Bleiben wir doch (nach dem "Gelesen" dieses Monats) bei Agatha Christie und Flops!
Normalerweise bin ich keine Amazon Prime-Kundin. Nachdem mein Haushalt aber im Mai umzieht, brauchen wir ständig irgendwelchen Kram, da ist der vorübergehende direkte Draht zu Jeff Bezos dann doch sehr praktisch - und erschließt uns für den Moment auch das Streaming-Angebot von Prime.
Zunächst: Die Werbeunterbrechungen im preisgünstigsten Abonnement nerven kolossal, zumal sich ständig dieselben Spots wiederholen. Furchtbar. Dennoch haben wir das eine oder andere angesehen, zum Beispiel Invitation to a Murder, einen Film von 2023.
Mischa Barton spielt darin Miranda Green, eine Londoner Floristin mit einer Leidenschaft für Romane von ihrer Zeitgenossin Agatha Christie. Eines Tages erhält sie einen mysteriösen Brief, der sie zu einem Lord auf eine einsame Insel einlädt. Sie kommt dieser nach und begegnet bei der Anreise im Zug fünf weiteren Personen, die ebenfalls Briefe erhalten haben. Diese entsprechen geradezu einer Cluedo-Variante, es handelt sich um einen mürrischen Amerikaner mit Pistole, eine arme, schöne Spanierin, einen in sie verliebten Arzt, eine mysteriöse Chinesin und einen Rechtsanwalt.
Vor Ort erreicht die Gruppe das opulente Herrenhaus des Gastgebers, der allerdings selbst abwesend ist. In einem Ratespiel der Gäste untereinander kann Miranda unter Beweis stellen, dass sie gut beobachten und blitzschnelle Schlussfolgerungen anstellen und so schwierige Rätsel lösen kann.
Dann ereignet sich natürlich ein Mord, und alle verdächtigen noch einander, als bereits ein zweiter geschieht.
Mehr will ich hier nicht verraten, allerdings dennoch sehr davon abraten, diesen Film (der, wie ich soeben las, sogar zwei Fortsetzungen hat) anzusehen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser lahmen Geschichte der Versuch zugrunde lag, etwas Ähnliches zu Knives Out auf Netflix zu schaffen. Wenn dem so ist, ist der Versuch gründlich misslungen. Alle Figuren sind komplett egal, zumal Hintergründe so gut wie nicht erklärt werden. Selbst über die Hauptfigur wüsste ich außer "Krimifan" nichts zu sagen.
Die Geschichte an sich fand ich so langweilig, dass ich zwischen Aufklärung und Abspann noch lange hoffte, dass noch irgendeine Wende oder Enthüllung käme, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass das wirklich alles sein sollte. Dem war dann aber leider so.
Der Guardian schreibt treffend: "It’s like someone used AI to write the script, plugging in parameters such as “set it in the 1930s”, “plucky Englishwoman protagonist” and “ethnically diverse cast of supporting characters/suspects”."


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