Bald beim Southside, äh, Hurricane

U.

Eigentlich bin ich ja zu alt für diesen Festivalquatsch. Ja, selbst mit Hotel statt Zelt. Diese Herumsteherei bei jedem Wetter. Die Toilettensituation. Die Besoffenen. Die Toilettensituation. Minderwertiges Essen zu Gourmetpreisen. Und natürlich die Toilettensituation. Und seien wir mal ehrlich: Auch wenn man bei einem Festival mit gutem Lineup theoretisch viel gute Musik für wenig Geld zu hören bekommt, scheinen mir Festivalauftritte von Bands auch ganz besonders schlecht im Gedächtnis zu haften. So kann ich zum Depeche Mode-Auftritt bei Rock im Park 2006 heutzutage nicht viel mehr sagen, als dass er stattgefunden hat und ich (nüchtern) anwesend war. Hm.

Dennoch, irgendwie passiert es mir immer wieder, dass mich so ein Event, zu dem ich eigentlich nicht möchte, mich dann doch ganz gemein anlockt. Im Falle von Southside beziehungsweise Hurricane (beide Festivals haben dasselbe Lineup am selben Wochenende an verschiedenen Enden Deutschlands) waren die Argumente New Order, Die Ärzte, The Cure, The Stone Roses, Noel Gallagher, Kettcar und Thees Uhlmann. Sowie etliche andere. Und schwupps, schon hat man sich quasi versehentlich wieder so ein Wochenendticket gekauft - in diesem Falle fürs Southside.

Als dann vor zwei Wochen die Zeitpläne der Bandauftritte bekanntgegeben wurden, kam dann zu dem Schock, sich tatsächlich wieder für einen Festivalbesuch entschieden zu haben, ein weiterer: Etliche der für uns interessanten Bands sollten bereits am Freitag auftreten. Wir würden aber erst relativ spät abends eintreffen und deshalb viele davon verpassen. Mist.

Von der Distanz her sind Hurricane (bei Hamburg) und Southside (am Bodensee) von Frankfurt beinahe gleich weit entfernt, folglich lag es nahe, die Southsidekarten abzustoßen und welche fürs Hurricane zu erwerben. Nur waren aber natürlich beide Festivals mittlerweile ausverkauft, und insbesondere der Zweitmarkt für Hurricane-Tickets trieb solche Auswüchse, dass man meinen konnte, man bemühte sich um Tickets für ein WM-Endspiel mit deutscher Beteiligung.

Über Kontakte und mit etwas Spannung gelang dann doch das scheinbar Unmögliche: Die Southsidekarten konnten zum Einkaufspreis verkauft und Hurricanekarten zu ebendiesem angeschafft werden. Nun geht es morgen also nach Norden statt nach Süden, aber auch das neue Lineup hat seine Tücken: Irgendein Idiot hat nämlich zugelassen, dass beim Hurricane New Order, Die Ärzte und Beirut gleichzeitig auftreten!

Und wäre das nicht bereits ausreichend Grund zum Jammern, könnte ich auch noch anmerken, dass ich seit heute ganz gemein erkältet bin und mir kaum etwas weniger attraktives vorstellen kann, als erst fünfeinhalb Stunden im Auto zu sitzen und anschließend drei Stunden in einem matschigen Feld zu stehen.

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