Es gibt tatsächlich Menschen, die in Koblenz leben, dort in der Nähe aufgewachsen sind und noch nie bei "Rhein in Flammen" waren. ...

Neulich als der Rhein brannte

Es gibt tatsächlich Menschen, die in Koblenz leben, dort in der Nähe aufgewachsen sind und noch nie bei "Rhein in Flammen" waren. Zu ihnen gehörte mein Freund. Als wir anlässlich eines kürzlichen Konzertbesuchs von der ähnlichen Veranstaltung "Kölner Lichter" ein wenig, aber nicht so richtig viel sahen, wuchs der Wunsch, dieses Jahr zumindest die Koblenzer Bildungslücke zu schließen. Und so gehören wir seit dem letzten Wochenende zu der wohl recht großen Zahl von Menschen, die dieses Event schon einmal besucht haben.


"Rhein in Flammen" ist ein Sammelbegriff für mehrere Feuerwerksveranstaltungen, die auch nicht alle zum selben Termin stattfinden. Das Koblenzer Event beginnt in einem Ort namens Spey, von dem aus angeblich 80 Schiffe (allesamt leuchtend geschmückt und mit Feuerwerksguckern besetzt) losfahren, verschiedene Feuerwerke am Ufer passieren und sich dann zum großen Abschlussfeuerwerk an der Festung einfinden.

Obwohl ich bei etwa erwarteten 500 000 Besuchern und der Begegnung mit zahlreichen parkenden Reisebussen damit rechnete, beinahe zerquetscht zu werden, war der Auflauf am Rhein gar nicht allzu schlimm. Gut, voll war es natürlich, und überall konnte man sich albern blinkende Teufelshörner oder Hasenohren kaufen, aber eine Stunde vor Beginn des Abschlussgeballers ließ sich noch problemlos ein Platz am Ufer finden, von dem aus man etwas sehen konnte.


Gegen 23 Uhr ging es dann los, und das, was raketentechnisch geboten wurde, war auch wirklich sehr schön. Da in Koblenz zurzeit auch die Bundesgartenschau stattfindet, hatte man beschlossen, dem Feuerwerk ebenfalls ein Blumenthema zu geben. Gut, irgendwie kann man wohl die Muster, die Raketen am Himmel machen, immer als Blumen bezeichnen. Bei der Musikuntermalung hatte man sich - nach sicherlich langem Nachdenken - für das Thema "Flower Power" entschieden - und hier gab es dann doch erhebliches Verbesserungspotenzial.


Nach Klassikern wie "San Francisco" und "Let the Sunshine in" waren dem Musikplaner offenbar recht schnell die Ideen ausgegangen, und so folgte bald Themenfremdes aus den 60ern, ein rüde abgebrochener Ausschnitt der Version von "Somewhere over the Rainbow", die letztes Jahr überall zu Tode genudelt wurde, und darauf als Höhepunkt "Paradise City" von Guns N' Roses  (vielleicht wegen Axl ROSE??) und zu guter Letzt "Vielen Dank für die Blumen" von Udo Jürgens. Ich konnte mir so richtig vorstellen, wie jemand ohne das geringste Musikinteresse mal eben auf fünf Minuten die komplette Untermalung geplant hatte, um anschließend extra früh in der Kantine zu sein ...

Für Musiksnobs ist "Rhein in Flammen" also eher nicht geeignet, nichtsdestotrotz war es ein schönes Event und eine gute Gelegenheit, die Festung Ehrenbreitstein im Licht bengalischer Feuer zu sehen.


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