Neulich als ich doof war: Mein größter Koffer hat im letztjährigen Islandurlaub extrem gelitten und musste anschließend entsorgt werden. Für den nun geplanten Sommerurlaub in Namibia wollte ich mir also ein neues Gepäckstück anschaffen. Ich besitze bereits eine recht robuste Reisetasche auf Rollen von Bree, die ich gerne in einer noch größeren Version besäße - das Modell ist aber überhaupt nicht mehr erhältlich. Ebenso musste ich feststellen, dass die früher recht verbreiteten und im Stil ähnlichen Reisetaschen von Vaude in den größten Versionen ebenfalls vom Markt verschwunden sind.
Nach recht langer Recherche beschloss ich, es mit einem Modell von Osprey zu versuchen, das gewaltige 120 Liter fasst. Nachdem ich mich beim Kauf schon recht lange mit dem Thema beschäftigt hatte, war ich mir bezüglich meiner Entscheidung sicher, so dass es mich auch nicht störte, die besagte Tasche günstig aus Finnland zu bestellen - mit einer Rücksendung rechnete ich in diesem Fall nicht.
Das Riesending kam auch erfreulich schnell und mit niedrigen Versandkosten bei mir an. Als mein Freund es zum ersten Mal sah, fragte er besorgt "Kannst du das denn überhaupt im Flugzeug mitnehmen?" Ich entgegnete völlig überzeugt, dass Osprey ein renommierter Hersteller von Reisegepäck sei und ich mir kaum vorstellen könne, dass bei der Herstellung nicht bedacht worden sei, dass jemand mit seiner riesigen Reisetasche auch mal fliegen möchte.
Tja... per Google stellte sich heraus, dass beispielsweise die Lufthansa für ihr Aufgabegepäck ein sogenanntes Bandmaß (Länge plus Breite plus Höhe) von maximal 158 cm festgelegt hat. Was darüber hinaus geht, zählt als Sperrgepäck, für das Sondergebühren erhoben werden. Und meine neue Tasche lag signifikant darüber.
Zur Verteidigung von Osprey kann man sagen, dass diese Grenzwerte sich je nach Fluggesellschaft unterscheiden. Allerdings möchte ich eigentlich keine Reisetasche besitzen, bei der ich vor jeder Benutzung ängstlich recherchieren muss, ob die besagte Fluggesellschaft sie auch ohne Schwierigkeiten transportiert. Und gerade bei europäischen Fluggesellschaften sind die 158 cm recht üblich.
Also musste ich wider Erwarten die gerade erst eingetroffene Riesentasche zurück nach Finnland verfrachten. Blöderweise hatte ich den zugehörigen Karton direkt nach Erhalt entsorgt, so dass wir erst einmal einen neuen basteln mussten. DHL ist bei seinen akzeptierten Maximalmaßen bei Paketen zum Glück etwas kulanter als die Lufthansa, allerdings kostete mich die Rücksendung 22 Euro. Und nun habe ich immer noch keine neue Reisetasche.


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