Gesehen: Juni 2018


Im Juni sah ich die Netflix-Serie Safe mit Dexter, äh, Michael C. Hall, der bei dem Achtteiler auch als Produzent fungiert. Die französisch-britische Koproduktion überrascht zunächst damit, dass zum einen ein Roman des US-Bestsellerautoren Harlan Coben bei seiner Verfilmung in England spielt und zum anderen, dass die Hauptfigur, die Brite sein soll, dann auch noch von einem Amerikaner (eben Hall) gespielt wird. Das gezeigte England ist zudem, sicherlich absichtlich, sehr generisch: Man erfährt nicht, wo die Serie spielt, und jegliche Nennung einer konkreten Gegend oder Stadt wird vermieden - was, genau wie die Darstellung eines Engländers durch einen bekannten US-Schauspieler, eine seltsam künstliche Atmosphäre schafft.

Hall spielt einen Arzt, dessen Frau ein Jahr vor Handlungsbeginn an Krebs gestorben ist. Seitdem lebt er allein mit seinen beiden Töchtern in einer per Zaun und Pförtner gesicherten Nachbarschaft, bis seine ältere Tochter eines Abends ausgeht und nicht mehr nach Hause kommt. Im Laufe der verzweifelten Suche nach der Tochter werden nach und nach die Nachbarn beleuchtet und diese hüten - man ahnt es - allesamt Geheimnisse. Jedem Zuschauer, der sich beim Ansehen des Vorspanns nicht die Augen zuhält, ist außerdem bewusst, dass auch ein gelegentlich erwähntes Schulfeuer, das sich in der Kindheit der Protagonisten ereignet hat, eine gewisse Rolle spielen muss.

Die Serie zielt nicht darauf ab, vielschichtige ode glaubwürdige Charaktere abzubilden, es geht allein um das Rätsel - die Figuren tragen zur Gesamtgeschichte bei und bleiben ansonsten papierdünn. Deshalb bleibt Safe auch genauso lange fesselnd, wie man als Zuschauer zumindest noch mitfiebert, was denn nun genau mit der Tochter passiert ist und wie all die Geheimnisse zusammenhängen. Darüber hinaus hat die Serie aber leider rein gar nichts Neues zu bieten.



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