Gesehen: Mai 2022


Ich befand mich letzte Woche im Wanderurlaub auf Madeira, in den mir mein Freund, der daheim geblieben war, hinsichtlich seiner Netflix-Abende frustriert schrieb: "Alles, was ich mir bisher angesehen habe, war total doof." Auch gemeinsam hatten wir in den letzten Monaten nicht viel Glück mit Serien - anscheinend haben wir das meiste, das unseren Geschmackspräferenzen entspricht, bereits gesehen.

Der Flug von Madeira nach Frankfurt dauert um die vier Stunden, für die ich mir selbst Netflix-Unterhaltung aufs iPad laden wollte. Mangels aktueller Knaller erinnerte ich mich daran, dass in einer der ersten Folgen des Podcasts Das kleine Fernsehballett die australische Serie Please Like Me sehr positiv bewertet und seitdem immer wieder sporadisch erwähnt wurde. Ich lud die erste Staffel herunter, und dank recht kurzer Episoden schaffte ich sie während des Fluges komplett - es sind auch nur sechs Folgen.

Zum Inhalt: Josh (gespielt vom Comedian Josh Thomas, der die Serie auch entwickelt und die meisten Folgen geschrieben hat) wird überraschend von seiner Freundin Claire verlassen - man habe sich auseinander gelebt, und außerdem sei er wahrscheinlich schwul. Noch am selben Tag lernt er einen attraktiven - und schwulen - Arbeitskollegen seines besten Freundes Tom kennen. Joshs Überlegungen hinsichtlich seiner sexuellen Orientierung werden aber davon überschattet, dass seine Mutter am selben Abend einen Suizidversuch unternimmt. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus muss Josh kurzzeitig seine WG mit Tom verlassen und zurück ins Elternhaus ziehen, um sich um sie zu kümmern.



Please Like Me ist in sich keine Comedyserie, weist aber viele lustige Situationen und Szenen auf. Darüber hinaus wachsen einem sämtliche der Figuren in kürzester Zeit ans Herz - Josh selbst, sein Freund Tom, die Exfreundin Claire, die Mutter, der Vater, dessen neue Freundin, die Großtante... alle zeigen sich als Menschen mit Fehlern, aber eben auch als extrem liebenswert. Als ich die erste Staffel fertig angesehen hatte, war ich höchst erfreut, zu erfahren, dass es weitere drei gibt, die ich noch nicht kenne.

Und die  - eventuelle - Moral von der Geschicht': Während die Neuveröffentlichungen bei Netflix in meinen Augen immer stärker schwächeln, lieber einfach mal forschen, ob man bei den älteren Serien etwas verpasst hat.

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