Neulich im Kaffeehaus (8): Café Drechsler

U.

In direkter Nachbarschaft des Naschmarktes befindet sich das Café Drechsler, das zwar bereits 1919 erstmalig eröffnet wurde, in seiner gegenwärtigen Form aber erst seit 2007 besteht. Für die Gestaltung des Innenraums sind die britischen Designer Conran & Partners verantwortlich. Das Ergebnis wirkt gleichermaßen klassisch wie modern und stimmig. Das auf den ersten Blick nüchterne Tonnengewölbe birgt viele schöne Details wie kleine Wandlampen oder alte Blechschilder.

Weniger einladend als das Ambiente war die Tatsache, dass die kleinen Tische sehr eng aufgestellt worden waren und wir für die Dauer unseres Besuchs mit den Beziehungsgeschichten unserer direkten Sitznachbarin konfrontiert wurden, die eigentlich an ihr Gegenüber gerichtet waren. Auch sonst war das Lokal bei unserem Besuch gleichermaßen voll wie laut.


Die Kuchenauswahl war von den Sorten her Wien-typisch, allerdings relativ klein - es gab etwa fünf Kuchen zur Auswahl - und als wir beide die Tagesempfehlung Apfelkuchen bestellten, kam der Kellner schon bald mit der Nachricht zurück, es gebe leider nur noch ein Stück. Mein Begleiter musste auf Apfelstrudel umdisponieren, der sich als sehr zitronig erwies.



Das Publikum des Café Drechsler schien mir jünger zu sein als in anderen Kaffeehäusern. Bis vor kurzem öffnete das Café morgens bereits um 3 Uhr - sicherlich als Anlaufstelle für Naschmarktangestellte - dieses Angebot wurde aber wegen Nichtraucherschutzproblemen aufgegeben.

Insgesamt ein Café, das von innen viel schöner ist, als es von außen den Anschein gibt, das man aber lieber außerhalb der Stoßzeiten besuchen sollte. Zu erwähnen wäre auch noch der nette Kellner, der uns, als er uns beim Fotografieren gesehen hatte, ungefragt Postkarten des Cafés brachte.















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