Gesehen: Februar 2020


Ach war das schön, als ich im Januar so begeistert über die zweite Staffel Sex Education schreiben konnte (mittlerweile ist bestätigt, dass es eine dritte geben wird).

Der Februar hatte keine echten Hits zu bieten, aber als ich mich schon damit abgefunden hatte, an dieser Stelle über die meines Erachtens wirklich überflüssige zweite Staffel von You zu schreiben, da erinnerte mich mein Freund daran, dass wir - ebenfalls auf Netflix - auch das deutlich bessere Locke & Key gesehen hatten.

Bei der zehnteiligen Serie - auch hier ist fest mit einer weiteren Staffel zu rechnen - handelt es sich um die Verfilmung einer Comicbuchreihe, die zwischen 2008 und 2012 veröffentlicht wurde. Bereits 2011 hatte es einen Pilotfilm für eine Fernsehverfilmung gegeben, 2018 einen weiteren Umsetzungsversuch bei Hulu, erst Netflix konnte das Projekt dann tatsächlich realisieren. Für Fans der Comics waren all die gescheiterten Versuche sicher eine Achterbahnfahrt...

Zur Handlung: Die Familie Locke zieht nach dem plötzlichen und gewaltsamen Tod des Vaters von Seattle in einen kleinen Küstenort in Massachusetts - in den alten Familienwohnsitz des Vaters, in dem dieser nie hatte wohnen wollen. Das Haus heißt, man ahnt es, Key House, ist äußerst groß und feudal, aber auch ziemlich renovierungsbedürftig. Der Umzug erweist sich auch sofort als wenig gute Idee, denn die von der Mutter ersehnte Neuanfang an einem unbekannten Standort hat die Familie an einen Ort geführt, an dem ihr Name, das Haus und auch der tragische Tod des Vaters allen Einwohnern bestens bekannt sind.

Die drei Kinder - der fast erwachsene Tyler, die mitten in der Pubertät steckende Kinsey und der noch sehr junge Bode - versuchen, sich einzuleben und den Tod ihres Vaters zu verarbeiten. Bode lernt, als er allein das Haus erkundet, eine seltsame Frau kennen, die in einem Brunnenschacht zu wohnen scheint und ihm von im ganzen Haus versteckten Schlüsseln erzählt. Bode beginnt tatsächlich, Schlüssel zu entdecken, und erforscht langsam die wundersamen Dinge, die er mit ihnen anstellen kann. Schon bald weiht er seine Geschwister ein, während die Mutter und alle anderen Erwachsenen offenbar nicht in der Lage sind, Magie zu begreifen, und in dieser Hinsicht erlebte Dinge sofort wieder vergessen.


Sehr gut gefiel mir an der Serie, dass die wundersamen Eigenschaften der Schlüssel vielfach ganz anders sind als das, was man aus ähnlichen Geschichten erwarten würde - so gibt es etwa einen Schlüssel, den man sich oder anderen in den Nacken stecken kann, worauf man die Möglichkeit hat, eine Visualisierung des Innersten dieser Person mit allen ihren Erinnerungen zu betreten.

Natürlich finden sich auch andere, die an den Schlüsseln interessiert sind, und auch die bislang unerklärte Ermordung des Vaters durch einen seiner Schüler hat - so viel darf sicher verraten werden -  letztlich mit dem Haus und den Schlüsseln zu tun.

Nicht alles an der Geschichte und dem Verhalten der Figuren erschien mir logisch, wobei ich auch zugeben muss, dass zumindest eine von mir wahrgenommenes Lücke in der Handlung in der letzten Folge noch (für mich) sehr unerwartet erklärt wird. Locke & Key hat sicherlich nicht Stranger Things-Niveau, aber die Serie bietet durchaus spannende Familienunterhaltung. Vielleicht sollte man sich auch einmal die Comics ansehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen