Das Frühstück unserer Unterkunft in Höfn war an sich nicht schlecht, im Direktvergleich zu dem, das wir am Tag vorher in Vík genossen hatten, hinsichtlich Auswahl, Arrangement und Preis-Leistungs-Verhältnis allerdings dann doch ein wenig ärmlich - egal, wir wurden satt, und das ist ja die Hauptsache.
Unser erster Weg des Tages führte uns nochmals in die "Innenstadt" von Höfn, das auf dem Foto unseres selbst gebastelten Reiseführers sehr hübsch ausgesehen hatte. Nun, hübsch war der kleine Hafen auch durchaus, aber nach 5 Minuten hatte man auch alles gesehen. Der Ort hat auch weniger als 2000 Einwohner.
Nach dieser kurzen Pause machten wir uns auf die nächste Etappe, die ganz im Osten der Insel, in Egilsstaðir, enden sollte. Zu unserer Überraschung mussten wir einen Großteil der Strecke auf einer Schotterstraße bewältigen, aber mittlerweile konnte uns das schon nicht mehr schrecken.
Unser erster Halt war als Zufallsfund ein Aussichtspunkt mitten im Nirgendwo mit fest installiertem Stuhl für Fotos - der Stuhl erwies sich als größer als ein reguläres Exemplar und bot die Möglichkeit, originelle Bilder vor der wie immer beeindruckenden Landschaft mit Bergen und Gletschern zu machen. Außerdem entdeckten wir eine Regel, die sich im Laufe des Urlaubs noch öfter bewähren sollte: Dort, wo ein Touristenauto anhält, stoppen sofort weitere, um nachzusehen, ob es hier etwas Spannendes zu sehen gibt!
Unsere nächste Station war die Lónsvík-Bucht mit einem weiteren schwarzen Strand und größeren bis winzigen rund geschliffenen Kieselsteinen, die ich hinterher noch tagelang in meinen Schuhen fand. Das Wetter war mittlerweile warm und sonnig geworden, und einige mutige Touristen wagten sich auch ins Wasser.
Ebenfalls ungeplant entdeckten wir mitten in der anstrengenden Passfahrt einen weiteren Wasserfall.
Über unser Tagesziel Egilsstaðir fuhren wir zunächst hinaus, um noch einige weitere Sehenswürdigkeiten mitzunehmen: Das Städtchen Seyðisfjörður erreichten wir über eine Passfahrt mit tollen Aussichtspunkten und einer seltsamen Kunstinstallation aus bunten Betonwürfeln.
In Reiseführern und -berichten wird es als besonders idyllischer Ort angepriesen, der insbesondere im Bereich Kunst und Kunsthandwerk einiges zu bieten hat. Wahrzeichen ist ein fotogener, regenbogenfarbener Zebrastreifen, der eine Straße entlang bis zur Kirche führt.
So richtig warm wurden wir dennoch nicht mit Seyðisfjörður: Obwohl hier gut sichtbar ein Kreuzfahrtschiff ankerte, wirkte der Ort ausgesprochen verschlafen. Viele Geschäfte waren geschlossen, ein attraktives Café, das uns durchaus willkommen gewesen wäre, ließ sich auch nicht finden. So blieb es bei einem kleinen Rundgang und dem obligatorischen Foto auf dem Zebrastreifen.
Auf der Rückfahrt stoppten wir noch am Gufufoss, einem 27 Meter hohen Wasserfall.
Unsere Unterkunft in Egilsstaðir war das erste von mehreren Tiny Houses, die wir für Übernachtungen gebucht hatten. Offenbar ist es für viele Isländer lukrativ, sich solche Ferienunterkünfte auf das eigene Grundstück bauen zu lassen und während der Touristensaison zu vermieten.
Dieses spezielle Haus hatten wir eigentlich eher aus der Not gebucht, weil viele andere Möglichkeiten bereits ausgebucht waren. Wir hatten ihm aber Unrecht getan, es erwies sich als beinahe brandneu und gut ausgestattet, hier konnte man auch mit wenig Platz gut übernachten. Im nahe gelegenen Supermarkt kauften wir für unser Frühstück ein.
Auch Egilsstaðir ist mit 2.600 Einwohnern winzig, verfügt aber über mindestens zwei Pizzerien - was sich als praktisch erwies, denn die erste, die wir ansteuerten, war an diesem Abend komplett überlastet. Das Café, das wir als Ersatz aufsuchten, konnte hier aber mit überraschend wohlschmeckenden Pizzen aushelfen.
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