Kürzlich, ich weiß nicht mehr wieso, sah oder las ich ein Interview mit Elton, in dem dieser beteuerte, er sei überhaupt kein neidischer ...

TVLab 2012 (5): Kampfansage


Kürzlich, ich weiß nicht mehr wieso, sah oder las ich ein Interview mit Elton, in dem dieser beteuerte, er sei überhaupt kein neidischer Mensch. Als Beispiel nannte er, dass er Joko und Klaas den Erfolg bei ihren diversen Sendungen gönne, obwohl man sie mit ihren zahlreichen Wettkämpfen gegeneinander auch als Konkurrenz zu seiner Sendung Elton vs. Simon betrachten könne. "Stimmt", dachte ich mir, "dann ist der Markt für schwachsinnige Wettbewerbe ja wohl nun wirklich gesättigt".

Mitnichten, denn auch Kampfansage haut in dieselbe Kerbe:
Bei "Kampfansage" stehen echte Typen im Vordergrund – Menschen mit fantastischen, skurrilen und total verrückten Leidenschaften und Fähigkeiten. Ihnen und ihrer Begeisterung für schräge Duelle bietet Moderator Simon Beeck eine öffentliche Plattform, auf der sie in einem spannenden, echten und unterhaltsamen Wettkampf vor laufender Kamera gegeneinander antreten.


Und das funktioniert in meinen Augen überraschend gut. Die Wettbewerbe werden an unterschiedlichen Orten, wie Hamburg, Frankfurt oder Aachen, zwischen (meist) Nicht-Prominenten ausgetragen, und ich empfand sowohl die Kämpfer als auch den Moderator als angenehm ungekünstelt. Natürlich ist es hochgradig albern, zu testen, welcher Wettbewerber schneller im asiatischen Supermarkt einkaufen kann (im Einkaufswagen sitzend und ohne den Boden zu berühren), welcher Modeblogger mehr Leser dazu bringen kann, nach Frankfurt zum Flashmob anzureisen oder welche Freundin sich schneller vom Arbeitsdress ins Ausgeh-Outfit schmeißen kann. Aber wenn sich alle Teilnehmer über die Schwachsinnigkeit des Unterfangens einig sind, dennoch mit vollem Einsatz mitmachen und sich dabei augenscheinlich nicht einmal übertrieben cool und ironisch vorkommen, dann führt das bei mir durchaus zu dem einen oder anderen Lacher.


Der "Hauptwettbewerb" der Pilotfolge, der sich quasi durch die ganze Sendung zog, war der Versuch, mit dem Fahrrad über einen sehr schmalen Plankenparkour in einem See zu fahren. Das entpuppte sich für mich tatsächlich als interessant und spannend, denn die Aufgabe erschien im Grunde unlösbar. Darüber konnte ich dann auch schnell den einzigen "Promiwettbewerb" mit dem nervigen Comedian Martin Schneider vergessen, in dem es (natürlich) darum ging, dass dieser sich viele Dinge in seinen großen Mund stopfte. Herrje.


Ich weiß nicht, ob das Konzept bei einer regelmäßigen Wiederholung seinen Charme bewahren könnte. Vielleicht würde Kampfansage auf längere Sicht auch besser funktionieren, wenn einzelne Duelle im Rahmen einer anderen Sendung stattfänden. Im Moment bin ich nur überrascht, wie wenig mir diese Sendung auf die Nerven gegangen ist.


1 Kommentar:

  1. Nach dem Vorabend (Beef Brothers) hatte ich die ganze Zeit die Befürchtung, dass das Kaninchen der einen Kandidatin noch getötet, gehäutet und ausgeweidet werden würde!

    Mit diesen Gedanken im Hinterkopf war ich regelrecht froh, dass sich Schneider & Co. den Mund mit Marshmallows voll stopften und der Gewinn eines Wettbewerbs eine Käsebrot war.

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