Der große Schokoladentest (130): Lotus Biscoff


Viele der hier vorgestellten Schokoladen sind Urlaubssouvenirs. So auch die heutigen: Sie stammen aus Belgien, der Heimat des Biscoff-Kekses von Lotus.


Zum Produkt

Die Biscoff-Kekse sind ein Klassiker, der bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht und seit 1932 von der Lotus angeboten wird. Mehrere Fluggesellschaften kaufen die Spekulatiuskekse in großen Mengen ein und bieten sie ihren Passagieren an. In meinem Haushalt ist aber vor allem der Brotaufstrich beliebt, dessen Geschichte sicherlich deutlich weniger weit zurückreicht. In Deutschland sind regulär meines Wissens nur die Kekse (auch in einer Version als Doppelkeks), die Aufstriche und auch ein Eis erhältlich, in Belgien gibt es aber ein paar mehr, und eben auch eine Biscoff-Schokolade.



Originalität

Es gibt kein riesiges Sortiment von Biscoff-Schokoladen, aber doch mehr, als man vielleicht vermuten würde - eine Milchschokolade mit Keksstückchen, eine weitere mit Cremefüllung, und dann nochmal jeweils dasselbe als weiße Schokolade - also insgesamt vier Geschmacksrichtungen. Die Tafeln sind gewaltige 180 Gramm schwer, also fast doppelt so groß wie eine reguläre Schokolade. Das Design entspricht dem der Keks- und Aufstrichverpackungen und setzt aus deren Bekanntheit. 4/10


Nachhaltigkeit

Lotus befindet sich immer noch in Familienbesitz, ist aber eine strategische Partnerschaft mit dem Weltkonzern Mondelēz eingegangen. In deren Rahmen sollen auch Mondelēz-Produkte mit Lotus-Keksen kombiniert werden - und tatsächlich ist seit Juni 2025 auch eine Milka-Variante mit Lotuskeksen erhältlich (Milka gehört genau wie Cadbury zu Mondelēz). Mit Nachhaltigkeit hat das insofern zu tun, als ich mir vorstellen könnte, dass Mondelēz auch die Kuvertüre für die Schokoladenprodukte der Lotus-Marke liefert - eine Bestätigung dazu konnte ich jedoch nicht finden.

In jedem Fall bezieht Lotus Kakao, der via Rainforest Alliance zertifiziert ist. Auch das verwendete Palmöl ist RSPO-zertifiziert. Insgesamt verfügt Lotus durchaus über ESG-Richtlinien, nichtsdestotrotz sind diese nicht vergleichbar mit den Maßstäben eines Unternehmens, das seine Zutaten aus dem Direkthandel bezieht. 3/5




Zutatenqualität

Wir haben es hier mit einem Massenprodukt zu tun, an das man nicht dieselben Qualitätsmaßstäbe anlegen kann wie an eine Bean-to-Bar-Schokolade. Aber für diese Reihe habe ich ja auch schon Milka-Schokolade getestet. Die Schokoladen enthalten als erste Zutat Zucker und zusätzlich noch Sirup, der Kakaoanteil liegt bei 31%. Neben Kakaobutter sind auch pflanzliche Öle enthalten, ebenso Vanillearoma. 4/10


Preis / Leistung

Der Preis der großen Tafeln lag um die 5 Euro, das ergibt einen 100-Gramm-Preis von ca. 2,77 Euro. 3/5


Geschmack

Ich hatte mir beide Variationen aus Vollmilchschokolade zum Testen gekauft.

Die eine Variante enthält Biscoff-Spekulatiusstückchen. Es handelt sich also um eine massive Schokolade mit Keksen. Diese schmeckt sehr süß und sehr weihnachtlich. Essen kann man sie durchaus, besonders lecker fand ich sie aber nicht. 8/15

Variante Nummer 2, als "neu" gekennzeichnet, ist eine mit Biscoff-Creme gefüllte Milchschokolade. Diese schmeckte mir deutlich besser, ist allerdings natürlich auch pappsüß und klebrig. Viel kann man davon nicht essen, zumal die Stücke bei beiden Sorten riesig ausfallen. 9/15


Gesamturteil

Es bleibt schwierig, ein solches für den Massenmarkt hergestelltes Produkt anhand derselben Maßstäbe zu testen wie eine Schokolade aus Kleinstproduktion. In den allgemeinen Kategorien erreicht die Biscoff-Schokolade nur 14 von 30 Punkten, inklusive Geschmackserfahrung landet die Sorte mit Stückchen bei 22 und die mit Cremefüllung bei 23 von 45 Punkten.

Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking!     


Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.


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