Der große Schokoladentest (7): iChoc


Vegane Schokolade finde ich tendenziell spannend. Ich denke, dass es definitiv möglich sin sollte, den typischen Milchschokoladengeschmack mit Ersatzprodukten wie Reisdrink nachzubauen - so stark ist der Eigengeschmack nach Milch nun einmal nicht, selbst bei "Alpenmilch". Ich habe in meinem Leben auch durchaus schon vielversprechende vegane Schokoladenprodukte probiert.

Zum Produkt

iChoc ist eine "Nebenlinie" des Bio-Schokoladenherstellers Vivani. iChoc zeichnet sich durch sehr gute Verfügbakeit aus: Ich habe die Tafeln bereits in Supermärkten und auch in Drogeriemärkten gesehen. Höchste Zeit also, einmal zu testen! Es gibt sowohl "reguläre" Tafeln, die bei iChoc allerdings nur 80 Gramm wiegen, als auch kleinere Riegel á 50 Gramm. Für diesen Test habe ich zwei der größeren Tafeln gekauft, "Super Nut" (eine normale Nuss-Milchschokolade mit Reisdrink) und "White Vanilla", eine (man ahnt es schon) weiße Schokolade.

Originalität

Dass ein Hersteller ausschließlich vegane Schokoladen macht, ist an sich als originell zu werten. Wohl bewusst tut sich iChoc ansonsten nicht durch verrückte Sorten hervor, insgesamt gibt es auch nur acht Geschmacksrichtungen. Die "verrückteste" ist sicher die Sorte "Jungle Bites" mit Erdmandeln. Die matten Pappverpackungen sehen recht schlicht, aber auch ein bisschen nach Bioladen aus. 6/10

 

 

Nachhaltigkeit

iChoc-Schokoladen sind zwar Bioprodukte, zum Thema fair trade stellt die Website aber nur fest, man beziehe den Kakao nicht aus dem politisch bedenklichen Westafrika, sondern aus der "wirtschaftlich gesunden" Dominikanischen Republik, deshalb sei hier finanzielle Ausbeutung und Kinderarbeit ausgeschlossen.

Ich bin mir nicht sicher, dass man das so einfach sehen kann, allerdings erfordert ja auch der nachhaltige Bio-Anbau vermutlich ein gewisses Maß an Kontrolle durch die Käufer. Dennoch ist es ohne Siegel natürlich schwer, sich hier ein Urteil zu bilden.

Alle Sorten sind wie erwähnt vegan, die dünne Folie zwischen Kartonverpackung und Schokolade ist kompostierbar. Palmöl ist nicht enthalten. 4/5

Zutatenqualität

Die Haselnussschokolade ist seltsamerweise als Kuvertüre ausgezeichnet - das habe ich schon bei anderen veganen Schokoladen gesehe, kenne aber den Grund nicht. Kuvertüre enthält generell mehr Kakaobutter als Schokolade und schmilzt deshalb besser - bei Schokoladentafeln sollte das aber eigentlich egal sein. Die Nussschokolade enthält 37 % Kakao, die weiße 37 % Kakaobutter. Aromen sind nicht enthalten, in beiden Sorten stattdessen echtes Vanilleextrakt. Es gibt weder Fremdfette noch Emulgatoren. 8/10

Preis/Leistung

Mit etwa 2,49 Euro für 100 Gramm sind die Tafeln ein tendenziell teurer Spaß, immerhin erhält man dafür aber auch Bioqualität. 4/5

Geschmack

Tja, kommen wir zum Problem: Die weiße Schokolade finde ich noch durchaus essbar. Sie schmilzt weniger leicht, als man das bei einer "normalen" weißen gewöhnt wäre, geschmacklich finde ich sie "ok", wenn auch zu süß und ansonsten unspannend. Die Nussschokolade schmeckt wie ein Billigprodukt: Ebenfalls zu süß und ansonsten zu "flach". Beide Tafeln würde ich sicherlich aufessen, wenn ich sie beispielsweise für eine Reise gekauft und sonst nichts dabei hätte. Nachkaufen werde ich sie aber hundertprozentig nicht. So erreicht "White Vanilla" bei mir dann nur 6 Punkte (von 15), "Super Nut" sogar nur 5!


Gesamturteil

Ohne Geschmacksurteil kommt die Schokolade dank guter Zutaten und Bioqualität auf  22 von 30 Punkten. Bezieht man mein subjektives Geschmackserlebnis ein, kann sich "White Vanilla" über 28 Punkte freuen, "Super Nut" bekommt 27 von 45 erreichbaren Punkten. Ohne entsprechend ansprechenden Geschmack bringt eben auch ein "gut gemeintes" Produkt wenig.


Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.


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