Gelesen: Januar 2019

Endlich ist der Januar geschafft! Dieses Jahr kam er mir besonders lang vor. Über Weihnachten und bis Anfang des Jahres las ich Lethal White, Robert Galbraiths (alias JK Rowlings) neuesten Krimi um den Privatdetktiv Cormoran Strike und dessen (mittlerweile) Partnerin Robin Ellacott. Das ziegelsteinartige Buch lies mich, als ich es geschenkt bekam, gleichzeitig jubeln und aufseufzen: Ich freute mich, endlich die neueste Fortsetzung lesen zu können und war gleichzeitig besorgt über die mangelnde "Mobilität" des Buchs - für die Zuglektüre schien es wenig geeignet zu sein.


Letztlich erwies sich der Roman aber als so spannend und wurde meine Gier, zu erfahren, wer nun wann was getan hatte, so groß, dass ich das Buch doch das eine oder andere Mal mit mir herumtrug - wenn das kein Beweis für die gebotene Spannung ist, weiß ich auch nicht!

In der Tat hat es Galbraith / Rowling in meinen Augen vortrefflich geschafft, die Handlung und die darin enthaltenen Geheimnisse zu verknoten. Sie selbst, die im Nachwort zugibt, mit dem Aufbau starke Schwierigkeiten gehabt zu haben, ist sich dann der Unauflösbarkeit so sicher, dass sie Strike schon einige Kapitel vor dem Ende gegenüber Robin alle wichtigen Details aufzählen lässt, die sie (und den Leser) zur richtigen Lösung führen würden - und die sowohl Robin als auch mich keinen Schritt weiter brachten.

An der Krimihandlung habe ich also nichts zu meckern, ein wenig dagegen an dem, was drumherum passiert: Der Leser soll ja Cormoran und Robin sympathisch finden, aber das fiel mir bei diesem Buch das eine oder andere Mal schwer. Vor allem bei Cormoran ist dessen einigermaßen komisches Verhältnis zu seiner Freundin zwar vermutlich gar nicht so unrealistisch, macht es aber schwer, ihn hundertprozentig zu mögen.

Robin verhält sich völlig untadelig, hier nervt aber ihre allzu lang gezogene Unentschlossenheit gegenüber dem eigenen Beziehungszustatus mit der Zeit sehr - allerdings bei weitem nicht so sehr, wie die ständigen Passagen über Cormorans Beinschmerzen. Es mag ja realistisch sein, dass der körperbehinderte Detektiv immer wieder Probleme mit seiner Beinprothese bekommt, sonderlich spannend liest es sich aber in der vorliegenden epischen Breite nicht. Ein rigoroses Zusammenkürzen der Stellen, an denen das Bein Probleme bereitet, hätte das Buch sicherlich 200 Gramm leichter gemacht.

Dennoch überwiegt bei meinem Urteil natürlich die Tatsache, dass ich den Roman geradezu verschlungen habe und mich auch schon wieder auf den nächsten Teil freue.

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