Neulich am Bücherhäuschen

U.
Anfang Juni hatten einige Bewohner des Frankfurter Stadtteils Eschersheim den Anblick einer seit vier Jahren kaputten Telefonzelle satt. Sie zogen Regalbretter ein, ersetzten fehlende Scheiben durch Folie und eröffneten ein "Bücherhäuschen": Jeder sollte die Möglichkeit haben, hier Bücher auszuleihen, abzugeben oder auszutauschen.


Ich las über dieses Projekt in der Zeitung, denn obwohl es der Telekom vier Jahre lang egal gewesen war, dass die Telefonzelle ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllte, war sie nach der Umwandlung in den Bücherschrank plötzlich dringend daran interessiert, das Häuschen zu entfernen. Das ärgerte die Bücherfreunde natürlich immens und bestätigten sämtliche vorhandene Vorurteile über die Telekom.


Diese scheint ihre Drohung aber nicht wahr gemacht zu haben: Mittlerweile ist es Mitte August, und das Bücherhäuschen erfreut sich immer noch bester Gesundheit. Einige der dort hinterlegten Bücher machen einen etwas ramschigen Eindruck, aber anderes wirkt durchaus attraktiv. Bleibt abzuwarten, ob die Telekom sich eines Besseren besonnen hat, oder ob das Häuschen von der Reparaturwarteliste einfach auf die ähnlich endlose Abbauwarteliste verschoben wurde - und dann pünktlich in vier Jahren verschwindet.


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