Der große Schokoladentest (5): Ritter Sport Kakao-Klasse

Fast könnte ich meinen, dass Deutschlands (mit-)größter Schokladenhersteller gemerkt hat, dass ich mich seit neuestem mit Schokolade und deren Qualität beschäftige. Ritter Sport hat nämlich drei neue Sorten lanciert, die anstreben, alles richtig zu machen, das bei Herstellern dieser (Massenmarkt-)Liga sonst kritisiert wird. Ritter Sport wird damit quasi zum "Single Origin"-Hersteller, bei dem für ein Produkt nur eine einzige Kakaosorte zum Einsatz gebracht wird, hinzu kommt bei diesen Sorten eine ausgesprochen reduzierte Zutatenliste. Das musste ich selbstverständlich genauer ansehen.


Zum Produkt

Die "Kakao-Klasse" gibt es in drei Sorten, zwei davon sind dunkle Schokoladen mit unterschiedlich hohen Kakaoanteilen, die dritte ist eine dunkle Milchschokolade. Der verwendete Kakao stammt jeweils ausschließlich aus Ghana, Nicaragua oder Peru. Die neuen Tafeln stehen im Supermarkt neben den gewohnten Sorten und sind, wie auch vorher bereits die Tafeln mit hohem Nussanteil, ein bisschen teurer. Öffnet man die gewohnt quadratische 100-Gramm-Tafel, erlebt man eine kleine Überraschung: Die neuen Sorten haben statt der gewohnten 16 Stücke 25.

Originalität

Normalerweise werte ich hier Apsekte wie die Sortenvielfalt und das Verpackungsdesign. Mit nur drei, sehr simpel gehaltenen Geschmackrichtugnen und einer Packung mit Kakaobohnenabbildung könnte Ritter Sport hier quasi nicht punkten. Andererseits denke ich aber, dass es für einen derartig etablierten "Masenhersteller" sehr wohl originell ist, einen komplett neuen Weg zu beschreiten - eben mit "simplen" Sorten, Konzentration auf die Zutat Kakao und den Verzicht auf sämtliche Zusätze. 4/10


Nachhaltigkeit

Ritter Sport verwendet seit 2018 für alle seine Produkte nachhaltigen Kakao, in Nicaragua (wo Ritter auch eine eigene Plantage besitzt) arbeitet man bereits seit 30 Jahren mit 3.500 Bauern eng zusammen. Hinweise zu Siegeln wie Fairtrade habe ich allerdings nicht finden können. Die Tafeln sind auch nicht "bio" (Ritter Sport hatte in der Vergangenheit eine eigene Bio-Linie, die aber mittlerweile eingestellt wurde). Die Verpackung, die bei der Firma generell verwendete dünne Plastikfolie, dürfte dafür nicht sonderlich aufwändig sein. 3/5


Zutatenqualität

Besser geht es eigentlich nicht: Die dunklen Sorten enthalten ausschließlich Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker, die Milchsorte enthält zusätzlich Milchpulver. Keine Aromen, kein Emulgator, kein Fremdfett. Nur "bio" könnte es sein. 9/10

Preis/Leistung

Bei Ritter Sport ist von einem UVP von 1,39 Euro die Rede, im Handel scheint sich aber 1,29 Euro durchgesetzt zu haben. Ein Schnäppchen für eine Schokolade aus zertifiziert nachhaltigem Anbau. 5/5

Geschmack

"Die Milde" aus Ghana riecht stark und angenehm nach Kakao, der Geschmack ist intensiv und sehr fein - aus meiner Sicht eine beinahe perfekte Milchschokolade., die viel stärker und zugleich weniger süß schmeckt als die Milchschokoladen, die Ritter Sport sonst im Programm hat. "Die Feine" aus Nicaragua mit 61% Kakao im Vergleich erschien mir im Vergleich ziemlich unspannend und irgendwie zu süß. Vielleicht hätte ich mich lieber für die dritte Sorte (mit 74 % Kakao) entscheiden sollen, "Die Feine" würde ich sicherlich nicht noch einmal kaufen. "Die Milde" 13/15, "Die Feine" 6/15


Gesamturteil

Ohne Geschmacksurteil kommt die Schokolade auf  21 von 30 Punkten. Bezieht man mein subjektives Geschmackserlebnis ein, kann sich "Die Milde" über 34 Punkte freuen, "Die Feine" bekommt 27 von 45 erreichbaren Punkten.

Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking! 

Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.


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