Gelesen, gesehen, gekauft - September 2014

U.
In letzter Zeit denke ich darüber nach, diesen Blog einzustellen. Er dient ja letztlich als Ventil für meinen Schreibdrang, zu Themen, die mich beschäftigen. Aber momentan ist dieser Drang nicht sonderlich groß. Aber, ein Hoch auf die umgekehrte Psychologie, während ich mich mit dem Thema der potenziellen Einstellung beschäftigte, fielen mir Themen ein, über die ich gerne schreiben möchte. Ups.

Eine Idee, die ich hatte, ist das hier: Eine monatliche Zusammenfassung der Dinge, die ich in einem Monat gemacht habe, in Bezug auf Filme/Serien, Bücher und Konsumgüter. Ich bin wahrlich nicht die erste, die eine solche Kategorie einführt - wohl eher die letzte - aber mir erscheint die Idee plausibel, denn das, was man so gesehen und gelesen hat, beschäftigt einen ja im allgemeinen noch eine Weile - jedenfalls, wenn es nicht totale Zeitverschwendung war. Ich probiere das jetzt einfach einmal aus!

Gelesen


Im September habe ich es endlich geschafft, Wolf Hall / Bring Up The Bodies von Hilary Mantel fertig zu lesen. An den ersten beiden (jeweils Booker-Prize-gekrönten) Bänden einer Trilogie über Thomas Cromwell, deren letzter Band noch nicht veröffentlicht ist, habe ich verdammt lange geknabbert und musste zwischen den beiden Büchern eine recht lange Pause einlegen. Mantel macht es einem nicht immer einfach, der personenreichen Handlung zu folgen, und ich habe den Verdacht, dass man sich mit britischer Herkunft (in englischen Schulen wird die Abkehr der anglikanischen Kirche von der katholischen und die Sache mit den fünf Frauen Heinrichs VIII. sicher ausführlicher behandelt) leichter getan hätte. Ich jedenfalls musste öfter Wikipedia zur Hilfe nehmen.

Ganz zur Seite legen konnte ich die Bücher aber dennoch nicht, denn das, was hier geschildert wird und ja tatsächlich passiert ist, fasziniert einfach durch seine Unvorstellbarkeit. Selbst wenn man als Leser die ganze Zeit weiß, was kommen wird: Richtig glauben mag man es nicht. Zu unwahrscheinlich erscheint einem, dass eine große Zahl intelligenter Menschen davon abhängt, in wen ein gelinde gesagt unvernünftiger König diese Woche verliebt ist. Ich musste beim Lesen des öfteren an George RR Martins A Song of Ice and Fire denken - weil zumindest die Teile, die sich nicht mit Drachen und angreifenden Untoten beschäftigten, plötzlich gar nicht einmal so unrealistisch erschienen.

Gesehen



September war auch der Monat, in dem Deutschland endlich Zugriff auf den Streamingdienst Netflix bekam. Mein Haushalt traf aber eine unkonventionelle Entscheidung und abonnierte stattdessen erstmalig Sky. Diese Entscheidung hat (natürlich) mit der Bundesliga zu tun, allerdings weiß ich mittlerweile, dass Sky mit dem Onlineportal Sky Go ebenfalls über ein beeindruckendes Streamingangebot verfügt. Leider zeigte sich beim Ausprobieren aber auch, dass Streaming mit unserem Internet längst nicht immer funktioniert, nicht selten brechen die Filme einfach ab oder frieren ein.

Dennoch habe ich im September eine Serienstaffel komplett auf Sky Go gesehen, nämlich die erste von The Bridge - America. Die Serie ist das Remake einer dänischen Serie, die im ZDF bereits lief, es gibt anscheinend auch noch viele weitere Remakes. Die US-amerikanische Version spielt in den Orten El Paso (USA) und Juarez (Mexiko), die durch eine Brücke miteinander verbunden beziehungsweise voneinander getrennt sind. Während das Leben in El Paso recht beschaulich ist, herrscht ein paar Kilometer weiter in Juarez das organisierte Verbrechen. Die Handlung beginnt, als eine Leiche mitten auf der Grenzbrücke gefunden wird und Polizisten aus beiden Orten gemeinsam versuchen, das Verbrechen aufzuklären.

Die Serie ist so stark von den bekannten Grenzproblemen zwischen Mexiko und den USA geprägt, dass ich mich frage, wie das im dänischen Original funktionieren mag, dort ist die betroffene Grenze nämlich die zum ja nicht gerade als Verbrechenshochburg bekannten Schweden. The Bridge - America zumindest war sehr spannend und in seiner Sozialkritik glaubwürdig. Und dass Diane Krüger mittlerweile eine richtige Schauspielerin ist, habe ich bei der Gelegenheit auch entdeckt.

Gekauft


Nachdem ich viele Jahre mit meinem iPhone 3GS zufrieden genug war, um kein neues zu wollen, wurde im Laufe des vergangenen Jahres immer deutlicher, dass mein armes kleines Telefon an seine Leistungsgrenzen stieß. Technisch ist es nach wie vor völlig in Ordnung, der Akku hielt nach wie vor etwa einen Tag lang, aber viele Funktionen waren geradezu quälend langsam geworden. Dass das Gerät gezwungenermaßen mit dem Betriebssystem IOS 6 lief, sämtliche Apps aber erst für IOS 7 und dann IOS 8 optimiert wurden, half auch nicht gerade.

Mein neues iPhone 6 (die nicht ganz so riesige Version) habe ich, ganz gegen meine sonstige Gewohnheit, direkt nach der Ankündigung vorbestellt und am Montag nach dem Erscheinungstag erhalten. An die Größe des Geräts und die mit dessen Dünnheit einhergehende subjektive Zerbrechlichkeit musste ich mich erst gewöhnen, aber: Alles ist so schnell!


Tatsächlich komme ich nun auch in den Genuss von Neuerungen, die andere bereits seit einem Jahr gewöhnt sind: Sehr praktisch ist es, auf viele Bedienelemente via Control Center zuzugreifen und hier beispielsweise schnell auf "nicht stören" umzuschalten oder die Kamera zu benutzen. Dass ich jemals via Facetime telefonieren werde, sehe ich eher nicht kommen, aber dass Siri neuerdings Lieder erkennt, ist zumindest ein lustiges Feature, und der Fingerabdrucksensor spart viel Zeit.

Ich bin also zufrieden, wobei ich keineswegs sicher bin, ob man rechtfertigen kann, dass dieser Spaß 700 Euro kostet. Meine Treue zum System iPhone hat aber immerhin dazu geführt, dass sich das Neugerät sehr leicht aus dem Backup des alten einrichten ließ und ich Kontakte und Notizen zwischen iPhone, Macbook und iPad problemlos synchronisieren kann.

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