Gelesen: April 2021

 

Im April beendete ich meine Lektüre des Buchs York: The Shadow Cipher, eines Jugendromans von 2017. Es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie von Laura Ruby. Die Autorin veröffentlicht schon seit 2003 regelmäßig Romane, für The Bone Gap (das ich nicht kenne) erhielt sie einen Preis. York: The Shadow Cipher ist der erste Band einer Trilogie, deren andere Teile ebenfalls bereits erschienen sind.

Der Titel des Romans verwirrte mich zunächst: Auf dem Cover abgebildet ist die fiktionalisierte Version einer Stadt, die um einiges mehr nach New York aussieht als nach dem nordenglischen York. Und es ist auch New York, um das sich der Roman dreht, allerdings nicht das, welches wir kennen: Er spielt in einer Parallelwelt, in der gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Geschwisterpaar namens Morningstar im Alleingang die modern Technik eingeführt hat. Die Morningstars bauten mehrer Gebäude, die das Stadtbild dieses New Yorks prägen, eine andere Art der U-Bahn (die auch hoch über den Häusern fährt), diverse Roboter, die unter anderem die Straße reinigen und im Haushalt helfen, und vieles mehr. Vor 150 Jahren verschwanden die Zwillinge unter geheimnisvollen Umständen und hinterließen das Versprechen, dass die Person, die es schaffen würde, eine Reihe von vorbereiteten Rätseln zu lösen, ihr Erbe sein würde.

An dieser Stelle erinnert die Geschichte stark an Ready Player One, denn genau wie in dem anderen Roman stürzen sich die Menschen auf die Rätsel, aber niemand schafft es, der Lösung auch nur ein Stück näher zu kommen, obwohl manche Menschen ihr ganzes Leben damit verbringen, es zu versuchen.

Die eigentlichen Hauptfiguren des Romans sind wiederum Zwillinge, Theo und Tess, sowie ihr Nachbar Jaime, die in den Sommerferien mit der Neuigkeit konfrontiert werden, dass sie ihr Zuhause verlieren werden: Sie wohnen in einem von den Morningstars erbauten Mietshaus, das von einem zwielichtigrn Immobilieninvestor gekauft wurde und abgerissen werden soll. Theos und Tess' Großvater gehört zu den fanatischsten Rätsellösern der Stadt und hat es dennoch nicht geschafft, den Geheimnissen der Mornigstarts auf den Grund zu kommen. Motiviert durch einen mysteriösen, an ihn adressierten Brief sowie die kleine Hoffnung, durch ein erfolgreiches Lösen der Rätsel ihr Zuhause retten zu können, machen sich nun die Geschwister und ihr Freund selbst auf die Suche.

Zunächst fand ich den Roman allzu kindlich, um mich dafür begeistern zu können - beispielsweise gibt es in der Welt von York auch andere Haustiere als in unserer, so dass Tess stets von ihrer Gepard-artigen Katze begleitet wird und ein Nachbarskind, das stets mit seinem Dreirad durch die Hauskorridore düst, dabei von seinem zahmen Waschbär begleitet wird. Für Kinder eine spaßige Idee. Hinzu kommt, dass es mir als Deutscher schwer fiel, alle Unterschiede zwischen dem realen und dem fiktiven New York auf Anhieb zu identifizieren: Beispielsweise ist viel von einem Immigrantenviertel namens "Five Points" die Rede, von dem ich erst spät erkannte, dass es durchaus existiert hat. Das wurde dann allerdings auch zu einem Reiz des Romans, denn durch Googlen entdeckte ich echte Gegenden New Yorks - etwa die Roosevelt Island und das darauf befindliche Octagon-Gebäude - von denen ich noch nie gehört hatte.

Tess, Theo und Jaime machen im ersten Band zwar ganz gute Fortschritte dabei, die Rätsel zu lösen, allerdings sind sie am Ende noch lange nicht am Ziel - was ja auch nicht verwunderlich ist, schließlich kommen ja noch zwei Bücher. Letzten Endes war ich von der Geschichte dann doch recht gefesselt und könnte mir vorstellen, diese auch noch zu lesen.

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