Neulich beim 3. Konzert in 4 Tagen: Shout Out Louds in der Darmstädter Centralstation


Als wir uns Tickets für die Shout Out Louds in Darmstadt für den vergangenen Mittwoch kauften, rechneten wir "drumherum" mit einer relativ ruhigen Woche ohne weitere Abendtermine. Dann kam es anders: Zuerst wurde das Pet Shop Boys-Konzert, über das ich bereits berichtet habe, ein letztes Mal verschoben - auf den Sonntag. Dann wurde ein neuer Termin für das im Dezember ausgefallene The Jesus and Mary Chain-Konzert bekannt gegeben: der Dienstag. Und so hatten wir mit einem Mal drei Konzertbesuche an vier Tagen geplant, alle mit mehr oder weniger langer Anreise und darauf folgenden Arbeitstagen. Nur der Gedanke: "In der Corona-Zeit ist so wenig passiert, da kann man das auch mal durchziehen!" hielt mich von einer Meuterei ab - und die Tatsache, dass ich an allen auf Konzertabende folgenden Tagen zumindest daheim arbeiten und entsprechend später aufstehen konnte - mein Freund hatte diesen Luxus nicht.



Nichtsdestotrotz: Meine Lust auf die von mir normalerweise durchaus geschätzten Shout Out Louds hielt sich am Mittwochabend durchaus in Grenzen, wie sehr hätte ich mich über eine jetzt einmal willkommene Verschiebung gefreut! Immerhin die Anreise nach Darmstadt klappte an diesem Abend problemlos. Um so größer war unser Erstaunen, als wir die Centralstation betraten: Hier war nun wirklich überhaupt nichts los, noch um 10 vor 8 sah es so aus, als würden wir die schwedische Band im ganz kleinen Kreis erleben. Zum Glück kamen die Darmstädter Konzertbesucher aber einfach gerne kurz vor knapp, zu Beginn des Sets der Vorband ViVii hatte sich der Raum dann doch noch gut gefüllt. 



ViVii stammen wie die Shout Out Louds aus Schweden und haben bereits zwei Alben veröffentlicht. Das Trio besteht aus dem Paar Emil und Caroline Jonsson gemeinsam mit Anders Eckborn. Ungewöhnlich war die Aufstellung der Band: Emil und Caroline standen jeweils mit Keyboards, Knöpfchendrehinstrumenten und Mikrophonen an den beiden Seiten und nahmen so den Gitarristen Anders in ihre Mitte. Dabei erinnerte das Outfit von Anders an Björn Borg, die der anderen eher an eine Mischung aus Upcycling und 70er Jahre - da es sich aber um Schweden handelt, bin ich mir sicher, dass in einigen Jahren alle so herumlaufen werden.



ViVii machten angenehme (Dream-)Popmusik, die uns mal an Wolf & Moon, mal an Lana Del Rey erinnerte und beim Publikum sehr gut ankam. Das Lied "Vegas" trugen sie nach Ankündigung (beziehungsweise sogar der Frage, ob das in Ordnung sei) akustisch nur zur Gitarre vor, auch sonst war man kommunikativ und erkundigte sich öfters nach dem Befinden des Publikums.

Setliste:

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Wrap Your Arms 
One Day 
Rendezvous 
Vegas 
Whistle
Suckerpunch 
Savant



Nach kurzer Wartezeit war es Zeit für den Hauptact. Die Shout Out Louds hatte ich zuletzt 2018 in der Frankfurter Batschkapp gesehen, damals trug der Sänger Adam Olenius noch einen buschigen Vollbart, der mittlerweile deutlich weniger voluminös geworden ist. Die Band tourt aktuell mit ihrem neuen Album "House", von dem an diesem Abend aber recht wenig gespielt wurde, nämlich drei Songs.

Der Song "Very Loud" ging in der Livedarbietung nahtlos in eine Coverversion des Stone Roses-Liedes "Waterfall" über und wieder zurück, was uns sehr gut gefiel. Wie 2018 war das Publikum ausgesprochen fröhlich und auch tanzfreudig, zu den meisten Liedern wurde vor der Bühne gejubelt, mitgesungen und gehüpft. Etwas merkwürdig war in diesem Kontext, dass die Band beschlossen hatte, zwischen den beiden "Hits" "Fall Hard" und "Impossible" ausgerechnet das eher getragene "Souvenirs" zu spielen.




Zu "Impossible" hielt Adam einige Zeit eine sonst auf der Bühne platzierte Lampe in die Luft, ohne, dass sich irgendetwas getan hätte - schließlich erklärte er, dass diese offenkundig nicht funktionierte und stellte sie frustriert wieder an ihren Platz - wo sie ein paar Minuten später dann doch noch ihren Dienst aufnahm. Generell war das Licht aus diversen Strahlern im Nebel bei sonst eher dunkler Bühne durchaus schön, machte aber das Fotografieren eher schwierig.

"Tonight I have to Leave It" wurde wie gewohnt mit Cowbells eingeleitet und kam ebenfalls wie gewohnt hervorragend an. Adam ging - wie damals in der Batschkapp - zu dem Lied mit einer über seinen Kopf gehaltenen Taschenlampe durchs Publikum. Danach kam nach kurzer Pause der Zugabenteil mit den Liedern "Walls", "The Comeback" und "Please Please Please", die die Stimmung endgültig Richtung Party schwingen ließen.



Auch ich war sehr positiv überrascht von dem Konzert, das ich wegen der etwas stressigen Begleitumstände mit wenig Vorfreude besucht hatte: Die Shout Out Louds sind einfach eine sehr gute Band mit reichlich Hits, die auch bei Müdigkeit gute Laune machen.

Setliste:

My Companion 
Very Loud (Stone Roses Waterfall interlude)
Jumbo Jet
In New Europe
Fall Hard
Souvenirs
Impossible
As Far Away as Possible 
Paola
Mixed Up 
Normandie
14th of July
You are dreaming
Tonight I Have To Leave It

Walls 
The Comeback 
Please please please 




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