Auf die Schnelle: Shout Out Louds in der Frankfurter Batschkapp


Früher habe ich öfter bei den Ticketverlosungen von Markus Gardian Konzerte mitgemacht und auch erstaunlich oft gewonnen - überhaupt würde mich mal interessieren, wie oft in meinem Leben ich bereits Konzertkarten gewonnen habe! Mittlerweile erhalte ich aber nicht einmal mehr die ohnehin seltener gewordenen Newsletter des Herrn Gardian, deren Empfang erste Voraussetzung wäre, bei den Verlosungen mitzumachen. Anders mein Freund, der sich kürzlich um Tickets der Shout Out Louds bewarb und diese prompt gewann.

Die schwedische Band hatten wir zuletzt 2010 in einem unglaublich warmen und ausverkauften Mousonturm gesehen. Vorher, so erzählte es die Band während des Konzerts, war man im Dreikönigskeller und zuletzt dem Gibson aufgetreten, so dass die Batschkapp möglicherweise ihren bislang größten Frankfurter Auftrittsort darstellte - füllen konnte man diese dann auch bei weitem nicht, etwa ein Drittel des Innenraums war abgehängt.


Das Konzert war ungewöhnlich früh angesetzt (Einlass 18 Uhr, Beginn 19 Uhr) - als wir leicht verspätet eintrafen, stand die Vorband KYTES bereits auf der Bühne. Mein Freund hatte vorab durch Internetrecherche den Eindruck gewonnen, die Münchener würden wie Two Door Cinema Club klingen, was ja durchaus Hoffnung weckte. Live überzeugte uns die Musik dann aber so gar nicht, es gab fiese Reggae-Anklänge und "heyho"-Teile, das Ganze in einer Lautstärke, die mich sofort nach meinen Ohrenstöpseln greifen ließ. Immerhin KYTES selbst hatten offensichtlich große Freude an ihrem Auftritt. Die Veröffentlichung eines neuen, zweiten Albums steht offensichtlich kurz bevor.

Die Shout Out Louds sind aktuell zum zweiten Mal mit ihrem neuesten Album "Ease My Mind" auf Tournee. Letztes Jahr war ihr beliebter Hit "The Comeback" öfter einmal nicht mit auf der Setliste, mittlerweile wird er zum Glück wieder gespielt. Allerdings ist die Gesamtzahl der Songs an sich ein wenig geschrumpft. Fünf Lieder stammten von "Ease My Mind", dazu hörten wir noch ein neues, "In New Europe".


Mich packte wieder einmal die Erkenntnis, die ich zwischenzeitlich immer wieder vergesse, nämlich dass die Shout Out Louds im Stil sehr nahe bei The Cure liegen. Eine schwedische, jüngere, sehr poppige Version von The Cure, die sich bei Konzerten - nicht nur im direkten Vergleich zu Robert Smith & Co. - auch kurz fassen kann (was von mir kommend durchaus als Kompliment zu verstehen ist).

Wenn unser letztes Konzert der Band nicht schon so lange her gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht nicht nur daran, sondern auch an andere Details erinnert, etwa, dass die Keyboarderin Bebban Stenborg gelegentlich zum Akkordeon greift (an diesem Abend bei "Very Loud") und dass Sänger Adam Olenius "Tonight I Have To Leave It" mit einer Cowbell einleitete. Und dass die Band tendenziell eher wenig sagt: Wir bekamen lediglich Informationen zu den früheren Frankfurter Auftrittsorten und den Hinweis, dass ABBA wieder zusammen sind (was an diesem Tag durch die Medien ging).


Das vorhandene Publikum - die Batschkapp war zwar nicht gerade voll, der Bereich vor der Bühne aber durchaus enger besetzt - war sing- und tanzfreudig, insbesondere bei "Impossible" und "Please Please Please" erschallte der Text aus diversen Kehlen.

Zum letzten Lied des Hauptteils "Tonight I Have to Leave It" bat Adam Olenius zunächst darum, die Beleuchtung weitgehend auszuschalten. Mit einer Taschenlampe und seinem Mikrophon machte er dann einen Spaziergang durchs Publikum. Bei der ersten Zugabe "Walls" betrat er dann zunächst allein die Bühne und begann das Lied allein an der Akustikgitarre, bevor sich seine Kollegen ebenfalls wieder einfanden.


Nach "Please Please Please" blieb uns einer weitere Zugabe (die es laut setlist.fm bei anderen Tourstationen gelegentlich gegeben hat) verwehrt, so dass wir bereits um halb zehn wieder am Auto standen. Mein Fazit zum kurzen Konzertabend ist, dass die Shout Out Louds keine sonderlich charismatische Band sind, aber insbesondere bei ihren schnelleren Songs eine durchaus größere Anzahl an zeitlosen Pophits zu bieten haben.

Setliste:

Paola
Very Loud
Fall Hard
Jumbo Jet
Sugar
Normandie
Impossible
Souvenirs
In New Europe
The Comeback
Throw Some Light
Walking In Your Footsteps
Oh Oh
Tonight I Have to Leave It

Walls   
Please Please Please



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