran, fanden einen tollen Parkplatz und erreichten den Veranstaltungsort kurz vor 9 - und damit vor Erscheinen der Hauptband.



Vielleicht lag es daran, dass The Pains Of Being Pure At Heart bereits so häufig in Köln gespielt hatten, der kleine Club war gestern Abend jedenfalls nicht sonderlich voll, so dass wir auch noch ohne Mühe nahe an die Bühne vordringen konnten. Und auf dieser stand schon bald die junge New Yorker Band und schrammelte sich, beginnend mit "Belong", mit beeindruckender Geschwindigkeit durch sämtliche Hits und große Teile ihrer beiden Alben.

Besonders viel wurde zwischen den Liedern nicht gesagt, Kip erwähnte aber, dass dies bereits der vierte Auftritt der Band in Köln sei (Peggy hatte bereits früher den Konzert-Standardsatz, dass es schön sei, so bald nach dem letzten Auftritt wieder hier zu sein, mit viel Glaubwürdigket rübergebracht und bezeichnete Köln als ihre "home town") und widmete denen, die alle Konzerte gesehen hatten, "My terrible friend". Zitat: "If you come and see us four times, you get a dedicated song. After five times, you get a restraining order!"


Dass die Band sich wohl tatsächlich mit dem Kölner Publikum verbunden fühlt, zeigte sich auch in den Zugaben. Kip kehrte zunächst allein zurück und spielte "Contender", dann alle gemeinsam zwei weitere Zugaben.  Danach hätte laut Setliste endgültig Schluss sein sollen, aber das Publikum jubelte weiter - und erfolgreich. Kip erklärte, die Somgs, die sie gut spielen könnten, seien nun aufgebraucht. Das dann folgende Lied kannte ich nicht, aber laut Christoph hieß es "Hey Paul".

Ein gerade nach der Zitterpartie unserer Anreise schön-entpanntes Konzert mit einer gut gelaunten Band, die nach ihrem Auftritt auch für Autogramme, Gespräche und den gemeinsamen Konsum von Getränken zur Verfügung gestanden hätte.



Setliste:

Belong
This Love is fucking right!
Heart in your Heartbeat
The Body
Heaven's gonna happen now
Stay Alive
My terrible Friend
Come Saturday
Young Adult Friction
Too Tough
Everything with You
The Pains of being pure at Heart

Contender
Say No to Love
Strange

Hey Paul

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