Der große Schokoladentest (12): Heidi


Schon mal von Heidi-Schokolade gehört? Ich hatte das nicht, als sie mir als Sonderangebot bei Real unterkam. Die 100-Gramm-Tafeln, die regulär etwa 2,29 Euro kosten, stammen aber vom schweizerischen Traditionsunternehmen Läderach (das ich auch erst kenne, seit es eine sehr edel wirkende Filiale auf der Frankfurter Zeil betreibt). Heidi ist ein Subunternehmen, das ursprünglich den rumänischen Markt bedienen sollte - Heidi klingt wohl zuverlässig und auch für internationale Ohren schweizerisch. Warum es die Produkte nun auch in Deutschland gibt, weiß ich nicht. Vielleicht möchte Läderach einfach auch eine Marke haben, die im Supermarkt angeboten werden kann, ohne den eigenen Namen so möglicherweise zu verwässern?

Zum Produkt

Es handelt sich um Tafelschokoladen, die mich in Design und Sortenauswahl sehr an Lindt erinnern. Beispielsweise hat auch Heidi diverse "Untermarken", so heißen die dunklen Schokoladen, die auch in schwarzen Verpackungen angeboten werden, "Dark", und es gibt auch saisonale Sommersorten.

Originalität

Auf der Heidi-Website zähle ich 25 Sorten plus 3 saisonale, darunter "verrückte" Geschmacksrichtungen wie Grüner Tee - was eigentlich eine hohe Punktzahl rechtfertigen würde. Nur: Layout und Auswahl erscheinen wie erwähnt extrem stark von Lindt inspiriert - deshalb gibt es von mir starke Abstriche. 3/10

Nachhaltigkeit

Ich kann auf der Website keinerlei Angaben zu Nachhaltigkeit, Fair Trade und so weiter finden, was sicherlich seine Gründe hat. 0/5


Zutatenqualität

Beide von mir gewählten Sorten, die Milchschokoladen "Florentiner" und "Walnut", haben 30 % Kakaoanteil. Beide enthalten Aromen und als billige Alternative zu Kakaobutter Butterreinfett. Eine erstklassige Zutatenliste liest sich anders. 4/10

Preis / Leistung

Die Schokolade bewegt sich hier wie im Design in der Lindt-Kategorie. 100 Gramm kosten regulär 2,29 Euro, ich kaufte im Angebot für 1,99 Euro. Günstiger als viele andere von mir getesteten Schokoladen, aber dennoch ein für den Supermarkt ordentlicher Preis. 0/5


Geschmack

Hier wurde es dann sehr enttäuschend. Insgesamt las sich meine Vorstellung des "Originals" von Lindt ähnlich, auch dort bezahlt man einen höheren Preis für eine wenig überzeugende Zutatenliste und unklare Nachhaltigkeitsbemühungen (die aber immerhin vorhanden sind). Aber bei Lindt schmeckt wenigstens die Schokolade meistens gut! Bei Heidi erschien die Sorte "Florentiner" beim Auspacken als Fehlkonstruktion: Die "Florentinerschicht" reichte nicht bis an den Rand und löste sich beim Abbrechen einzelner Stücke sehr leicht ab, so dass ich letztlich Schokoladentrümmer aß. Das Geschmackserlebnis war schlicht und ergreifend süß, ein Mandelgeschmack ließ sich kaum erahnen.

Nicht besser sah es bei "Walnut" aus: Die Walnuss-Stücke waren um einiges spärlicher verteilt, als das Bild auf der Außenverpackung erhoffen ließ, und wiederum war das Geschmackserlebnis Süße, Fett und sonst nichts. Ich möchte beide Sorten nicht weiter essen und gebe je 5 Punkte.


Fazit

Die Heidi-Schokolade entpuppte sich als Fehlkauf. Ohne Geschmackswertung erreicht sie bei mir schlappe 7 von 30 Punkten, inklusive Geschmackstest ebenso enttäuschende 12 von 45 möglichen Punkten.

Übrigens: Hier gibt es die Ergebnisse aller bisherigen Schokoladentests als Gesamtranking! 

Hinweis: Auf meinem Blog gibt es keinerlei Werbung oder Sponsoring, folglich will ich mit meinen Beiträgen auch keine potenziellen Werbepartner beeindrucken und muss nichts dementsprechend kennzeichnen.

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