Gelesen: Januar 2020


Der Pfau von Isabel Bogdan war in seinem Erscheinungsjahr 2016 ein Bestseller, ich las den Roman aber erst jetzt. Beziehungsweise, ich las ihn überhaupt nicht, sondern ließ ihn mir von Christoph Maria Herbst vorlesen, man gönnt sich ja sonst nichts.

Der schmale Roman handelt von einem baufälligen Landsitz in Schottland, der vom ansässigen Graf und dessen Gattin als Ferienunterkunft betrieben wird - und den eine Gruppe zerstrittener Investmentbanker aus London für ein Teambuilding-Wochenende anmietet. Der titelgebende Pfau sorgt dabei für diverse Missverständnisse und Ablenkungsmanöver unter den Besuchern, den Gastgebern und deren Umfeld, so dass letztlich nur der Leser tatsächlich vollständig weiß, was an dem Wochenende wirklich passiert ist.

Ein Roman von einer deutschen Autorin, der aber unter Briten spielt und sich auch ein wenig über diese lustig macht - das hätte in meinen Augen kräftig schief gehen können (die Idee lässt mich an all diese komplet deutsche besetzten Istanbul- und Italienkrimis im deutschen Fernsehen denken), tut es aber nicht. Nicht einmal die gewagte Entscheidung, in der gesamten Geschichte auf wörtliche Rede zu verzichten und sämtliche Dialoge stattdessen  indirekt im Konjunktiv stattfinden zu lassen, verdirbt den Spaß.

Auch die Planung der Geschichte mit all ihren Missverständnissen und auf unterschiedlichen Informationen basierenden Handlunssträngen war sicherlich schwieriger, als das auf den ersten Blick wirken mag. Eine kleine, feine, lustige Erzählung.

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