Gesehen: Mai 2016

U.
Als ich hörte, dass es zu Stephen Kings 11/22/63 (Der Anschlag) eine Serie gibt, die noch dazu JJ Abrams (als Produzent) gemacht hat, war ich ganz aufgeregt: Das Buch hatte mir extrem gut gefallen, und obwohl es für einen Film erheblich zu viel Material bietet, dachte ich, dass die Umsetzung als Serie klappen könnte.


Tatsächlich hat der Achtteiler auch gute Kritiken, mich konnte er aber so gar nicht überzeugen. An dem Roman faszinierte mich weniger das Thema "jemand reist in die Vergangenheit und versucht, das Kennedy-Attentat zu verhindern". Um dieses Motiv spannend zu finden, beziehungsweise anzunehmen, dass die Weltgeschichte ohne das Attentat wesentlich anders verlaufen wäre, muss man vermutlich Amerikaner sein. Stephen King schafft es aber, einen extrem glaubwürdigen Einblick in das Leben der Sechziger Jahre zu liefern. Gerade die Langsamkeit und Detailfülle der Geschichte sowie die Erlebnisse des Protagonisten, gerade auch die trivialen, machen in meinen Augen ihre Qualität aus. Auch das Thema "Die Vergangenheit wehr sich dagegen, verändert zu werden" funktioniert im Roman, der für seine Geschichte und deren Wiederholungen so viel mehr Zeit hat, um einiges besser.

In der Fernsehversion fehlt das alles. Mir wurde nicht klar, was den Protagonisten überhaupt dazu bringt, Kennedy retten zu wollen. Dass er sich dabei in eine Frau verliebt, erscheint ziemlich beliebig, da diese auch so gut wie keine Charaktereigenschaften hat. Und dass mich Hauptdarsteller James Franco mit seinem blöden Grinsen zuletzt in The Interview zu Tode nervte, macht die Sache auch nicht besser.

Mich würde interessieren, wie mir die Serie ohne Kenntnis des Romans gefallen hätte, denn letztlich ist es ja immer schwierig, bei Literaturverfilmungen den Lesern gerecht zu werden.

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